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Ist es euch wichtig zu wissen, woher euer Ökostrom genau kommt? Aus welchem Kraftwerk etc.

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Hinsuluete fragte am 19.05.2010 um 14:55

Ich würde gerne zu einem Ökostrom Anbieter wechseln, finde das Thema aber, um so mehr ich darüber lese, immer verwirrender. Ist es euch wichtig zu wissen, wo euer Ökostrom herkommt? Ich finde das bei den meisten Anbietern unzureichend beantwortet. Ich habe auch schon viel über RECS Zertifikate gelesen und bin jetzt noch unentschlossener, welcher Anbieter der Richtige für mich ist: Wodurch kann ich sicher sein, dass ich nicht RECS zertifizierten Strom kaufe?

  • antwortete am 19.05.2010 um 15:13
    Die Energie-Revolution weltweit liegt dir , vermute ich angesichts der Frage, allgemein am Herzen
    und um diese, gegen neue Kohlekraftwerke etc, zu unterstützen kann ich Dir z.B. diese (einfache online - ) Aktion ans Herz legen: www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/solarenergie-windenergie-fuer
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      kommentierte am 19.05.2010 um 21:41
      Guter Hinweis. Auch Deine andere Initiative, zu Namibia, finde ich toll.
  • antwortete am 19.05.2010 um 15:00
    Da gibt es nur die vielgenannten 3.

    EWS, Naturstrom, greenpeace energy.
  • antwortete am 19.05.2010 um 15:06
    Ja, Naturstrom, EWS und Greenpeace Energy sind die drei, wo du da auf der sicheren Seite bist, falls du speziell für die Bundesrepublik Deutschland meinst, wie es Renovable schon richtig gesagt.

    Hinzu kommt, dass diese Anbieter auch überdurchschnittlich in neue Anlagen (Solaranlagen, Windräder etc) investieren. Ich persönliche favorisiere von den drei geannten Greenpeace Energy, weil es eine Genossenschaft ist (keine AG), aber die anderen beiden sind auch sehr gut, glaube ich.
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      kommentierte am 19.05.2010 um 16:13
      richtig, noch genauer gesagt: ... überdurchschnittlich in Anteilen (oder in Prozent) ihres Umsatzes ... was zu sagen wichtig ist, denn manche herkömmlichen Anbieter mit manchem neuen riesigen Offshore-Windpark investieren in absoluten Zahlen evtl. mehr, aber das sind nur viel kleinere Bruchteile ihres Gesamtumsätze und Gesamtgewinne, die sie mit ihren Atom- / Kohlekraftwerken machen
  • antwortete am 19.05.2010 um 16:04
    Der Strom von Ökostromanbietern in Deutschland (D) kommt überwiegend aus dem nahen Ausland, da die meisten Ökostromerzeugenden Anlagen in D unter das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) fallen und damit von allen Stromkunden - egal ob Öko oder nicht - über die normale Stromrechnung bezahlt werden.

    Der wesentliche Unterschied zwischen den Ökostromanbietern besteht darin, was sie mit den Gewinnen machen. Die drei von Renovable genannten Unternehmen sind hierbei vorreiter und reinvestieren ihre Gewinne in neue Ökostromprojekte. Was die drei auch noch auszeichnet ist, dass die ausschließlich Ökostrom und keinen "konventionellen" Strom anbieten. Wenn man dort den Strom bezieht, kann man also sicher sein nicht irgendwie nebenher noch Kohle- oder Atomstromfirmen zu unterstützen.

    Außerdem sind die drei Unternehmen auch in Sachen Transparenz vorbildlich. Man kann sich bei ihnen umfassend informieren.
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      kommentierte am 19.05.2010 um 20:39
      naja, der Strom kommt genau genommen quasi immer aus den nächstliegenden Kraftwerken des jeweiligen Netzes, noch genauer immer aus dem gesamten Pool des jeweiligen Elektrizitätsnetzes ("Kraftwerk" und "Netz" hier ganz allgemein zu verstehen, bei offgrid Systemen evtl die Solaranlage auf dem Dach u.s.w.)

