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26. 10. 2015

Mit einfachen Fragen und Beispielen versuche ich, einen positiven Leitfaden einschließlich einer kurzen 'schwarzen Liste' als Anregung zu geben.

"Arbeit ist das halbe Leben - Ordnung ist der andere Teil."

So heißt es in Peter Maffays 'Ameisensong' in Anlehnung an den Spruch, der meiner Elterngeneration als Lebenssäule eingebläut wurde. Die 68-er Generation, zu der ich mich zähle, hatte für Derartiges nicht viel mehr als Spott oder ein Achselzucken übrig, weil dieser Teil des Daseins mit Fremdbestimmung in Verbindung gebracht und somit als unbrauchbar abgelehnt wurde. Doch da wurde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Befreit von dieser Zeitgeist-Etikettierung enthält die Aussage jedoch einen wertvollen Kern:

1. Ein sinnvolles Leben benötigt Aufgaben und Ziele.

2. Für Erledigung und Erreichen bedarf es persönlichen Einsatzes gegen Widerstände.

3. In einem geregelten, verlässlichen Rahmen gelingt dies leichter, besser.

4. Dieser Rahmen will aufgebaut und gepflegt werden; dies geschieht nicht von selbst.


Alleine über die Ernährung lässt sich kein Mensch gesund 'machen' und erhalten. Einen mindestens ebenso wichtigen Anteil hat das, womit er seinen Tag ansonsten füllt. Dies überwiegt sowohl zeitlich als auch von den Möglichkeiten her, die dies bietet.

Ich schrieb in der Einleitung zu Teil 1:

"Es ist nicht wirklich kompliziert und auch nicht unbedingt 'sozial auffällig', wenn du erfolgreich gesund leben willst. Mit gesund meine ich nicht etwa Freiheit von Krankheitssymptomen, sondern einen wachen Geist, der nicht ständig von Genuss-Süchten oder einem überfüllten Verdauungstrakt gelähmt bzw. durch (niedrig dosierte) Alkoholnarkose 'ruhig gestellt' wird.

Der wache Geist ist dann fähig dazu, sich mit Wichtigerem als Einkommenserzielung und Konsum zu befassen. Der dann entlastete Verdauungstrakt muss nicht so viel schuften und psychotrope Substanzen vernebeln ebenfalls nicht mehr die Alltagswahrnehmung. Die erfolgreiche Arbeit an ureigenen Interessen macht seelisch ausgeglichener und zufriedener. Insofern sind die 'Psycho-Helferlein' im heute genutzten Maß gar nicht mehr nötig."

Was bedeutet das für die jetzt ganz anders zentrierte und ausgerichtete Alltagsorganisation?

Jeder Süchtige (es geht hier nicht um illegale Drogen, sondern um die allgemeine, alltägliche sinnliche Berauschung, nicht nur durch Alkohol) - egal als wie 'harmlos' angesehen oder wie erfolgreich verdrängt diese Tatsache beim Einzelnen ausfällt - organisiert seinen Alltag um seine Süchte herum, weil sie 'Löcher' in seinen Lebensstrategien ausfüllen (sollen). Die Süchte erfordern Bevorratung, Einbettung in alltägliche Routinen und Rituale; sie beschäftigen den 'Anwender', was wiederum mehr oder weniger Zeit sowie Energie bindet, die für wirklich Wesentliches nicht mehr zur Verfügung steht.

Suchtausübung ist immer ein Ersatzhandeln anstelle von etwas als anderweitig nicht Erreichbar Erscheinendem. Sie hat insofern Sinn, aber sie begrenzt und behindert den süchtig lebenden Menschen im Alltag. Das lässt sich vergleichen mit dem Gehen an 'Krücken' oder anderen Gehhilfen: Sie benötigen die Hände zusätzlich (auch Gehstock, Handwagen und Rollstuhl); der Organismus kann nicht mehr seiner Natur gemäß freihändig gehen, ist dann unbeweglicher, langsamer und auf körperfremde Hilfsmittel angewiesen.


Ein bewusstes Leben in Suchtfreiheit strebt nach Aufgabe solcher einschränkender 'Gehhilfen'. Es geht dabei vor allem um ein alltägliches Wahrnehmen der vielfältigen Hilfsmittel, die ohne echte Notwendigkeit ihren Weg in den persönlichen Tageslauf gefunden und sich darin 'festgesetzt' haben. Solche 'Hilfsmittel' sind echter Ballast, der belastet und behindert - genau wie es ein zu umfangreicher Besitz ebenfalls bewirkt, weil seine Anwendung und Pflege den Besitzer an diese Dinge 'bindet'.
Ihr besonderer Nachteil: Sie kleben extrem zäh an uns, weil sie oft über Jahrzehnte 'einstudiert' und 'antrainiert' wurden. Beim alltäglichen 'Fernhalten' dieser Dinge von mir hilft mir vor allem das Bild mit der Frage nach dem Herren, dem ich gerade diene: mir selbst oder einem 'fremden Herren', der mehr Vorteil davon hat als ich selbst. Das verleidet mir die meisten aufreizenden Genuss-Impulse (nicht nur materieller Art).


