Hallo zusammen,
jetzt habe ich mir endlich mal Zeit für eine Frage an die Community nehmen können :-)
Es geht um die Energiekosten. Ich habe viel recherchiert, wie man die Heizkosten sparen kann, und manche legen viel Wert auf eine gute Dämmung (wir haben ein kleines aber feines Einfamilienhaus).
Irgendwie bezweifele ich die Nachhaltigkeit einer Dämmung aus Kunststoffen.
Weißt jemand mehr zum Thema? Eine Lösung aus Naturstoffen liegt sicherlich über meine Preisschmerzgrenze. Ich freue mich auf eure Antworte.
VG Anne-Katrin
Anne-Katrin fragte am
04.08.2016 um
10:01


Die da wäre?
Kein Geld > keine Dämmung.
Geringe Heizkosten > kein Bedarf.
Hohe Heizkosten > Analyse machen, warum.
Fenster, Dach, Wände, Keller.
Das wäre m.E. die Reihenfolge, für die Analyse. Wo kommt die Kälte her, wo entweicht Wärme.
Vielleicht geht es ausschließlich um 2 Zimmer/Wohnräume, weil die im Winter durchgehend beheizt werden und DORT die Einsparung am sinnvollsten ist und die Investition am ratsamsten.
Vielleicht bewohnst du alleine ein 300 qm Haus und beheizt alle Räume. Gibt es. Dann würde ich umziehen empfehlen. Oder untervermieten und so die Kosten für die Dämmung gegenfinanzieren. ;-)
Bei guter Bausubstanz fängt man m.E. an den genannten Stellen an, macht ggf. im kalten Winter eine Wärmebild Aufnahme, die lokalen Energieversorger bieten das teilweise an bzw. nennen Adressen.
Bei einer angedachten rundum Sanierung gilt: Fachmann suchen und eine Begehung machen, mit Zeugen und nach Kostenvoranschlag, manche bringen gleich die Wärmebildkammeras für Innenräume mit.
Wir hatten den Fall eines Wasserschadens, die kleinen tragbaren Geräte können sogar zeigen wo das heiße Wasser durch die Leitungen in der Wand fließt. Dito mit kalten Brücken bei Fenstern, Balkonen, Boden zum Keller etc.
So eine Analyse kostet richtig gemacht etwas Geld, dafür bekommt man sehr viel KnowHow auf der Habenseite. Unbedingt: vorher informieren, FRAGEN notieren und diese Liste abarbeiten. Zeit einplanen.
Danach kann man auf die jeweiligen Handwerker zugehen und Kostenvoranschläge einholen, z.B. wo neue Fenster Sinn machen.
Vielleicht ist bei eurem kleinen, feinen Haus bereits alles in bester Ordnung, auf neuestem Stand und ihr seht euch gezwungen, die Heizkosten in Euro/qm/Jahr bezogen auf beheizte Räume bzw. Zahl der Personen im Haus als fixe Größe zu akzeptieren.
Von nix kommt nix, hat man eine hinreichend moderne Heizung ist das Geld statt in einer Dämmung/Sanierung u.U. besser auf der Bank angelegt. Was ich eigentlich bezweifle, sobald bezogen auf Haushaltsausgaben gewichtige Heizkosten im Jahr anfallen, lohnt sich die Rechnung auf dem Papier. Von den erwarteten Einsparungen jedoch unbedingt einen Prozentsatz abziehen, die Winter werden wärmer, die Berechnungsbasis früherer Jahre taugt nur bedingt.
Wir haben auf Dämmung an der Hauswand aussen (bisher) verzichtet. Dafür Fenster getauscht und Dach komplett neu, inklusive neue Dachfenster. Baustellen sind noch vorhanden, das Geld für Baumaßnahmen muss aber erst erwirtschaftet werden. Dafür wurde ein Pelletofen für die im Winter beheizte Etage angeschafft, die Abrechnung steht noch aus.
Steigen die Heizkosten so an, wie es vor Jahr(zehnten) postuliert wird, dann lohnen sich Investitionen, da sehe ich einen leider argen Widerspruch. Wie übrigens bei den Spritpreisen für´s Auto.
Die Marktpreise können energetische Maßnahmen unwirtschaftlich machen. Deswegen genau analysieren, nachrechnen und im Zweifel lieber abwarten.
Dies aus der Privatökonomie. ;-)
Aus Ökologischer Perspektive: bitte jede Kilowattstunden einsparen, jeden Tropfen Öl, egal zu welchem Preis. Wenn dann die Überschuldung eingetreten ist: Haus verkaufen und in eine billige Mietwohnung ziehen.
