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'Ökorrekte' Herrenunterwäsche ?

    inaktiver Utopist 25343 schrieb am 11.02.2009 um 20:59

    Bei Dennree-Läden gibt es die Wäsche von Living Crafts. Die haben auch einen Online-Shop. Da gibt es Baumwollunterwäsche in rot, schwarz und weiß. Kostenpunkt ca. 10-12 ? pro Herren-U-Hose aus KBA-Baumwolle. Sobald beim "denn´s" meine Größe in der richtigen Farbe wieder vorrätig ist, werde ich die Damenversion mal testen. ;-)

    Gundula schrieb am 11.02.2009 um 22:59

    @derseriösereiter
    Micromodal wird aus Holz gewonnen und hat eine günstigere Ökobilanz (z.B. Wasserbedarf).

    Weißt Du mehr über die Ökobilanz von Micromodal?
    Soweit ich nachgelesen habe, wird die Zellulose des Holzes chemisch aufbereitet, wie bei Viskose. Da erscheint es mir interessant, wie das nachhaltig gut gemacht wird - darüber habe ich leider nichts gefunden. Gut informiert wird über den Ursprung des Rohstoffes: einheimisches Buchenholz aus nachhaltigem Anbau. Aber was geschieht mit den verwendeten Chemikalien? Können sie mehrfach genutzt werden?
    Bei dem Wasser kann ich mir leicht vorstellen, daß die Ökobilanz besser ist, als bei Baumwolle, die zum Teil sehr uneffektiv bewässert werden muß. Auch daß das Holz einheimisch ist, ist mir sympatisch.
    Nur die notwendige chemische Aufbereitung des Rohstoffes Holz stört mich. Aus dem Grund kaufe ich auch keine chemisch aufbereitete Viskose- oder Bambuskleidung. Auch wenn sie positive Eigenschaften haben mag...

    inaktiver User 17881 schrieb am 20.02.2009 um 22:00

    Unterwäsche gibt es von Leela Cotton und Living Crafts..

    Herbstlicht schrieb am 20.02.2009 um 22:05

    qualitativ ist die von living crafts ziemlich gut. zumindest mir sind bisher nur Strümpfe kaputt gegangen. das Sortiment ist halt eher klein

    derseriösereiter schrieb am 21.02.2009 um 23:42

    @derseriösereiter


    Weißt Du mehr über die Ökobilanz von Micromodal?
    Soweit ich nachgelesen habe, wird die Zellulose des Holzes chemisch aufbereitet, wie bei Viskose. Da erscheint es mir interessant, wie das nachhaltig gut gemacht wird - darüber habe ich leider nichts gefunden. Gut informiert wird über den Ursprung des Rohstoffes: einheimisches Buchenholz aus nachhaltigem Anbau. Aber was geschieht mit den verwendeten Chemikalien? Können sie mehrfach genutzt werden?
    Bei dem Wasser kann ich mir leicht vorstellen, daß die Ökobilanz besser ist, als bei Baumwolle, die zum Teil sehr uneffektiv bewässert werden muß. Auch daß das Holz einheimisch ist, ist mir sympatisch.
    Nur die notwendige chemische Aufbereitung des Rohstoffes Holz stört mich. Aus dem Grund kaufe ich auch keine chemisch aufbereitete Viskose- oder Bambuskleidung. Auch wenn sie positive Eigenschaften haben mag...


    Hallo Gundula, du hast Recht, ohne Chemie - kein Modal. Hier ist Lenzing, der Hersteller der Fasern ziemlich weit. Bei Tencel, beispielsweise ist der Kreislauf vollständig geschlossen. Zu Micromodal habe ich folgendes gefunden:

    "Das Produktionsverfahren von Lenzing Modal® ist höchst optimiert.
    Die Erfahrung von sieben Jahrzehnten fließt in die Produktionstechnologie
    ? umweltschonende Verfahren und maximale
    Kreislaufschließungen sowie die optimale Nutzung des Rohstoffes
    Buchenholz sind einzigartig in der Branche und machen die
    Produktion dieser Faser zum weltweiten Best Practice. Durch die
    Gewinnung wertvoller Nebenprodukte aus dem Rohstoff Holz
    wird das Buchenholz bestens genützt. Neben Cellulosefasern
    können so lebensmittelreine Essigsäure, Xylose für die Herstellung
    von Karies hemmendem Süßstoff oder Natriumsulfat für die
    Glasherstellung gewonnen werden."

    Der Auszug ist aus diesem Dokument:
    [Link entfernt: Unterseite nicht mehr erreichbar (lenzing.com)]
    Für mich ist bei der Umwelt Betrachtung ein sehr wichtiger Punkt die Verarbeitung und Haltbarkeit der Produkte. Ich finde, das wird zu selten erwähnt. Ich will jetzt nicht Bio Material und Haltbarkeit gegeneinender gewichten (ideal ist natürlich wenn beides Top ist), aber die Hop und Weg Mentalität ist äußerst schädlich für die Umwelt.