      - was du vermutlich eigentlich weißt, aber ich weise nochmal darauf hin, weil es viele Leute nicht bedenken, die sich damit nicht so viel befassen
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      kommentierte am 19.05.2010 um 22:00
      Da hast du Recht. Man kann es sogar noch drastischer ausdrücken und sagen, dass die Energie wahrscheinlich sogar von einem Kohle- oder Atomkraftwerk kommt, wenn man ind er Nähe von einem Wohnt.
      Das ist wichtig zu wissen, damit man sich nicht von Dummschwätzern, die einem die Entscheidung pro Ökostrom schlecht reden wollen, so etwas vorhalten lassen will.
      Aber das Entscheidende ist, dass das Geld für meine Stromrechnung nicht bei den Kohle- der Atomkraftwerk sondern bei dem Ökostromanbieter landet. Das fördert den Wandel zu einem Atom- und Kohlestronmfreien Deutschland.
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      kommentierte am 19.05.2010 um 22:57
      @ Dude: Da hast Du wiederum recht - in den gesamten "Stromsee" geht halt der Strom aus allen Quellen ein. Entscheidend ist aus meiner Sicht aber nicht nur, dass mein Geld nicht bei den Kohle- oder Atomkraftwerksbetreibern landet, sondern dass der Ökostromanbieter damit Neuanlagen zur Erzeugung aus erneuerbaren Quellen fördert (wie oben schon erwähnt), so dass mittel- bis langfristig der Stromsee immer "erneuerbarer" wird. Grafisch ist das hier ganz gut dargestellt: http://www.lichtblick.de/h/stromwissen_16.php
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      kommentierte am 21.05.2010 um 21:29
      steffenw: Gerade beim Investieren in Neubauten (in Prozent ihres Umsatzes) können EWS, Greenpeace Energy und Naturstrom mit Lichtblick sicher sehr gut mithalten ;`)
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      kommentierte am 03.06.2010 um 13:02
      Dass der Strom immer aus dem nächstgelegenen Kraftwerk kommt, ist für mich als Stromverbraucher nicht von Bedeutung. Auch wenn ich direkt neben einem großen Wasserkraftwerk wohne, ändert das nichts an der Ökobilanz meines Stromverbrauchs. Und selbst wenn ich Solarzellen am Dach habe (die den Atomstrom "aus dem Netz drängen", wie ich von Teilnehmern eines Energiestammtischs erfuhr), sollte ich genauso sparsam Strom verbrauchen.
  • antwortete am 19.05.2010 um 16:17
    Also erstmal: Der Wechsel zu Ökostrom ist eine sehr sehr gute Idee:-)) aber auch informationsmäßig gesehen nicht so einfach. Ich verstehe jedenfalls Deine Verwirrung.
    Die drei genannten Anbieter sind tatsächlich in erster Linie Händler, haben aber auch eigene Kraftwerke gebaut oder gefördert.

    Bezüglich der Stromherkunft sind EWS und Greenpeace Energy sehr transparent und legen genau dar, woher ihr Strom kommt:

    EWS:
    http://www.ews-schoenau.de/fileadmin/content/documents/sauberer_Strom/Stromherkunft/EWS_Kraftwerke.pdf

    Greenpeace-Energy:
    http://www.greenpeace-energy.de/oekostrom/strommix/lieferantenkraftwerke.html

    Der Strom kommt i.d.R. nicht aus Deutschland, weil die Wasserkraftwerke in Dtl hauptsächlich den 4 großen Monopolisten gehören, die eben auch AKW betreiben - und mit denen will man ja schließlich nix zu tun haben.

    Für Naturstrom habe ich leider keine genaue Aufstellung gefunden, nur dieses hier:
    http://www.naturstrom.de/unser-angebot/100-erneuerbare-energien.html
    Vielleicht weiß jemand von den Naturstromkunden mehr?

    Die drei betreiben kein Greenwashing mit RECS-Zertifikaten. Sie kaufen ihren Strom zeitgleich zum Standard-Kundenlastprofil komplett als Ökostrom ein und verwenden RECS höchstens zusätzlich zum einfacheren Nachweis für die Kennzeichnungsanforderungen.
    Frag gerne nach, wenn du genaueres wissen willst :-)
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      kommentierte am 19.05.2010 um 16:29
      Hallo mela, vielen dank für deine ausführlichen Antworten!! ich finde es tatsächlich schwer sich zurecht zu finden...
      Besonders dieses RECS System scheint mir doch sehr kompliziert. Wenn ich das richtig verstanden habe, können hier einfach "Etiketten" getauscht werden und so wird Graustrom zu grün und grün zu grau (??)
      zu deinem letzten Absat:
      Sie kaufen ihren Strom zeitgleich zum Standard-Kundenlastprofil komplett als Ökostrom ein und verwenden RECS höchstens zusätzlich zum einfacheren Nachweis für die Kennzeichnungsanforderungen.
      Frage:Warum ist das notwendig, kann man das zurück verfolgen?
      Woher weißt du das? Ich bin mir ja mittlerweile gar nicht mehr sicher, welche Quellen glaubhaft sind und welche nicht :D... schrecklich dieses Internet mit seiner Informationsflut ;)
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      kommentierte am 19.05.2010 um 17:33
      Warum zählt eigentlich Lichtblick nicht zu den emfpohlenen? Zu meiner engeren Auswahl zählten eigentlich: Greenpeace, Lichtblick, Naturenergie oder EWS, da diese meistens als empfehlenswert gelten.
      Hier tauchen die aber anscheinend gar nicht auf..
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      kommentierte am 19.05.2010 um 19:36
      Hallo Hinsuluete,

      Also erstmal: Jeder Stromversorger muss ja seine Kunden mit zeitgleich zum Kundenlastsprofil mit eingespeistem Strom versorgen. Würde das ein Stromversorger nicht tun, sondern meinetwegen nur Abends Strom einspeisen, wäre tagsüber zu wenig Strom vorhanden und es gäbe Ausfälle. Kann man also nicht machen.

