Deutschlands Website Nr. 1 für nachhaltigen Konsum

Erneuerbare Energien / Energiespeicher und Netze

Ausbau des Stromnetz oder dezentrale Speicher ?

inaktiver User 38734 schrieb am 25.10.2010 um 16:35

Große Batteriespeicherstationen sind noch etwas relativ neues, hier hatte ich ja schon etwas dazu gepostet.
Auch in Texas hatte man dieses Jahr einen Monsterakku in Betrieb genommen.

Dort war es einfach ein Rechenexempel, der Ausbau der Stromzuleitung hätte rund 28,5 Mio Euro gekostet, die Batteriestation mit 32 MWh kostet hingegen nur knapp 18 Mio Euro.

Mit 32 MWh lassen sich 3200 Haushalte für 24 Stunden mit Strom versorgen.

Aus diversen Kleinanzeigen im Internet konnte ich mittlerweile schon kWh Preise für Lithium Akkus von rund 300 Euro ermitteln, demnach ließe sich eine Speicherstation mit 5 MWh, die immerhin 500 Haushalte für 24 Stunden allein versorgen könnte, für schätzungsweise 2 bis 2,5 Mio Euro realisieren.

Da drängt einem sich doch die Frage auf was mehr Sinn macht, der Stromnetzausbau, mit all seinen Genehmigungsrechtlichen ( auch Zeit ) Fragen, oder der deutschlandweite Aufbau von dezentralen Speichereinheiten.

    Steffen Walter schrieb am 25.10.2010 um 16:41

    Ich halte es da mit Hermann Scheers Argumentation für Dezentralität in seinem Buch "Der energet(h)ische Imperativ". Dezentrale Speicherlösungen (die quasi täglich interessanter, weil preislich und leistungsmäßig attraktiver werden) dürften insgesamt schneller zu realisieren sein und wären im Sinne der über die Orte/Regionen verteilten "vielen Eigentümer/Erzeuger". Dem gegenüber steht die Idee der sogenannten "Supergrids", die ein genehmigungstechnischer Albtraum wären und zentralistische Strukturen weiter zementieren würden.

    Dude schrieb am 26.10.2010 um 08:52

    Eine sehr interessante Rechnung. Fragt sich, wie die Energie-/Ressourcenbilanz beider Möglichkeiten aussieht.
    Ich glaube wir brauchen beides bessere Netze und Speichertechnologie. Vielleicht geht bei den Netzen auch so etwas wie beim Repowering der Windkraftwerken, dass man schwache Netzteile durch stärkere ersetzt und damit keine großen landschaftlichen Veränderungen verursacht.

    inaktiver User 38734 schrieb am 08.11.2010 um 15:12

    Speicher für dezentral erzeugten Solarstrom gehen in Pilotfertigung

    Freiburg, 08. November 2010, Erneuerbare Energien und Elektromobilität sind zentrale Themen der Fraunhofer-Energieforschung. Dabei ist die Entwicklung leistungsfähiger Energiespeicher für den rasant wachsenden nationalen aber auch für den internationalen Photovoltaik-Markt sowie für Solarstrom betriebene Elektroautos von zentraler Bedeutung. Das Fraunhofer ISE baut jetzt seine Aktivitäten auf diesem Gebiet aus, in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ISIT in Itzehoe. Dort wird am 5. November 2010 die enge Kooperation mit der Firma »Dispatch Energy« im Rahmen einer Festveranstaltung gestartet. Der schleswigholsteinische Wirtschaftsminister Jost de Jager und Dr. Georg Rosenfeld, Hauptabteilung Unternehmensentwicklung der Fraunhofer-Gesellschaft, stellen die neuen Aktivitäten und Hintergründe einem breiten Publikum aus Wissenschaft und Industrie vor.

    Während das Fraunhofer ISE sein Know-how auf dem Gebiet des Batteriemodul- und Batteriesystembaus, der Entwicklung von Batterie- und Energiemanagementsystemen sowie der Integration in netzgekoppelte und netzunabhängige PV-Systeme einbringt, verfügt das Fraunhofer ISIT über eine neue Pilotzellfertigung, die ebenfalls anlässlich der Festveranstaltung vorgestellt wird. Vor diesem Hintergrund entschloss sich das junge Unternehmen Dispatch Energy Innovations GmbH, seinen Geschäftssitz von Heidelberg nach Itzehoe in die direkte Nachbarschaft des Fraunhofer ISIT zu verlagern. An dem Standort in Schleswig-Holstein bündelt das Unternehmen seine primären Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten – samt einer Kleinserienfertigung. Die Dispatch Energy Innovations GmbH fokussiert sich auf die Forschung, Entwicklung und Produktion sowie den Vertrieb von elektrochemischen Stromspeichersystemen auf Basis der Lithium-Ionen Polymer-Technologie. Um den Bedürfnissen des Wachstumsmarkts der erneuerbaren Energien gerecht zu werden, hat »Dispatch Energy« ein Batteriekomplettsystem in Zusammenarbeit mit den beiden Fraunhofer Instituten ISE und ISIT entwickelt, das die Zwischenspeicherung und Eigennutzung von dezentral erzeugtem Solarstrom ermöglicht – und das zu deutlich wirtschaftlicheren Konditionen im Vergleich mit heute verfügbaren Speichertechnologien.

