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Oekologismus.de die Anti-Oekoseite?!

joyyoung schrieb am 09.05.2008 um 14:41

http://www.oekologismus.de/

Hi ich hab das zufällig gefunden und frage mich was ihr davon hält. Angeblich wurden fast 500 Milliarden Euro ausgegeben um den Klimawandel nur um 0,005 Grad einzuschränken in 50 Jahren. Ist das wirklich so? Was hält ihr von der Seite?

    Hans-Werner Neumann schrieb am 14.05.2008 um 21:31

    ... bilden sich immer, wenn ein neuer Trend aufkommt. Und es gibt ja auch Anlass für Misstrauen: Viele ernstzunehmende Stimmen zweifeln stark am derzeitigen Öko-Hype. Ich persönlich bin grundsätzlich sehr skeptisch bei allen Prognosen, die über mehrere Jahrzehnte hinweg Voraussagen treffen wollen, und das gilt auch für die derzeit propagierten Klima-Szenarien. Kein Mensch kann auch nur erahnen, wie unsere Welt in 20 Jahren aussehen wird. Eine Richtung kann man aus solchen Studien ablesen, ja - und es ist keine gute - , aber nichts darüber, wie es wirklich in ein paar Jahrzehnten aussehen wird.

    Aber - ist das so wichtig? Es gab nie und gibt auch jetzt keinen Grund, *nicht* sorgsam und nachhaltig mit der Erde umzugehen, Studien hin, Studien her. Und wenn die öffentliche Aufmerksamkeit zurzeit zum Trend wird - na prima. Viele werden über diese Schiene beginnen,ernsthaft nachzudenken und zur Besserung beitragen. Vielleicht zur Trenwende, das wäre gut.

    Und zur Gefahr einer solchen Seite: Alle Medien können nur vorhandene Tends aufgreifen und verstärken, aber keine erschaffen. Insofern hat diese Seite einfach keine Chance.

    Also nur Mut ;-))

    inaktiver User 9226 schrieb am 15.05.2008 um 13:15

    Zur Kyoto-Uhr: Ich habe eben versucht herauszufinden, aus welcher Quelle diese beiden Zahlen (Ausgaben, Nutzen) stammen. Beim Überfliegen des Kyoto-Protokolls habe ich keine Formulierung gefunden, die die "potenzielle Verminderung des Temperaturanstiegs bis zum Jahr 2050" anspricht.

    Daher kann ich diese Formulierung auch nicht richtig einordnen. Heißt das, dass die Temperatur statt um z.B. 2 Grad dadurch um 1,995 ansteigt?

    Wichtig zu beachten ist, dass der globale Temperaturanstieg ja ein Durchschnittswert ist und Maßnahmen auch lokale Effekte haben. Kommt es also z.B. zu extremen Entwicklungen wie ein um 10 Grad heißerer Sommer und dafür 10 Grad kälterer Winter, bleibt der Durchschnitt gleich. Aber schön wird das für uns bestimmt nicht! ;-)

    Zu Oekologismus.de: Ich finde das interessant, was dort geschrieben wird. Natürlich findet sich zu jedem Argument eine Gegenstimme. Niemand weiß, was kommt. Als kritischer Leser sollten immer beide Seiten angehört und dann ein eigenes Urteil gefällt werden.

    Ich stimme aber unbedingt Hans-Werner Neumann zu, dass davon unabhängig eine nachhaltige Entwicklung grundsätzlich Sinn macht. Aber auch das ist eine Glaubenssache. Andere denken eben so: Warum nicht das Geld behalten, mehr CO2 ausstoßen, damit noch mehr Geld verdienen und das eigene Leben verschönern, ohne an die Folgen für irgendwelche Nachkommen zu denken - von denen keiner weiß, was passiert? ;-)

    Hans-Werner Neumann schrieb am 15.05.2008 um 18:08

    ...aber mit der Prognose, daß der Ökologismus in weiten Teilen tatsächlich nachhaltiges Handeln verhindert hat (und das bis heute noch tut - siehe Diskussionen um "rein pflanzlich" etc!) hat er absolut recht gehabt.