Diese Grundsatzgedanken leiteten den ersten Teil zur Ernährung weiterhin ein:

Wir leben in einer 'Zuvielisation' mit dem Grundsatz: Du kannst alles (und so viel) haben, was du willst. "Wie es euch gefällt", so lautet das Grundmotto freiheitlicher westlicher Demokratien. Dies birgt automatisch folgende Gefahr: Da Gefallen zum Leitmotiv erhoben wird, fallen Eignung, Sinn, Menge und dergleichen im Bedeutungsranking zurück.

Das 'Quodlibet' erhebt leicht Bequemlichkeit und Annehmlichkeiten zum 'Angesagten', weil es eben bei einer Mehrheit Gefallen findet und nur von einer klaren Minderheit als Disziplinlosigkeit abgelehnt wird, was es der Sache nach auf jeden Fall ist, wenn man sich mit Grundsatzfragen einer Ernährungsweise befasst, die echte Gesundheit eines Menschen fördern soll.

Auf die mehrheitlich übliche Weise wird spontan 'Attraktives' zum Richtigen, Passenden, selbst wenn es ökologischen Grundsätzen widerspricht und damit auch geistiger, seelischer wie auch körperlicher Gesundheit abträglich ist - vor allem wenn ein sparsames Maß zusätzlich zur grundsätzlich ungünstigen Entscheidung hinzutritt.

Was 'alle' machen, kann ja bekanntlich nicht so falsch sein. Auf diese Weise bilden und halten sich Massenverirrungen oder -fehleinstellungen.


Attraktivität, Gefallen, günstiger Preis, mehrheitliche Anwendung im Alltag durch andere sind keine guten Ratgeber, wenn es um einen gesunden, hier selbstbestimmten Tageslauf gehen soll. Eignung, Sinn und (sparsame) Dosis sind schon eher anwendbare Kriterien:

Ist das, was ich gerade unternehmen will, passend, sinnvoll, nachhaltig und meiner Natur als Geistwesen entsprechend?
Falls ich keine eigenen konkreten Motive zu prüfen habe, dann lässt sich so fragen, wobei ich zunächst eine Negativliste prüfen lasse, die sich zu meiden lohnt:

