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14. 7. 2017



Das Kind musste bei mir selbst erst in den Brunnen fallen – Verlust meiner Berufsfähigkeit – damit ich bereit wurde, zur Abwendung von noch größerem eigenen Schaden die volle Eigenverantwortung für meine Gesundheit und meine Lebensresultate zu übernehmen. Das übertrug sich dann auch auf all das, was ich außerhalb von mir als unbefriedigend, belästigend oder gar toxisch wahrnahm.



Mag diese Art, die Dinge zu betrachten, für sehr viele als erdrückende Verantwortungslast erscheinen, die sie für sich nicht übernehmen wollen, so war diese 'neue' Sicht auf mich und die Welt vor mehr als 17 Jahren ein ausgesprochener Glücksfall für mich, obwohl ich damit in der Tat ein schweres Verantwortungsjoch auf mich lud – dazu noch mit ganz unsicherem Ausgang.

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(empfindlich, aber gut organisiert: fast reife 'Pusteblume')

Zum Beispiel

Gesundheit: Das war von einem Tag auf den anderen nicht mehr Angelegenheit all der Spezialisten, denen ich mich zuvor viele Jahre lang mit enttäuschenden Resultaten anvertraut hatte. Wenn ich sie nun aufsuchte, dann war meine Sichtweise und Vorgehensvorstellung maßgebend und nicht die der Ärzte bzw. Therapeuten. Sie waren jetzt nicht mehr entscheidend, sondern nur noch Begleiter und Ratgeber – ich dagegen war zum Bestimmenden in Sachen eigener Gesundheit geworden. Meine Erfahrung: Es ging mir nicht nur zunehmend besser, sondern nach 7 Jahren Jahren der Umstellung ist für mich seit einem Jahrzehnt der Besuch einer Arztpraxis zur Seltenheit geworden.

Ernährung: Das war nun auf gleiche Weise nicht mehr eine Frage des rasch, jederzeit und billig Verfügbaren in meiner alltäglichen Angebotswelt, sondern wurde zu einem Suchen nach wirklich gesunden Lebensmitteln, die mir und der Umwelt keinen unnötigen Schaden zufügen. Die Angst, ich würde nun ein Vielfaches gegenüber früher für Essen und Trinken ausgeben müssen, bestätigte sich nicht. Frisches vom Biohof und Produkte mit Verbands-Biosiegel kostet im Konkreten zwar deutlich mehr, aber es entfällt viel gesundheitlich Fragwürdiges, für das ich früher viel Geld ausgegeben hatte. Nur eine Verlagerung also.

Anregung, Ermutigung und Umsetzung: Ich könnte auch von Austausch und Weiterbildung sprechen, aber das trifft zu wenig den damit verbundenen seelischen Aspekt der Neugier und des Hungers auf weitere Entwicklung – hin zu einer erlebbaren Selbstwirksamkeit, die landläufig als echte Erfolgserlebnisse bezeichnet wird. Hier erfolgte ein Fortschritt weg von einer Art von Einzelgängertum hin zu einem Austausch und geistigem Zusammenschluss mit Menschen und anderen Lebewesen, die nicht über ihre Verhältnisse leben bzw. leben lernen wollen. Hier erfolgte auch ein Fortschritt weg von theoretischem Wissen hin zu einer Umsetzung des als richtig oder passend Erkannten. Rückschläge und Frustrationen waren kein Grund mehr zum Aufgeben nach dem Motto: „Was kann ich kleiner Einzelmensch in dieser mächtigen Welt schon ausrichten!“ Fortschritt erwartete ich nicht mehr von außen her, sondern wollte ihn vor allem selbst bewirken. Das Erfreuliche: Das funktioniert. Besser als in allen davor liegenden Jahrzehnten.

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(auch Kleines ist wesentlich und schön: Laufspinne auf dem Wanderweg)

Nun war ich plötzlich selbst zum Schöpfer der Welt geworden, wie ich sie mir wünsche und erhoffe. Es gab nicht mehr das Verschieben von Verantwortung auf andere; sie lag und liegt nun vorrangig bei mir ganz persönlich. Sicher ist das eine radikale Sichtweise. Sie hat aber trotz des hohen Maßes an eigener Verantwortlichkeit den großen Vorteil, dass mir selbst auf diese Weise das Gesetz des Handelns und damit auch Vertrauen in die eigene Macht bzw. Fähigkeit an die Hand gegeben ist.

