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das Konzept Mitfahrgelegenheit

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Sunita schrieb am 31.08.2009 um 17:50

Das Konzept Mitfahrgelegenheit ist im Kommen. Über Seiten wie www.mitfahrgelegenheit.de kann man sich einfach und kostengünstig die Fahrt von A nach B organisieren. Aber noch steckt das Konzept in der Nische. Welche Anreize und Sicherheitsmechanismen sind nötig, um eine genügend hohe Teilnahme von PKW-Fahrern und -Mitfahrern zu gewährleisten (z.B. Co2 Einsparung, soziale oder finanzielle Anreize, Parkvorteile, Community-Bildung etc.)? Welche technische Infrastruktur ist notwendig, um Angebot und Nachfrage optimal zusammenzuführen? Anzustreben wäre auch, dass das Gesamtsystem des ÖPNV von dem Konzept Mitfahrgelegenheit profitiert anstatt in Konkurrenz zu stehen (Synthese mit dem klassischen ÖPNV durch Geschäftsmodelle, Synergien, Kosteneinsparungs-Modelle, Nutzenaufteilung etc.). Wie können hierzu intermodale Schnittstellen zwischen PKW-Verkehr und öffentlichem Verkehr gestaltet werden (Haltestellen, Tarife, Fahrpläne etc.)?

    werner stickler schrieb am 03.09.2009 um 18:13

    Eine Möglichkeit wäre, das ganze spontanter zu organisieren: "mobil-mfz" nenne ich es jetzt.
    Stelle mir das so vor:
    Stationen vom ÖPNV haben meistens eine Nummer. Wenn ich an einer Station stehe, schicke ich ein SMS an die mobil-mfz mit der haltestellennummer. Dazu eine Strasse oder PLZ, wo ich hinwill.
    Das wird an angemeldete Fahrer weitergeleitet, die in der Umgebung sind.
    Die bestätigen dann, daß sie kommen und geben die Entfernung an. Ich kann dann annehmen oder ablehnen.
    Damit das ganze Verkehrssicher ist, sollte das auf Fahrerseite nicht übers Handy gehen, sondern über eine Erweiterung der Navi (gibt z.B: Erweiterungen für Fahrtenbücher). Oder ein eigenes Gerät, ähnlich einem Taxameter.
    Abrechnung nach km (läuft ja im Navi eh mit). Taxen verlangen pro km meistens mehr als einen Euro. Bei 50 Cent wäre das System für mich als Mitfahrer auf jeden Fall interessant und trotzdem ist bei Langstrecken die Strassenbahn günstiger und somit das System keine Konkurrenz.
    Damit ich abschätzen kann, wer da kommt, müssen sich Fahrer und Mitfahrer anmelden, und können nachher bewertet werden (pünktlich, zuverlässig, fahrweise, ...)
    In vielen Fällen lernen sich Mitfahrer und Fahrer kennen und treffen sich bei regelmässigen Fahrten. Mit einem komfortablen System für den Fahrer wäre es für die aber sicher interessant, das trotzdem darüber abzuwickeln.

    werner stickler schrieb am 16.09.2009 um 15:30

    ein interessantes Angebot, wie sich Carsharing entwickeln kann:
    Car2go in Ulm
    ist wie ein Carsharing aber fast so spontan wie Nextbike - Reservierung ist noch notwendig. Mit dem Führerschein wird ein "Siegel" erstellt, das dann die Autos öffnet. Abrechnung pro Minute, mit Maximalpreisen je Stunde oder Tag.
    Gehört zur Daimler AG, auch deshalb Smarts: "smart fortwo cdi mit einem kombinierten Kraftstoffverbrauch von 3,3 l auf 100 km und einer kombinierten CO2-Emission von 88 g/km."

    Entwicklungspotential sehe ich, wenn
    * es so viele PKWs im System gibt, daß ich wirklich spontan einsteigen kann, wenn ich ein Fahrzeug sehe. Problem: Tanken - vielleicht lässt sich das regeln mit einem "Tankbonus" - wer das Auto volltankt (und wenns bei einem Elektroauto das Akkuwechseln ist), bekommt eine Gutschrift
    * die Stadt den Carsharing-Angeboten die Kurzparkzonen "aufmacht". Damit ist leichter ein Parkplatz zu finden und das Problem mit nicht gezahlten Parkscheinen auch obsolet, da auf der anderen Seite die Fahrzeuge ja schnell wieder die Kurzparkzonen verlassen.


    werner stickler schrieb am 16.09.2009 um 15:41

    einen hab ich noch, eine internationale Mitfahrzentrale für Personen und Güter:
    coorea
    aus Neuseeland, aber auch Fahrten in Europa vermittelbar.
    "Cooreea is a transport matching, rideshare service.
    We want to change the world of 1-person-per-car transport to make it more fun, more cost effective and better for the planet! Our peer to peer engine brings together people going on journeys with people wanting to get a ride or transport things. Matching listings can see each others details, communicate and make agreements."
    Freie (sinngemässe) Übersetzung:
    Wir wollen die Welt des 1-Personen-Autos ändern, um Transport angenehmer, kostensparender und besser für den Planeten zu machen. Mit unserem Service bringen wir verreisende Menschen zusammen, mit jenden die eine Mitfahrgelegenheit suchen oder Gegenstände transportieren lassen wollen. Über Abstimmungslisten könnten Details abgefragt, kommunziert und vereinbart werden.