1. Welche üblichen Tagestätigkeiten beschäftigen mich in erster Linie und dienen nicht wirklich der Befriedigung überwiegend ureigener Interessen?
(Mein ureigenes Interesse ist z. B. Zugehörigkeit, Sicherheit, Schutz vor Übergriffen und Klima, gute Ernährung, Entwicklung, Entspannung.)
2. Welche Tätigkeiten kosten mich hohen Einsatz und bringen relativ wenig unmittelbaren, echten Nutzen? Das gilt sowohl für Arbeitseinsatz als auch finanziellen Aufwand.
((Positiv formuliert liegt ureigenes Interesse z. B. an kurzen Wegen zu Arbeit und Versorgung ebenso wie zu wichtigen Kontakten; ich benötige ausreichend Freizeit für eigene Entspannung, für Beziehungspflege und Meinungsaustausch, Besorgungen, Aufgaben zu meinen und anderer Gunsten, zur Anregung, zur Informationseinholung und weiteren Entwicklung.))
3. Welche Tätigkeiten nutzen vorwiegend Produkte bzw. Leistungen von großen Unternehmen (auch Finanzinstituten), die international aktiv sind?
((Ich sollte diese Megastrukturen meiden, wo immer es geht, weil sie ein schwer kontrollierbares Eigenleben führen bis hin zur Erpressung und Liquidation selbst anderer Großstrukturen. Gleichzeitig befeuern sie mit ihrem enormen Kapitaleinsatz das 'Absaugen' von Mitteln aller Art aus weniger hoch organisierten Bereichen - also auch von mir selbst, ohne angemessene Gegenleistung. Sie stehen auf meiner 'schwarzen Liste'. Was liegt hier im ureigenen Interesse? Z. B.: Was du selber kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen! Gegenseitige private Hilfe ist das natürliche Zweitinteresse und nicht die Anbieterwelt. Greife ich doch auf diese zurück, dann ist nahe Hilfe die richtige Wahl: den Kleinanbieter bevorzugen, der auch übermorgen noch für mich arbeiten und von mir miternährt werden soll. Zusätzlicher Vrteil: Man wird sich kennen. Da verdienen dann auch nicht die 'Großen' mit (bis auf den Staat - auch wenn dessen Ausrichtung und Leistung oft zum Vorteil dieser Großen ausgerichtet ist, mit dem Argument 'Erhalt der Arbeitsplätze') und ich erlebe, wenn schlechte Arbeitsbedingungen herrschen sollten. Jedenfalls muss ich so kein hoch verzinstes Risikokapital mitfinanzieren, was die Rechnung verteuert.))
4. Welche der von mir üblicherweise genutzten Angebote kommen aus dem Umsonst- oder Billigsektor? (z. B. Digitaltechnik, Email, Website, Bankkonto, Nahrung, Kleidung, Heizen, Strom, Möbel, Gebrauchsgegenstände, Haushaltsgeräte, Heimwerken, Auto)?
((Auch hier ist angesprochen, was auf die persönliche schwarze Liste gehört: Jeder der etwas 'für umsonst' anbietet, muss dafür an anderer Stelle anderen etwas wegnehmen oder vorenthalten. Hier herrscht eindeutig kranker Geist. Das gleiche herrscht für den gesamten Billigsektor, egal ob als Waren oder Dienstleistungen: Schlecht bezahlte und unsichere Arbeit unter oft stark überwachten Bedingungen, sozial schädliche Arbeitszeiten mit ständiger Verfügbarkeit durch Rufbereitschaft und meist fehlender Arbeitnehmervertretung sind ebenso deren Kennzeichen wie großindustrielle Erzeugungs-, Verarbeitungs- und Transportstrukturen, die übermäßig mit Energieeinsatz, fragwürdigen Zusatzstoffen, Umweltgiften und Dumpingpreisen zu Lasten eingesessener Betriebe wirken, deren Aufgabe mehr Arbeitslose hinterlässt als neue geschaffen werden, weil die billigere Maschinenarbeit dort bevorzugt wird.
Die Alternative sind wie im Punkt zuvor die Passenderen, obwohl sie höhere Preise verlangen. Das Geld für einen oder zwei Jahres-Langstreckenurlaube muss ja nicht unbedingt übrig bleiben, ebenso wenig das für ein teures, mit unzähligen 'Extras' ausgestattetes Automobil mit 150 PS. Beides ist mit ökologischen Grundsätzen für 'jedermann' nicht vereinbar.))
5. Kaufe ich in der Regel eher nach Online-Preisvergleichen oder nutze ich eher regionale Angebote aus meiner Lebensumgebung?
((Hier sollte das Eigeninteresse ebenso vom maximalen Nutzen eigener Konsummöglichkeiten hin zum Notwendigen klar sein und damit auch Verzicht auf viel Nebensächliches, so dass unter dem Strich nicht mehr benötigt wird als zuvor - mit großer Wahrscheinlichkeit sogar weniger.))
6. Gestehe ich Anbietern die gleichen Möglichkeiten für ihre (gute) Lebensqualität zu, wie ich sie für mich beanspruche? Lasse ich für beide in meiner Alltagspraxis die gleichen Maßstäbe gelten nicht nur behauptet sondern auch regelmäßig praktiziert?
((Das muss kaum näher erläutert werden. Hier will ich nur anmerken, dass im ureigenen Interesse auch das eigene sowie gemeinsame Eintreten für gute Arbeits- und Lebensbedingungen liegt. Das lohnt diesen Einsatz von selbst.))
7. Welche Ansprüche stelle ich an Waren und Dienstleistungen, die ich als notwendig für mich erachte?
(( Im eigenen Interesse liegen z. B. lange Lebensdauer, Reparaturfreundlichkeit, Sozialstandards bei Herstellung, Verarbeitung und Vertrieb, umweltfreundliche Erzeugung, Verzicht auf Kunstdünger, Herbizide, Pestizide, Freiheit von Genmanipulation, sparsame Nutzung vorwiegend pflanzlicher Nahrung, Nutzung erneuerbarer Energien))


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(bezahltes, geschöntes Landwirtschtsbild: industrielle, konventionelle Ladwirtschaft widerspricht ökologischer Grundordnung)

Mit der Ordnung im Besonderen will ich hier fortfahren:
Ordnung heißt Überschaubarkeit. Sie beinhaltet eine klare Struktur, was nicht unbedingt etwas Technisches mit sich bringen muss. Ein gelbes Herbstblatt, das uns vor die Füße fällt, zeigt dies ebenso anschaulich wie ein Vogel, der uns vom Zaun aus sicherer Entfernung beobachtet. Das gilt auch für das gegerbte Gesicht eines alten, zufriedenen Menschen, der sein Leben viel im Freien verbracht hat. Wir empfinden solche Bilder in der Regel als 'schön'; sie sprechen unseren Sinn für Ordnung an und gehen mit ihm in eine positive Resonanz.