      Echte Ökostromanbieter erledigen diesen Auftrag ausschließlich unter Benutzung von Ökostrom (ob selbst erzeugt oder zugekauft). Möchte-Gern-Ökostromanbieter machen das mit normalem Strom und kaufen sich (sehr billig) RECS-Zertifikate, mit denen sie ihren verkauften Strom dann als Ökostrom kennzeichnen können.

      Zum RECS-System:
      Das RECS-System ist ein Nachweissystem für die Einspeisung von Ökostrommengen. Wenn ein Stromanbieter eine gewisse Menge dieser RECS-Zertifikate von bspw. einem Wasserkraftwerkbetreiber kauft, darf er eine gewisse Menge seines verkauften Stroms als Wasserkraftstrom kennzeichnen (also als Ökostrom). Der Wasserkraftstrombesitzer muss die entsprechende Strommenge auch einspeisen, und muss sie aber als Graustrom an irgend jemand anderen verkaufen (zB an seine eigenen Kunden).

      zB: Stadtwerke Kassel kaufen RECS-Zertifikate von Vattenfall in Schweden für sagen wir 1000 kWh. Sie kaufen weiterhin 1000kWh ganz normalen Strom (zB auch von Vattenfall-Atomkraftwerken) und dürfen diesen aufgrund der erworbenen Zertifikate als Ökostrom kennzeichnen. Gleichzeitig muss Vattenfall dafür 1000 kWh Wasserkraftstrom einspeisen und als "Graustrom" verkaufen (also als nicht-Ökostrom).

      Der Witz daran ist, dass es bei den RECS-Zertifikaten nicht auf die Gleichzeitigkeit ankommt. Beispielsweise könnte Vattenfall die 1000kWh Wasserkraftstrom an einem einzigen Tag einspeisen, währen der Kunde der Stadtwerke Kassel ja seinen Strom übers Jahr verteilt verbraucht.
      Es ist viel leichter (und billiger) einen Kunden mit RECS-Ökostrom zu versorgen, als mit zeitgleich eingespeistem Ökostrom. Die große Kunst am Ökostromstromversorgen ist es ja gerade, dies gleichzeitig zum Kundenlastprofil zu tun.

      Ob man das zurückverfolgen kann? Hmm- da musst du den Anbietern wohl glauben. Wenn sie schreiben, dass sie zeitgleich Ökostrom einspeisen, dann tun sie das hoffentlich auch. Bei EWS gibt es beispielsweise ein TÜV-Zertifikat, das das bestätigt:
      http://www.ews-schoenau.de/sauberer-strom/stromherkunft.html
      Wenn sie das nicht sagen, dann verwenden sie wohl RECS-Zertifikate (die meisten geben das auch zu).

      Zum Thema Lichtblick:
      Wie gesagt, beim Thema Ökostrom ist auch ein großer Teil Vertrauenssache dabei. Die Materie ist komplex und daher anfällig für Schmuh, siehe RECS-Zertifikate. Deswegen ist für mich Glaubwürdigkeit eines der wichtigsten Theman. Ein Unternehmen, das nicht nur für den Profit, sondern auch aus Überzeugung handelt, ist nicht so anfällig dafür, um des Profit willen zu tricksen. Lichtblick hat für mich erstmal Glaubwürdigkeit verloren, als klar wurde, dass sie zur Ökostromversorgung auch heimlich geringe Mengen Graustrom an der Börse eingekauft haben. Vor allem aber, als sie ein Biogasangebot ins Programm genommen haben, wo das Biogas nicht nur aus Massentierhaltung stammt, sondern diese sogar erst möglich gemacht hat (durch die Abnahme der Gülle). Dafür haben sie perfider Weise mit einer Kuh auf einer Wiese geworben.
      Das ist für mich alles andere als ökologisch und zeigt mir, dass es sich hier um ein ganz normales Unternehmen handelt, dass auf der Ökostromwelle mitschwimmt. Das Produkt Ökostrom ist trotzdem okay, besser als die meisten anderen Angebote auf dem Markt. Muss jeder selbst wissen, ob er das Unternehmen unterstützen möchte oder nicht. Aber empfehlen tu ich den Anbieter halt nicht, weil es eben glaubwürdigere Alternativen gibt, bei denen ich mich stärker drauf verlassen kann, dass der Umweltnutzen wirklich zählt.

