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Atomkraft? - Nicht schon wieder! / Allgemeines

China: 3.000 Jahre Uran nur durch Schnellen Brüter

Jens.Hansen schrieb am 05.01.2011 um 13:35

Die Meldung aus China, AKW-Brennstoff für 3.000 Jahre produzieren zu können, hat einen ganz bitteren Beigeschnmack: Laut Experten aus der Wirtschaft handelt es sich um Fortschritte in der Schnellen-Brüter Technologie. Hierbei wird mit großen mengen des giftigsten Stoffes der Welt hantiert: Plutonium. Nicht ohne Grund hat Deutschland damals mit Kalkar davon Abstand genommen.



Die Berichte des chinesische Fernsehsender CCTV (China Central Television) seien vergleichsweise unklar, doch die Experten von RBC Capital Markets glauben, dass man auf neue Entwicklungen im Bereich der Wiederaufbereitung und der Schnelle Brüter-Technologie hindeutet.



Die Wiederaufbereitung sei aber nichts Neues und werde bereits erfolgreich in Europa, Russland und Japan durchgeführt. Allerdings sei diese Technologie exterm kostenintensiv und nach Ansicht der Experten handelt es sich dabei um eine Branche, die mehr vom politischen Willen lebt als von der Wirtschaftlichkeit. Derzeit würden rund 7,5 Mio. Pfund U3O8 aus der Wiederaufbereitung gewonnen – während das gesamte globale Angebot bei rund 190 Mio. Pfund liege. Das China darauf abziele, Kernbrennstoffe wieder aufzubereiten, sei nicht neu.



So genannte Schnelle Brüter würden über die Fähigkeit verfügen, nicht spaltbares Uran in spaltbaren Brennstoff umzuwandeln. Dies sei ein unglaublich komplexer und teurer Prozess, der seit Jahrzehnten nicht aus der experimentellen Phase komme.



Befürworter der Schnelle Brüter-Technologie sind der Meinung, dass daraus 2020 oder auch erst in den 2030er Jahren eine kommerziell tragfähige Technologie entstehen könnte. Deshalb seien die RBC-Experten der Ansicht, dass es sich bei dem groß verkündeten „Durchbruch“ mehr um „Hype“ als um Realität handelt.



Schneller Brüter CEFR



Der China Experimental Fast Reactor (CEFR) ist am 21. Juli 2010 erstmals kritisch geworden, wie der Betreiber, das China Institute of Atomic Energy (CIAE) Ende Juli mitteilte. Der Versuchsbrüter CFR, ein Prototyp, befindet sich am CIAE in der Nähe von Beijing. Er verfügt über eine thermische Leistung von 65 MW und kann 20 MW Strom ins Netz speisen. Der natriumgekühlte CEFR ist der erste Versuchsbrüter des Landes und wurde in Zusammenarbeit mit Russland gebaut.



Nach dem CEFR plant China den Bau eines kommerziell genutzten Brüters. Im Oktober 2009 hat die CIAE mit der russischen Atomstroiexport und der China Nuclear Energy Industry Company (CNEIC) einen Vertrag unterzeichnet, der Planungsarbeiten zum Bau zweier Schneller Brüter des russischen Typs BN-800 in China zum Ziel hat. Projektbeginn ist laut der Atomstroiexport August 2011.



Schneller Brüter: Gefahrensteigerung statt -minimierung



Die Konstruktion eines Schnellen Brüters birgt besondere Gefahren, die gegenüber denen eines herkömmlichen Atomkraftwerkes um ein vielfaches größer sind: Die Menge des in den Brennstäben eingesetzte Uran-235 beläuft sich in den herkömmlichen Atomreaktoren auf etwa drei Prozent, in denen des Schnellen Brüters hingegen auf etwa 20%. Dies kann bei Defekten oder Störungen viel schnelleren zu einer Überhitzung der Brennstäbe führen als im konventionellen Reaktortyp.



Das als Kühlmittel verwendete Natrium reagiert bekanntlich heftig mit Wasser, außerdem gerät es in heißem Zustand allein bei Luftkontakt in Brand. Ein Leck in einem der Natriumkreisläufe kann also nicht nur zur Überhitzung des Reaktors führen, sondern auch zu gefährlichen Natriumbränden, die sich im einzigen Deutschen Brutreaktor Kalkar bereits im Probebetrieb ereigneten.



Zentrales Problem stellt die große Menge des genutzten Ultragiftes Plutonium dar: Im Brutreaktor Kalkar sollten mehrere 100 Kilogramm pro Jahr erbrütet werden. Neben der vorhandenen Menge am Kraftwerkstandort selbst müsste dieser Stoff, der zu den giftigsten überhaupt gehört, in einer groß angelegten Infrastruktur transportiert und verarbeitet werden.



