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Bhutan ein Land des Glücks und erstes 100 %biologisches Land

inaktiver User 40900 schrieb am 15.02.2013 um 13:57

Das ist doch mal eine hoffnungsvolle Nachricht - grüne Grüße - Gabi

Erhalten von Greenhouse Infopool - weitergeleitet durch PAN Germany EU-News http://www.eu-umweltbuero.at/cgi-bin/neu/cont.pl?contentart=eunews&id=3857
13.02.2013 Landwirtschaft Bhutan wird weltweit erstes 100 % biologisches Land Das kleine, im Himalaya gelegene Königreich Bhutan ist entschlossen, das erste 100% biologische Land der Welt zu werden. In Zukunft wird in Bhutan nur mehr biologische Landwirtschaft erlaubt sein, der Verkauf von Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln wird verboten, berichtet die britische Tageszeitung "Guardian". Die Regierung des Landes, in dem 1,2 Millionen Menschen leben, erwartet, dass dadurch der Ertrag aus der Landwirtschaft gesteigert wird. Der Überschuss der erwirtschafteten Lebensmittel soll in die Nachbarstaaten Indien und China sowie in andere Länder exportiert werden. Die Entscheidung dafür hätte sowohl praktische als auch philosophische Gründe, sagt Bhutans Landwirtschaftsminister Pema Gyamtsho. Weil Bhutan hauptsächlich im Gebirge liegt, würden Pestizide und Pflanzenschutzmittel die Hänge hinunterfließen und so Gewässer und Pflanzen schädigen. "Wir sind der Meinung, dass wir die gesamte Umwelt berücksichtigen müssen", sagt Gyamtsho. "Aber wir sind auch Buddhisten und glauben an ein Leben in Harmonie mit der Natur." Guardian: Bhutan set to plough lone furrow as world's first wholly organic country (11.02.2013) http://gu.com/p/3dkfv -------------------------------------------------------------------------- Kleine Zeitung (Graz) http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/3215558/ 11.01.2013 um 11:21 Uhr Bio-Anbau als Teil des nationalen Glücks Adam Plowright/AFP Das Himalaya-Königreich Bhutan ist seit Jahren dafür weltbekannt, seinen Wohlstand mit dem nationalen Glücks-Index zu messen. Nun will sich das Land noch einen anderen Namen machen: Es hat sich zum Ziel gesetzt, der erste Öko-Staat der Welt zu werden. Der Weg dorthin ist für das hauptsächlich von Buddhisten bewohnte Bhutan nicht weit. Denn neben der Rücksicht auf das mentale Wohlergehen der Bevölkerung ist der Schutz der Umwelt schon heute ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftspolitik des Landes. "Bhutan hat sich für eine grüne Wirtschaft entschieden", sagt Landwirtschaftsminister Pema Gyamtsho. Doch das gelinge nicht "über Nacht". Die Regierung hat sich deshalb einen Zeitrahmen von zehn Jahren gesetzt, in denen sie den rein biologischen Anbau von Getreide, Reis, Kartoffeln und Früchten zur nationalen Pflicht machen will. Der Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft stehe nicht im Einklang mit dem Buddhismus, begründet der Minister. Der Glaube verlange, in Einklang mit der Natur zu leben. Für die 700.000 Einwohner von Bhutan ist die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig. Zwei Drittel von ihnen leben davon, den Boden in den fruchtbaren Ebenen im Süden, an den Himalaya-Gipfeln und in den tiefen Tälern im Norden zu nutzen. Da ein Großteil des Landes aber von Wald bewachsen ist, bleiben laut Gyamtsho ohnehin nur drei Prozent der Fläche des Landes, um Getreide anzubauen. Im internationalen Vergleich sei der Einsatz von chemikalischen Düngemitteln dort schon gering. Die Mehrheit der Bauern setze zwangsläufig bereits auf den rein ökologischen Anbau, bekräftigt der Landwirtschaftsminister. "Nur in Gegenden, die mit Straßen zu erreichen sind oder in die sich etwas leicht transportieren lässt, haben Bauern Zugang zu Chemikalien", sagt Gyamtsho. In großen Tälern wie dem, in dem die Hauptstadt Thimphu liegt, werden sie seinen Angaben zufolge eingesetzt, um Unkraut zu bekämpfen, das sich schwer per Hand aus dem Boden ziehen lässt. Alternativen zu den Wirtschaftsindikatoren Das Öko-Konzept passt in die Lebenswelt der Menschen in Bhutan. Viel beachtet ist auch fünf Jahre nach der Einführung immer noch das Modell des Bruttoinlandsglücks, das Wohlstand nicht nur durch Wirtschaftswachstum definiert. Der Index für das nationale Glück berücksichtigt auch Faktoren wie Verteilung des Reichtums und Gesundheit - und bot selbst schon bei den Vereinten Nationen Diskussionsstoff bei der Suche nach Alternativen zur Messung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Und auch sonst geht Bhutan gern andere Wege: Bis 1999 war das Fernsehen verboten. Massentourismus ist für den Mini-Staat tabu. Und im vergangenen Jahr kürte das Land noch den Dienstag zum Tag der Fußgänger. Aus den Stadtzentren werden damit einmal pro Woche Autos verbannt. Den angestrebten Titel als erster Öko-Staat könnte aber auch die kleine Insel Niue im Südpazifik für sich reklamieren. Ihre gerade einmal 1300 Einwohner wollen es schon zwischen 2015 und 2020 - und damit vermutlich etwas früher als Bhutan - schaffen, rein ökologisch zu leben. Der Markt für Bio-Lebensmittel sei vor allem für kleine Staaten besonders interessant, sagt Nadia Scialabba von der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Sie seien quantitativ nicht wettbewerbsfähig, könnten dafür aber mit Qualität punkten. Bhutan exportiert schon heute seltene Pilze nach Japan und liefert Gemüse an hochklassige Hotels in Thailand. Äpfel gehen unter anderem nach Indien, Reis in die USA. Mit seiner Öko-Politik könnte sich Bhutan einen Marktvorteil verschaffen und sich höhere Preise sichern, glaubt Peter Melchett von der britischen Öko-Bewegung Soil Association. Ein weiterer Beitrag zum Glück des Landes.

