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Frisch auf den Müll: Die globale Lebensmittelverschwendung

Andes schrieb am 21.10.2010 um 16:34

"Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll! Das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das entspricht etwa 500.000 Lkw-Ladungen pro Jahr."

Da kann man viel über Fleischkonsum oder Flugananas etc diskutieren. Würden wir nicht in einer so unfassbar verwöhnten Wegwerfgesellschaft leben, wäre schon viel erreicht...

Zitat (aus dem Gedächtnis) eines Backunternehmers: "Der Kunde erwartet auch um 18.30 Uhr noch eine große Auswahl an Gebäck.". Und um 20.01 Uhr landet der Rest im Müll... Oder wird zu Brennpallets, siehe Film ;)

In der ARD Mediathek angucken:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5652488

    Monik.Bauer schrieb am 21.10.2010 um 17:21

    Wollte mir die Sendung gestern schon im TV ansehen, hab's aber leider verpasst. Vielen Dank für den Link.

    E-Kirsche schrieb am 21.10.2010 um 18:23

    Hallo,
    hab den Beitrag gesehen. Immer wieder schlimm, das so viele gute Lebensmittel verkommen.
    Es ändert sich nur etwas, wenn die Menschen mal wieder eine knappe Versorgungslage kennen lernen. So wie die Kriegsgenerationen.
    Es gibt sicherlich Verbraucher, die im privaten Bereich aufpassen und den Einkauf gut planen, aber die große Verschwendung der Bäcker, Supermärkte usw. ist schon schlimm...

    Werde immer den Spruch meiner Oma beherzigen: "Nichts darf umkommen".

    Gruß
    E-Kirsche

    Dude schrieb am 21.10.2010 um 20:34

    Mein Gott wie krank ist unsere Gesellschaft. Völlig realitätsfern.

    So Kraaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaank!

    Das ist ja so deprimieren und dann macht es wütend.

    acte schrieb am 21.10.2010 um 20:46

    Unsere Gesellschaft ist tatsächlich vollkommen dekadent (und zwar nicht im Sinne unseres Außenministers). Und was folgt auf solch entartete Gesellschaften? Der Zusammenbruch - u.a. hat es das römische Reich vorgemacht - und das lag, entgegen den Westerwelleschen Interpretationen n i c h t an den Armen.

    inaktiver User 68293 schrieb am 21.10.2010 um 20:59

    M.E. ist das Wegschmeißen nicht ganz so tragisch, da der Müll heute i.d.R. ja in die Müllverbrennungsanlage kommt und dort werden die Lebensmittel dann ja energetisch genutzt.
    Bestimmte Nahrungsmittel wie z.B. Brot brennen sogar recht gut.

    Pirat-der-Freiheit schrieb am 21.10.2010 um 21:58

    Hallo Andes, ich würde aber den Konsum tierischer Nahrung nicht ausspielen gegen andere Ursachen, die zur Welthungerkatastrophe beitragen.

    [an Alle] Das ist letztlich ein Symptom dafür, dass die meisten Leute so viel immer als vorrätig erwarten. Und gerade bei Waren, die nicht so lange halten, führt das zu riesigen Mengen an Müll. Aber auch bei Textilien, auch wegen Modetrends etc, wenn auch weniger Mengen, als bei Nahrungsmitteln wie etwa Backwaren etc.

    Pirat-der-Freiheit schrieb am 21.10.2010 um 22:02

    Hallo Acte, ich kann dir teilweise zustimmen, aber in wichtigen Dingen ist unsere Gesellschaft (womit ich mal ungefähr Deutschland und ähnliche Länder meine) auf einem so zu sagen "höheren" Niveau (siehe: decadere : herab/hinunter-fallen), als früher. Zum Beispiel in den letzten paar 100 oder 1000 Jahren wurde noch viel mehr gefoltert und sonst misshandelt. Beipiel: Auf Schiffen war Auspeitschen, Hängen und Kielholen relativ häufig. Von Krankheiten wie Scorbut etc (aus medizinischer Unwissenheit) oder Armut, Kindersterblichkeit etc (wo sogar heute fast jeder ALG Empfänger im Vergleich zu den Armen früherer Jahrhunderte noch beinahe wohlhabend ist) ganz zu schweigen.