      Ist dir das nun klarer geworden? Hoff ich :-)
  • antwortete am 19.05.2010 um 15:12
    Ich habe schon ein paar Mal glesen, dass Greenpeace Energy eigentlich auch "nur" Lieferant ist und seine Lieferanten unter starke Kontrollen stellt. Wenn sie aber nicht selber produzieren, wie kann ich da sicher sein, dass der Strom nicht auf umwegen gehandelt wurde. Ich finde das alles etwas undurchsichtig, was der Strommarkt ja allgemein zu sein scheint. ;) Und nur auf eine Namen vertrauen liegt mir nicht wirklich. ich möchte den Anbieter nicht in einem jahr wieder wechseln...

    Ich hätte schon ganz gerne einen Namen genannt, der sagt wo der Strom produziert wurde, oder übertreibe ich da? Falls Ihr da etwas habt freue ich mich natürlich über Infos :)
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      kommentierte am 19.05.2010 um 15:14
      Wo du das gelesen hast, war offenbar eine schlecht informierende Quelle. Mehr findest du bei www.greenpeace-energy.de , dort speziell unter http://www.greenpeace-energy.de/kraftwerksbau/unsere-kraftwerke.html , und auch unter www.planet-energy.de , Da kannst du genaue Details über die in den letzten Jahren neu gebauten Anlagen lesen
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      kommentierte am 19.05.2010 um 21:38
      Neben den E-Mengen aus eigenen Solaranlagen, Windrädern und dem Laufwasserkraftwerk (bei Bremen) kaufen sie sicher auch noch (Öko-)Strom dazu, aber meines Wissens sind ja gerade die Kontrollen dazu da, um zu gewährleisten, dass es dabei "ökjologisch sauber" zugeht. Ein Rest an Vertrauensvorschuss bleibt (aber) immer, denn grundsätzlich gibt es immer Hintertürchen, wenn es jemand darauf anlegt, aber ich sehe in diesem Fall keine vernünftig begründeten Verdachtsmomente
  • antwortete am 19.05.2010 um 15:26
    Auch EWS Schönau schafft volle Klarheit über die geförderten Neuanlagen und die Stromherkunft:
    http://www.ews-schoenau.de/sauberer-strom/stromherkunft.html (auf Schaubilder "Stromherkunft" und "TÜV-Zertifikat" klicken)
    Und hier ganz detailliert für 2010: http://www.ews-schoenau.de/fileadmin/content/documents/sauberer_Strom/Stromherkunft/EWS_Kraftwerke.pdf (es erfolgt direkter Strommengenbezug, keine RECS-Zertifikate)
    http://www.ews-schoenau.de/sauberer-strom/kundenfoerderung.html (auf "Rebellenkraftwerke" klicken)

    Nicht zuletzt diese Transparenz hat uns neben dem "Stromrebellenbonus" 2007 bewogen, zu EWS zu wechseln.
  • antwortete am 19.05.2010 um 15:41
    es bleibt dabei, wie Renovable-Jens schon geschrieben hat.
    diesen o.g. dreien kannst Du vertrauen!

    Freut mich, dass es wieder einen "Wechsler" gibt! Herzlich willkommen bei den "atomstromfreien"
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      kommentierte am 19.05.2010 um 15:45
      Genau, dem kann ich mich nur anschließen :-)
  • antwortete am 20.05.2010 um 09:56
    Schon mal was davon gehört, dass man sich am besten geich selbst verarscht?

    Schon mal was von kommunizierenden Röhren gehört?

    Rechnet doch einfach einmal zusammen, aus welchen Quellen (Wasser, Wind, Biomasse, Solar, Geothermie) die Anbieter von "Ökostrom" ihren Strom haben und welche realistischen Potenziale für einen weiteren Ausbau es ganz real gibt.

    Überlegt euch welche verheerenden Zerstörungen allein in Norwegen für den Wasserkraft-Ökostrom angerichtet wurden und werden?

    Wie würdet ihr den Strom einstufen, der durch die geplanten Laufwasserkraftwerke beim Zubetonieren des letzten frei fließenden Stücks der Donau produziert wird?

    Für wen von euch wäre das "Ökostrom"?

    Oder wer von euch würde einen Anbieter verlassen, wenn er sieht, welche Verwüstungen für den Ökostrom aus Wasserkraft angerichtet wurden?

    Wer von euch würde sich auf die Position zurückziehen, dass man (wer ist "man"?) nun einmal für die gute Sache Opfer bringen müsse und wenn es auch das Auslöschen ganzer Ökosysteme bedeutet?

    Wer von euch findet den "Biostrom" gut, den ein sehr bekannter Anbieter von "Ökostrom" aus Gülle von niedersächsischen Tier KZs und industriell in Monokulturen angebautem Mais verkauft?