Die energetische Sanierung hat viele Mieter gezwungen, sich eine neue Wohung zu suchen, die Vermietungskonzerne machen Reibach. Im eigenen Haus kann man selber entscheiden, im Rahmen dessen, was Stand der Dinge ist bzgl. neuer Fenster, neuer Isolierungsmaterialien, neuer Heizungstechnik. Was gut und richtig ist, dieser gesetzliche vorgeschriebene "Druck" und die damit verbundene Teuerung. Sonst würden leider viele am falschen Ende sparen.
Komplexes Thema, Versuch einer Antwort.
Ist bei den Fördermitteln die Vorab-Beratung auch abgedeckt?
Wir sind zwar Mieter, aber würden natürlich auch profitieren, wenn unser Vermieter etwas unternehmen würde.
Vorausgesetzt, es wird vernünftig gemacht.
Und dazu ist so eine Beratung sicher unumgänglich.
Beim Pelletofen hätten wir eine hübsche Förderung beanspruchen können, falls wir das Modell mit Wasserführung genommen hätten, jedoch hätten wir die gesamten Kosten für die Installation ab Ofen bis zum Wasserspeicher selbst übernehmen müssen, in Summe wären gut + 40-50 Prozent Mehrkosten entstanden (Fördersumme eingerechnet), der Gewinn an Heißwasser natürlich nur solange der Ofen brennt. Bei uns dient er als Zusatzheizung, obwohl wir nach der ersten Heizperiode festgestellt haben. lief häufiger als gedacht. Weil so problemlos, dabei nur manuell gesteuert, die Automatik blieb aus.
Beratung hatten wir gezahlt bei der Verbraucherberatung, beim Energieversorger eine Veranstaltung besucht (betreff Heizung), danach den Zuständigen per Telefon ausgequetscht (kostenfrei), bei den Fenstern direkt beim Handwerker wg. Förderung gefragt (kostenfrei), Wärmebild mit den damaligen Nachbarn abgesprochen und uns beteiligt, ein Termin für drei Häuser, war so günstiger (Anfahrtpauschale).
Aus Vermietersicht stehen nur Kosten an, die man über Jahre umlegen darf. Beim Gebäudeschutz sowie der Zufriedenheit der Mieter macht das Sinn, wir haben den Fall in der Nachbarschaft (gleicher Grundriss wie bei uns), die haben enorme Heizkosten, alte zugige Fenster drin, zum Keller hin fehlt offenbar die Isolierung unter dem Parkett, Dach im Zustand von vor 40 Jahren, eigentlich unbewohnbar (Hitze im Sommer, Kälte im Winter), der Vermieter schlägt jedes Jahr die Miete im gesetzlichen Maximalrahmen auf, die sind stinksauer, aus meiner Sicht nur eine Frage der (kurzen) Zeit bis sie ausziehen.
Falls der Vermieter mitspielt: tolle Sache, profitieren wird m.E. vor allem die Mieterseite. Die Kosten können je nach Objekt/Aufwand enorm sein, dagegen rechnet man den Zeitwert bzw. Veräußerungswert, kalkuliert in die Zukunft und stellt womöglich fest ... Haus "ableben" lassen, bei guter Lage ist der Bauplatz ggf. mehr wert, wenn abgerissen werden kann. Das beobachte ich hier in mehreren Stadtteilen.
Ich habe Architektur studiert und einige Jahre in der Branche gearbeitet, mein Mann ist Bauingenieur - also weitestgehend vom Fach.
Du sprichst von "Heizkosten sparen": dazu müsste man außerdem auf jeden Fall auch noch die Heizquelle beachten.
Freunde haben auf meinen Rat hin, die Temperatur tagsüber durch ein neues Thermostat auf 15° abzusenken die Hälfte! ihrer Heizkosten einsparen können, bei Null Komfort-Reduzierung, das Thermostat hat gebraucht bei einem Online-Portal 80 Euro gekostet.
Sind es wirklich die Kosten, die Du sparen willst? Und wenn ja, auf welchen Zeitraum gerechnet? (auch noch für deine Kinder / Erben mitdenkend?)
Oder ist es, wie Tufkar bereits gefragt hat, der Wille, weniger Energie zu verbrauchen?
Eine Dämmung aus Naturstoffen muss im übrigen nicht teurer sein, als eine aus "Kunststoffen", aber hier müsste man viel mehr Rahmendbedingungen kennen.
