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27. 10. 2015

Die Aussage erscheint, mit dem Blick eines Materialisten oder Naturwissenschaftlers betrachtet, als einfach nur widersinnig. Fasst du das Wort 'Halt' im bildlichen Sinne auf, z. B. als Orientierung gebend, ändert bereits diese Beurteilung.

Was mich orientiert, gibt mir wie ein Wegweiser eine brauchbare Richtung vor. Was richtig, passend oder 'in Ordnung' ist, darüber gibt es überall völlig verschiedene Auffassungen. Im Bereich der Meinungen und Weltanschauungen ist offenbar alles möglich.
Die Frage an das eigene 'Herz' oder Bauchgefühl oder Orientierung an den nahe stehenden Mitmenschen ist darum meist die erste und zweite Wahl.

Doch Loslassen bedeutet etwas aufzugeben - es sich nicht mehr als Wesentlich für sich zu werten. Soll Loslassen Halt geben können, dann deshalb, weil häufige Anwendung den Gesamtbesitz, die wichtigen Beziehungen, die eigenen Interessen immer wieder durchleuchtet und nur weniges als unverzichtbar behält. Das ist dann überschaubar und deswegen leichter zu pflegen - auch mit viel weniger als dem heute in reichen Ländern üblichen Aufwand.

Um das Halt-Finden durch Aufgabe von Verzichtbarem - um einen Gewinn an Lebensqualität durch bewusstes Aufspüren von 'Kuckuckseiern', die unseren Alltag z. B. in Besitz und Mediennutzung durchziehen, soll es hier gehen.

Als kurze Anregung soll dir der folgende, kleine Katalog dienen:

1. Muss ich meine Mails ständig checken oder genügt nicht einmal am Tag zu einer festen, klar begrenzten Zeit? Das gilt auch für alles andere, was an Computer oder Smartphone gemacht wird. Geben wie diesen und anderen Medien einen selbst gesteckten, festen Rahmen vor, dann können sie sich im eigenen Leben nicht mehr so breit machen, wie es heute die Regel ist. Eine Stunde maximal für Zeitung, Zeitschriften, Internet, Mails, Telefonate und Fernsehen sind schon reichlich als Regelfall. (Klar gilt das nicht für Ausnahmen, wenn aktuell etwas brennend interessiert.)

2. Muss ich mir zukommende Werbung lesen oder anschauen? Sie soll uns nach Erhebungen aus dem Bereich der Werbewirkungsforschung ohnehin 2.500 bis 10.000 Werbebotschaften (bewusst und unbewusst) pro Tag vermitteln. Das hat vor allen Dingen nicht viel mit Freiwilligkeit zu tun, es sei denn, jemand wolle seine Langeweilezeit damit füllen. Da kann alles, was diese Rate mindert, nur recht sein: Werbung schon durch klare Botschaft am Briefkasten aussperren, alle dort einwandernden Prospekte und Briefe ungeöffnet wegwerfen, im Internet werbefreies Mailfach nutzen z. B..

3. Einkaufen nur nach vorher gefertigter Liste mit klarer Mengenangabe, nichts was spontan in den Blick gerät, es sei denn, es wäre wirklich vergessen gewesen. Klares Budget als Vorgabe hilft beim sinnvollen Begrenzen - der Menge, aber nicht bei der Qualität.

4. regelmäßig halbjährlich jeden Raum checken, grundsäubern und großzügig aussortieren - alle Dinge auf den Prüfstand! Da brauchst du nicht öfter als einmal im Monat ran; es ist Arbeit, die sich im Laufe der Zeit aber mit der schwindenden Gesamtmasse deutlich verringert.

5. Was sich gerne ansammelt: z. B. Geschenke, Andenken, Deko, Liebhabergegenstände, Bücher, Zeitschriften, Haushaltschemie, Kleidung, Wäsche, Küchenausstattung einschließlich Geschirr. Hier ist schon die Zulauf-Begrenzung ganz wesentlich, wenn die Besitzpflege einfach bleiben soll - ähnlich wie bei Medien und Werbung.


Ich habe mich hier auf den materiellen Bereich und auf die Medien beschränkt, die uns via Werbebotschaften permanent und massiv zum Warenerwerb drängen - wie unser Alltag und unsere Wohnungen künden, mit großem Erfolg für die Anbieter. Doch du kannst bewusst entscheiden, wem du vorwiegend dienst - dir selbst oder vorwiegend der Anbieterwelt. Nutze deine Möglichkeiten! Die anderen nutzen ihre mit Sicherheit!