    In den Tier-Konzentrationslagern dieser Republik werden mit aus Brasilien importiertem GEN-SOJA aberwitzige Mengen Tierscheiße produziert, welche dann mit dem Geld der (ÖKO)-Stromkunden in "Bio"-Strom-Wärme umgewandelt wird.

    Wie kann man als Verbraucher und ökologisch interessierter Mensch nur so blöd sein, sich so für dumm verkaufen zu lassen.

    Das Hauptkontingent des "Ökostroms" ist skandinavischer Wasserkraftstrom und dafür wurden schwerste, irreparable ökologische Schäden angerichtet.

    Egal, weil man ja so selten nach Norwegen kommt?

    Wie ist es mit dem Ökostrom aus Palmöl?

    Indonesien, Papua, Kolumbien, Zentralafrika sind ja auch weit genug weg, so dass man das ökologische Desaster nicht selber sehen muss.
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      kommentierte am 20.05.2010 um 10:13
      Es geht um die Frage des kleinsten Übels: AKW oder Wasserkraft? Kohlekraftwerke oder Windenergie? Jede Form der Stromgewinnung hat irgendeine Auswirkung auf die Umwelt. Man muss sich fragen, welche das kleinere Übel ist. Und so wenig Strom verbrauchen wie möglich.
      Meines Erachtens sind die (Umwelt-) Schäden durch überschaubare Wasserkraftwerke (mit Fischtreppen) eindeutig geringer als die Schäden durch die konventionelle Stromversorgung. Daher Ökostrom.
      Aus dem von dir genannten Grund ist übrigens auch Lichtblick für mich kein empfehlenswerter Anbieter (Massentierhaltung).
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      kommentierte am 20.05.2010 um 11:01
      Und was rätst du, wenn man nicht auf Strom verzichten möchte? Bei welchem Stromanbieter bist du?
      Ich sehe das ähnlich wie Mela...
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      kommentierte am 20.05.2010 um 11:18
      Na da kommen wir der Sache doch schon ein klein wenig näher. Es geht also um das "kleinere Übel".

      Für mich geht es darum Roß und Reiter zu nennen und die zumeist gar nicht oder nur oberflächlich informierten Zeitgenossen (auch UTOPISTEN sind in wichtigen Fragen höchst rudimentär unterrichtet) reinen Wein einzuschenken. Es muss allen vollkommen klar sein, dass wir so richtig in der Patsche sitzen und dass es aus absehbare Zeit leider nicht möglich ist, die Kohlekraftwerke zu ersetzen. Ebenso ist es mit den Gaskraftwerken.

      Bei der Wasserkraft ist bei uns das Ende der Fahnenstange erreicht. In Norwegen könnte man wohl sicher noch einige Fjorde vernichten, damit bei uns die iPhones, Pedelecs, iPads und Beamer ordentlich ökologisch betrieben werden. Aber auch das sind im Vergleich zu dem was allein in Westeuropa an Strom verprasst wird nicht einmal Peanuts. Das ist noch weniger als ein Fliegendreck an der Wand.

      Ich bin entschieden für Windkraft und gerade deswegen mache ich mir große Sorgen wie man das Netz für dien Fall absichert, dass der Wind eben nicht ausreichend weht. Es geht gar nicht anders als dass man die die komplette Leistung durch "Schattenkraftwerke" absichern muss. Mit was sollen diese Schattenkraftwerke deiner Meinung nach laufen? Woher kommt die Energie dafür?

      Was glaubst du denn was erforderlich ist wenn man überschüssige Windenergie in Pumpspeicherkraftwerken (Wirkungsgrad ca. 50%) zwischenspeichert?

      Bitte sehe dir die Fragen aus meinem Posting nochmals an (die Sätze mit ?).

      Wäre es für dich in Ordnung, wenn Lula in Amazonien dieses gigantische Wasserkraftwerk baut (Wasserkraft = Ökostrom) und den Strom sagen wir einmal in Wasserstoff (Elektrolyse) umwandelt und dann zu uns exportiert?

      Wie groß darf das ökologische Desaster (z.B. ausradierte Regenwälder, zubetonierte Donau, etc.) sein, damit es für dich und die anderen Fans vom Öko-Schwindelstrom noch OK ist?

      Ist es OK für dich, dass du dich sauwohl auf deinem 3.000 EUR Pedelec fühlst und Biostrom aus Palmöl verfährst?

      Ich sage es klipp und klar: Wenn ich die Wahl zwischen Strom aus Kohle und Atom auf der einen Seite und aus Palmöl oder Scheiße aus einem Tier-KZ habe, dann ist mir ersteres weitaus lieber.

      Von mir aus machen alle was sie wollen, aber das systematische Auslöschen von einzigartigen Ökosystemen wie den Regenwäldern in Afrika, Asien, Australien, Nord- Mittel- und Südamerika muss sofort aufhören.