Ordnung will das Wesentliche rasch erfassbar machen - ohne aber gleich alles preiszugeben, zu zeigen. Sie ermöglicht einen leichten Zugriff und eine einfache Nutzbarkeit. Es geht bei ihr um ökologisch Grundsätzliches: Mit wenig Zeitaufwand und Energiebedarf soll im Alltag Notwendiges bewältigt werden können.

Zeit ist eine kostbare, für jedes Lebewesen endliche Lebensressource; dies gilt gleichermaßen für Energie. Mit beiden Quellen sollte demnach sparsam gewirtschaftet werden, um sie nicht vorzeitig aufzuzehren.

Was macht eine gute Ordnung aus?

1. Sie erfüllt ihre Funktion vor allem mit einer gewissen Einfachheit. Kompliziertes ist ihr fremd.

2. Aus Einfachheit folgt Überschaubarkeit und leichte Nutzbarkeit mit schnellem Zugriff.

3. Menschliches Zusammenleben in Konkurrenz bedarf allerdings einer klaren Unterscheidung, was nach außen hin gezeigt wird und somit allen zugänglich sein soll, da nicht alle materiellen und persönlichen Quellen in vollem Umfang von allen genutzt werden können. Schützenswertes Persönliches bedarf einer gewissen Verborgenheit durch Verbergen oder Verschließen. Die Außenwelt nimmt sonst achtlos 'alles'.

Einfachheit geht mit einer Beschränkung auf wesentliche Dinge einher; dies gilt materiell ebenso wie geistig-seelisch. Unwesentliches wird bei guter Ordnung als unnützer Ballast abgeworfen.

Ein 'ordentlicher Körper' ist schlicht und auf das Wesentliche konzentriert. Er kennt kein Übergewicht, der Blick ist wach und klar. In ihm liegt ein klarer Ausdruck von Fragen und sich selbst Mitteilen. Er bedarf z. B. keiner aufwändigen sozialen 'Rangkennzeichen'. Das gilt in gleicher Weise für den eigenen materiellen Besitz einschließlich der Wohnung, die einen Besucher nicht mit Selbstaussagen und Liebhaber-Gegenständen des Gastgebers überfällt. So bleibt die Umgebung wirklich frei für die Dinge, die jetzt gerade eine Rolle spielen sollen; die Situation bleibt äußerlich 'offen' ohne unnötige Vorgaben.

Inwieweit du Persönliches jedem Eintretenden präsentierst, liegt somit alleine in deiner Hand. Deine äußere Erscheinung und dein Wohnumfeld geben nicht zuviel vor; du selbst entscheidest, was der Gast gezeigt bekommt und was nicht. So bewahrst du vorerst maximale Souveränität gegenüber Fremden.


Unsere 'modernen' Wohnungen sind fast allesamt überdimensioniert: Sie sind vollgestopft mit Technik, Möbeln und Liebhabereien. Sie bedürfen dadurch eines überhöhten Pflegeaufwandes und benötigen unnötig viel Energie - für Licht, Heizung und Maschinenarbeit.
Der übergroße private Raum bietet die Möglichkeit zur Hortung von allerlei Dingen, die man vielleicht noch einmal gebrauchen könnte. Vieles existiert mehrfach, was in einfacher Weise genügen würde. Es ist demnach nicht besonders gewagt zu behaupten, dass der heute übliche Lebensstandard einem gesunden, ökologischen Ordnungsprinzip zuwider handelt.

Das gilt in gleicher Weise für unser Inneres, für das Geistig-Seelische: Wir werden über zahlreiche vorhandene Kanäle im privaten wie auch öffentlichen Raum mit Kaufanreizen von früh bis spät regelrecht bombardiert. Die Penetranz unserer Wahrnehmung dadurch wird mit einem unfriedlichen, also kriegerischen Verhalten erzielt und aufrecht erhalten. Da findet eine Übergriffigkeit statt, die absolut peinlich ist. Sie tut wirklich weh; sie versetzt und hält uns in einem permanenten Zustand von Gereiztheit, der echte Entspannung sehr schwierig macht. Dies widerstrebt jeder natürlichen menschlichen Neugier, weil es uns einseitig auf Kaufen hin ausrichtet. Andere Dinge scheinen im Leben nicht wichtig zu sein.