    Sunita schrieb am 22.09.2009 um 12:53

    Danke für die interessanten Ideen! Ich finde auch, die Stadt sollte für CarSharing Nutzer spezielle Parkzonen eröffnen, damit diese bevorzugt werden. So kann auf jeden Fall das Prinzip CarSharing gefördert werden, und noch mehr Leute steigen um und verkaufen evtl. ihr eigenes Auto. Die Anreize sind das "a und o", denke ich. Dann kommt das schon ins Rollen. So ne ähnliche Idee hab ich ja auch im Ideenwettbewerb eingestellt, nur weil ich sie mal loswerden wollte...
    Die Kombi Personen und Güter hat auch durchaus Potential denke ich. Hier ist wohl das größte Problem die Sicherheit des Fahrgasts. Haben das an der Uni schon öfters diskutiert, und scheinbar gibt es doch so einige Vorurteile. Die Frage ist, ob sich das System auch in Deutschland durchsetzen ließe. Neuseeland ist ja doch um einiges kleiner, vielleicht daher auch einfacher diese Maßnahme beliebt zu machen...

    habito schrieb am 22.09.2009 um 13:29

    Meine Mobilität bewältige ich fast ausschließlich als Mitfahrer, wenn meine Muskelkraft nicht weit genug reicht. Die mit Abstand allerbesten Mitfahrgelegenheiten sind öffentliche Verkehrsmittel. Privates Mitfahren in Autos ist mir zu gefährlich.

    werner stickler schrieb am 21.07.2010 um 12:50

    Zum Konzept Mitfahrgelegenheit gibt es seit einiger Zeit auch "flinc"

    Eine Verbindung von Navi und Handy.
    Läuft so ab:

    1. Fahrer gibt in Flinc (über sein Navi) den Zielort ein.
    2. Mitfahrer gibt Standort und Abreisezeit ein.
    3. flinc vergleicht Routen und schickt dem Mitfahrer eine Liste der potentiellen Fahrer
    4. Mitfahrer priorisiert Liste und fragt Fahrer an
    5. Fahrer erhält Mitfahrtanfrage und bestätigt mit einem Klick.
    6. Navi leitet Fahrer zum Mitfahrer
    7. Mitfahrer erhält Info zur Ankunftszeit.
    8. Beide fahren dann zum Zielort
    9. flinc übernimmt Abwicklung des Bezahlvorgangs.
    10. Fahrer und Mitfahrer können sich bei flinc bewerten

    Detailliert hier nachzulesen. flinc/funktionsweise

    Find ich sehr spannend. Derzeit kann abgestimmt werden, wo das Testgebiet sein soll.

    werner stickler schrieb am 23.07.2010 um 13:14

    Einen hab ich noch (im enorm hab ich davon erfahren):

    bring buddy

    eine Art Mitfahrdienst für Produkte. Jeder nimmt etwas ein Stück mit (was am Weg liegt) und gibt es am nächsten (am Weg liegenden Ort) wieder ab.

    Geht sicher nicht bei allen Produkten, aber bei den meisten, die versendet werden.

    die ausführliche Projektvorstellung (wurde im Rahmen einer Aufgabenstellung von DHL des Hasso Plattner-Instituts School of Design Thinking) entwickelt und hier nachzulesen:
    You’re a buddy, she’s a buddy – everybody is a bring.BUDDY

    Hier noch zum Anschauen:

    Kdibbern schrieb am 23.07.2010 um 14:39

    ...hier dier richtige Link zu unserem Teamblog

    bkirschner schrieb am 26.07.2010 um 10:39

    @habito: Hast du schlechte Erfahrungen mit Mitfahrgelegenheiten gemacht? Was ist deiner Meinung nach die Hauptgefahr?

    causa-design schrieb am 26.07.2010 um 11:25

    kann auch nur durchwegs positives über www.mitfahrgelegenheit.de berichten und es jedem nur empfehlen - als Mitfahrer sowohl als auch als Fahrer. Sicherheit war nie ein Thema!

    Darüberhinaus:
    Über ein Jahr WE-Beziehung: da hatte sich eine Community entwickelt von Leuten in ähnlicher Situation, wo am Freitag morgen nur noch kurz rundgemailt wurde, wer fährt - das war die einzige Frage, ansonsten klappte es von selbst völlig reibungslos ...

    oder auch: bereits zweimal hab ich gebraucht gekaufte Möbelraritäten mir per www.mitfahrgelegenheit.de mitbringen lassen. Von Paketdiensten wurde mir durchwegs abgeraten, wegen der Schadensgefahr durch das häufige Umladen bei den einzelnen Logistikzentren ... Beiladungen bei professionellen Speditionen wären v.a. durch die Versicherung unverhältnismäßig verteuert worden. www.mitfahrgelegenheit.de war eine perfekte Alternative, einschließlich persönlicher Warenübernahme-Kontrolle und tel. Bestätigung!


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