Alles wirtschaftliche eigene Tun und Lassen konnte ich jetzt darauf hin befragen und bei Bedarf neu ausrichten, inwiefern es mir und meiner Mitwelt nutzt, uns belastet oder schadet. Geldanlage, Energienutzung, Kleidung, Mobilität, politische Positionen waren plötzlich alltäglich im eigenen Blick- und Wirkungsfeld. Es gab hier kein Wegducken mehr, wie es mehrheitlich Normalität ist, in der Fachleuten oder Spezialisten die 'schwierigen Fragen des Alltagslebens' und deren Lösung zugeschoben werden. Man mag sie noch so hoch bezahlen und sie noch so erstklassig ausgebildet haben: Sie werden meine und deine Lebensalltagsfragen niemals auch nur annähernd so brauchbar oder passend beantworten können, wie du und ich es für uns selbst können.



Diese andere Ausrichtung meines Blickwinkels, der ständig zwischen mir und meiner Mitwelt wechselte, war anfangs mühsam. Aber sie fiel mir zunehmend leichter und ist längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Das soll allerdings nicht heißen, ich wolle es mir nicht mehr einfach machen und keine Energie oder Zeit mehr einsparen wie jeder andere ebenso. Es geschieht immer wieder regelmäßig, dass ich drohe, in solche Ersparnisfallen zu tappen. Doch ausgebildete Routinen leiten mich dann oft in lebensfreundliche Bahnen zurück: „Du bitte nicht auf diese Weise! Du weißt, was besser passt, auch wenn eine Mehrheit im Scheuklappenblick gefangen scheint!“

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(selbst erwanderte alte römische Tempelanlage oberhalb von Nettersheim/Eifel)

Um auf diese Weise erfolgreich zu sein, bedarf es für dich keines Fachstudiums, sondern vor allem des gesunden Menschenverstandes und ihn auch wirklich zu gebrauchen. Sicher wirst du oft neue Informationen einholen, da dir alltäglich immer wieder einleuchtet, dass vieles in den reichen Industrieländern so organisiert ist, dass es dem Durchschnittsmenschen eine Menge Belastendes und Gesundheitsschädliches als Normalfall beschert – selbst das Gesundheitswesen ist voller zweifelhafter Interessen und Angebote. Aber zu deinem Glück: Du hast ja die Wahl und die Entscheidung, wenn du bereit bist, für die Ergebnisse die Verantwortung zu übernehmen. Auch musst du standhaft ertragen, wenn dir von Fachleuten Verantwortungslosigkeit vorgeworfen wird, wenn du den eigenen Einsichten folgst, die deren wirtschaftlichen Interessen zuwider laufen.



Eine Betrachtungsweise, die stets beide Seiten (dich selbst und deine Mitwelt) im Blick hat und deren Bedürfnisse wie auch Belastbarkeit erspürt, bringt automatisch gute Resultate für dich selbst wie auch für deine Mitmenschen wie auch für die weitere Mitwelt mit sich. Anfängliche Mühe wird durch spätere Routinen abgelöst; insofern lohnt sich auch ein vorübergehender Mehraufwand an Energie und Zeit.

Viele Dinge aus der Konsumwelt verlieren gleichzeitig an Strahlkraft und damit auch an Attraktivität. Sie werden zunehmend uninteressant für dich. Du benötigst also auch weniger Geld und somit auch weniger Arbeitszeit, um dieses zu verdienen. Das wiederum schafft für dich weitere Zeit, über die du im eigenen Sinne verfügen kannst und nicht in einem aufgesetzten von Organisatoren bzw. Betreibern des Konsum- und Genussalltags in unserer Gesellschaft.

Eigenverantwortlichkeit lohnt sich für dich, auch wenn die Alltagswelt dadurch keine ideale wird. Sie wird für dich aber ganz eindeutig besser, weil passender.