Die so ständig aufs Neue angefachten Wünsche bedürfen eines möglichst hohen Einkommens, für dessen Erwirtschaftung in einem abhängigen Arbeitsverhältnis viel Zeit geopfert werden muss. Zahlreiche Glücksumfragen ermittelten ein Monatseinkommen um 1.000 € als voll ausreichend zur Erfüllung wesentlicher Grundbedürfnisse in einem westlichen Industrieland. Mit höheren Einkommen wurden keine messbaren Glückszuwächse mehr erzielt.

Ein höheres Einkommen wäre demnach eher etwas 'Unordentliches' oder 'Ordnungswidriges', weil es Zeit und Energie zum Vorteil äußerer Existenz zu Lasten der eigenen Möglichkeiten kostet. Du kannst dafür zwar Waren und Dienstleistungen von außen her beziehen, doch die zur Lohnarbeit aufgewendete Energie und Zeit hättest du effektiver für deine eigenen Bedürfnisse eingesetzt.


In gleicher Weise will ich jetzt das beleuchten, was wir als Arbeit bezeichnen:
Mit Arbeit ist heute zu einem überwiegenden Anteil abhängige Lohnarbeit gemeint. Sie dient nicht vorrangig zur Befriedigung eigener Bedürfnisse, sondern lediglich der Einkommenserzielung. Über diesen Umweg erhält der Arbeitende ein universelles Tauschmittel, mit dessen Hilfe er Waren kaufen und Arbeitsleistungen anderer Menschen erwerben kann.
Das universelle Tauschmittel ist Geld. Dieses ist in die Mitte unserer persönlichen Wahrnehmung 'eingeimpft' worden. Alles wird als käuflich dargestellt und angeboten. Selbstverständlich ist dies ein naturwidriger Vorgang. Unser Geldwesen ist so organisiert, dass automatisch die Besitzenden von ihm bevorteilt werden. Wer kein oder nur wenig Geld hat, hat in diesem System bestenfalls eine Rolle am Rand.
Ob dies wirklich ein echter Nachteil sein muss, will ich hier gezielt fragen. Wer nicht unbedingt Zugang zu 'angesagten' Neuwaren hat, weil ihm das nötige Tauschmittel fehlt, dem bieten sich auf anderen Wegen Möglichkeiten, gebrauchte Waren weitaus günstiger zu erwerben. Da mag sogar ein schlechter Stundenlohn für Hilfsarbeiten - ausgeführt bei entsprechendem Bedarf - energiesparender sein als die 'feste' Lohnarbeit.
Eine kleine Wohnung mit guter Bausubstanz, die man sich selbst weitgehend in Ordnung hält, kostet ebenfalls deutlich weniger als die heute üblichen übergroßen Wohnungen. Im ländlichen Bereich sind die Wohnkosten noch einmal deutlich niedriger als in Ballungsgebieten. Dafür ist der Eigeneinsatz dort viel mehr gefragt. Eine Nachbarschaft auf guter Gegenseitigkeit verschafft aber Zugang zu Fähigkeiten anderer, wenn man daran Bedarf hat. Dies findet dann übrigens in freier Selbstbestimmung statt und nicht in einem abhängigen Lohnverhältnis.
Ich will hier Lohnverhältnisse nicht grundsätzlich schlechtreden; sie haben auch Vorteile, wenn sie flexibel für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gestaltet werden können (was aber heute meist zu Lasten des Arbeitnehmers geht). Die freie Verfügung über das Tauschmittel Geld erhöht oft die Wahrscheinlichkeit, ein aktuelles Bedürfnis, das nicht aus eigener Kraft befriedigt werden kann, rascher zu stillen.
Wer darüber nicht verfügt, der benötigt mehr Geduld, um eine passende Lösung für sich zu finden. Es benötigt dann meist mehr Zeit dafür. Doch ist es nicht gerade das 'Diktat' der Zeit, dass man alles sofort bekommen können soll? Muss ein Jäger nicht geduldig und geschickt vorgehen, damit er sein Beutetier erlegen kann? Muss nicht auch jedes 'Friedtier' stets auf Anpassung an seine Lebensumgebung bemüht sein und auf Komfort wie auch Annehmlichkeiten verzichten?