      Aktuell macht man sich z.B. auf Borneo daran den noch nicht gerodeten Teil der Insel zu vernichten, weil man dort das Palmöl für all die schönen Konsumprodukte produzieren will. Auf den bisherigen Flächen und Monokulturen wird aufgrund der "EU Nachhaltigkeitsverordnung" der Treibstoff für die deutschen EEG-geförderten Palmöl-BHKWs produziert. Allein in Deutschland 600.000 Tonnen jährlich mit atemberaubenden Steigerungsraten.

      Was ist nun das kleinere Übel für dich?

      Reicht es ein paar hundert Orang Utans weltweit im Zoo zu sehen?

      Zieh dir das mal rein: http://www.swr.de/odysso

      Wir "Menschen" sind fürwahr eine ganz besondere Spezies.
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      kommentierte am 20.05.2010 um 11:25
      Ich finanziere doch lieber eine Firma, die mit ihren Gewinnen Solar- und Windkraftanlagen baut, austatt wie andere Anbieter mit den Gewinnen auf neue Kohle- oder sogar Atomkraftwerke zu setzen.
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      kommentierte am 20.05.2010 um 11:53
      Das ganze ist nichts weiter als pure Augenwischerei, bzw. ein geschickter Marketingtrick. Schau doch mal nach was die sich selber als "Ökostrom"-Anbieter tatsächlich "finanziert" haben. Rechne mal nach was dabei herausgekommen ist. Ein Anbieter ist z.B. ein regelrechter Fan davon Scheiße aus Tier-LZs in schöne €uros zu verwandeln. Holz aus Raubbau wird auch gerne genommen um es in so genannten "BiomasseheizKRAFTwerken" ebenfalls in Geld zu verwandeln. Dass dabei in aller Regel Trotz angeblicher KWK 70% der Energie als Abwärme weggeblasen werden, stört nicht weiter weil das EEG sicherstellt dass die Damen und Herren Investoren genug Geld einstecken können.

      Rechne doch mal zusammen was z.B. die geförderten PV-Anlagen tatsächlich abgeliefert haben oder was aus den anderen Anlagen rausgekommen ist. Peanuts. Im Übrigen steht das System komplett auf tönernen Füßen. Frei nach Kant solltest du dir mal überlegen wie das aussähe wenn wir sagen wir einmal 20% unseres Stromes und 40% unseres Wärmemarktes aus "Biomasse" decken müssten. Da könnten wir uns doch gleich die Kugel geben. Sicher, ein paar Jahre können wir z.B. noch den Amazonas-Regenwald ausbeuten und so komplett vernichten. Was aber dann?

      Verlogene Politiker speziell der GRÜNEN, LOHAS usw. können sich frei nach Pipi-Langstrumpf die Welt so zurechtdenken, wie sie nur wollen. Das ist der Natur letzen Endes vollkommen egal, diese wird sich seines Hauptpeinigers zu entledigen wissen.

      Um hier etwas mehr Demut zu entwickeln rate ich allen sich einmal ganz gemütlich "Into the Wild" anzusehen.

      Wenn wir nicht ganz ganz schnell vom 5. auf den Rückwärtsgang zurückschalten, sieht es böse aus. Ganz böse. Ein bißchen Loha hier und ein wenig Hybrid und "Ökostrom" dort könnt ihr vergessen.

      Lustig finde ich auch immer die Fixierung auf den Strom. Strom und immer wieder Strom. Dabei ist der Stromverbrauch im Vergleich zu dem was der Deutsche recht gemütlich zum Fenster hinausheizt eher nachrangig. Die Heizung frißt in unseren Breiten bei weitem die größte Menge Energie. Da helfen die norgwegischen Fjord-Kraftwerke wenig und auch nicht eine zerstörte Donau.

      Leute schaut euch doch die realen Zahlen einmal an. Rechnet mal nach wie weit man mit der "Biomasse" Erdgas ersetzen könnte, ohne jedes Hektar mit Mais-Monokulturen zuzupflastern.

      Den Hoffnungsräger Holz hatten wir hier ja auch schon einmal. Ich würde sagen der Arsch ist zu. Mehr können wir nicht mehr aus Mutter Natur herausholen.
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      kommentierte am 25.05.2010 um 20:01
      Diokletian, Ich glaube die meisten Utopisten haben längst eingesehen, dass Strom sparen sehr sehr wichtig ist. Es geht lediglich darum, woher man sinnvollerweise den Strom bezieht, den man dann doch noch nutzt.
      Keiner hält es für praktisch möglich von heute auf morgen alle AKW und KKW abzuschalten, so viel Realisten sind hier denk ich alle. Aber es geht darum, die Energie, die wir brauchen, mehr und mehr aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Und dabei ist Ökostrom ein Schritt, den jeder ganz einfach gehen kann. Übrigens ist auch KKW/AKW mit Raubbau an Erde und Ökosystemen verbunden. Denkst du die Steinkohle kommt aus Deutschland? Uran wird auch schon lange nichtmehr hier abgebaut, sondern u.a. in Afrika, die Bedingungen willst du garnicht wissen.

