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23. 10. 2015

Es ist nicht wirklich kompliziert und unbedingt 'sozial auffällig', wenn du erfolgreich gesund leben willst.

Mit gesund meine ich hier nicht etwa Freiheit von Krankheitssymptomen, sondern einen wachen Geist, der nicht ständig von Genuss-Süchten oder einem überfüllten Verdauungstrakt gelähmt bzw. 'ruhig gestellt' wird. Der ist dann fähig dazu, sich mit wirklich Wichtigerem als Einkommenserzielung und Konsum zu befassen. Der dann entlastete Verdauungstrakt muss nicht so viel schuften und psychotrope Substanzen vernebeln ebenfalls nicht mehr die Alltagswahrnehmung. Die erfolgreiche Arbeit an ureigenen Interessen macht seelisch ausgeglichener und zufriedener. Insofern sind die 'Psycho-Helferlein' im heute genutzten Maß gar nicht mehr nötig.



Wir leben in einer 'Zuvielisation' mit dem Grundsatz: Du kannst alles (und so viel) haben, was du willst. "Wie es euch gefällt", so lautet das Grundmotto freiheitlicher westlicher Demokratien. Dies birgt automatisch folgende Gefahr: Da Gefallen zum Leitmotiv erhoben wird, fallen Eignung, Sinn, Menge und dergleichen im Bedeutungsranking zurück.

Das 'Quodlibet' erhebt leicht Bequemlichkeit und Annehmlichkeiten zum 'Angesagten', weil es eben bei einer Mehrheit Gefallen findet und nur von einer klaren Minderheit als Disziplinlosigkeit abgelehnt wird, was es der Sache nach auf jeden Fall ist, wenn man sich mit Grundsatzfragen einer Ernährungsweise befasst, die echte Gesundheit eines Menschen fördern soll.

Auf die mehrheitlich übliche Weise wird spontan 'Attraktives' zum Richtigen, Passenden, selbst wenn es ökologischen Grundsätzen widerspricht und damit auch geistiger, seelischer wie auch körperlicher Gesundheit abträglich ist - vor allem wenn ein sparsames Maß zusätzlich zur grundsätzlich ungünstigen Entscheidung hinzutritt.

Was 'alle' machen, kann ja bekanntlich nicht so falsch sein. Auf diese Weise bilden und halten sich Massenverirrungen oder -fehleinstellungen.



Wer selbst wirklich gesund leben will, darf sich also nicht auf die Richtigkeit des Mehrheitsgeschmacks und der Mehrheitsmeinung verlassen, sondern hat persönlich Nutzungsvorstellungen - hier von Speisen und Getränken - auf deren Tauglichkeit für sich selbst zu überprüfen.

Folgende Fragen haben dann bei Impulsen zu jeglicher Nahrungsaufnahme Vorrang vor einer Entscheidung:

1. Habe ich wirklich Hunger/Durst oder habe ich nur Lust auf etwas bzw. will etwas anderes Unangenehmes kompensieren?

2. Habe ich heute nicht bereits in angemessenem Umfang (also genug) Hochwertiges zu mir genommen?

3. Ist das, was ich gerade zu mir nehmen will, passend, sinnvoll, hochwertig und naturnah?

Der Katalog fragt ab, ob es wirklich um Hunger nach Benötigtem geht oder vorwiegend um Genuss bzw. Annehmlichkeit. Zur Absicherung der ersten Antwort dient die zweite Rückfrage auf das heute bereits Eingenommene, also auch dessen Menge. Zusätzlich werden Qualität, Eignung oder 'Stimmigkeit' des Angestrebten mit einer Ernährung, die echte Gesundheit (im ganzheitlichen Sinn für mich und meine Mitwelt) unterstützen will, abgefragt.

Der 'innere Bock' und das gesunde Bauchgefühl werden dazu sicherlich oft unterschiedliche Antworten geben. Die Frage ist selbstverständlich an das gesunde Bauchgefühl gerichtet; insofern ist die Antwort dessen, worauf ich 'Bock habe', irrelevant.



Deutlich psychotrope und hoch verarbeitete Speisen/Getränke sind besonders fragwürdig. Sie verändern die Wahrnehmungsfähigkeiten und verfälschen dadurch auch Resultate unserer Interpretation von Situationen und unserer Reaktionen in ihnen.