Wiederaufarbeitungsanlagen sind für den Betrieb von Schnellen Brütern unerlässlich. Neben der hohen Umweltverseuchung, die aus dem Betrieb einer WAA nachweislich resultiert, wäre für die Brüter-Technologie ein anderes, noch komplexeres Verfahren der Aufarbeitung notwendig, da der Plutoniumgehalt der Brennstäbe und dessen Abbrand entscheidend höher liegen.



Weitere zahlreiche Störfälle, im Wesentlichen nicht nuklearer Natur sondern durch natriumbedingte Korrosionsprobleme, Undichtigkeiten infolge der hohen Kühlmitteltemperaturen u.a. hervorgerufen, wurden viele Brüteranlagen ganz oder für mehrere Jahre abgeschaltet.



* Der Brüter treibt alle Problematiken der Atomenergienutzung auf die Spitze: Zentralisierung, Kapitalintensität, technische Komplexität.



weiterlesen:



* Standortdatenbank Schneller Brüter CEFR

* 03.01.2011 - Chinas Staatsmedien: Durchbruch bei atomarer Wiederaufbereitung

Chinas Staatsmedien haben einen technologischen Durchbruch bei der Wiederaufbereitung von Brennstäben aus Kernkraftwerken gemeldet. - mehr

* Der Schnelle Brüter: Vom Wunderkind zur Nullnummer



Textquelle (Auszug): goldinvest.de, 05.01.2011



www.contratom.de/2.0/index.php?mod=blog&artikel=1622

    inaktiver User 41328 schrieb am 05.01.2011 um 13:41

    Sicher ist nur das Risiko!
    .........................................[image]

    acte schrieb am 05.01.2011 um 23:40

    Und sicher ist auch, dass keiner weiß, wohin mit dem radioaktiven Abfall.[image]

    Jens.Hansen schrieb am 06.01.2011 um 08:41

    Durchbruch beim Uran-Recycling: Atomwächter adeln Chinas Nukleartechnologie

    Kann China Brennstoffe für Atomkraftwerke recyceln? Das hatten chinesische Forscher verkündet - doch Details behielten sie für sich. Jetzt gibt die Internationale Atomaufsicht SPIEGEL ONLINE Einblicke in die neue chinesische Technologie.



    Es war eine aufsehenerregende Meldung: Am Montag hatte das chinesische Staatsfernsehen einen technologischen Durchbruch verkündet. Mit einem neuen Verfahren könne das Land abgebrannte Uran-Brennstäbe für Atomkraftwerke zu größeren Teilen wiederverwenden. Die neue Technologie sorge dafür, dass die chinesischen Uran-Ressourcen für die nächsten 3000 Jahre reichten - und nicht nur für 60 Jahre, wie bislang kalkuliert. Details über ihre neue Technologie behielten die Entwickler allerdings für sich.



    Nun gibt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE Einblick in die chinesische Technologie. Bislang betrieben die Chinesen lediglich eine Testanlage zur Wiederaufarbeitung von Uran, erklärt die IAEA. Anfang Dezember hätte die Firma China National Nuclear Corporation (CNNC) von einer Anlage -in Pilotgröße- berichtet. Solche Betriebe seien -viel kleiner als kommerzielle-, erläutert die IAEA. Um Brennelemente für Atomkraftwerke recyceln zu können, müssten die Chinesen -deutlich größere Anlagen bauen-.



    Bei der Wiederaufarbeitung werden in einem chemischen Verfahren Plutonium und Uran von genutzten Brennelementen abgetrennt. Die chinesische Wiederaufarbeitung basiere auf der gleichen Technologie wie die anderer Staaten, berichtet die IAEA. Zum Einsatz komme das sogenannte Purex-Verfahren. Dabei werden die Brennelemente in fünf Zentimeter kurze Stücke zersägt, die in siedender Salpetersäure aufgelöst werden. Schließlich scheiden sich Uranteilchen aus dem Gemisch. Andere Technologien zur Wiederaufarbeitung von Nuklearbrennstoffen sind weltweit in der Entwicklung. Auch China arbeite daran, erklärt die IAEA.



    Aufstieg in die -exklusive Gruppe-



    Die Brennelemente im Reaktorkern eines Atomkraftwerks können in der Regel nur wenige Jahre genutzt werden. Dann gelten sie als -abgebrannt-. Nach einer Abkühlungsphase kommen sie in ein Zwischenlager oder in eine Wiederaufbereitungsanlage. International verfolgen bisher nur Frankreich, Großbritannien, Russland und Japan über die schwierige Technologie zur Wiederaufarbeitung von Atommüll. In Westeuropa sind zwei Anlagen in Betrieb: In La Hague in der französischen Normandie und im englischen Sellafield an der Irischen See.