    Ich bin nicht sicher, ob wir das gleiche meinen, aber dazu kommt mir auch etwas in den Kopf. Nämlich einiges, was z.T. die Grünen und/oder Greepeace regelrecht verbockt haben, z.B. die unrealistisch maßlosen Übertreibungen in Sachen Waldsterben. Ich weiß noch, wie sich "Waldgruppen" bildeten, überall die Angsttriebe gezählt wurden und propagiert wurde, dass es "spätestens in 10 Jahren in Deutschland keinen Wald mehr" gäbe. All das ist nicht eingetreten, und jetzt wird in Büchern über die größten Irrtümer aller Zeiten o.s.ä. genüsslich belegt, dass sich die Wälder seitdem um 60 % ausgedehnt hätten. Ist das damit gemeint?

    Solche Pannen schaden nachhaltig und dürfen nicht mehr passieren. Aber die Situation ist heute anders, und ich denke, die notorischen Widersacher haben kaum eine Chance.

    bastler schrieb am 15.05.2008 um 21:45

    .. und jetzt wird in Büchern über die größten Irrtümer aller Zeiten o.s.ä. genüsslich belegt, dass sich die Wälder seitdem um 60 % ausgedehnt hätten.
    Wenn alle Bücher und Zeitschriften, die solchen und ähnlichen Mist verbreiten, nicht gedruckt werden würden, wäre die Ausdehnung der Waldflächen um 60% wahrscheinlich locker zu schaffen! :)
    Stattdessen sind es nur 0,7% geworden...
    Bilanz von 1987-2002 (alte Bundesländer);
    "Seit der ersten Bundeswaldinventur von 1987 hat die Waldfläche in den alten Bundesländern um 54 000 ha (0,7 %) zugenommen"
    Quelle: http://www.wald.de/category/forstwirtschaft/bundeswaldinventur/

    oekologist schrieb am 27.07.2008 um 13:44

    Demokratie braucht Widerspruch - das müssen aufgeklärte Bürger aushalten.

    Wir erleben eine Zeit, in der Meinungsäußerung faktisch immer stärker erschwert wird bzw. sanktioniert wird wenn sie dem mainstream widersprechen.

    Klimawandel ist ein Mainstream-Thema! Wenn Frau Merkel sich mit Polarbären ablichten lässt, ist das spätestens der Beweis dafür!

    Es war auch mal in Deutschland ein Mainstream-Thema, Minderheiten systematisch zu verfolgen und zu vernichten. Schlimm, dass erst so spät widersprochen wurde!

    Es ist nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, einer These zu widersprechen! Auch der des KLimawandels, also zu sagen, was an der Theorie des menschlich erzeugten Klimawandels faul sein könnte und welche Konsequenzen man daraus ziehen könnte.

    Es geht mir hier gar nicht darum, zu erörtern, ob ein Mehr an Energiesparen etc. nun Sinn macht oder nicht.
    Letztlich muss das jeder selbst mit seinem Geldbeutel ausmachen; dies ist also ein Bereich von individueller Entscheidung, in die ich nicht rechthaberisch eingreifen möchte.

    Ich glaube persönlich, dass es sicher leichter sein wird, langfristig zu überzeugen, wenn man in Technologien investiert, die auf nahezu unendliche Ressourcen zurückgreifen (Sonne, Wind, Wasser etc.). Das Vermeiden, Verteufeln und Sparen wird wirtschaftlich längerfristig nicht funktionieren, es können nur neue, hochentwickelte Techologien bewältigen.
    Zudem ist es auch so unsexy.

    Das setzt Aufbruchsstimmung voraus, nicht Endzeitstimmung!!!