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Mobilität & Verkehr / Auto

Kosten eines Kilometers Autofahrt

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lukita schrieb am 09.11.2012 um 10:45

Beim direkten Vergleich verschiedener Verkehrsmittel, schneidet das Auto oftmals überdurchschnittlich gut ab. Dies hat vor allem etwas mit dem subjektiven Eindruck zu tun. Viele Autofahrer sind sich über die wahren Kosten ihres Automobils pro Kilometer nicht im Klaren. Viele Menschen assoziieren den Preis pro Liter Benzin / Diesel mit den Kosten eines Kilometer Autofahrt. Dies ist aber falsch. Hinzu kommen noch der kilometerabhängige Wertverlust, Instandhaltungsaufwand, Steuern, Versicherung, etc.

Zitat: "Möchte man die Kosten, die durch externe Effekte entstehen, in unsere Kalkulation mit einbeziehen, ergeben sich Gesamtkosten für einen Kilometer Autofahrt in Höhe von 0,4353 € (10.000€ fremdfinanziert bei 36 Monaten Laufzeit), 0,3383 € (20.000€ fremdfinanziert bei 48 Monaten Laufzeit) bzw. 0,3241 € (keine Fremdfinanzierung)."

http://www.zukunft-mobilitaet.net/2487/strassenverkehr/die-wahren-kosten-eines-kilometers-autofahrt/

    lukita schrieb am 09.11.2012 um 11:00

    Ein SUV kostet lt. http://www.autokostencheck.de/ im Monat ca. 498 €
    http://www.autokostencheck.de/BMW/BMW-X-Modelle/X6/x6-m50d-x6_36849.html

    Eine BahnCard 100 kostet im Monat 369 €
    http://www.bahn.de/p/view/bahncard/ueberblick/bahncard100.shtml

    werner stickler schrieb am 09.11.2012 um 11:07

    Bei einer Fahrleistung von 15.000 km pro Jahr
    (das war aber auch ganz schön versteckt, und sollte dort mE ein anpassbarer Wert sein).
    Das sind 41 km pro Tag.

    für längere Strecken ist die BC100 da günstiger, da das eine Flatrate ist.

    lukita schrieb am 09.11.2012 um 11:19

    In meinen ersten Beitrag verlinke ich zu einem Blog-Beitrag, in dem sich der Autor die Mühe macht und Kaufpreis sowie Wertverlust mit einrechnet. Dann sieht es gleich noch mal anders aus.

    Zitat: "Eine Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof ist laut Google Maps genau 280 Kilometer lang. Die entsprechende Bahnfahrt kostet 59 € (IC) bzw. 73 € (ICE). Mit dem Golf würde dieselbe Strecke 122 € (10.000€ fremdfinanziert bei 36 Monaten Laufzeit), 95 € (20.000€ fremdfinanziert bei 48 Monaten Laufzeit) bzw. 91 € (keine Fremdfinanzierung) kosten."

    http://www.zukunft-mobilitaet.net/2487/strassenverkehr/die-wahren-kosten-eines-kilometers-autofahrt/

    Unter http://www.autokostencheck.de/ werden nur die Kosten für Kfz-Versicherung, Kraftstoff, Kfz-Steuer und Wartung berücksichtigt.

    inaktiver User 7264 schrieb am 09.11.2012 um 12:00

    Liege derzeit bei 41 Cent pro km, erfasst über Spritmonitor, Abschreibung über 10 Jahre. Trage sogar jeden Parkschein ein, und wenn´s bloß 0,50-1 Euro waren. Einfacher geht das wenn man z.B. über Geldkarte zahlt und am Jahresende gesammelt diese Beträge erfasst. Gesamtkosten pro Tag als Summe aller Kosten durch Haltedauer in Tagen ergibt in meinem Fall 10 Euro. Der Wert ist nicht unabhängig von den gefahrenen Kilometern, weil die Treibstoffkosten enthalten sind. Jahreskilometer wären rechnerisch bei 9400 km.

    Ohne Abschreibung sind es 26 Cent. Reine Kraftstoffpreise ergeben 9 Cent. Um einmal die Dimensionen an einem konkreten Fahrzeug zu demonstrieren.

    9 Cent von 41 machen 22 Prozent der Kosten aus, vielleicht hilft der Faktor 4 denjenigen, die solche exakten Kostenerfassungen nicht durchführen.

    Hat man erst eine groben Wert, rate ich praktisch, die täglichen Wege in diesen Geldwerten symbolisch zu BEZAHLEN. In eine Mobilitätskasse.

    D.h. fahre ich mit dem Rad statt dem Auto bekomme ich für eine Fahrt mit 16 km (8 hin + 8 zurück) 16*0.4 = 6,40 Euro in meine Mobi-Kasse.

    5 Wochentage mit dieser Strecke = 32 Euro, 1 Monat = 128 Euro.

    Die Rechnung ist ein Näherungswert, weil nicht gefahrene Auto-Kilometer den Kilometerpreis für das Auto erhöhen. Man landet dann evtl. bei 50 Cent oder mehr.

    Bei meinen Berechnungsszenarien habe ich viele Varianten getestet, bevor unsere Entscheidung für ein konkretes Automodell fiel. Bei wenigen Jahreskilometern darf der Kaufpreis nicht hoch sein, sonst "zahlt" man hauptsächlich die Abschreibungskosten über den Kilometerpreis. Sehr alte Autos mit hohen Steuerbeträgen und ggf. Reparaturrisiko können einen Totalreinfall bedeuten, was die Kosten angeht. Man kann natürlich auch Glück haben, aus Öko-Perspektive müssen die "Schrottfahrzeuge" (in Relation zum Wiederverkaufswert auf dem Markt) irgendwie unterhalten bzw. entsorgt werden.