      Ich glaube übrigens schon, dass es möglich ist, sich in 40 Jahren 100% aus erneuerbaren zu versorgen und zwar ohne Amazonaszerstörung etc. Allerdings nicht, wenn man erst in 39 Jahren damit anfängt. Jetzt muss sich was tun und zwar kontinuierlich.

      Und Ökostrom beziehen heißt: Ich mache mit, ich bin für eine nachhaltige Energieversorgung. AKW/KKW-Betreiber werden von mir nicht über meine Stromrechnung unterstützt, weil sie nämlich genau gegen diese nachhaltige Energieversorgung arbeiten. Weil sie sich momentan einfach nicht rechnet.
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      kommentierte am 25.05.2010 um 20:26
      @@mela Ich bin für Klarheit der Definition. Ich denke nicht, dass man Strom aus Norwegen (den die meisten Anbieter) haben als "Ökostrom" im Sinne dessen bezeichnen kann, was sich die Leute darunter vorstellen. Für diese Sorte "Ökostrom" wurden unglaubliche Verwüstungen angerichtet, worüber man die Ökostromkunden nicht informiert.

      Wie sieht es bei dir aus mit dem Strom aus Palmöl? Die Regenwälder dafür wurden ja schon vor Jahren angeholzt und die abgeschossenen Orang Utans sind auch längst verwest...

      Ist so ein Strom für dich "Ökostrom"? Nach den Regularien des EEG ist es "Ökostrom". Für dich auch?

      Wäre für dich Strom aus dem geplanten Wasserkraftwerk im Amazonas auch "Ökostrom"?

      Wie sieht es mit dem Raubbau auch an unseren Wäldern aus? Ist das für dich auch "Ökostrom"?

      Wie weit würdest du gehen für den "Ökostrom"?

      Damit dass man die letzten Biosphären massakriert fängt man sicher nichts positives an?

      Wenn du nach Rom willst, ist es sicher keine gute Idee erst einmal den Zug nach Helsinki zu nehmen.

      Ich würde mich freuen, wenn mir einer sagt, dass man zumindest den Zug nach Mailand nehmen sollte, wenn man nach Rom will.
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      kommentierte am 26.05.2010 um 11:04
      Diokletian
      nein, Palmölstrom ist für mich kein Ökostrom, Strom aus einem Wasserkraftwerk im Amazonas könnte es aber schon sein (auch wenn der hier eh nicht zu kaufen ist). Das kommt ganz auf das Wasserkraftwerk an. Ist der Einfluss auf das lokale Klima gering, wird dem Tierschutz Rechnung getragen, wird dem Schutz der Bevölkerung Rechnung getragen. Wasserkraftstrom aus Norwegen ist für mich in der Regel Ökostrom - aber auch hier kommt es natürlich auf das Kraftwerk an, siehe oben.
      Die Umwelteinwirkungen sind deutlich geringer, als bei unseren AKW/KKW- Alternativen. Stichwort Atommüll und CO2, aber auch Brennstoffgewinnung.
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      kommentierte am 26.05.2010 um 11:28
      Hallo Diolektian,
      um was geht es dir eigentlich? Bei aller Klarheit der Definition geht dir mE die Zielrichtung verloren. Du benutzt doch auch Strom, sonst würden wir hier nicht kommunizieren.
      Wenn wir also unser Erschrecken und unsere Empörung über erneute Umweltzertörung und das Austreiben des Teufels mit dem Beelzebub bei Beibehaltung des grundlegenden Übels überwunden haben was würde ein Utopist dann befürworten?
      Für mich geht es in erster Linie um lebbare Konzepte für die Zukunft, und dazu gehört auch die Nutzung von Strom, wenn auch unter völlig anderen Grundvoraussetzungen. ZB finde ich es völlig verfehlt, dass Unternehmen und andere Großverbraucher Rabatte für ihren Stromverbrauch bekommen während HarzIV empfangende Familien abends Kerzen anzünden, weil ihr Geld nur fürs Betreiben der Wachmaschine reicht. Es sollte doch transparent gemacht werden, wer wofür wieviel Strom verbraucht.
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      kommentierte am 26.05.2010 um 13:16
      @@athi Es geht um Klarheit. Wenn Geschäftemacher einen zutiefst ephemistischen Marketingbegriff wie "Ökostrom" oder gar "Biostrom" in die Welt setzen, dann möchten sie die Verbraucher dazu bewegen ihr Produkt zu kaufen und so den eigenen ökonomischen Profit steigern. Wer z.B. "Biostrom" in einem "Biomasseheizkraftwerk" erzeugt, der sollte schon auch dazu sagen, dass im Schnitt 40-70% der Energie verlorengehen, ganz wie in einem Kohlekraftwerk oder AKW auch. Der Betreiber sollte dazu sagen, dass das Holz was verbrannt wird, zu 99% aus den Baumspitzen besteht, worin dummerweise fast die gesamten Nährstoffe des Waldes konzentriert sind, d.h. im Ergebnis blutet der Wald erneut aus, wie das vor Jahrhunderten schon einmal der Fall war, als man auf der Suche nach Nährstoffen den Humus aus dem Wald holte, den dieser zuvor in Jahrtausenden aufgebaut hatte. Die Erzeuger von "Biostrom" und "Bioewärme" wissen natürlich meistens genau welche Schweinerei sie da anrichten. Aber Geschäft ist nun einmal Geschäft...

