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Erneuerbare Energien / Energiespeicher und Netze

Das Elektroauto als Speicherkraftwerk

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inaktiver User 38734 schrieb am 09.11.2009 um 21:05

Elektroautos als Stromspeicher im Vergleich
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Das Elektroauto ist für das Stromnetz besonders interessant: Es wird zum Speicher für erneuerbaren Strom, den es an der Steckdose tankt und bei Bedarf auch wieder abgeben kann. Das Elektroauto wird zum Regelenergiekraftwerke, d.h. zu einem Stromerzeuger oder aber auch Stromverbraucher, der nach Bedarf aktiviert werden kann. Mit diesen Regelkraftwerken - bisher vor allem Pumpspeicher-Wasserkraftwerke - wird die im Stromnetz notwendige Deckungsgleichheit von Angebot und Nachfrage herbeigeführt.

Schon heute ist der Anteil insbesondere von Windstrom im Stromnetz zu bestimmten Zeiten (abends, nachts) in einigen Regionen so hoch, dass ein Überangebot vorherrscht. Stromnetzbetreiber klemmen sogar Windkraftanlagen vom Netz ab, da die Netzkapazitäten teilweise nicht ausreichen, um den Windstrom zu den Verbrauchern zu transportieren.

Der Strombedarf der Elektroautos trifft nun genau auf diese Angebotsspitzen: Elektroautos werden üblicherweise über Nacht zum Aufladen ihrer Batterie an die heimische Steckdose gesteckt – wenn Überschüsse von Windstrom zur Verfügung stehen. Solange Elektroautos am Stromnetz hängen, könnten aber nicht nur die Spitzenleistungen der Solar- und Windkraftanlagen abpuffern, sondern – intelligente Regelungstechnik vorausgesetzt – Strom aus ihren Batterien zur Verfügung stellen, um diesen bei Bedarf wieder zurück ins Netz zu speisen; z.B., um plötzliche Bedarfsspitzen im Netz abzudecken.

Der Vergleich von Elektroauto mit Batteriespeicher und dem Pumpspeicherkraftwerk „Goldisthal“ in Thüringen zeigt, dass schon 100.000 Elektroautos dieselbe Leistung zur Stromproduktion bieten wie die Wasserturbinen von Goldisthal (1 Gigawatt/GW, entsprechend der Leistung eines Atomreaktors). Eine halbe Million Elektroautos würde bereits dieselbe Speicherkapazität wie der Speichersee bieten (8,5 GWh). Würde der gesamte deutsche Fahrzeugpark von 45 Mio. Fahrzeugen elektrisch angetrieben, könnten diese Fahrzeuge alleine mit ihren Batterien eine „Kraftwerks“-Leistung von 450 GW bieten, mehr als sechsmal so viel wie der maximale Leistungsbedarf des deutschen Stromnetzes (74 GW).

Quelle: http://www.unendlich-viel-energie.de/de/verkehr/detailansicht/browse/2/article/185/elektroautos-als-stromspeicher-im-vergleich.html

Das Elektrofahrzeug als Regelenergiekraftwerk des Solarzeitalters
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    inaktiver User 38734 schrieb am 29.11.2009 um 18:05

    Das Elektrofahrzeug als Regelenergiekraftwerk des Solarzeitalters



    Leider ist auch heute noch einer der gängigsten Einwände gegen die Umlenkung zu einer hundertprozentigen solaren Energieversorgung der Ausspruch "aber nachts scheint halt keine Sonne". Vom Inhalt her das gleiche Argument, nur wissenschaftlicher verpackt, ist die Behauptung, dass durch die Wetterabhängigkeit der solaren Technologien, vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit, so viele Regelenergiekraftwerke bereitgehalten werden müssten, dass diese im Prinzip auch gleich die gesamte Energieversorgung übernehmen könnten.