    Die Kostenseite finde ich sehr wichtig, doch - was ich sagen will - sie reicht nicht aus, weil der Zeitfaktor, sich mit einem Auto zu beschäftigen nicht eingerechnet wird, die Umwege zu den Tankstellen, für Werkstätten, Parkplatzsuche, Wälzen von Prospekten für Zubehör, Reifen usw.

    Demgegenüber geht man in ein Radgeschäft, kauft dort alles aus einer Hand, kann sofort losfahren, benötigt keinen Führerschein, fährt nicht "leer" mit 1 Tonne aufwärts durch die Gegend, erlebt die schönen Radstrecken, begegnet Menschen anders, stärkt die Gesundheit und gewinnt insgesamt Lebensfreude.

    Das können nicht mal die besten Kilometerpreise beim Auto aufwiegen. :-)

    Edit: Rechtschreibfehler korrigiert.

    lukita schrieb am 09.11.2012 um 12:16

    Danke Robinson für die detailierte Aufstellung!
    Und ja, den qualitativen Mehrwert des Fahrradfahrens genieße ich auch jeden Tag. :-)

    3Lie schrieb am 09.11.2012 um 12:31

    Ein sehr hilfreicher Beitrag! Danke!
    Ich würde auch sehr gerne wieder mit dem Rad zur Arbeit fahren, leider ist meine Arbeitsstelle zu weit weg (>30 km) und sehr schlecht an ÖPNV angebunden. Aber vielleicht ändert sich das ja bald durch Jobwechsel und Umzug :-)

    inaktiver User 7264 schrieb am 09.11.2012 um 12:52

    Um es noch einmal deutlich zu machen: die Kostenbetrachtung kann ein Auto dadurch schönrechnen, dass die Fix-Kosten bei geringer Jahreskilometerzahl stärker gewichtet sind.

    Deshalb mehr km mit dem Auto fahren würde die Bilanz verbessern. So denken viele Autobesitzer und sie haben recht damit, falls der Fokus auf dem Auto liegt.

    Legt man den Fokus auf Mobilität und Lebenszeit, bringt man andere Faktoren ins Spiel, die eine sture Kostenbetrachtung sprengen.

    Dann würde ich tatsächlich jeden vermiedenen Auto-Kilometer als Gewinn für nachhaltige Mobilität und den gewünschten Lebensstil bewerten, obwohl ich "draufzahle". Orientiert stur am Index "reale Kosten pro km".

    Eine erweiterte Berechnung etwa könnte die individuellen Gesamtkilometer ins Ziel nehmen, also km zu Fuß, mit dem Rad, mit dem ÖPNV, mit dem Auto, jeder Kilometer müsste dann einen Kostenwert in Euro erhalten, der durchaus negativ sein kann. Weil er einen positiven "Lebensgewinn" darstellt, zwar Kalorien verbraucht, d.h. die Klimabilanz erhöht, aber die Rückwirkungen insgesamt positiv sind.

    Weil gesünder, lebensfroher, weniger Ersatz-Konsum, weniger Flugzeug-Urlaub, weniger Heizen im Winter, weniger Medikament weil besseres Immunsystem usw. Für die persönliche Rechnung der Mobilität spielen deshalb subjektive Faktoren hinein. Die nicht zum Kostenschema einer Auto-Kalkulation passen, in dieses hineingepresst werden können.

    lukita schrieb am 28.11.2012 um 15:36

    Bei der Bahn gibt es inzwischen sehr komfortable Vergleichsrechner. Nach Eingabe der Reisedaten unter http://reiseauskunft.bahn.de/ einfach unten auf MobilCheck klicken.

    Nehme ich als Beispiel die in dem eingangs verlinkten Blog-Beitrag genannte Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof, bekomme ich folgende Ergebnisse:

    Zug (ICE)
    Dauer 1:40h, Preis ohne Ermäßigung* 73 Euro

    Zug (IC)
    Dauer 2:04h, Preis ohne Ermäßigung* 59 Euro

    * Mit einer BahnCard 50 fahre ich z.B. zum halben Preis.

    Auto (Mittelklasse Normalfahrer: Ø 15.000 km/Jahr mit 33 CENT je km)
    Dauer 2:56h, Preis ca. 92 Euro

    In dem Blog-Beitrag berechnet der Autor, dass die Autofahrt durchaus noch teurer sein kann.

    Die Bahn bietet darüber hinaus noch den UmweltMobilCheck.

    Carerli schrieb am 14.01.2014 um 12:33

    Also mein Auto kostet 400 - 600 Euro im Monat.

    - Benzin
    - Steuer
    - Versicherung
    - Ersatzteile (kaufe ich meistens günstig auf Ebay oder hier).

    Schon viel Geld und leider auch nicht wirklich toll für die Umwelt. Bin beruflich aber darauf angewiesen.

    lukita schrieb am 08.06.2016 um 11:51

    Boris Jermer gibt in 20x20 Sekunden einen guten Überblick über Alternativen zum eigenen Auto... http://pechakucha.de/cologne/player/?event=PKC_16&position=06&presenter=Boris%20Jermer&presentation=Weniger%20Autos%20f%C3%BCr%20Koeln


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