Wir haben unser Dach mit Hanf und Holzfaserplatten gedämmt (Eigenarbeit), das war aber auch eine "Innendämmung" und wir haben das durch einen Energieberater ausrechnen lassen. Noch dazu haben wir hier im Raum einen guten "Natur"-Baustoffhandel.
Den Kunststoffen stehe ich sehr sehr skeptisch gegenüber. Ich würde mir nicht antun wollen, in einer "Plastiktüte" zu leben. Anderen macht das aber scheinbar nichts aus.
Letztendlich sind es wahrscheinlich zu viele Faktoren, um hier im Portal tatsächlich gut beraten zu können.
Deshalb würde ich ich einfach anschließen und sagen: professionelle Beratung würde sich hier auf jeden Fall lohnen.
Da gibt es ja auch Energieberater.
Ich denke, das wäre der geeignetere Weg, als in einem Forum.
Wo und wie man sinnvollerweise dämmt, ist von den Details des Hauses abhängig; oft sind die Wände von Vorkriegshäusern etwas besser gedämmt als bei Häusern aus den Nachkriegsjahren , als das Öl zum Heizen billig war. Es kommt sehr auf den Einzelfall an - z.B. haben Ein-Scheiben-Fenster garantiert einen enormen Verlust.
Zur Beurteilung ist die Zuziehung eines Energieberaters dringend zu empfehlen; diese Fachleute analysieren die Bausubstanz und arbeiten im Zuge einer sog. "Vor-Ort-Beratung" verschiedene Varianten aus, den Energieverbrauch zu senken, jeweils mit Berücksichtigung von Kosten und Nutzen. Diese Aufstellung ermöglicht den Vergleich der in Betracht kommenden Maßnahmen und deren Kombinationen. Energieberater sind beim Bundesamt für Wirtschaft (BAFA) registriert, dort ist eine Liste mit den örtlichen Experten einsehbar (www.bafa.de - Energie - Vor-Ort-Beratung - Beratersuche).Diese Energieberatung wird auch bezuschusst (bis 800 EUR für 1- oder 2-Fam.-Haus).
Der Einbau von Energiesparfenstern/-Türen ist klar sein, das sind meist Kunststoffrahmen mit Doppel- oder Dreifachverglasung.
Die Dämmung des Dachs ist entweder mit Bahnen (meist aus Mineralwolle) zur Zwischensparrendämmung oder mit Platten (Auf-Sparren-Verlegung) möglich, auf denen die Ziegel aufgebracht werden.
Für die Wand-Dämmmaterialien kommen verschiedene Alternativen in Betracht; meist wird die kostengünstigste Möglichkeit in Form von Styroporplatten verwendet (10, 12 oder 14 cm stark) , die außen auf die Wand aufgeklebt werden, dann kommt ein passendes Putzsystem drauf, die Wand unterscheidet sich äußerlich nicht von einer "normalen" , sog. WDVS (Wärmedämmverbundsystem).
Man kann natürlich auch andere Dämmmaterialien verwenden, zB aus Hanf, Holz oder Schafwolle, wenn man Wert auf "natürliches" Material legt.
Die Frage der "Nachhaltigkeit" von Kunststoffen ist indifferent - zielt sie darauf ab, ob der Energieeinsatz in Form von Erdöl (aus dem das Styropor besteht) die Energieeinsparung aufwiegt, dann ist das ganz klar zu bejahen: Verheizte man das Material, könnte man vielleicht 1 oder 2 Jahre damit abdecken - auf der Wand dient es zur Einsparung von 1/3 oder 1/4 der Heizenergie, das dann aber über 30 - 50 Jahre (evtl. auch mehr, es gibt wenig Lebensdauer-Erfahrung).
Richtet sich die Frage nach der Nachhaltigkeit aber nach der Möglichkeit zur Wiederverwendung des Materials bzw. Rückzuführung in natürliche Kreisläufe, dann haben Naturstoffe einen klaren Vorsprung: Beim Abbau können sie erneut verwendet oder kompostiert werden, bei Styropor ist das nicht so einfach - es ist aber auch in Lösungsmitteln gut löslich und kann so aus Bauschutt wiedergewonnen werden, Techniken sind noch zu entwickeln. Jedenfalls ist es rückstandsfrei zu verbrennen.
Will "Nachhaltigkeit" aber auf die Dauerhaftigkeit der Dämmwirkung abstellen, gibt es wenig Unterschiede von Kunst- zu Naturstoffen; allerdings ist Kunststoff weniger empfindlich gegen Feuchtigkeitseinflüsse, falls irgendwo Wasser eindringt - Hanf oder Wolle kann dann leichter schimmeln und zerstört werden.