    Das beide Aussprüche sachlich nicht haltbar sind haben nicht nur theoretische Studien widerlegt sondern auch die praktischen Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt. Das Zusammenspiel der verschiedenen solaren Technologien (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Erdwärme) kann die naturbedingten Schwankungen sehr gut ausgleichen.

    Fernab des Stromnetzes gibt es noch viel länger eine praxiserprobte Strategie, die das "Wetterproblem"- Argument entkräftet: Solarenergie plus Batterie. Gepaart mit geschicktem Energiemanagement sind Energiespeicher schon heute oft die billigste Lösung.

    Aber auch für die zukünftige Energieversorgung eines Landes, das bereits über ein bestehendes Stromnetz verfügt, könnte die Batterie eine zentrale Rolle spielen – nur sollte man sie dann vermutlich gleich zwischen vier Räder packen und "Elektrofahrzeug" nennen.

    ...weiter




    Quelle: http://www.unendlich-viel-energie.de/uploads/media/Engel-V2G-Regelenergiekraftwerk.pdf

    berniewa schrieb am 29.11.2009 um 18:43

    Sehr guter Hinweis. Hatte ich ähnlich auch bei www.eurosolar.de gelesen.

    Gleichwohl ist zu bedenken, dass Pkw Parkflächen (ver)brauchen und der Reifenabrieb sehr schädliche Substanzen enthält, z.B. Cadmium, so dass ich in Städten trotzdem Verkehrskonzepte gut finde, bei denen möglichst wenige Leute einen eigenen Pkw besitzen, wenn aber, dann einen möglichst kleinen (und leichten, dadurch sparsameren, denn auch die Energie für die Akkus muss erst erzeugt werden!)

    ralfB schrieb am 07.01.2010 um 11:12

    Hallo Jimbob,
    Ein Auto kann i.d.R. nur einen kleinen Teil seiner Batteriekapazität als Speicher dem Netz zur Verfügung stellen. Die Kosten für einen Inverter (nötig für die Einspeisung) kann man durch den finanziellen Wert der Einspeisung nicht wieder rein holen - das Geld steckt man besser in Netzausbau bzw. Pumpspeicherkraftwerke.
    Grüße,
    Jason

    inaktiver User 38734 schrieb am 07.01.2010 um 12:15

    Hallo Bruder,

    zur Zeit magst Du sicher richtig liegen, wenn Du aber mal einen Blick auf das Forum "Entwicklungen in der Batterietechnik" wirfst, kannst Du sehen das sich schon in absehbarer Zeit bezüglich Batteriekapazität, Ladezyklenzahl und Kosten sehr viel tun wird.

    Letztlich sind es ja nur diese drei Faktoren die darüber entscheiden ob das Elektroauto als Stromnetzpuffer taugt oder nicht.

    Was den Inverter betrifft gibt es wohl von Siemens schon fertige Module die sowohl für das Lademanegment als auch die Rückeinspeisung taugen, das ist dann auch nur eine Frage der Massenfertigung.

    Der Netzausbau und die Entwicklung anderer Speicher müßen natürlich auch schnellstens vorangetrieben werden !

    Herzliche Grüße

    Jim Bob

    Jens.Hansen schrieb am 07.01.2010 um 12:24

    Hallo Jason, genau diese Entwicklung versuchen EWE und Karman mit dem E3 zu realisieren.
    http://www.netzwelt.de/news/81165-elektroauto-e3-gruene-hoffnung-ewe-karmann.html

    Grüße
    Jens

    Dude schrieb am 07.01.2010 um 17:51

    Außerdem gibt es noch das Konzept der Batterietankstelle (bzw. Batterieaustauschstelle), bei der nicht die Batterie im uto geladen wird, sondern man fährt mit dem Auto wie gewohnt zu einer Tankstellle, wo der komplette Batteriepack ausgewechselt wird. Soll nicht länger dauern als einen Tank zu befüllen.

    Diese Tankstellen könnten wesentlich flexibler, effizienter und kostensparender das Laden der leeren Batterien vornehmen.


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