Doch im Rahmen gesellschaftlicher Rituale oder Bräuche, die in nicht zu hoher Zahl in den Jahreslauf integriert sind - selbstverständlich mit Rückfrage, für wen dies sicher (noch) nicht geeignet ist - können selbst 'problematische' Zubereitungen passend sein, weil sie dann eine seltene Ausnahme darstellen.

So wird hier einem allgemeinen persönlichen Grundbedürfnis nach Lebensfülle, Rausch und Extase Rechnung getragen - selbst wenn dafür für den Alltag untaugliche Angebote wahrgenommen bzw. zubereitet werden. (Ich will hier nicht einer spröden Lustfeindlichkeit den Weg ebnen, denn ich bin ein Kind der Lebensfreude.)



Als Beispiele für solche 'Ausnahmefälle' für 'Lebensmittel' dienen z. B.

Tierisches, weil es im Naturreich in der Masse nur einen kleinen Anteil ausmacht. Eine 'Aufbohrung' des Angebotes durch massenhafte Aufzucht durch Spezialisten schafft bereits wegen des ökologisch viel höheren Aufwandes dafür ein Gegenargument - ein weiteres ist die Gefangenschaft und deren artbegrenzende Bedingungen zum Leben.

Darunter fallen ebenso alkoholische Getränke oder Speisen - hier weil sie die Wahrnehmung eines jeden Menschen stark verändern, was im Alltag zu Fehlwahrnehmungen, Fehlsteuerungen, Unfällen und sozialen Konflikten führt.

Ein hoher Verarbeitungsgrad denaturiert die Speisen und Getränke, so dass sie einem vitalen Organismus nicht mehr wirklich dienlich sind. Weiterhin erfordern sie einen potenzierten Energieaufwand und ebenso ein destruktives Müllaufkommen, das in der Natur unbekannt ist.

Eine minderwertige, industrielle Massenproduktion von Tierischem und Pflanzlichem, in der Regel nur unter großem Energieeinsatz erzielbar ist, bringt zwar geringe Kaufpreise für den Kunden im Geschäft mit sich; die wahren Kosten werden dabei jedoch auf Boden, Luft, Grundwasser in Form von Minderung von deren Qualität verschleiert. Diese Kosten fallen in der Zukunft der Allgemeinheit in Form von Krankheit, Unfruchtbarkeit, Entseuchung etc. zu.

Nicht zuletzt werden auch viele Nahrungsmittel in wirtschaftlich schwachen Ländern unter unwürdigen Sozialstandards erzeugt bzw. verarbeitet, so dass niedrige Weltmarktpreise und häufig ungleiche Geschäftsbeziehungen ein Preisdumping in diesen Regionen ermöglichen bzw. festigen.

Dergleichen mag in Ausnahmefällen akzeptabel sein, auch sozial sinnvoll. Als Regelfall für den Alltag ist es jedoch untragbar, weil es ökologisch disfunktional und darum zerstörerisch wirkt.



Das 'Genussschweinchen' soll also nicht geschlachtet werden; der 'innere Schweinehund' soll nur an die Führungsleine einer sinnvollen individuellen Lebensgestaltung genommen werden. Es soll für unsere evolutionär gewachsenen Strukturen, die in unserer freiheitlichen Industriekultur maßlos als verkaufsfördernd ausgebeutet werden, ein passender Raum geschaffen und kultiviert werden.
Festessen zu Hochfesten, zu persönlichen Feiertagen und regionalen Anlässen (hier sind die Getränke mit eingeschlossen) können ein guter Rahmen für dionysische Lebensfreuden sein.

Doch hat jeder selbst darauf zu achten, dass diese Anlässe sich nicht häufen und dadurch inflationär werden.



Die heutige Angebotswelt mit ihrer aufdringlichen Werbung und ebenso omnipräsenter Warenpräsentation funktioniert leider völlig kontraproduktiv zu solchen gesunden Bestrebungen: Das Interesse von Kapitaleignern wie auch Anbietern, Erzeugern, Verarbeitern und Transportunternehmen liegt naturgemäß in möglichst hohen Verkaufsmengen, die keinerlei Rücksicht auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Käufer (=Menschen) nehmen können.