Bedenken gegen das Wohnen in der "Plastiktüte" (corifee) halte ich jedenfalls für abwegig: Auch wenn außen auf der Wand Styropor klebt, kann davon doch keine Rede sein - die Wand besteht wie in jedem Haus aus Steinen und Putz und ist nicht luftdurchlässig, sodass da irgend ein "Luftaustausch" ("Atmen") stattfände - der notwendige Austausch der Luft erfolgt in jedem Haus durch Lüften / Zug / Öffnen der Türen (ggf. Belüftungssystem) - ein "Atmen" würde der Dämmwirkung diametral entgegenwirken und muss vermieden werden. Die Wände haben im Gegenteil eine ausgleichende und regulierende Wirkung für Luftfeuchtigkeit, nehmen erhöhte Feuchtigkeit auf und geben sie bei trockener Luft wieder ab.
Ein gedämmtes Haus hat einen wesentlich erhöhten Komfortwert dadurch, dass die Wände innen wärmer sind - die Wärme bleibt im Haus, völlig unabhängig vom verwendeten Material !
Ein weiterer Vorteil des gedämmten Hauses: Die Dämmung hält die Wärme nicht nur im Winter im Haus, sondern im heißen Sommer auch draußen - man hat abends auch bei über 30° Außentemperatur in eine angenehm temperierte Wohnung. Wir haben vor 9 Jahren zwei Häuser gedämmt und sind sowohl mit den finanziellen wie auch mit den Komfort-Resultaten absolut zufrieden !
Für unsere Zukunft ist eine massive Zunahme der Gebäudedämmungen erforderlich - nur so ist der enorme Öl-/Kohleverbrauch zu reduzieren und der resultierende Klimaeffekt.Die Bedingungen sind da, die KfW bietet passgenaue Förderungen, Kredite wie Zuschüsse, die Eigentümer müssten's nur abrufen statt Panik vor Schimmel (UNSINN!) zu schieben !!
Rückfragen:
- mit welchem Material?
- aus welchen Gründen dieses Material - Kosten vs. Nachhaltigkeit?
- Fazit nach den 9 Jahren: wann tritt die Amortisierung ein?
Auch Du hast hast mit den meisten Dingen recht - bzw. vieles kann ich gar nicht wirklich beurteilen (z.B. Primärenergie-Einsatz vs. Nutzen, Recyclingfähigkeit etc.)
Ich möchte hier nur auf die speziellen Punkte eingehen, die meiner oben geäußerten Meinung gegenüberstehen.
Als erstes zum "Wohnen in der Plastiktüte".
Eine Außendämmung macht erst dann richtig Sinn, wenn auch Fenster und alle anderen Wärmebrücken (früher gerne auch Kältebrücken) genannt beseitigt sind. Ansonsten entstehen sogenannte Taupunkte an den schlechter gedämmten Stellen, an denen Feuchtigkeit ausfällt und es so tatsächlich leicht zu Schimmel kommen kann.
Steine und Putz sind mehr oder weniger feuchtigkeitsaufnahmefähig, genau so beschreibt es auch Utobodo. Sofern kaum feuchtigkeitsaufnehmende 'Kunststoffdämmung' die aufnahmefähige Schicht umhüllt, muss deshalb vermieden werden, dass die Feuchtigkeit genau an den o.g. kälteren Stellen ausfällt. Somit muss alles abgedichtet werden, so dass nur durch bewußtest Lüften - künstlich oder manuell - die Feuchtigkeit (die z.B. durch kochen, Duschen etc. in die Wohnräume gelangt) entweichen kann. Leider beachten dies genau oft diejenigen Bewohner nicht, die zuvor im gleichen Haus gewohnt haben, in dem aufgrund der "natürlichen", weil schlechter gedämmten Belüftung dies nicht notwendig war. (Erfahrungen aus sanierten Häusern inkl. späterer Schimmel-Mängelbeseitigung!)
Künstliche Belüftung führt bei manchen Personen immer zu Zugerscheinungen, egal wie gut diese eingestellt oder positioniert ist. (Auch einfach nur eine Erfahrung. )
Richtig ist auch, dass die Wärme im Haus bleibt. Allerdings bleibt die Wärme auch draußen, wenn z.B. im Frühjahr durch Sonnenerwärmung ansonsten die Wände aufgewärmt würden.
Insgesamt will ich auch gar nicht gegen eine Wärmedämmung plädieren, nur sollte man sich genau bewußt machen, welche Zwecke man verfolgen will und nicht immer nur das glauben was uns eine EnEV vorgibt.