Letzte Woche haben wir euch im Interview mit Benjamin Köhler aus dem CR-Team ja bereits einiges zum aktuellen Zwischenstand bei „Platz schaffen mit Herz“ erzählt. Diese Woche haben wir uns nochmal mit ihm zusammengesetzt und uns über die Entstehungsgeschichte der OTTO Kleiderspende unterhalten.

 

Wie aktuell ist das Thema Kleiderspende eigentlich?

In Deutschland werden jedes Jahr 750 Tausend Tonnen Altkleider aussortiert. Das entspricht einer Strecke von Lastern, gefüllt mit Altkleidern, von Hamburg bis nach München. Und das ist nur die offizielle Zahl, die sich aus seriösen Kleiderspenden ergibt. Die Menge der Kleidungsstücke, die über illegale Sammelcontainer zusammen kommen, ist noch um einiges höher. Kleiderspenden sind also ein sehr aktuelles Thema.

 

Wie kam es zu der Einführung von „Platz schaffen mit Herz“?

Im Prinzip war der Ansatz für eine Kleiderspende wie „Platz schaffen mit Herz“ immer schon da. Schließlich ist das Verschicken von Paketen unser Kerngeschäft. Wir verschicken jeden Tag tausende Pakete an unsere Kunden, warum dieses Prinzip also nicht auch nutzen, indem wir nicht nur neue Textilien an unsere Kundinnen und Kunden schicken, sondern auch gebrauchte Textilien zurücknehmen, um damit etwas Gutes und Gemeinnütziges  zu tun? Das war eigentlich unsere Grundidee, aus der heraus „Platz schaffen mit Herz“  ins Leben gerufen wurde.

 

Und seit wann beschäftigt ihr Euch konkret mit der Umsetzung  von „Platz schaffen mit Herz“?

Das erste Mal ist die Idee einer Kleiderspende im Paket vor ungefähr zwei Jahren aufgetaucht. Richtig gestartet ist die Planung von „Platz schaffen mit Herz“ dann aber im Sommer 2013 als der OTTO Vorstand unserer Idee zugestimmt hat.

 

Ihr habt also im Prinzip innerhalb eines  knappen Jahres die komplette OTTO Kleiderspende umgesetzt. Das klingt nach sehr wenig Zeit. Welche Phase war denn die schwierigste oder zeitintensivste?

Ja, das stimmt. Vor allem in einem großen Unternehmen wie OTTO ist ein knappes Jahr nicht viel Zeit für die Planung eines solchen Projektes. Der größte Aufwand war mit Sicherheit die Organisation um „Platz schaffen mit Herz“ herum. So haben wir zum Beispiel die gemeinnützige GmbH Initiative Zukunft gegründet, damit auch sichergestellt wird, dass die Spendenverteilung unabhängig ist. Der zweite große und wichtige Punkt war dann, die Logistik zu organisieren. Dabei hat uns vor allem die Frage beschäftigt, wie wir unsere alltäglichen Lieferstrukturen am besten nutzen können, um auch „Platz schaffen mit Herz“ dort sinnvoll zu integrieren.

 

Und wie viele Personen sind aktiv an der Umsetzung von „Platz schaffen mit Herz“ beteiligt gewesen?

Das Kernteam von „Platz schaffen mit Herz“ besteht aus knapp 10 Personen aus unterschiedlichen Bereichen von OTTO. Wir haben uns allerdings auch externe Unterstützung von Systain an die Seite geholt. Systain ist eine Corporate Social Responsibility Beratungsgesellschaft und Teil der Otto Gruppe. Systain konnte uns insbesondere bei schwierigen Themen wie der zu gründenden gemeinnützigen Gesellschaft und bei der Entwicklung der Prozesse und der Auswahl unserer Partner hervorragend unterstützen.

 

Kleiderspenden gibt es ja viele: Was hat ausgerechnet OTTO dazu bewogen eine Kleiderspende ins Leben zu rufen?

Unser Anliegen mit „Platz schaffen mit Herz“ ist es, einen positiven Beitrag durch ein gemeinnütziges Sammelsystem zu leisten. Die Menge an aussortierter Kleidung wächst kontinuierlich und es gibt immer noch sehr viele schwarze Schafe, also dubiose Sammler, die davon profitieren. Und wir sind davon überzeugt, dass wir vor allem durch die große Reichweite von OTTO einen positiven Beitrag leisten können! Außerdem ist das Verschicken von Kleidern und Paketen unser Tagesgeschäft. Wir haben also nicht nur beste Voraussetzungen für ein Kleiderspenden-System im Paket, sondern auch die unternehmerische Verantwortung dafür, dass die gebrauchte Kleidung sinnvoll weiterverwendet wird und soziale und ökologische Projekte auf diese Weise gefördert werden können.

 

Ihr wollt wissen, was andere Utopisten über die OTTO Kleiderspende denken? Dann schaut euch doch mal ihre Berichte im Rahmen des Produkttest von „Platz schaffen mit Herz“ auf unserem Blog auf Utopia an!