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Ich benötige Outdoorkleidung - Nur woher?

inaktiver User 68919 fragte am 06.02.2011 um 14:06

Hallo Leute,
ich benötige ein paar Kleidungsstücke, die ich in Zukunft für den Outdoorbereich nutzen möchte. Folgendes benötige ich dabei:
Outdoorhose, Regenjacke, Mütze, Schal und Handschuhe.

Mir sind Firmen wie Patagonia und Klättermusen bekannt und dennoch stellt mich das alles nicht wirklich zufrieden, da Patagonia zwar nachhaltige Materialien einsetzt und seine guten Arbeitsbedingungen lobt und dennoch keinen existenzsichernden Lohn zahlt, sondern lediglich den Mindestlohn des jeweiligen Produktionslands. Das tut The Noth Face z.B. aber auch...

Klättermusen macht, mehr oder weniger, etwas für die Umwelt und kann dennoch wenig bis gar nichts im Bereich der fairen Produktion vorweisen. Und dennoch kosten die Jacke teilweise 600 Euro.

Kann ich trotzdem mit gutem Gewissen zu Produkten dieser Firmen greifen? Gibt es Alternativen? Gibt es überhaupt die gewünschten Produkte fair und umweltfreundlich? Mir ist dieser ganze Outdoorhandel leider zu undurchsichtig...

Vielen Dank für eure Hilfe! :)

  • antwortete am 08.02.2011 um 19:16
    @Donut: The North Face hat in seinem Kodex stehen, dass sie einen Mindestlohn zahlen und die ILO-Kernarbeitsnormen achten, doch dessen Einhaltung kontrollieren die nur selbst.

    Patagonia produziert seine Bio-Baumwoll-Kollektion (die verwenden auch nur bio) komplett nach GOTS-Standard und der enthält einen Existenzlohn. Auch der Kodex von Patagonia bezieht sich auf einen existenzsichernden Lohn, jedoch ist das da zweideutig formuliert und wird gerade überarbeitet.

    Auch ein Beitritt zur Fair Wear Foundation wird geprüft. Da Europa für Patagonia der schwächste Markt ist und die Fair Wear Foundation fast nur in den Niederlanden und Deutschland bekannt ist, ist das für sie recht aufwändig. Sie haben auch mit der FLA etwas ähnliches selber mitbegründet, als es nocht nichts vergleichbares gab. Bei der FLA gibts jedoch leider keine Sanktionen für Verstöße, sondern lediglich eine Veröffentlichung der Prüfberichte.

    Der Fair Trade-Standard enthält bei Textilien übrigens auch keinen existenzsichernden Lohn für die Produktionskette, was von der CCC (Kampagne für saubere Kleidung) zurecht kritisiert wird.

    Patagonia ist für mich in der Gesamtsicht unzweifelhaft das nachhaltigste Outdoorunternehmen:
    sehr hoher Anteil ökologischer Materialien auch bei technischen Produkten (Shells), Öko-Strom, Gebäude aus Recyclingmaterial und mit LEEED-Standard, Rücknahme-Recycling-Programm für fast alle Produkte (ab nächsten Winter für komplett alle), Öko-Praktikums-Programm für die Mitarbeiter, etc:
    http://www.patagonia.com/eu/deDE/contribution/patagonia.go?assetid=35792
    Dennoch ist natürlich auch bei denen auf die Kollektionsweite Durchsetzung eines existenzsichernden Lohns zu drängen.

    Vaude ist inzwischen Mitglied der Fair Wear Foundation, aber verwendet bislang weiter vorwiegend konventionelle Baumwolle und setzt noch wenig Recyclingmaterial ein.

    Mammut und Wolfskin haben sich noch vor kurzem 0 um Nachhaltigkeit geschert und derartige Anfragen abgewehrt. Nun sind sie auf Druck der CCC auch in die Fair Wear Foundation eingetreten. Für mich noch kein Grund, denen was abzukaufen.

    Recyclingmaterial wird inzwischen in der Tat von vielen Outdoor-Marken eingesetzt. Das dies heute auch bei technischeren Produkten möglich ist, ist jedoch vor allem der Forschung im Auftrag von Patagonia zu verdanken.

    Ökologisch auch super, aber sozial auch nicht wirklich zufriedenstellend kontrolliert ist noch nau:
    www.nau.com
  • antwortete am 06.02.2011 um 21:58
    Warum keine gebrauchten Kleidungsstücke ? Wäre die Frage wie "extrem" deine Ansprüche sind, Wasserdicht von oben erreicht man bereits mit imprägnierter Baumwolle, Regenschirme sind zudem ein Trend in der Outdoor-Szene. Ob man in unserern Breiten wirklich Gore-Tex u.ä. HighTech-Materialien benötigt ... kann man sich streiten.

    Recyclete Materialien halte ich noch für die zweitbeste Wahl, z.B bietet Jack Wolfskin das sog. Nanuk-Fleece und Texapore in einer Recycling-Variante an.
    http://www.jack-wolfskin.com/desktopdefault.aspx/tabid-104/

    Zum Unternehmen, das Strom von Greenpeace-Energy bezieht, siehe:
    http://www.jack-wolfskin.com/desktopdefault.aspx/tabid-381/467_read-2365/

    Bitte nur exemplarisch versehen, es wird nur ein Bruchteil an Recycling-Fasern verwendet, mir ist kein Gesamtüberblick über nachhaltige Outdoor-Firmen bekannt.

    Eine Alternative mangels ökorrekter Neuware könnte in besonders langlebigen, reparierbaren Materialien bestehen. Dann scheiden vermutlich die zahlreichen HighTech-Stoffe aus.
  • antwortete am 08.02.2011 um 19:02
    Outdoorbereich - wunderbar - so etwas gab es früher gar nicht.

    Da sind die Leute nirgends freiwillig hingegangen, wo sie es nicht aushielten.

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