Burn out – Ausverkauf der Seele –

Bankrotterklärung der Leistungsbereitschaft

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Der steigende Leistungsdruck in unserer Gesellschaft bleibt nicht ohne Folgen.

Psychosomatische Kliniken sind ausgebucht.

Es gibt immer mehr Krankschreibungen und Früh-Verrentungen aus psychischen Gründen.

Depressionen sind die neue Volkskrankheit und manchmal kann man auch den Eindruck haben, es gilt schon fast als schick, mit seinem Burn-Out prahlen zu können.

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Schon Schulkinder sind überfordert, ADHS und Prozac sind auf dem Vormarsch.

Viele Arbeitsverhältnisse sind unsicher, befristet oder anderweitig gefährdet. Das treibt so manchen Mitarbeiter dazu, immer schneller und schneller im Hamsterrad zu laufen. Bis man irgendwann aus der Kurve fliegt.

Das Thema work-life-balance ist überall präsent, aber es scheint mir weniger Möglichkeiten, zu geben, den Druck zu kompensieren.

Auch im Privatleben steigt der Anspruch – Stichwort: Freizeitstress.

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Ich selbst habe mich gerade eben dabei erwischt, dass ich sogar im Urlaub mehr damit beschäftigt bin, die „To-Do-Liste“ der „must-see-locations“ abzuarbeiten, als wirklich zu entspannen.

Und selbst in vielen Beziehungen hat sich Wegwerf-Mentalität durchgesetzt.

Wenn der Lebensabschnittsgefährte seinen Zweck nicht mehr erfüllt – hau weg und such neu.

Die Internet-Partnerschafts-Agenturen sprießen wie Pilze aus dem Boden.

Glücklich macht das die Menschen allerdings nicht.



Die Suchterkrankungen steigen – und nicht nur die altbekannten und althergebrachten wie Alkohol und Drogen, sondern auch zunehmend Internet, Gaming, Glücksspiel-Abhängigkeiten.

Und viele Menschen legen ihr Handy nur noch nachts zum Schlafen aus der Hand.



Für mich ein klares Zeichen der verzweifelten Suche nach wirklichem Glück.

Aber was ist wirkliches Glück und wie können wir es erreichen?

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Viel zu oft handeln wir nach der Geschichte aus Paul Watzlawick „Anleitung zum Unglücklichsein“.

Wir wollen uns eigentlich vom Nachbar einen Hammer leihen, überlegen aber, ob er wohl Einwände haben könnte.

Dann steigern wir uns dermaßen in eine solche hypothetische Situation, dass wir am Ende hingehen und den Nachbarn anbrüllen, er soll seinen blöden Hammer doch behalten….

Hier eine weitere sehr schöne Anleitung zum Unglücklichsein:
http://www.key-meditation.com/life-coaching/glueckskiller-klappe-die-erste-falls-du-ungluecklich-sein-willst/

Sei undankbar. Ja, setze alles als ganz selbstverständlich voraus: gesunde Speisen, Fastfood in den verschiedensten Variationen, Trinken, Kleidung, TV, Unterhaltung, Handys, Internet(-Spiele), Autos oder andere Fortbewegungsmittel, Strom aus der Steckdose oder trinkbares Wasser aus der Leitung, überhaupt eine Krankenversicherung, Hartz IV für die Notfall-Versorgung, Obdachlosenheime, staatlich kostenlose Familien- oder Drogenberatungsstellen, Möglichkeiten des Insolvenzverfahrens, Freunde im Leben und vieles, vieles mehr…
Tue einfach so, als müsste all das selbstverständlich zur Verfügung stehen. Doch Du kannst auch noch eins drauf setzen: Fordere noch mehr von allem. Sieh Dich von der Fülle des Wohlstands ausgeschlossen, geradezu in Quarantäne gestellt, als hätte man Dich im Mangel-Tal ausgesetzt.
Oder stell Dir einfach nur diejenigen vor, die noch mehr haben, als Du (aber nur diejenigen). Genau, vergleich Dich am besten nur noch mit denjenigen, die von dem, was Du haben willst, noch viel, viel mehr haben. ABER forsche keineswegs darüber nach, ob es denen in anderen Bereichen an Etwas mangelt, womit Du womöglich fast schon außerordentlich gesegnet bist.
Und dann? Dann, beklage Dich am besten darüber, dass Du viel zu wenig von diesem oder jenem bekommen hast. Empöre Dich lauthals darüber. Wüte, schnaufe, weine. Dafür brauchst Du Dich nur genügend in das Gefühl hineinzuversetzen, es Dir nur stark genug vorzustellen und dann auf der Tränendrüse rumdrücken bis es fließt. Auch hier kannst Du noch eine Kelle drauf legen. Du kannst anderen erzählen, dass es wohl nicht mit rechten Dingen zugeht. Du kannst über diese Ungerechtigkeit des Lebens schreiend jammern.


