Ich liebe Bäume, schon gaaanz lange. Genau kann ich mich nicht erinnern, wann ich angefangen habe, mit ihnen zu reden, aber ich weiß genau, dass ich es schon als ganz kleines Kind getan habe. In Zeiten der Angst oder Traurigkeit habe ich Bäume umarmt und mich trösten lassen. Auf meinen Reisen habe ich Bäume berührt und mich von ihnen berühren lassen.
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Egal, wo ich war, es gab immer Bäume, die mit mir sprachen. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass ich das lieber für mich behalten sollte, dass es anderen etwas komisch erscheinen könnte. In den letzten Jahren hat sich aber mein Kontakt sehr intensiviert.

Ich wohne seit 1999 am Waldrand eines sehr großen, wunderbaren Waldes und genieße es sehr. Und um mich herum haben sich Bäume eingestellt, die ein intensives Verhältnis mit mir eingegangen sind. Dann habe ich angefangen, auch mit Menschen, die nicht meinem ganz engen Umfeld angehören, darüber zu sprechen, dass ich mit Bäumen rede. Und war erstaunt, dass ich eher positive Reaktionen bekam. 2015 dann kam ein Redakteur um wieder mal einen Beitrag über meinen Mann, den Wolfsberater, zu machen und ich weiß gar nicht mehr warum, ich begleitete die beiden zu Probeaufnahmen. Wir gingen durch den Wald, ich streichelte meine Bäume und er fragte mich, was ich denn da so mache. Mittlerweile konnte ich schon ganz gut über mein Verhältnis zu Bäumen reden, und so erzählte ich einfach, was ich da so fühle. Am Ende der Wanderung fragte er mich, ob ich das für seinen Film noch einmal machen würde. Erst Erschrecken, will ich so öffentlich mit etwas für mich so privatem sein? Aber ich liebe meine Bäume und ich will das auch teilen. Also habe ich „ja“ gesagt.

Im Juni 2016 waren dann die Aufnahmen. Wir haben ein Hotel und werden häufiger gefilmt und mein Mann hat früher selbst Filme gemacht und so bin ich nicht besonders kamerascheu. Trotzdem war das erstmal ein Moment, der mich ein wenig erschrecken ließ. Aber Christian Leunig (der Regisseur) und sein Team waren so dermaßen gelassen und offen und nach einer Weile auch begeistert, dass ich mich mehr und mehr entspannte und im Endeffekt mehr zur Kontaktaufnahme mit Bäumen gesagt habe, als ich das je in meinem Leben getan habe. Am Ende der Dreharbeiten war ich einfach nur glücklich.

Als dann der Film rauskam, kam noch einmal so ein Moment, aber dann war ich wieder glücklich. Darüber, dass ein Thema, dass mir sehr am Herzen liegt, so schön dargestellt wurde. Glücklich, das ich den Mut gefunden habe, mich öffentlich zu äußern. Einfach glücklich.

Mittlerweile werde ich immer häufiger darauf angesprochen, ob ich anderen zeigen kann, wie das geht und so mache ich dann geführte Wanderungen zum Kontakt mit Bäumen.

Es ist so wunderbar, dieses den Baum anfassen, seine Rinde spüren, sein leises „Hallo“ zu hören und mich zu öffnen für die Botschaften, die da kommen. Bäume sind wie wir auch mit Persönlichkeiten ausgestattet. Es gibt die frischen, fröhlichen, offenen, es gibt die kratzbürstigen, die eine Weile brauchen, es gibt die weisen, die mir den Kontakt mit ganz tiefen Ebenen erleichtern. Und immer ist dieses Erlebnis von einer alles durchziehenden Liebe begleitet, die mir gut tut und mich lächeln lässt.

Falls Ihr es einfach so mal ausprobieren wollt, geht einfach auf einen Baum zu, der Euch anzieht, fasst ihn vorsichtig an, schließt die Augen und begrüßt ihn. Und dann lasst einfach los und lauscht. Ich wünsche Euch wunderbare Erlebnisse und eine gute BaumZeit.