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Essen & Trinken / Allgemeines

Wie viel kostet Bio-Ernährung?

inaktiver User 18720 schrieb am 30.10.2008 um 16:59

Sagt mal, liebe Mitutopisten, wenn es euch nicht zu privat ist, wie viel im Monat gibt ihr fürs Essen und Getränke aus, pro Person im Haushalt.
Bei mir und meinem Mann sind es ca. 135 euro pro Monat und Kopf (auswärts essen nicht mitgerechnet, er isst jeden Tag in der Kantine, und zusammen 1-2 Mal in Monat)
Von dem, was wir einkaufen, sind ca. 90 Prozent Bio - nicht weil es schick ist, sondern weil es besser schmeckt und weil wie keinen Grund sehen, die Umweltzerstörende, auf Chemie basierte industrielle Landwirtschaft zu unterstützen.
Was ich so mit Bekannten, normalen arbeitenden Menschen, gesprochen habe, habe ich den Eindruck, dass auch die, die kaum Bio kaufen, dasselbe oder sogar mehr ausgeben. Trotzdem wird in den Medien immer behauptet, Bio können sich nur Besserverdienende leisten, und viele klagen immer noch, es ist so teuer.
Bin langsam zu der Überzeugung gekommen, dass die Ausgaben viel mehr damit zu tun haben, wie man sich allgemein ernährt, und nicht, ob es Bio ist, oder nicht. Also ob man viel fertiges oder eher Rohstoffe kauft, Markenprodukte oder nicht, einmal die Woche oder fast täglich einkaufen, Spontankäufe oder nicht usw.
Interessant fand ich auch, als ich neulich festgestellt habe, dass unsere Lebensmittelausgaben seit Anfang 2007 nicht gestiegen sind. Natürlich gibt es monatliche Schwankungen, aber der Durchschnitt ist nicht höher, auch wenn vieles dieses Jahr angeblich teurer geworden ist.

    Rinaldo schrieb am 30.10.2008 um 18:12

    wollte ich schreiben. da mach ich mit, denn das thema interessiert mich auch. möchte dazu vorschlagen, dass wir mal die einzelpreise von konvi zu bio gegenüberstellen. ist vielleicht regional und saisonal verschieden, aber gut +/- kommen wir dann zu einem echten vergleich.

    das sich die ausgaben für essen und getränke, ob bio oder konvi, nicht unterscheiden kann sein, aber wirklich vergleichbar wird es doch nur bei vergleichbaren waren, denn wenn eine familie 10 liter wein trinkt und die andere nicht.....schon ist die eine teurer, aber der vergleich hinkt.

    also los geht's, normaler supermarkt https://www.mercadona.es/entrada.php in spanien:

    mozarella 125 g, 0,69 ?
    eier 6 st, 0,88 ?
    spaghetti 1 kg, 1,96 ?
    bananen 1 kg, 0,99 ?
    granatäpfel 1 kg, 1,75 ?
    äpfel rot 1 kg, 1,69 ?
    kleine birnen 1 kg, 1,75 ?
    kaffee gemahlen 250 g, 1,o9 ?
    nussbrot 1 kg, 3,80 ?
    fisch goldbrasse 1 kg, 5,10 ?
    fisch wolfsbarsch 1 kg, 13,50 ?
    fleisch kaninchen ganz pro 1 kg, 6,49 ?
    fleisch ganzes freilandhuhn 1 kg, 3,09 ?
    frischkäse 1 kg, 3,98 ?
    baguette 210 g, 0,52 ?
    vollkornreis 1 kg, 1,39 ?
    weintrauben 1 kg, 1,89 ?
    eisbergsalat 1 kg, 2,25 ?
    blumenkohl 1 kg, 1,38 ?
    gurken 1 kg, 1,83 ?
    kartoffeln 1 kg, 0,40 ?
    tomaten 1 kg, 1,27 ?
    champipnons 1 kg, 1,30 ?
    grüne paprika 1 kg, 2,83 ?
    karotten 1 kg, 0,65 ?
    blattsalat 1 kg, 4,75 ?
    müsli aktiv 750 g, 1,99 ?
    vollmilch/h-milch 1,5 l, 1,49 ?
    spanisches bier, glasflasche 1 l, 1,12 ?

    demnächst mehr, auch spanische bioeinkäufe....