Die zentralen Lebensaufgaben liegen im beschützten Sich-Erschließen der Mitwelt und seines eigenen Organismus, gepaart mit einer Spezialisierung, die die Art bzw. den 'Beruf' ausmacht. Es folgt die Aufzucht von Nachwuchs. Ein Geistwesen wie der Mensch baut sich zusätzlich Zweckbeziehungen auf und gestaltet nach eigenen Vorstellungen seine Lebensumwelt, was z. B. im Nestbau auch noch von Tieren geleistet wird. Doch es gibt auch Zusammenarbeit im Tierreich, vor allem in den Kolonien bildenden Tieren. Sie kommunizieren miteinander, schützen sich gegenseitig vor artfremden Übergriffen und erichten sogar teilweise aus eigener Kraft gemeinsame Wohnkoloniebauten.
Mensch und Tier liegen in ihren Grundzügen nicht so weit auseinander, obwohl heute die meisten für sich das Recht beanspruchen, die gesamte Mitwelt einschließlich Pflanzen und Tieren für sich ausbeuten zu dürfen. Ohne dem ist die konventionelle, industrielle Landwirtschaft mit ihren Belastungen für Böden und Grundwasser, erst recht die Massentierhaltung und der übermäßige Verzehr von Tierischem, aber auch die ungehemmte Entnahme von Bodenschätzen mit üblen Folgen für betroffene Anwohner, Luft und Gewässer nicht möglich.

Eine 'ordentliche' Arbeit müsste solche Misswirtschaft als solche erkennen und ablehnen - egal ob als Erzeuger, Verarbeiter oder als Konsumierender: Ein günstiger Preis an der Ladenkasse entsteht ja nur dadurch, dass viele berechtigte Kostenfaktoren entweder den zu Entlohnenden verweigert oder aber der Mitwelt durch Tierleid, Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt, Boden-, Luft- und Wasserbelastung - also alles zu Lasten aktuellen bzw. zukünftigen Lebens aufgebürdet werden.

Alles, jederzeit, billig für mich - das ist 'unordentlich', weil es Lebensgrundlagen aller Art beschädigt: die physischen wurden bereits erwähnt. Doch jetzt geht es dem 'unordentlichen Geist' an seine falschen inneren Erwartungen. Wie kann ich für mich Dinge beanspruchen wollen, die ich umgekehrt anderen in Bezug auf mich und meine Lebensgrundlagen ganz sicher nicht zugestehen will? "Was du nicht willst, das man dir tu, das füge auch keinem anderen zu", formuliert hierzu absolut treffend eine alte Volksweisheit.

So wie unser organisiertes Geldwesen in Zusammenwirken mit Konzernen und Staatsführungen (auch den demokratischen) legalen Raub an Menschen (und Natur) betreibt, so haben wir es längst als Normalität für uns selbst verinnerlicht: "Wenn ich es schon nicht ändern kann, dass immer wieder ungefragt von meinen Grundlagen geraubt werden kann (Geld, Zeit, Arbeitskraft), dann betrachte ich eben den 'Rest der Welt' in Form von Mensch und Natur ebenfalls als Verfügungsmasse für mich, die ich ohne Skrupel für mich ausbeuten kann."


Ein kranker Geist denkt auch krank; wo gesunde Grundsätze mit Füßen getreten werden, da sind seelische und körperliche Verletzungen bzw. Krankheitssymptome eine gewöhnliche Folge.
Was bei der Vernebelung unserer Wahrnehmung durch Lebensmittel alle (willkürlich und gewohnheitsmäßig genutzten) psychotropen Substanzen - vor allem den Alkohol - als Grundübel betrifft, so sehe ich im heute praktizierten Geldwesen mit Zins, Zinseszins sowie der überwiegend ausgeübten Zockerei (='Spiel' um reale Lebensgrundlagen anderer mit unmittelbarer Beraubung des 'Verlierers') als Erstem und in dem kriegerischen, rücksichtslosen Dauerfeuer der Werbung zwei verderbende Strukturen:
Es geht dabei nicht gegen das Geld und gegen die Werbung an sich. Vor allem die Werbung hat in der Natur ihre Entsprechung und dient dort dem Leben. Sie ist dort ebenso zweischneidig wie in unserem heutigen Leben. Das aufwändig durch Balz oder Nestbau werbende Männchen benötigt eine Partnerin; ohne sie kommt es nicht zu Nachkommenschaft. Es kann erhört und damit als fähig und gesund anerkannt werden; Erfolg ist aber nicht vorweg garantiert. Auch raffinierter Betrug durch Tarnung von Raubtieren wie auch z. B. fleischfressenden Pflanzen täuscht fälschlicherweise Sicherheit vor bzw. lockt Beutetiere an, weil das Wesen Merkmale anderer Pflanzen oder des Wassers optisch nachahmt, die aber nur als Köder dienen, weil das wirkliche Ziel das angelockte Lebewesen als Beute ist. Überfall und Täuschung sind durchaus Strukturen der Natur, aus der wir hervorgegangen sind und in der wir leben - trotz aller Technikgläubigkeit. Überfall und Täuschung dienen hier unmittelbar dem Leben; die weniger aufmerksamen und fitten Tiere fallen ihnen eher zum Opfer als die voll Entwickelten und Gesunden.
Nun ließe sich auch behaupten, es sei in einer Industriegesellschaft nicht anders. Auch dort würden doch nur die 'Dummen' auf unangemessene Angebote hereinfallen. Auch an Geld würden gut Ausgebildete Menschen mit Einsatzwillen gut herankommen können. Dieser Argumentation mag ich mich noch nicht einmal in vollem Umfang verschließen, weil sie Teilwahrheiten enthält. Der Teufel steckt, wie so oft, in den Details.

