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Initiative Veggie-Tag / News zum Veggie-Tag

Bündnis 90/Die Grünen unterstützen den „Veggie-Tag“

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lukita schrieb am 04.12.2010 um 12:26

Auf der Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/die Grünen vom 19.-21. November 2010 in Freiburg wurde die Unterstützung der Veggie-Tag Initiative beschlossen.

Links: Antrag (html), Beschluss (pdf)

32. Ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz
Freiburg, 19.-21. November 2010

Beschluss (vorläufig, Stand: 23.11.2010)
Bündnis 90/Die Grünen unterstützen den „Veggie-Day“

Mit der Unterstützung des „Veggie Day“ wollen wir Flagge zeigen gegen die zerstörerischen Mittel der industriellen Agrarproduktion: Raubbau an Klima und Natur, ungerechte Verteilung von Boden, Wasser und Nahrung, Verschwendung von Lebensmitteln und tierquälende Massentierhaltung. Wir lehnen jede agrarindustrielle Tierproduktion ab, die Lebewesen zu Billig-Burgern macht. Mit einer kleinen Veränderung unseres Lebensstils stehen wir für gute und auch genussvolle Alternativen zum übermäßigen Fleischkonsum. “Weniger“ ist hier mehr Lebensqualität!

Ebenso wie im Bereich Energie müssen wir in der Ernährung zu Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und Verteilungsgerechtigkeit kommen. Es darf nicht sein, dass 50% unserer Nahrung verschwendet wird, während 20 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Unterernährung sterben. Wenn alle so leben würden wie wir, bräuchten wir mehr als 2,5 Planeten! Mit der nötigen Veränderung unseres Konsumstils wollen wir Teil einer weltweiten Bewegung des guten Konsums sein.

Auf Initiative der Grünen hat Bremen als erste deutsche Großstadt die Initiative „Vegetarischer Donnerstag“ unterstützt. Bremens 550 000 Einwohnerinnen und Einwohner ersparen, wenn sie sich einen Tag pro Woche fleischfrei ernähren, der Atmosphäre ein CO2-Abgasäquivalent von 40 000 Autos pro Jahr. Zahlreiche Städte sind gefolgt, zum Teil mit anderen Aktionen, wie Freiburg mit dem Veggie-Streetday. Auch Unternehmen, wie z.B. die Puma AG, die Versicherungskammer Bayern, Lebensbaum und auch NGOs wie die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Umwelt haben sich der Kampagne angeschlossen und in ihren Kantinen den „Veggie Day“ umgesetzt. Die Grüne Jugend steht bereits beispielhaft für eine mit dem Klima-, Umwelt- und Tierschutz in Einklang stehende Ernährungsweise und geht dabei mit ihren Forderungen und ihrer verbandsinternen Umsetzung weit voraus.

Das Private ist politisch, das gilt besonders für den Einkaufskorb und führt dazu, die Politik in die Pflicht zu nehmen für neue Rahmenbedingungen. Wenn wir effektiven Klimaschutz sowie sozial-ökologische Verteilungsgerechtigkeit vorantreiben wollen, müssen wir uns ein Stück von unserem „eingefleischten“ Lebensstil verabschieden.

Laut Welternährungsorganisation FAO und Weltklimarat IPPC stammen 18 Prozent der globalen Treibhausgase aus der Tierhaltung. Das gilt für klimaschädliches Methan und Lachgas in der Rinderhaltung aber vor allem für den unverhältnismäßigen Flächenverbrauch, welcher der Intensivtierhaltung durch die Massenproduktion von Futtermitteln wie Soja oder Mais zugrunde liegt. Während ein durchschnittlicher Deutscher einen Wohnraum von 44 m² in Anspruch nimmt, nutzt er zusätzlich 1300 m² für den Futtermittelanbau! Dabei stammen 65 Prozent des nach Europa importierten Sojas , das auf einer Fläche von über 30 Millionen Hektar angebaut wurde, aus Brasilien oder Argentinien. Dort wurde in den letzten 40 Jahren fast ein Fünftel des Amazonasregenwaldes brandgerodet, um zunächst Weideland und dann Flächen für den Anbau von Soja zu schaffen, was riesige Mengen an Treibhausgasen freisetzte. Nicht nur die einzigartigen Lebensräume des Regenwaldes und die Biodiversität werden so unwiederbringlich zerstört, sondern auch dessen Potential, CO2 und Feuchtigkeit zu speichern. Weniger Fleisch ist somit eine Grundvoraussetzung zur Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks.

Weniger Fleisch – und dafür besseres – bedeutet bei einem geschätzten Anstieg der Weltbevölkerung auf 9 Milliarden Menschen bis 2050 und dem damit einhergehenden gesteigerten Nahrungsmittel-, Wasser- und Fleischbedarfs einen Beitrag zur Verringerung des Hungers weltweit. Nach einem aktuellen Bericht des UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Nahrung, Oliver de Schutter, hungern 500 Mio. Kleinbauern weltweit, weil Ihnen Ihr Land für den Anbau von „Cash Crops“, der Großteil davon Futtermittel, streitig gemacht wird.

Die Einführung eines fleischfreien Tages in der Woche ist ein wichtiger Schritt dahin, mehr Menschen zum Nachdenken über „eingefleischte“ Konsumgewohnheiten zu bewegen. Der „Veggie-Day“ ist eine wirksame Demonstration gegen die Ausbeutung und die internationalen Agrarkonzerne, die mit Gen-Soja und Pestiziden, Massenfleischproduktion und Fast Food Millionen verdienen – zu Lasten der Menschen und der Umwelt.

Bündnis 90/Die Grünen unterstützen die „Veggie-Day“ Kampagne und setzen sich auf allen politischen Ebenen und in ihren eigenen Veranstaltungen und Gremien für die Umsetzung ein.

    gerfi schrieb am 04.12.2010 um 16:30

    Ein Grund mehr die Grünen zu wählen.
    Es ist ein Novum, dass eine im Bundestag vertretene Partei einen solchen Beschluss fasst, Hut ab!

    lasher schrieb am 10.12.2010 um 15:31

    Spitze!
    Zwar sagt der Umweltreferent noch NEIN bei uns in Nürnberg, aber wir sind auch dran ;-)

    lukita schrieb am 11.12.2010 um 11:35

    @lasher: Ich habe von Eurer Initiative in Nürnberg hier erfahren. Eure Website gefällt mir sehr gut. Weiterhin viel Kraft und Erfolg!

    Schneider Walter schrieb am 19.12.2010 um 20:08

    Außerdem: Zwei Fleischfreie Tage pro Woche würden die komplette Massentierhaltung mitsamt ihrer Tierquälerei ad Absurdum führen. Als zusätzlicher "Nebeneffekt" würden jede Menge Klimagase nicht produziert. Die Welt zum Besseren verändern können NUR WIR KONSUMENTEN. Erst wenn Produkte aus Massentierhaltung nicht mehr gekauft werden, werden sie auch nicht mehr produziert. KONSUMENTEN NUTZT EURE MACHT und gebt EUER Wissen weiter, denn nur der aufgeklärte Mensch kann Entscheidungen nach SEINEM Gewissen treffen.


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