    Daher mag ich Sachen, die solide verarbeitet sind und lange halten, wie bei Albert Kreuz. Gruß, Peter

    Gundula schrieb am 22.02.2009 um 01:26

    höchst optimiert -
    ? umweltschonende Verfahren und maximale
    Kreislaufschließungen

    Klingt gut, aber was bedeutet das?

    Wenn Micro Modal ähnlich wie Viskose (siehe http://www.masche24.de/masche24/2/tex_tfaser.htm) hergestellt wird, ist da wirklich reichlich Chemie mit dabei. Im Folgenden nochmal genauer aufgeschlüsselt zur Viskose. Wikipedia schreibt zur Viskose u.a. Zitat: "Für die Viskosefasern im klassischen Herstellungsprozess wird ein Schwefelsäurespinnbad eingesetzt, welches zusätzlich noch ? fast bis zur Sättigungsgrenze ? Natriumsulfat und eine geringe Menge Zinksulfat zur Verzögerung der Zellulose-Ausfällungsreaktion enthält."

    Der Herstellungsprozeß der Viskose wird bei Wikipedia wie folgt beschrieben: "Für die Herstellung einer Spinnmasse für das Erspinnen der Viskosefasern wird im klassischen Viskoseverfahren der Zellstoff zunächst mit Natronlauge versetzt. In der wässrigen Natronlauge quillt die Zellulose und bildet Natronzellulose. Auf diese lässt man Schwefelkohlenstoff (CS2) einwirken. Dabei entsteht Natriumxanthogenat (Xanthat). Das orangegelbe Xanthat ist in wässriger, verdünnter NaOH-Lösung lösbar und bildet darin eine viskose (honigartige) Lösung. Daher stammt auch der Name der Viskose."

    Hmmm - es wirkt recht umständlich... Dann vielleicht doch lieber die Förderung von qualitativ guter Kleidung aus gewachsenen Fasern, z.B. Nesselfasern, Hanf und Biobaumwolle...selbst wenn es nicht so hyperoptimal in den Trageeigenschaften sein sollte...

    Oder trügt mich der chemische Schein? Sollte die Gewinnung von Micromodal wirklich "ökokorrekter" sein, als naturgewachsene Fasern??? Mir erscheint es nicht so, selbst wenn der Wasserhaushalt besser sein soll. Das angegebene Dokument liest sich gut. Es ist interesssant, was alles unternommen wurde, um die Chemie in Griff zu bekommen - aber ökologischer als gewachsene Fasern? Ökologischer als Naturstoffe aus ökologischem Anbau?

    Ökologischer als Produkte aus synthetischen Fasern? Das wohl ja - also vielleicht ein Zwischending zwischen Naturfasern und synthetischen Fasern - mit der Einstellung bin ich übrigens groß geworden: Wenn Du etwas nicht aus Naturfasern bekommen kannst, dann wähle Viskose und erst dann synthetische Materialien...

    broesecl schrieb am 22.02.2009 um 12:09

    Die Firma Living Crafts produziert ökologisch einwandfreie Naturkleidung - auch Unterwäsche.
    Bezugsquellen:
    www.livingcrafts.de
    www.naturel-versand.de

    inaktiver User 25522 schrieb am 10.04.2009 um 11:58

    Gelöscht von inaktiver User 25522 am 26.01.2010 um 22:27

    fairskate schrieb am 10.04.2009 um 13:04


    Ökologischer als Produkte aus synthetischen Fasern?


    Viskose ist eine synthetische Faser auf der Basis eines natürlichen Rohstoffs (Holz, Bambus, etc.). Ökorrekter als frische Viskose sind auf jeden Fall die Boxer-Shorts von Patagonia aus recyceltem Polyester und mit Rücknahme-recyclingsystem. Wenn sie aufgetragen ist, kann man die Wäsche über Händler zurückgeben und es wird wieder neue draus.

    Bei Funktionswäsche gibts mit Capline von Patagonia soweit ich weiß die erste Bekleidungslinie überhaupt, die tatsächlich kreislauffähig ist, also neue Produkte die aus den Fasern der alten Produkte der selben Linie hergestellt sind.

    Der Tragekomfort der Patagonia-Unterwäsche soll auch super sein. Ich hatte aber selbst noch nie was davon an. Da ich mich mit diesen modernen eng geschnittenen Boxershorts nicht anfreunden kann und bei Unterwäsche irgendwie doch lieber Baumwolle trage, ists auch nicht so richtig was für mich. Die Ökobilanz ist aber deutlich besser als bei Bio-Baumwolle!

    kalmajan schrieb am 06.03.2012 um 22:04

    Ökorrekte und noch dazu stilvolle Herrenunterwäsche für echte Helden im Jahre 2012 findet ihr hier:
    www.kleiderhelden.com