Davon einige als Beispiele:
1. Müttern wird denaturierte Trockenmilch als (einträglicher) Ersatz für das Stillen angeboten, was sogar in Entwicklungsländern über Gesundheitsbehörden lanciert wird. Es geht mir dabei nicht um die wenigen, die tatsächlich gar nicht stillen können und wo der Säuglich trotzdem Nahrung benötigt. Doch ansonsten ist das minderwertige Lebensmittel einfach ökologisch unsinnig. Ohne massive Werbung und Unterstützung von Gesundheitsbehörden, denen einfache Bürger als 'fachwissend' vertrauen, wäre so etwas nicht möglich. Sachlich und nüchtern muss hier von Vertrauensmissbrauch und geschäftsmäßigem, organisierten Betrug gesprochen werden. Wirtschaftsinteressen dürfen nicht über gesellschaftliche Werte wie Volksgesundheit gestellt werden; die Wirtschaft hat dem Menschen zu dienen und nicht wie hier umgekehrt.
2. Alte Menschen sorgen oft finanziell für ihren Lebensabend vor. Sie vertrauen ihr Geld Finanzinstituten wie Banken und Versicherungen an. Gerne werden dort Verträge mit einer hohen Gewinnaussicht angeboten und abgeschlossen, wobei der Anleger meist nicht weiß, dass seine Einlagen in die Zockerei um Geld mit anderen 'Global Playern' gesteckt werden. Dabei berufen sich diese Institute in der Regel auf das so genannte 'Bankgeheimnis', das ihnen einen Blankoscheck für den Umgang mit diesen Geldern beinhaltet. Doch Verluste beim Geldspiel sind vom privaten Anleger zu zahlen - so steht es im Kleingedruckten des Vertrages. Kein Senior würde sein Geld, auf das er angewiesen ist, in eine unsichere Anlageform stecken - es sei denn man würde ihm dies verschweigen, es verharmlosen oder überspielen. Auch Geldwirtschaft hat den Menschen zu dienen und nicht umgekehrt.
3. Kaum ein anderes Land verfügt über ein so aufwändiges Gesundheitssystem die das unsere, beginnend bereits lange vor der Geburt als Eintritt in das Leben. Es werden immer wieder neue 'Werte' ersonnen, die einen Menschen als fehlentwickelt, krank und somit 'therapiebedürftig' definieren. Es gibt fragwürdige Vorsorgetherapien, es wird viel Geld mit teurem Gerät für Untersuchung und Behandlung ausgegeben; Medikamente sind meist Giftstoffe, die gezielt Symptome, nicht aber Krankheitsursachen bekämpfen können. Das System begleitet bis zum Tod in Klinik und Pflegeheim, wo die Kosten - meist für die Allgemeinheit - noch einmal so richtig explodieren, wenn der Mensch nicht rechtzeitig in Form einer Patientenverfügung alle möglichen Auswüchse medizinischer Spätversorgung im Detail wortwörtlich ausgeschlossen hat. Es gibt stets wachsende Geldtöpfe aus privaten und gesetzlichen (ungefragt einbehaltenen) Einlagen, auf die Spezialisten mit juristischer Begleitung ungehemmt Zugriff nehmen. Die Ansprüche wachsen auf Seiten von Patienten mit falschen Vorstellungen ebenso wie von den Therapeuten aus, für die maximale Einnahmen oberster Grundsatz sind. Sie haben (das gilt sowohl für Kliniken als auch für private Praxen) auf Pump eingerichtet und sind auf Jahrzehnte verschuldet, also geknechtet. Der jeweilige Eigner ist zum 'Liefern' verdammt, so dass es nicht verwundert, dass unser System mehr das Kranksein fördert als Gesundheit bewirkt. Auch hier wäre es 'ordentlich', wenn die Organe des Gesundheitssystems in erster Linie der Volksgesundheit verpflichtet wären und nicht ihren Geldgebern. Die hohen Einkommenserwartungen von Klinikärzten stehen in keinem sinnvollen Verhältnis zu dem Tagessatz von etwa 5 €, den Klinikküchen für jeden Patienten für den gesamten Service zur Verfügung gestellt bekommen. Gesunde, vollwertige Ernährung ist damit unmöglich - aber Operationen und Medikamente sollen ja angeblich die Heilung bewirken und nicht das Essen und Trinken. Ist es nicht in erster Linie der Heilungswille eines jeden Einzelnen von uns, der für gesundheitliche Besserung entscheidend ist, wie unzählige Tests und reale Behandlungen mit Placebos stets aufs Neue beweisen? Wozu schenken wir den falschen Versprechungen unserer 'Schulmedizin' unangemessenes Vertrauen? Womöglich um an der eigenen Lebensweise, die zu den krankhaften Resultaten geführt hat, nichts ändern zu müssen? Zocken wir da nicht einfach mit unserer Gesundheit wie große Geldinstitute mit Anlegergeld?