Persönliche (mehr oder weniger natürliche) Impulse wie nach Sozialprestige, Bequemlichkeit, Sicherheit und niedriger Preis werden gerne aus Kaufanreize benutzt.

Diese (unnatürliche) wirtschaftliche Interessenlage muss einfach gesehen werden. Es gilt auch zu akzeptieren, dass die darauf aufgebaute Wirtschaftsorganisation vorherrschend ist und die öffentliche Meinung massiv beeinflusst, um die Erfüllung dieser Interessen abzusichern.
Wer gesund leben will, der steht folgerichtig vor der Aufgabe, sich bewusst und deutlich von der Mehrheitsmeinung zur Ernährungskultur abzugrenzen: nicht etwa besonders lautstark nach außen hin, denn dann sind unzählige Gegnerschaften unausweichlich, sondern vor allem bei sich selbst im Inneren:




Diesen alltäglichen Kauf- und Verzehrsanreizen kann jeder nur mit täglich häufigem, bewussten Nachfragen an sich selbst (und innerlich auch an seine soziale Mitwelt) begegnen (s. o.). So werden sehr viele, wenn nicht gar die allermeisten Impulse zu Kauf und Verzehr von Lebensmitteln als unpassend erkannt und abgelehnt. So wird Qualität, Wertigkeit und Menge ebenfalls bewusst angemessen geprüft und damit sparsame Mengen verzehrt.

Die hohe Wertigkeit wird nicht nur den natürlichen Genuss beim Essen und Trinken fördern, sondern auch eine leichte wie auch gesundheitsstabilisierende Verdauung und Verwertung mit sich bringen.

Für Rausch und Extase bleiben Ausnahmesituationen im Jahreslauf und individuellen Leben, solange sie sich durch Seltenheit (z. B. maximal einmal monatlich als Richtschnur) als etwas Besonderes erfahren lassen.


Folgendes Beispiel soll eine sinnvolle Fragenfolge veranschaulichen:

Unsere Esskultur gründet auf der Empfehlung von durchschnittlich 3-5 Mahlzeiten täglich, wobei ein grundsätzliches Zuviel an Nährstoffen, Salz, Fett, Zucker, Tierischem, hoch Verarbeitetem und 'Billigwaren' als trauriger Regelfall gelten. Dem lässt sich schon am Morgen begegnen.

Muss ich schon gleich früh etwas essen? Der Verdauungstrakt wird gestärkt, wenn er wenigstens 14 Stunden am Tag nicht mit Mahlzeiten in Arbeit gesetzt wird. Bereits die Kenntnis dieser Tatsache stellt automatisch die allgemeine Empfehlung von 3 - 5 Mahlzeiten pro Tag in Frage. Ein Morgenfasten entlastet den Organismus und stärkt so die Konzentration auf andere Aufgaben als Verdauungsarbeit.

Benötige ich früh etwas Aufputschendes wie Kaffee (auch entcoffeiniert) oder schwarzen Tee oder wäre nicht an dessen Stelle auf nüchternen Magen eine Gabe von Bitterkräutern zur Entsäuerung und zum Ausleiten von Körperschlacken sinnvoller, um einen guten Start in den Tag zu haben?

Ist das mir zuerst Einfallende ('Attraktive') wirklich passend und wirklich zuträglich? Brötchen sind hochverarbeitete, erhitzte Produkte mit allerlei Zusatzstoffen für die Massenproduktion in Bäckereifilialen. Müslis oder süße Riegel sind Zuckerbomben mit ebenso fragwürdigem Ernährungswert. Wenn schon essen, dann Naturnahes wie Bio-Obst oder -Gemüse und wenn schon Getreide, dann entweder angekeimt oder in Vollkornqualität gebacken. Wenn Fett, dann statt Butter oder Margarine kaltgepresstes Olivenöl oder rohen Pesto mit Öl, Gemüse, Kräutern und Nüssen. Käse, Wurst und Fleisch sind ja ohnehin nur Ausnahmespeisen und nicht für den Alltag.

Stimmt Umgebung und die verfügbare Zeit für eine entspannte, ruhige oder anregende Mahlzeit? Wenn nicht Hast den Takt fürs Essen vorgibt, ist eine bessere Auswahl und ein sinnlich ansprechender Verzehr eindeutig eher gegeben.