    berniewa schrieb am 16.02.2013 um 12:00

    ja, gute News (hab ich im Guardian auch schon gelesen).

    Manchmal ist es plötzlich sogar ein Vorteil, eröffnet Chance, kein industrialisiertes Land zu sein (auch landwirtschaftlich) und Fehler anderer nicht auch selbst nachzumachen sondern daraus zu lernen und es besser zu machen.

    Auch in Bezug auf starke Gleichverteilung von privaten Eigentum an Tauschwerten / Vermögen (Geld oder Immobilien) ist das Land ja der Steinzeit zum Glück noch näher als die meisten anderen Gegenden der Erde und damit verbundenes Gefühl nicht allzusehr gegenüber anderen benachteiligt zu sein ist offenkundig einer der wichtigsten Faktoren um sich auch zufrieden (oder gar glücklich) zu fühlen

    Wie auch der Rest der Welt zumindest einigermaßen in eine ähnliche Richtung gebracht werden kann, kennen die meisten hier ja bereits zumindest sehr ungefähr meine Meinung. Die anderen seien z.B. auf folgenden Blog hingewiesen: https://utopia.de/0/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/utopisch-guter-traum[b] --- und zum Thema Glück: https://utopia.de/0/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/die-pflanze-des-gluecks

    nachträgl. einfügung:
    allerdings sei bzgl des glücks auch erwähnt, dass es durchaus auch menschen gibt, die bhutan verlassen haben weil sie dort gar nicht glücklich waren (vgl. z.b. berichte von human rights watch www.hrw.org )

    wie schon gesagt, finde ich erfreulich, dass ein "entwicklungsland" mal ausdrücklich einen schweren fehler der industrieländer nicht nachmacht, sondern vermeidet.

    allg. und grundsätzlich : v.a. wenn nicht nur eine obrigkeit, sondern auch das .v.o.l.k. es mehrheitlich will, ist so etwas nachhaltig realisierbar (und nur dann). hier scheint das königshaus auf das volk (oder seine große mehrheit) gehört zu haben und insofern eine quasi demokratische entscheidung

    ---
    p.s. nebenbei Frage an Technikversierte: Woran kann es liegen, dass letztgenannter Blogeintrag plötzlich nicht mehr über Google Erweiterte Suche zu finden ist (wie ich vorhin zufällig herausfand) auch wenn eine/r dort exakt den Titel in das zweite Feld eingibt und als Website "utopia.de" (kommen stattdessen seitenlang alle möglichen viel weniger passenden Ergebnisse) ?