    Sollte China seine Testanlagen zu Großbetrieben ausbauen, wäre das Land tatsächlich in der Lage Uran -bis zu 60-mal- effizienter zu nutzen, bestätigt die IAEA die Angaben des chinesischen Staatsfernsehens.



    China ist besorgt über die Brennstoffversorgung seines ambitionierten Atomkraftprogramms, das massiv ausgebaut werden soll, um den rasant steigenden Stromverbrauch der schnell wachsenden chinesischen Wirtschaft zu sichern. Das Land besitzt 171.400 Tonnen nachgewiesener Uranvorräte. Nach Angaben der Tageszeitung -China Daily- werden derzeit rund 750 Tonnen Uran jährlich produziert; der Bedarf könne jedoch bis 2020 auf 20.000 Tonnen steigen.



    Der Durchbruch bei der Wiederaufarbeitung sei -nach 24 Jahren Experimentieren- in der Fabrik Nummer 404 der Firma CNNC in der Wüste Gobi in der abgelegenen Provinz Gansu erzielt worden, berichtete das chinesische Fernsehen. Die Anlage sei allein von chinesischen Technikern gebaut worden. -Sie ist zu 100 Prozent original-, sagte Wang Jian, Chefingenieur des Wiederaufarbeitungsprojekts der CNNC.



    China, resümiert die IAEA, gehöre in der Nukleartechnologie nun international -zur exklusiven Gruppe-.



    www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,737926,00.html

    Jens.Hansen schrieb am 06.01.2011 um 08:43

    Chinas „neue“ Urantechnologie mehr Hype als Realität

    Der chinesische Fernsehsender CCTV (China Central Television) meldet aktuell, dass im Reich der Mitte ein technologischer Durchbruch gelungen ist, der es erlauben wird, Uran und Plutonium aus bereits bestrahlten Kernbrennstoffen zu gewinnen. Als Ergebnis, so der staatliche Sender weiter, würden Chinas bekannte Uranvorkommen nun für mehr als 3.000 Jahre reichen statt für, wie bisher angenommen, 50 bis 70 Jahre. Die Experten von RBC Capital Markets sehen das skeptisch. Ihrer Ansicht nach handelt es sich bei dieser Meldung eher um rhetorischen Hype als um Realität.



    Der CCTV-Bericht sei vergleichsweise unklar, doch RBC glaubt, dass man auf neue Entwicklungen im Bereich der Wiederaufbereitung und der Schnelle Brüter-Technologie hindeutet. Die Wiederaufbereitung sei aber nichts Neues und werde bereits erfolgreich in Europa, Russland und Japan durchgeführt. Allerdings sei diese Technologie exterm kostenintensiv und nach Ansicht der Experten handelt es sich dabei um eine Branche, die mehr vom politischen Willen lebt als von der Wirtschaftlichkeit. Derzeit würden rund 7,5 Mio. Pfund U3O8 aus der Wiederaufbereitung gewonnen – während das gesamte globale Angebot bei rund 190 Mio. Pfund liege. Das China darauf abziele, Kernbrennstoffe wieder aufzubereiten, sei nicht neu.



    So genannte Schnelle Brüter würden über die Fähigkeit verfügen, nicht spaltbares Uran in spaltbaren Brennstoff umzuwandeln. Dies sei ein unglaublich komplexer und teurer Prozess, der seit Jahrzehnten nicht aus der experimentellen Phase komme. Befürworter der Schnelle Brüter-Technologie sind der Meinung, dass daraus 2020 oder auch erst in den 2030er Jahren eine kommerziell tragfähige Technologie entstehen könnte.



    Deshalb ist RBC der Ansicht, dass es sich bei dem groß verkündeten „Durchbruch“ mehr um „Hype“ als um Realität handelt. Man halte am bisherigen Ausblick in Bezug auf den Ausbau der Nuklearkapazitäten in China fest und sei nach wie vor überzeugt, dass China bis ins nächste Jahrzehnt und darüber hinaus erhebliche Mengen an Uran benötigen werde, um seine Reaktoren zu betreiben.



    Entsprechend bleibe man trotz dieser „Neuigkeiten“ bei dem bisherigen, bullishen Ausblick für den Uranmarkt. Die Schwäche bei Uranaktien, die aus dieser Nachricht zu resultieren scheine, halte man für ungerechtfertigt. Man sei sogar der Meinung, dass diese kurzfristige Kaufgelegenheiten für Investoren geschaffen habe.



    www.contratom.de/2.0/index.php?mod=nachrichten&baum2=2&&mod=artikel&id=31100