Was ist die richtige Menge? Schon beim allerersten Sättigungsgefühl ist es genug und nicht, wenn schon der Bauch drückt.



Noch ein Wort zu Alkoholgenuss und 'Schmalhans':

Alkohol in jeder Form enthemmt und schwächt jede Form eigener Abgrenzung. Insofern ist er einer der größten Gegner jeder wirklich gesunden Ernährung. Er macht die eigene Wahrnehmungs-fähigkeit unklar für die Beurteilung von Eignung oder Sinnhaftigkeit von Lebensmitteln; ebenso geht dabei sehr leicht das Maß für die ausreichende Menge verloren. In der Regel wird unter Alkoholeinfluss deutlich mehr gegessen und getrunken.

Schmalhans ist ein volkstümliches Synonym für freudloses, karges Essen und Trinken. Dieser Begriff wird gerne zur Verunglimpfung jeder wirklich gesunden und maßvollen Ernährungsweise eingesetzt. Man kann ja nicht mehr schlemmen, maßlos genießen und alles, worauf man gerade Lust hat, in jeder gewünschten Menge essen oder trinken. Dabei ist zu einer brauchbaren Bewertung nur die Motivationslage entscheidend: Wer sich gegen jede Beschränkung von innen oder außen her verwahren will, der besteht hier auf der persönlichen Freiheit als höchstem Gut vor seiner Gesundheit (siehe Einleitungstext) und liegt damit im 'Trend' der Mehrheitsmeinung.

Körperliche Schäden wie Übergewicht oder unmittelbare Leiden jeglicher Art gelten maximal als Betriebsunfall, Ausrutscher - auf jeden Fall aber als unerwünscht. Man sucht dann nach einfachen Lösungen, z. B. in Form von Tabletten, Pülverchen, Medikamenten, die zusätzlich zu dem Bisherigen eingenommen werden, um aber im Grundsatz weiter zu machen wie bisher.

Alltäglicher Alkoholgenuss und 'Schmalhans' als Reizwort sind zwei absolut kontraproduktive Dinge im Anstreben einer Gesundheit fördernden Ernährungsweise.





Eine Konzentration aus wirklich gesundes Essen und Trinken ist nicht besonders schwierig, kompliziert oder aufwändig:

- Sicher wird das Fragen und Antworten zu weniger Mahlzeiten und geringeren Essenmengen führen.

- Die Speisenzusammensetzung wird sich grundsätzlich ändern, wenn das mehrheitlich Übliche als Massenverirrung mit ungeheurem Konsumdruck für alle erkannt wird und daraus Konsequenzen gezogen werden:

- Es wird Tierisches und Alkohol nur noch zu besonderen Anlässen bzw. als echte Ausnahme selten geben.

- Hoch Verarbeitetes mit großem Müllaufkommen, Billigangebote, Lebensmittel aus industrieller Landwirtschaft, Speisen mit viel Fett, Zucker, zahlreichen Zusatzstoffen und 'Beipackzetteln' werden nur noch als Notnagel akzeptiert, d. h. wenn wirklich nichts anderes verfügbar ist oder wenn die Ablehnung soziale Zumutungen oder Spannungen mit sich bringen würde. Als echte Ausnahmefälle ist all dies problemlos akzeptabel.

Die erfreuliche Konsequenz ist als Lohn für das eigene Umdenken und anders Handeln ein wacherer Geist in einem weniger belasteten Organismus. Die Wahrnehmung wird nicht mehr regelmäßig durch psychotrope Substanzen verzerrt oder vernebelt. Insofern wird der Mensch, der sich dies gönnt, einen klareren Blick für wirklich Wesentliches gewinnen und zielstrebiger daran arbeiten können. Die automatische Folge ist eine größere Zufriedenheit und eine wirksame persönliche Entspannung. Die Seele profitiert also auch.



Ist das nicht ein ansprechender Lohn für die Zumutung, aus der Mehrheitsmeinung auszuscheren und eingefahrene Gewohnheiten zum eigenen Vorteil anzugehen? Ich wünsche uns allen viel Erfolg und auch Freude dabei!


Ein zweiter Teil wird sich nach der Ernährung mit der Alltagsorganisation befassen.