Aber wie machen wir es richtig und wie können wir es schaffen, glücklich zu sein oder zumindest ein wenig mehr Zufriedenheit in unser Leben zu bringen?

http://www.spektrum.de/wissen/die-fuenf-grossen-fragen-der-gluecksforschung/1404493

Die Glücksforschung wird intensiv betrieben und es gibt viele Studien mit unterschiedlichen Empfehlungen dazu, was uns gut tut uns was nicht.

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Der Volkswirtschaftler Karlheinz Ruckriegel von der TH Nürnberg hat fünf zentrale Glücksfaktoren aufgelistet:

1. Gute soziale Beziehungen
2. Körperliche und geistige Gesundheit
3. Eine befriedigende Tätigkeit oder ein ehrenamtliches Engagement
4. persönliche Freiheit
5. Eine Haltung, die Dankbarkeit für das, was man hat, mit einbezieht.


Oft wird das Fernsehen als Glückskiller identifiziert. Trotzdem hängen die meisten von uns stundenlang (durchschnittlich 4 Std. täglich) vor der Kiste.

Keine Frage, dass es auch richtig gute Sachen im TV gibt, nicht nur in Arte. Diese Perlen muß man aber wirklich suchen.



Aktuell sollen die glücklichsten Menschen in Dänemark wohnen. Der Begriff dafür ist Hygge.

https://utopia.de/ratgeber/hygge-hyggelig-so-funktioniert-gluecklichsein-auf-daenisch/

Was können wir daraus lernen? Können wir nicht auch ein wenig Hyggeligkeit in unser Leben einbauen oder sind wir dazu einfach viel zu deutsch?



Die gesamte Menschheit ist krank und hungert.

Ein großer Teil der Menschheit hungert nach Nahrung.

Wir als Bewohner der reichen Industrieländer hungern nach Anerkennung, nach Werten, nach menschlicher Wärme.

Ein Mitstreiter aus der Global Marshall Plan Lokalgruppe hat vor einiger Zeit diese zwei Seiten „Glück? / Glück!“ über vermeintliches und wirkliches Glück erstellt.





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Auch wenn meine individuellen Vorlieben vielleicht etwas anders wären, es bleibt das Fazit:

Achtsamkeit + Verantwortung = Glück.



Es gilt, dass ich achtsamer mit mir umgehen möchte.

Es gilt, sorgsamer darauf zu achten, was mich glücklich macht.

Es gilt, Möglichkeiten zu finden, die Dinge zu lassen, die mich nicht glücklich machen.

Es gilt, nachhaltig zu wirtschaften auch in Bezug auf mich selbst und mein Wohlbefinden.

Es gilt, auch bei mir selbst auf einen schonenden Umgang auch mit meinen eigenen Ressourcen zu achten.



Viele gute Impulse zu diesem Thema gibt es auch im Weltretterbuch von Nils Horn, das ich kürzlich gelesen habe.

https://www.amazon.de/Weltretter-Grundwissen-Globalisierung-Klimakatastrophe-Reichtumsverteilung-ebook/dp/B074SFZYSD/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1502972247&sr=1-1&keywords=weltretter

Klare Lesempfehlung dafür von mir *Daumen-hoch*