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(blühendes Leben am Wegrand)


Ich möchte am Ende einen 'alten' Gedanken und ein 'modernes' Zahlenspiel anhängen. Der Gedanke soll zeigen, dass meine 'neue' Sichtweise alles andere als neu ist. Sie wurde nur in den vergangenen mindestens zwei Generationen verdrängt, weil ohne sie eine kollektive Verantwortungslosigkeit, die heute den Normalfall darstellt (von dem ich mich nicht ausnehme), kaum organisierbar ist. Das nachfolgende Zahlenspiel wirft ein Schlaglicht auf unseren schwer fassbaren Reichtum in den 'modernen' Industrienationen.

1. Eine kleine Rückbesinnung in meine Kindheit und Jugend zum Thema 'Schuld':
Im katholischen 'Beichtunterricht' der 50er Jahre wurde uns Kindern vermittelt, dass jeder Mensch alltäglich Schuld auf sich lädt - mit dem was er/sie tut und was er auch unterlässt zu tun. Die katholische Lehre bot zur Erleichterung dieser seelischen Schuldenlast das Sakrament der Beichte an, das heute so gut wie nicht mehr praktiziert wird. Wer die auf sich geladene Schuld ehrlich bereute, dem wurde die Vergebung seiner Sünden in diesem Sakrament versprochen.
Auch im Philosophie-Unterricht am Gymnasium wurde dieses Thema wieder berührt, wenn auch aus einem ganz anderen Blickwinkel. Ebenso wurde dabei gelehrt, dass ein Leben in Unschuld unmöglich ist. Jeder kommt nicht umhin, durch sein Dasein und Wirken in dieser Welt Belastungen und Schäden zu verursachen. Das ist absolut unausweichlich.
Wenn ich mich also schon immer schuldig mache, dann doch bitte möglichst bewusst und auf Grundlage überlegter eigener Entscheidungen! Jeder Versuch, Schuld und Verantwortung von sich auf andere zu übertragen, ist doch nichts anderes als das Verschließen der Augen mit der nachfolgenden Behauptung: "Da ich nichts sehen kann, ist auch nichts da", wie es kleine Kinder bei ersten Versteckspielen betreiben.

2. Das kleine Zahlenspiel zum Abschluss soll bewusst machen helfen, unseren eigenen (bei uns 'normalen') materiellen Wohlstand als abnormal wahrzunehmen:
- Die wirtschaftlich (nicht kulturell!) Ärmsten dieser Welt verfügen über knapp 1 Dollar täglich.
- Ich selbst mit einem leicht überdurchschnittlichen Einkommen kann über 70 $ täglich verfügen. Ich bin aus wirtschaftlicher Sicht also 70 solchen Menschen oder einem Dorf gleichgestellt.
- Vergleiche ich mich mit Menschen, die über 70mal so viel Einkommen wie ich selbst verfügen können, dann haben die ein Tageseinkommen von 4.900 $ oder entsprechen einer Kleinstadt wirtschaftlich 'armer' Menschen. Wozu würde jemand solche Beträge jemals ernsthaft benötigen?
- Da die Grenze der Einkommen nach oben offen ist, will ich zwei weitere realistische 70-fach-Stufen von Tageseinkommen hinzufügen: 343.000 $ oder eine 'arme Großstadt' bzw. 24.010.000 $ oder eine 'arme Weltmetropole', Da versagt bereits das Vorstellungsvermögen, wozu solche Einkommen gut sein sollen. Es gibt sie dennoch.

Bleibt abschließend festzuhalten: Jeder deutsche Durchschnittsverdiener innerhalb einer Spanne von 1.500 und 3.000 € monatlich gehört mit seinem Einkommen zu den reichsten 2 bis 4% der Weltbevölkerung. Haben wir das für ein gutes Leben wirklich nötig? Wie groß muss unser Fußabdruck auf dieser Welt wirklich sein? Die Antort darauf muss jeder selbst geben. Sie und deren Folgen hat er alleine zu verantworten. Dass das hier doch 'normal' ist, reicht als tragfähige Begründung beiweitem nicht.


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