    Maria_L schrieb am 16.02.2013 um 12:19

    "p.s. nebenbei Frage an Technikversierte: Woran kann es liegen, dass letztgenannter Blogeintrag plötzlich nicht mehr über Google Erweiterte Suche zu finden ist"

    Du bist vermutlich wegen der dauerten Querverlinkung im Google-Spam-Filter gelandet. ;-)

    berniewa schrieb am 16.02.2013 um 13:11

    @ Maria_L wohl eher weil Du viell auch an Google Beschwerdebriefe geschickt hast.
    Im Ernst (@allg nicht nur an "Maria_L"): Wäre das Argument schlüssig, müssten auch etwa Wikipedia Artikel dort nicht auffindbar, sein, denn die werden noch viel öfter irgendwo verlinkt. Außerdem: Auf Diesen Blog hab ich viel weniger durch Links hingewiesen, als auf andere, die es aber anscheinend nicht betrifft.
    Naja, immerhin scheint er z.B. wie mir eine Freundin berichtet hat via http://ecosia.org (noch) auffindbar zu sein .

    Aber zurück zum eigtl. Thema

    Bhutan profitiert übrigens in der Gegenwart und sicher auch in der Zukunft von manchen 'positiven' Errungenschaften, die industrielle Gesellschaften (neben vielen Übeln) auch hervorgebracht haben .

    Nebenbei bemerkenswert finde ich, dass Gesellschaften, die formal "Königinnen/König-Reiche" sind, zugleich de facto zuweilen viel demokratischer sind, als so manche formale "Republik"
    Beispielsweise liegen Norwegen oder Schweden seit Jahren ganz vorn im Human Development Index http://de.wikipedia.org/wiki/Human_Development_Index .
    Auch das ein Indiz für eigentlich viel demokratischere Verhältnisse (in einem anspruchsvollen Sinn von Demokratie) als etwa in Deutschland oder Frankreich oder den USA etc. Das zeigt m.e. v.a. dass gewisse "formale" Kriterien oft unzureichend und zu oberflächlich sind, um Wesentliches zu erfassen (n.b. in der Musik oder anderen Kunstformen ist das ähnlich - Formalismus kommt auch da meist schnell an seine Grenzen)

    P
    roblematisch an Umfragen, die subjektive Zufriedenheit oder Glück (was in manchen Sprachen evtl gar nicht klar zu trennen ist) messen oder zumindest messen möchten,
    ist allerdings, am Rande bemerkt, unter anderem,
    dass in vielen Kulturen die Menschen auf Anfrage (sogar von Bekannten, erst recht gegenüber Fremden) ihren subjektiven Zufriedenheitsgrad viel 'positiver' angeben, als er tatsächlich ist.
    Hinzu kommt das grundlegende Problem (solcher Umfragen etc), das ich an folgendem Beispiel erleutern möchte: Angenommen ein Sklave wird irgendwie (viell auch mittels Religion etc) dazu gebracht trotz seiner Lage, durch subjektive Bescheidenheit etc zufrieden zu sein. Das ist dann noch keineswegs eine Legitimierung der Sklaverei (wie sicher fast jede/r zustimmen wird) Zudem ist es - zumindest mit bestimmten ethischen Prämissen - nicht unbedingt ein Argument zugunsten seiner Weltanschauung, die ihn so zufrieden sein lässt, sondern sogar eher im Gegenteil stellt es diese Weltanschauung infrage - ohne dass es ein persönlicher Vorwurf wäre, dass er sie hat (sondern es ist sogar sehr verständlich, v.a. wenn seine Aussicht aus der Lage herauszukommen, nicht hoch sind - weder subjektiv noch objkektiv)

    Richard-Burgenlandler schrieb am 16.02.2013 um 15:31

    Ich denke das es in Bhutan nicht darum geht einen absoluten Glückindikator zu bestimmen sondern eher eine Entwicklung zu dokumentieren.
    Es wäre zu einfach gedacht,dass es "das Glück" gäbe. Abhängig vom jeweiligen Kontext entsteht ein Parameter über dessen Verschiebung man eine Entwicklung hin zu "etwas" ableiten kann.