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Alle Eckpunkte auf einen Blick:

STRATEGIE

Strategische Position
1.    Das Unternehmen soll die wesentlichen Chancen und Risiken aus Nachhaltigkeits-Anforderungen auf sein Kerngeschäft im Hinblick auf die langfristigen Auswirkungen analysiert haben. Das Unternehmen soll die für das Unternehmen relevanten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards festlegen und sicherstellen, dass es im Einklang mit diesen Standards operiert.


Strategie und Ziele

2.    Die Strategie für das Kerngeschäft und ihre Umsetzung sollen die Positionierung des Unternehmens in der nachhaltigen Wirtschaft, die Anforderungen einer klimagerechten Produktion, das Innovationsmanagement, die demographische Entwicklung und weitere spezifische Nachhaltigkeitsaspekte, auf die das Unternehmen wesentlichen Einfluss hat (Materialitätsportfolio), berücksichtigen.

3.    Es sollen qualitative und quantitative Nachhaltigkeitsziele gesetzt werden. Sie sollen sich auf die gesamte Wertschöpfungskette inkl. der relevanten Lieferanten, Mitarbeiter, Kapitalmärkte, Kunden, und weiteren Anspruchsgruppen beziehen und operationalisiert werden.


PROZESSMANAGEMENT

Regeln und Prozesse
4.    Die Strategie soll durch Regeln und Prozesse implementiert werden, mit denen ihre Umsetzung sichergestellt wird. Das Unternehmen kann spezifische Umstände aus Einkauf, Produktion, Dienstleistung, Administration, Personal, Investition, Forschung und Entwicklung aufgreifen und Lieferanten, Kunden sowie weitere Anspruchsgruppen berücksichtigen.

Risikomanagement
5.    Die für das Unternehmen wesentlichen Chancen und Risiken aus der nachhaltigen Entwicklung sollen systematisch erfasst werden und Bestandteil des Risikomanagements sein.
Interne Steuerung

6.    Analog zu finanziellen Kennzahlen sollen Schlüsselindikatoren zur Nachhaltigkeit in die regelmäßige interne Planung, Kontrolle und Berichterstattung integriert werden. Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sollen durch geeignete Prozesse gesichert werden.
Stakeholdermanagement

7.    Das Unternehmen soll die eigenen Anspruchsgruppen definieren und einen regelmäßiger Dialog mit ihnen pflegen. Sie sollen systematisch in den Nachhaltigkeits- und Strategieprozess integriert werden (z.B. AA 1000). Das Unternehmen soll Nachhaltigkeit in seinem Sektor auf nationaler und internationaler Ebene durch geeignete Initiativen weiterentwickeln.

Innovations- und Produktmanagement

8.    Das Unternehmen soll die Innovation bei Produkten und Dienstleistungen durch Prozesse stärken, die die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und beim Nutzer verbessern.
UMWELT


Verwendung erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe

9.    Das Unternehmen soll den Anteil der Verwendung nachhaltig erzeugter Energien und Rohstoffe erhöhen und soll sich hierfür Ziele setzen.


Verringerung der Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

10.    Die Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen für die Leistungserstellung (Input und Output von z.B. Materialien, Wasser, Boden, Abfall, Energie, Emissionen sowie Einfluss auf Biodiversität) soll durch das Unternehmen systematisch erhoben werden. Das Nachhaltigkeitsmanagement kann darüber hinaus auch den gesamten Produktlebenszyklus in die Analyse einbeziehen. Das Unternehmen soll sich Ziele zu einem effizienten Ressourceneinsatz und zur Minimierung der Inanspruchnahme von endlichen Ressourcen setzen.

11.    Das Unternehmen soll sich quantitative Ziele für die Reduzierung der CO2-Emissionen setzen. Seine CO2-Emissionen sollen gemessen und gemeinsam mit den gesetzten Zielen in einer CO2-Bilanz dargestellt werden.

12.    Die gestellten Ziele sollen anspruchsvoll sein.


GESELLSCHAFT

Demographische Entwicklung
13.    Das Unternehmen soll die Auswirkungen der demographischen Entwicklung in Deutschland insbesondere in Bezug auf die Qualifikation der Mitarbeiter, Facharbeiter und Integration von Migranten systematisch erfassen und in seine Strategie für einbeziehen.

Menschenrechte, Zwangs- und Kinderarbeit

14.    Für die Wertschöpfungskette sollen vom Unternehmen Maßnahmen ergriffen werden, um zu erreichen, dass die Menschenrechte geachtet sowie Zwangs- und Kinderarbeit verhindert werden. In weltweiten Wertschöpfungsketten soll zumindest die Einhaltung der einschlägigen Standards (ILO, UN, SA 8000) sichergestellt sein.

Arbeitnehmerrechte
15.    Das Unternehmen soll Prozesse (z.B. SA 8000) implementieren, die sicherstellen, dass Arbeitnehmerrechte sowohl national als auch international eingehalten werden. Die Einhaltung soll sich an international anerkannten Standards orientieren. Das Unternehmen soll die Mitarbeiter systematisch an dem Nachhaltigkeits- und Strategieprozess beteiligen.

16.    Jegliche Form der Diskriminierung nach Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Herkunft soll unterbunden werden.
Beschäftigungsfähigkeit

17.    Das Unternehmen soll Vorkehrungen treffen, um die Beschäftigungsfähigkeit sowie das Humankapital aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten und auszubauen

Corporate Citizenship

18.    Das Unternehmen soll zur Steigerung des Gemeinwohls in den Regionen beitragen, in denen es vertreten ist (Corporate Citizenship).


CORPORATE-GOVERNANCE

Deutscher Corporate-Governance-Kodex
19.    Das Unternehmen soll eine Entsprechenserklärung gemäß § 161 Abs. 1 Satz 1 AktG zum Corporate Governance Kodex abgeben. Nicht-börsennotierte Unternehmen können analoge Erklärungen abgeben, soweit dies konform mit deren Rechtsform ist. Die Entsprechenserklärung gemäß § 161 Abs. 1 Satz 1 AktG kann Teil der Erklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex sein.

Anreizsysteme
20.    Die Zielvereinbarungen und Vergütungen für das Management sollen sich auch an der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen orientieren. Für das Top-Management soll die Nachhaltigkeitsperformance Teil der Vorstandsevaluation des Aufsichtsrats sein.

Korruption

21.    Das Unternehmen soll anhand eines akzeptierten Standards (z.B. Business Principles von Transparency International) sicherstellen, dass Korruption weder implizit noch explizit toleriert wird. Hierzu sollen Prozesse implementiert werden, die Korruption aufdecken, verhindern und sanktionieren. Dies umfasst auch die Offenlegung von Eingaben bei politischen Konsultationen sowie Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, Sponsoring sowie an und von Organisationen, durch die Unternehmen Vorteile bei Geschäftstätigkeiten erzielen könnten.

Berichterstattung

22. Das Unternehmen soll jährlich über die Erfüllung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex vollständig, korrekt und verständlich berichten. Ein eigenständiger oder in den Geschäftsbericht integrierter Nachhaltigkeitsbericht soll erstellt werden und einer externen Prüfung unterliegen.