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"Fleisch" Arte Themen- Abend heute 08.10.2013

berniewa schrieb am 08.10.2013 um 18:03

In-Vitro-Fleisch, eines der heute bei Arte diskutierten Dinge, halte ich für ziemlichen Nonsens. z.B. aus folgenden Gründen:

(a) Gut gewürzte Bratlinge etc aus Lupinenmehl und anderen Pflanzen und Pilzen sind gesünder, einfacher herstellbar und schmackhafter als künstl."Fleischersatz".

(b) A u ß e r d e m. ein Tip: Zukunft pflanzen ... (Dokufilm, der auch schon mal bei ARTE lief und
zeigt, dass mit 'bio'Landwirtschaft spielend die Weltbevölkerung ernährt werden kann)
- auch hier vorgestellt und diskutiert https://utopia.de/0/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/zukunft-pflanzen

Davon abgesehen: Wenn nicht per besserer allg. Bildung und mehr Mädchen- U. Frauenrechten
(va. bzgl. Heirat und Schwangerschaft) das Bevölkerungswachstum weltweit gebremst wird,
hilft irgendwann auch kein noch so gutes Welternährungskonzept mehr, bzw wird umso
schwieriger.

(c) D a r ü b e r .h i n a u s .ist immer wieder ist aktuell auch an allein folgende 3 Punkte zu erinnern:

Wie hoher Konsum nicht-vegetarischer Nahrung
direkt Klima- und Welthunger-Katatstrophe verschärft

1. Erzeugung von Fleisch, Milch und Eiern verursacht mehr klimaschädliche Emissionen
weltweit, als der gesamte Verkehrssektor.
(vorsichtige Berechnungen sagen 18%. Würden aber der Aufwand ihrer Lagerung (nötige Kühlung
etc.), die viel energieaufwändiger ist als für rein pflanzliche Produkte, noch
miteingerechnet, wäre es sogar ein noch höherer Prozentsatz)

Hinzu kommt auch ein enormer Verbrauch von Land und Wasser (um ein Vielfaches höher, als bei
Erzeugung rein pflanzlicher Nahrung)

2. Etwa 30% der weltweiten Getreideernten werden als Futtermittel verwendet. Mehr als 3/4
davon gehen durch den Energieverbrauch der Tiere selbst 'verloren', d.h. nur weniger als 1/4
der Menge an Proteinen und Kohlehydraten ist am Ende in Fleisch, Milch und Eiern enthalten.
Mit der selben Menge ließen sich also mehr als 4 mal so viele Menschen pflanzlich ernähren.

Auf diese Weise trägt hoher Konsum von nicht-veganer Nahrung direkt zum Welthunger-
katastrophe bei; ebenfalls durch seine Verschärfung der Klimakatastrophe (siehe Punkt 1), da
diese weltweite Armut ebenfalls massiv verschärft, v.a. in weiten Teilen Afrikas, aber auch
anderen Teilen der Erde, die von verstärkten DÜrre-Perioden, Wirbelstürmen, Überschwemmungen
etc. betroffen sind.

3. Allein für Deutschland werden z.B. in Südamerika ca. sage und schreibe 2,5 Millionen!
Hektar Land für Soja-Anbau verbraucht (v.a. für Futtermittel bzw. Futtermittelzusätze (wg des
hohen Proteingehaltes von Soja)).

p.s.I: Zur Überschrift: "Vegetarisch" leite ich vom Lateinischen ab und meine damit
pflanzliche Nahrung, also *nicht* etwa zzgl. Milch und Eier (denn das sind bekanntlich keine
Pflanzen), allerdings in umgangssprachlicher Bedeutung insofern, als ich auch Pilze und Algen
dazuzähle, obwohl sie 'streng' biologisch nicht als Pflanzen gelten.

Mehr zum Thema unter anderem auch bei: www.gruene-bundestag.de >> Themen >> Agrar ;
sowie (v.a. zu Landflucht, Landgrabbing, Stärkung der Rechte von 'Kleinbauern' und
Ernährungssouveränität) auch bei: www.fian.org (bzw. deutsche Seite: www.fian.de ),
und nicht zuletzt auch: www.welthungerhilfe.de

    inaktiver User 132277 schrieb am 09.10.2013 um 12:11

    > In-Vitro-Fleisch, eines der heute bei Arte diskutierten Dinge, halte ich für ziemlichen Nonsens.
    > z.B. aus folgenden Gründen:

    du bist gedanklich beim dritten, vierten, fünften ... Schritt vor dem ersten.

