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TV Programm und die breite Masse

Evita schrieb am 14.10.2008 um 12:54

Hallo Ihr Lieben,

mich beschäftigt seit langem unser Fernsehprogramm...Als Kind und Jugendliche habe ich viel TV konsumiert, trotz der sinkenden Wahrscheinlichkeit mein Abi zu machen, eine Studie geht von einer verschwindend geringen Zahl von Abiturienten mit erhöhtem Fernsehkonsum aus, habe ich es dann doch geschaft zumindest mein Fachabi zu machen und zu studieren. Glaubt man dieser Studie zähle ich zu einer Minderheit, was ich aufgrund der Tatsache, dass ich im Rolli sitze schon gewöhnt bin :-)

Doch ich finde, man muss keine Studien aufstellen, um sich bewusst zu machen, im TV kommt 98% nur Mist...Ich finde das schlimm! Und je mehr Mist kommt desto mehr schreit die Masse nach Mist, nach abstumpfendem immer extremerem Mist. Das kann man vom TV auf sämtliche andere Medien übertragen, Musik, Internet...Ich mbin ganz stark für mehr Qualität statt Masse, auch und gerade bei den Medien.

Natürlich will Otto Normalbürger nicht den ganzen Tag wissenschaftlich anspruchsvolle Dokus ansehen, doch ich sage nur RTL 2...wollen wir solche Werte vermittelt auf die breite Masse dulden? Nun kann ich sagen mich interessierts nicht, ich schaus nicht, aber Millionen andere eben schon! Das ist dann wie zu sagen, ich kaufe nur noch Babytrinkflaschen aus Glas, weil ich weiss, die anderen sind schlecht für die Gesundheit meines Babys und die Plasikflaschen bleiben auf dem Markt und die meissten Menscchen kaufen sie völligunbedarft nach wie vor...

Warum macht Stefan Raaab z.B. Witze über Menschen, die falsche Aussagen machen, klärt die Zuschauer aber nicht über die Richtigkeit auf?

lg
Eva

    Olaf Sander schrieb am 14.10.2008 um 14:22


    Warum macht Stefan Raaab z.B. Witze über Menschen, die falsche Aussagen machen, klärt die Zuschauer aber nicht über die Richtigkeit auf?


    Raab würde Dir jetzt bestimmt antworten, dass er auf die Intelligenz seiner Zuschauer vertraut und die sich selbst ihr Bild machen müssten.

    Betrachtet ich das Fernsehen als einen Spiegel der Gesellschaft, dann wird mir wirklich flau im Magen. Bei Fernsehen geht es nicht um Qualität. Es geht auch nicht um Tiefe oder gar um Wahrhaftigkeit. Es geht um Manipulation und Einschaltquoten.

    Genauso wie in der Politik oder im Marketing oder in der Wissenschaft.

    Letztlich bestimmt die Nachfrage das Angebot. Und genau hier ist der Haken.

    Liebe Grüße

    Olaf

    Stephymeph schrieb am 14.10.2008 um 15:08

    Deshalb schaue ich seit langem nur noch ARTE ;) Leider deprimiert mich das oft, besonders wenn Sendungen über Monsanto und andere Katastrophen kommen. Aber da gehts dann wenigstens um etwas!

    Es geht ja nicht nur um Einschaltquoten. Das Schlimme ist ja, dass dem unbedarften Zuschauer suggeriert wird, es ging tatsächlich um etwas. Erst kürzlich habe ich mich eingehend mit den deutschen Daily Talks befasst (hab darüber meine Abschlussklausur in Soziologie geschrieben). Darin ging es um die Verschränkung von Privatheit und Öffentlichkeit, um um die Frage, ob es die Massenmedien erlauben, über private Probleme authentisch zu verhandeln. Ich habe die Talks nie ernst genommen, fand sie so ganz unterhaltsam-dämlich, aber seit dieser Untersuchung nehme ich sie durchaus ernst - es ist erschreckend, wie wenig das, was dort Privates erzählt wird, tatsächlich als wichtig erachtet wird (ich habe mich mit dem "emanzipativen MOment" unter Gender-Aspekten beschäftigt). Also selbst das, was sie vorgeben zu sein - nämlich eine Show, in der über Privates und Intimes gesprochen wird, wird nicht erfüllt (denn sie bleiben ja doch arg an der Oberfläche und es geht letztlich nur um Rollen, nicht um die individuellen Schicksale, was interessant wäre).

    Was Raab und Co. angeht, also wer den aushält, is schon arg abgestumpft würd ich sagen ;)

    Herbstlicht schrieb am 14.10.2008 um 21:39


    ...wollen wir solche Werte vermittelt auf die breite Masse dulden?


    Das klingt als hätten wir die Macht darüber, oder da irgendeine Möglichkeit etwas zu drehen. Wie stellst Du Dir das vor?
    Eine gebildete "Fernseh-Gegenströmung" gibt es schon lange (z.B. Arte), ebenso wie die Kritik und die Erkenntnis.
    Ich denke im Fernsehen spiegelt sich "nur" wieder was in den Köpfen der Leute passiert, aber es schafft diese Weltsicht auch und bestärkt sie immerfort. Ein schwieriges (nichtlineares) gekoppeltes System, das ich mir nicht zutraue schlüssig zu beschreiben oder zu bewerten.

    Ich habe schon seit Jahren immer weniger ferngesehen und besitze seit ca einem 3/4 Jahr keinen Fernseher mehr.

    Evita schrieb am 26.10.2008 um 11:45

    Ha! Es gibt eine Lösung! Wir manipulieren die Quoten!!! So wie Moritz Bleibtreu in dem Film Free Rainer!

    Ne Spass beiseite aber bitte schaut Euch alle diesen Film an, Prädikat "uneingeschränkt empfehlenswert"!!

    inaktiver User 21849 schrieb am 31.10.2008 um 17:21

    Es geht um Manipulation und Einschaltquoten.


    Das Problem, was jetzt noch dazu kommt, ist, dass es auch um's Quoten/Kosten Verhältnis geht.
    Sieht man schön bei Sat1 durch den Einstieg der Hedgefonds, wo die News trotz solider Quoten einfach mal abgesetzt wurden, da der Unterhalt der eigenständigen Redaktion zu teuer wäre...

    Naja, schaue auch nur noch recht wenig fern, wobei ich finde, dass sich Serien wie Simpsons (eher die alten Folgen),Stromberg, oder Dr. Psycho noch wenigstens etwas vom Einheitsbrei abheben.
    Das Problem ist dabei, dass solche Serien dann nicht so der Quotenbringer sind und immer kurz vor der Absetzung stehen.

    Aber was will man auch erwarten, wenn sich das Publikum anscheinend an den über die ganzen Jahre gesendeten Mist gewöhnt hat?!