Ich für meinen Teil betrachte die Kassenbeiträge (auch die für das hohe Alter) als weitgehend unnütz aus dem Fenster geworfen und schreibe sie einfach als Verlust ab. Das Bisschen, wofür ich wirklich medizinische Hilfe benötige, bezahle ich aus eigener Tasche, denn die gesetzlichen Eigenleistungen überschreite ich dadurch nicht. Fragst du mich, warum ich so ohne jeglichen Nutzen daran monatlich so viel Geld aus dem Fenster werfe, dann antworte ich: genau zu meinem persönlichen Nutzen! Dieses 'Gesundheitssystem'System ist von seiner Grundstruktur her verseucht - durch und durch krank. Es zahlt für die falschen Therapien; dafür ist mir meine eigene Gesundheit zu wertvoll.
Also zahle ich lieber vom privaten freien Vermögen Dinge, die vor allem den Erhalt meiner Gesundheit fördern: rohe, vorwiegend pflanzliche Verbands-Biokost, ökosozial ordentlich entlohnte Kleidung und Gegenstände meines Alltagsgebrauchs bis hin zur Wohnungseinrichtung. Auch Strom- und Gasanbieter sind mir und anderen ökosozial verpflichtet. Das gilt hin bis zur Geldanlageüber ein Ökosoziales Geldhaus, das aber wohl ebenso Geld aus dem Nichts schöpfen dürfte wie konventionelle Banken auch - weil die Kundeneinlagen um ein Vielfaches als Darlehen vergeben werden. Erst wenn ich direkt selbst investiere, fällt auch dieser krankhafte Zweig von meinem Leben ab.

Wie komme ich nun an ein sinnvolles, ordentliches Arbeiten und Wirtschaften, ohne dass es zu kompliziert wird? Wie schon gesagt liegt der Teufel ja meist im Detail und ohne umfangreiche Informationen, die auch noch auf ihre Stimmigkeit geprüft werden wollen, ist Vieles Unbrauchbare ist nicht unmittelbar als solches erkennbar. Es müssen darum auch hier einfache Fragen her.

Sie stehen bereits zuvor in diesem Beitrag formuliert und mit Beispielen erläutert. Dabei gibt es Ausschlüsse und schwarze Listen ebenso wie das noch viel wichtigere Positive, auf das hin sich jeder ausrichten und stets aufs Neue neu justieren kann.

Diese Anregungen wollen keinesfalls vollständig sein, sondern nur eigene Ideen anregen und verstärken. Was bei dir auf positive Resonanz stößt, hat bei dir schon fast gewonnen; was dagegen heftigen Widerspruch auslöst, müsste wahrscheinlich auf seinen immeren Verursacher bei uns hinterfragt werden. Dahinter stecken meist die krankhaften und unangemessenen Erwartungen, die uns die Anbieterwelt über Eltern, Erzieher, Ausbilder und die penetrante Werbung eingepflanzt hat und die sie stets aufs Neue in uns befeuert und wach hält, damit wir mehr im Anbieterinteresse handeln als in unserem eigenen.

Was ich hier zum Besten gebe, ist 'nur' persönliches Erfahrungswissen. Es speist sich aus dem, was ich an mir, meiner Mitwelt und meinen Vorfahren beobachten und lernen konnte. Warum ich das hier zum Abschluss betone? Weil akademische Wissenschaftlichkeit automatisch eine immer ausgeprägtere Spezialisierung mit sich bringt und somit für universelle Einfachheit, wie sie einer guten (Lebens-) Ordnung zugrunde liegt, ausgesprochen untauglich ist. Hier helfen gesunder Menschenverstand und Volksweisheit aus vergangenen Generationen weitaus besser, weil sie sich stets aufs Neue beweisen konnten und nicht schon nach kürzester Zeit wieder 'neueste Erkenntnisse' auf den Markt werfen mussten.