Nur einen Sommer lang – aus dem Leben einer globalen Jeans

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Globaler Wahnsinn??

Jeans sind aus unserem Leben kaum noch wegzudenken. Jeder hat sie, jeder trägt sie.

Ursprünglich von Levi Strauss als besonders strapazierfähige Kleidung für die Goldgräber erfunden und mit Nieten für extreme Haltbarkeit verstärkt haben die Jeans längst ihren Siegeszug um die gesamte Welt angetreten.

Mittlerweile sind sie nicht mehr nur „blue“ mit Indigo, sondern in allen Farben und Styles zu bekommen, sogar schon kaputt.

Und auch mit Löchern und Rissen kann man sie kaufen ☺.

Übrigens kamen sie ursprünglich gar nicht aus den USA, sondern eigentlich aus Italien – zumindest sagt das Tante Wiki.

Woher kommt heute unsere Jeans?

Im Internet kann man sich die Weltreise einer Jeans ansehen.



Hier einfach mal ein paar exemplarische Angaben, die im Lebenslauf einer Jeans stehen könnten:



60.000 km Wegstrecke

8000 liter Wasser zur Produktion

16 qm Anbaufläche

14 min Nähzeit

6 gramm Pestizide



Der Preis gestaltet sich dabei in etwa wie folgt:

1% für Lohnkosten

11% Transport, Zölle, Gebühren

13% Materialkosten

50% Groß- und Einzelhandel, Design, Ladenmiete, Gewinn etc.



Im Rahmen eines Schulprojektes wurden einmal die folgenden Stationen ermittelt:



Kasachstan: hier wird die Baumwolle geerntet

Türkei: hier wird die Baumwolle zu Garn gesponnen

Polen: hier wird der Färbestoff Indigo gewonnen

Tunesien: hier wird das Garn mit dem Indigo gefärbt

Bulgarien: hier wird das Gewebe veredelt und weich und knitterarm gemacht

Italien: fertigt Knöpfe und Nieten

Schweiz: fertigt den Futterstoff

China: hier wird die Jeans zusammengenäht

Griechenland: hierher kommt der Bimsstein

Frankreich: hier wird die Jeans mit dem Bimsstein gewaschen für den „stone wash“ Effekt

Deutschland: hier wird das Label in die Jeans genäht und sie kommt in den Handel

Verrückt, dass die Jeans unter Umständen dann sogar noch das Label „Made in Germany“ bekommen kann. Stichwort Tarifsprung..

Ganz schön viel Aufwand ist die Herstellung aber auf jeden Fall , oder??



Die teuerste Jeans der Welt soll “Geheimnis Circus“ heißen und einen Preis von $ 1.300.000 haben!

Dagegen ist die “Dussault Apparel Thrashed Denim” zum Preis von $ 250.000 zu haben.

Also, ich würde für Trash nicht so viel Geld ausgeben wollen ☺.

Aber auch unsere „normalen Jeans“ sind teuer genug und verbrauchen in der Herstellung eine Menge Ressourcen.

Ist es die Jeans dann nicht wert, etwas länger getragen zu werden, als nur einen Sommer lang?

Lassen wir uns nicht einreden, dass in der nächsten Saison andere Schnitte, andere Farben oder egal was auch immer stylisch sein werden.

<span>Es ist Zeit, unser Konsumverhalten zu überdenken.</span>

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Es muss nicht immer „schmeiß weg und kauf neu“ sein.

Man darf schöne Klamotten auch einfach mal länger tragen.

Und wenn nicht - verschenken oder gebraucht verkaufen wäre auch eine Maßnahme.

Aber es gibt auch noch andere Verwendungsmöglichkeiten – z.B. im Rahmen der Stadtverschönerung

oder auch als Tasche.

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