    Im Rahmen der feierlichen Eröffnungszeremonie wird das erste Batteriespeichersystem der Black Diamond Serie vorgestellt. Diese Speichersysteme werden in einer ersten Expansionsphase für dezentrale gebäudeintegrierte PVAnlagen auf den Markt gebracht. Mit einer Kapazität von fünf Kilowattstunden ermöglicht dieses System die Eigennutzung des erzeugten PV-Stroms auch in der Nacht.

    »Aufgrund der sehr hohen Zyklenfestigkeit, der kalendarischen Lebensdauer der Zelltechnologie und dem ausgefeilten modularen Systemkonzept mit integriertem Batteriemanagementsystem ist es möglich, den Batteriespeicher über die heute übliche Lebensdauer einer Photovoltaik-Anlage effizient zu nutzen. Damit passt sich das Batteriesystem auch an die garantierte Lebensdauer der übrigen Komponenten einer netzgekoppelten Photovoltaik- Anlage an«, so Dr. Matthias Vetter, Leiter der Gruppe Photovoltaik-Inselanlagen und Batteriesystemtechnik am Fraunhofer ISE in Freiburg. Das System ist tiefentladungs- und überladungssicher und bietet einen Wirkungsgrad von über 95 Prozent. Ferner ermöglicht seine modulare Bauweise eine einfache Ankopplung an marktverfügbare Laderegler und Wechselrichter. Vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten erlauben dem Kunden zu jeder Tages- und Nachtzeit, Informationen zum aktuell verfügbaren Stromvorrat abzurufen – wahlweise per Touchscreen, Laptop oder Smartphone.

    »Dispatch Energy« wird ab Mitte 2011 Systeme für die Zwischenspeicherung von regenerativ erzeugtem Strom in Serie fertigen. Der Produktionsprozess, der modernen industriellen Standards entspricht, ermöglicht eine Zellfertigung unter Trockenraumbedingungen und ist nach oben skalierbar. Die Zellen werden entsprechend dem vom Fraunhofer ISE entwickelten Konzept zu Batteriemodulen verschaltet, die sich wiederum abhängig von der Zielanwendung zu Batteriesystemen mit unterschiedlichem Energieinhalt verschalten lassen. Hierfür wird das Unternehmen bis zu 20 neue Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung sowie Produktion einstellen, um jährlich über 1000 Photovoltaik-Haushalte mit Batteriesystemen auszustatten. Der offizielle Produktionsstart ist für Sommer 2011 vorgesehen. Bis dahin werden an dem Standort ausgewählte Projekte mit Industriepartnern umgesetzt. Eine Großserienfertigung mit einer Gesamtkapazität von 250 Megawattstunden befindet sich in Planung.



    Quellen: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

    http://www.photovoltaik-guide.de/speicher-fuer-dezentral-erzeugten-solarstrom-gehen-in-pilotfertigung-14281?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

    inaktiver User 38734 schrieb am 02.01.2011 um 13:07

    Die aktuellen LiFoPO4 Akkus von Thundersky haben selbst nach 5000 Ladezyklen noch eine Ladekapazitätsfähigkeit von 70% http://lithiumstorage.com/index.php?main_page=page&id=47

    Eine Batterie mit einer kWh Kapatität könnte also über 5000 Zyklen rund 4000 kWh zwischenspeichern, bei einem derzeitigen kWh Preis von rund 300 Euro würde das Speichern einer kWh also unter 10 Cent kosten.

    Bei Stromüberschuß wurde der negative Preis auf eine Bandbreite von 150 bis 350 Euro pro MWh festgelegt, also -15 bis -35 Cent pro kWh. Würde man diesen Strom in solchen Batterien zwischenspeichern, würde die kWh allein schon durch das Speichern Profit erwirtschaften, diesen Strom dann noch in Zeiten verkauft in denen hoher Strombedarf herrscht würde solche Speicher allemal rentabel machen.

    Man sollte also durchaus genauestens überlegen ob man Unsummen in einen Stromnetzausbau steckt der Strom nur verteilt, aber nicht speichert, oder ob das Geld nicht viel besser in Speicherbatterien angelegt ist !

    Das aktuelle Stromnetz würde jedenfalls bei einer intelligenten Anordnung vieler Speicherinheiten vollkommen ausreichen, man müsste nur zu Zeiten des geringeren Strombedarf den Stromüberschuß an die entsprechenden Stellen leiten.