    lukita schrieb am 21.10.2010 um 23:21

    Hier auch noch mal die Themenseite der ARD: http://web.ard.de/themenwoche_2010/?p=1486

    Mehr als die Hälfte der Lebensmittel landet im Müll – allein in Deutschland sind das jedes Jahr bis zu 15 Millionen Tonnen. Woran liegt es, dass einwandfreie Nahrungsmittel einfach weggeworfen werden? Und welche Auswirkungen hat die Wegwerfmentalität beispielsweise auf das Klima? Filmemacher Valentin Thurn hat sich auf internationale Spurensuche begeben.

    Wer dagegen aktiv werden möchte, könnte hier fündig werden: http://www2.tastethewaste.com/

    Diese Plattform wurde geschaffen, um Lebensmittel-verschwendung zu bekämpfen. TASTE THE WASTE wendet sich an alle, die gegen die Verschwendung von Essbarem sind. Wir wollen zeigen, wie viel weggeworfen wird — und was man dagegen tun kann.

    Und wir brauchen deine Hilfe: Auf dieser Plattform kannst du Videos, Bilder und Texte zu Themen wie Nahrungsmittelabfälle, Hunger und Konsumverhalten hochladen und veröffentlichen. Wir hoffen auf deine Gedanken, wie der Wahnsinn der Verschwendung aufgehalten werden kann.

    SushidieSau schrieb am 21.10.2010 um 23:42

    Ja, ich war auch ganz erschrocken, als ich "We feed the world" sah und dort gesagt wurde, dass die an einem Tag weggeschmissene Menge an Brot in Wien die zweitgrößte Stadt Österreichs, Graz, für einen Tag lang versorgen könnte.
    Außerdem sah ich so etwas ja auch bei meiner sehr kurzen Arbeitszeit bei einem einschlägigen SB-Backshop. Die Gebäcke wurden zum Teil weggeschmissen, ohne dass ein einziges einer bestimmten Sorte verkauft wurde. Und nie wurden Konsequenzen daraus gezogen.
    Aber wenn man das hört, dann denkt man doch schon, dass die Mülltaucher die wirklich konsequenten Systemkritiker sind. Und sie müssten nach dem aktuellen Stand der Dinge regelrecht im Luxus schwelgen! Wir haben ja noch immer am System teil und unterstützen es leider damit, wenn auch natürlich indirekt. Der Boykott (idealerweise verbunden mit gleichzeitigem Gegen-Engagement) ist auf jeden Fall die wirksamste Waffe. Nun will nicht jeder Mülltaucher werden, aber wenn ich sowas sehe, denke ich, dass das doch eine ziemlich gute Idee ist.

    mctobi schrieb am 22.10.2010 um 06:00

    Jemand als wohlhabend bezeichnen, der Hartz IV bezieht dem wuerde
    ich doch rate so zu leben und das restliche Geld was er von seinem Gehalt
    noch hat den Armen zu spenden..... ich komme aus einem Land wo
    mehr Arbeitslosengeld ausbezahlt wird aber das Leben auch teuerer ist.
    Ich habe einen Film gesehen der Leute in Amerika zeigt, die Essen aus
    dem Muehlcontainer nehmen und die Sachen waren zum Teil eingepackt und
    das Verfallsdatum nicht abgelaufen.
    Wir leben einfach zu schnell, da wenn uns etwas nicht passt wird einfach
    was neues angeschaft.....
    Und Leute die meinen dass Brot gut brennt, sind fuer mich Leute die
    bestimmt auch meinen dass man wenn man kein Brot hat doch einfach
    Kuchen essen soll..... die Frau die dass gesagt hat hat ihren Kopf verloren....
    die aermste

    Aber vielleicht lernen die Menschen noch dazu wenn unsere Erzeugnisse
    weniger werden...... und die Leute wieder einen eigenen Garten haben

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.....