    Rinaldo schrieb am 30.10.2008 um 19:27

    hier hineinpacken würde ist: den berliner finanzsenator sarrazin.
    der hat aufgezeigt, anhand eines speiseplans, dass selbst ein hartz4 empfänger sich von dem regelsatz für ernährung, in höhe von 128 Euro/person/monat, gut ernähren kann.
    und wir haben hier auch jemanden.....den frag' ich jetzt gleich selbst......der hat sich einige zeit sogar davon bio-ernährt.

    wie das geht und was nicht geht interessiert mich, gehen doch die meinungen mit wieviel man leben kann und wieviel man braucht um sozial integriert zu sein dermaßen auseinander, dass dieses thema jetzt reale klarheit verschafft werden kann, dank utopia, auch für den sarrazin ;-)

    der 3-tägige speisenplan ist übrigens hier detailliert zu finden:
    koeln-montag.so36.net/speiseplan.php

    Gundula schrieb am 30.10.2008 um 22:57

    Für unsere 4köpfige Familie lasse ich jede Woche ca. 60,- bis 70,- Euro bei unserem Biolieferanten

    Stephymeph schrieb am 30.10.2008 um 23:12

    ok, genauer, was heißt biolieferant? biokiste, wochenmarkt, bioürodukte ausm basic, etc...da muss man auch schauen welche art von händler das ist oder? wir reden hier doch davon, wie die möglichkeiten für wenigverdiener aussähen oder? und wie die verfügbarkeit ist. das wäre auch interessant!

    Claudia Nabbefeld schrieb am 30.10.2008 um 23:49

    Wir leben hier zu zweit, allerdings schauen meine Tochter und meine Enkel hier regelmäßig vorbei und sind besonders auf mein Obst scharf.

    Unsere Ausgaben für Bioessen, zu mehr als 90% bio, liegen bei etwa 150 Euro pro Woche. Dafür sind wir ansonsten eher bescheiden, aber gutes Essen war in meiner Familie schon immer sehr wichtig!

    Meine Biolebensmittel beziehe ich über www.bringmirbio.de, ein deutschlandweiter Lieferservice mit erstklassigem Obst und Gemüse und beim nächsten Hofladen, dort vor allem hofeigenes Fleisch, Wurst und Käse.

    Seit ich einen eigenen Haushalt habe, kaufe ich kaum was anderes als Bioprodukte, die schmecken einfach besser, aber auch der Umweltaspekt war mir schon immer auch sehr wichtig!

    Claudia

    strangeways schrieb am 31.10.2008 um 06:50

    4-köpfiger Haushalt / pro Monat:

    200 ? Gemüsekiste von Bioland-Betrieb
    50 ? Tofu, Milch aus dem Bioladen (Demeterqualität o.ä.)
    400 ? alles andere (darunter zu 40% Supermarktprodukte mit EU-Biosiegel)

    Fuchshub schrieb am 31.10.2008 um 07:09

    Den Bio-Speiseplan des Herr Finanzsenator finde ich sehr interessant...und absolut umsetzbar.
    Steht er doch im krassen Gegensatz zu dem was meistens in Hartz4 Haushalten an "Nahrungsmitteln" (ich vermeide hier den Begriff "LEBENSmittel") konsumiert wird.

    audhur schrieb am 31.10.2008 um 08:33

    hier hineinpacken würde ist: den berliner finanzsenator sarrazin.
    der hat aufgezeigt, anhand eines speiseplans, dass selbst ein hartz4 empfänger sich von dem regelsatz für ernährung, in höhe von 128 Euro/person/monat, gut ernähren kann.


    Ja aber: Wo kann ich eine Scheibe Bierschinken, 1/2 Gurke oder 100g Quark kaufen? Ich finde, das ist etwas schräg gedacht. Dennoch kann man sich gut und günstig ernähren. Wir geben auch nicht viel mehr fürs Essen aus als ein ALGIIer zur Verfügung hat. Wir kochen nur anders (mind. 90% Bio und/oder regional). Schaut doch mal rein bei "meine Welt". Ich glaube nicht, dass meine Rezepte unzumutbar sind ;-)

    Fuchshub schrieb am 31.10.2008 um 08:53

    Ganz einfach:
    man stellt einen Essensplan für die ganze Woche auf und kauft so vorausschauend ein, dass auch sämtliche Reste im Laufe der Woche verkocht, gegessen und genützt werden können.

    Wir wohnen hier am Ende der Welt, nächste Einkaufsmöglichkeit ca. 10 km entfernt und machen das auch nicht anders....

    Serpente schrieb am 31.10.2008 um 09:11

    Wir waren bis vor kurzem sechs Personen und haben mit Sicherheit weniger Geld für Essen ausgegeben, als viele kleinere Familien - bei jedenfalls 98 % Bioprodukten. Einen direkter Preisvergleich halte ich nicht für sinnvoll. Selbstverständlich sind die einzelnen Bioprodukte teurer. Es kommt eher darauf an, wieviel an verarbeiteten Produkten gekauft wird oder ob Tiere gegessen werden.

    Bei unseren unterdurchschnittlichen Ausgaben haben wir auch teure "Luxusprodukte" dabei, machen dafür aber z.B. Brot und Gebäck selber. Dadurch lohnt sich der Getreidekauf in großen Mengen beim Bauern. Es ist eine Mischung aus sehr billigen Einkaufsmöglichkeiten, aber auch manch "teuren" Zutaten, insgesamt jedoch im Durchschnitt sogar billiger als das in unserem Umfeld übliche "Fabrikfutter".

    Grüße
    Susanne