    Der erste lautet übersetzt: "können wir uns eine Ausweitung des Fleischkonsums leisten. Das über die schon bestehende Viehhaltung hinaus auch noch eine "Reagenzglasproduktion" erforderlich sein soll ..."

    Im zweiten Schritt kommt die Gegenüberstellung der Zivilisationskrankheiten aus rotem und weißem Fleisch sowie die Frage, warum eigentlich Fleisch ? Und wer konsumiert es ?

    Im dritten Schritt die Alternativen. Im vierten die Durchsetzung ....

    Das Hintergrundmaterial für eine Diskussion und Willensbildung zu liefern halte ich gerade nicht für Nonsens. Es hat schon einen Grund, weshalb es auf arte läuft. Meines Erachtens steht eine politische Entscheidung (Fördermittel oder Genehmigungen) im Raum, um in die nächste Phase (Bau einer Anlage im größeren Maßstab) einzusteigen. Was glaubst Du, wer da die Protagonisten des Billiardenmarktes in der ersten Reihe sind (McD, BurgerK ....) ? Da sind mir - mit Verlaub - Bratlinge so wichtig wie der Mann im Mond :-)


    Hier sollten eigentlich die Beiträge auf arte zum In-Vitro-Fleisch bis zum 15.10.2013 im Netz zu sehen sein: http://www.arte.tv/guide/de/048700-000/in-vitro-fleisch?autoplay=1

    berniewa schrieb am 10.10.2013 um 15:51

    Bitte lies doch einfach meinen ganzen Beitrag, nicht nur die ersten paar Wörter,

    dann erübrigt sich dein Einwand, ich sei gedanklich beim dritten, vierten, fünften ... Schritt vor dem ersten, praktisch von selbst

    Angfangen habe ich das Posting mit Invitrofleisch schlichtweg nur, weil es auch auf der Arte Website ganz oben erwähnt war, als Einstieg sozusagen, nicht als systematisch ersten Schritt der Problemlösung;

    inaktiver User 132277 schrieb am 14.10.2013 um 01:38

    > nicht als systematisch ersten Schritt der Problemlösung;

    das sehen die Vertreter von In-Vitro-Fleisch anders. Meines Erachtens baut man um das zunehmende Gesundheitsbewusstsein, die Vegetarierer- und Veganbewegung seine Reagenzgläser auf und zieht auch Regionalargumentiker mit ins Boot: Wenn es zukünftig bei Aldi nicht nur Fertigbrot, sondern auch Fertigfleisch aus dem (Back-)Automaten gibt.

    Denn in dem Film war nicht herauszubekommen, wo man seine Zielkunden sieht und welche Idee man konkret damit verfolgt. Alles nur andeutungsweise und den Journalisten überlassen.

    Maria_L schrieb am 14.10.2013 um 06:46

    Zielkunden sind vermutlich schnell gefunden:
    Alle, die ein billiges Fleisch auf und in Fertiggerichten und Fast Food wünschen.

    inaktiver User 132277 schrieb am 14.10.2013 um 11:11

    > billiges Fleisch
    Ich weiß nicht, ob Du den Beitrag gesehen hast. Die Produktionsform wird alles andere als "günstig". Der ganze Stoffwechsel und Zellaufbau, der in der belebten Umwelt praktisch kostenfrei geschieht, muß mit hohem Aufwand in der Retorte nachgebildet werden. Das System ist ohnehin hochgradig anfällig gegen Keime und Mutationen (zB. Krebszellen). Allein die Vorstellung, sich dort Mutationen heranzuzüchten ...

    Maria_L schrieb am 14.10.2013 um 11:19

    Mich brauchst Du nicht davon überzeugen, daß das eklig ist. ;-)

    Nee, den Beitrag habe ich nicht angeschaut, aber als das Thema vor ein paar Wochen durch die Presse kam, habe ich gelesen, daß das Ziel schon das ist, das Verfahren möglichst billig zu machen.

    Ob das funktionieren kann, traue ich mir nicht zu beurteilen.