      ...der norwegische "Ökostrom"...bei dem wurden die Umweltfrevel über Jahrzehnte hinweg begangen. Das ist praktisch. Wenn nun der deutsche Ökotourist mit Ryanair übers WE in den hohen Norden jettet und sich anschaut wo sein "Ökostrom" denn tatsächlich herkommen soll, hat unser Ökostromkunde keine Erinnerung mehr daran, wie es hier früher einmal ausgesehen hat. Na gut, zerstört ist nun einmal zerstört, nützt nun auch nichts mehr. Oder?

      Was machen wir aber mit dem "nachhaltigen" Palmöl, mit dem u.a. bei mycity (Stadtwerke Uelzen) so schöner "Biostrom" und "Biowärme" erzeugt werden? Die Regenwälder und Heimat der Waldmenschen (Orang Utans), wurde ja leider für die Plantagen ausgelöscht auf denen nun das "Biopalmöl" für den "Biostrom" produziert wird. Umgesägt und abgebrannt ist nun einmal Umgesägt und abgebrannt. Da kannst du nichts machen. Weshalb sollte man denn deswegen das schöne Biopalmöl für den Biostrom verachten?

      Für den ökologischen Fortschritt müssen nun einmal Opfer gebracht werden. So funktioniert die Welt.

      Spaß beiseite: Ich plädiere dafür, dass die Dinge beim Namen genannt werden. Die Firmen sollten verpflichtet werden den Kunden eine ausführliche Dokumentation zu zeigen, was so alles für den "Ökostrom" vernichtet wurde. Sie sollten den Leuten nicht weismachen können, sie täten dieses oder jenes für den Durchbruch des Ökostroms, denn de facto tun sie es eben nicht.

      Es ist ein einziges die Leute für dumm verkaufen.

      Und im Übrigen: Selbst wenn es "100% Ökostrom" gäbe, dann fehlt leider immer noch der bei weitem größte Anteil am Energieverbrauch bei uns: Die Gebäudeheizung und der Verkehr.

      In der Tat verbrauche ich Strom, nicht allzu viel, aber immerhin zu viel.

      Ich kann das deswegen (und du auch, weil das Rückgrat unserer Stromversorgung durch Kohle- und Atomkraftwerke vorhanden ist). Ohne diese Dinger, wäre bei uns ruck zuck Land unter. Nicht nur heute, sondern auch noch in 20 Jahren, da kannst du absolut sicher sein.

      Mir gefällt das nicht, es ist aber so.

      Ich bin dafür, dass sämtliche Ökostromanbieter und deren Kunden tatsächlich nur noch die Menge Strom bekommen die auch zur Zeit des Verbrauchs abgefordert wird. Nachts 10 bei Windstille gibt es dann eben nur für wenige den Strom aus Wasserkraft.
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      kommentierte am 26.05.2010 um 13:30
      @@mela
      >nein, Palmölstrom ist für mich kein Ökostrom
      Nur dumm, dass exakt dieser Strom als "Ökostrom" verkauft wird. Selbst dann wenn man es als Anbieter nicht will. Dieser mit Blut abgeknallter Orang Utans getränkte "Biostrom" steckt in jeder Kilowattstunde des Erfolgsprodukts "EEG Strom". Pfui teufel kann ich da nur sagen.

      >Strom aus einem Wasserkraftwerk im Amazonas könnte es aber schon sein (auch wenn der hier eh nicht zu kaufen ist). Das kommt ganz auf das Wasserkraftwerk an. Ist der Einfluss auf das lokale Klima gering, wird dem Tierschutz Rechnung getragen, wird dem Schutz der Bevölkerung Rechnung getragen.

      Diese Sprüche kenne ich zur Genüge und sie sind ungefähr so sinnvoll, wie die Aussage: "Ich bin Vegetarier, habe aber nichts gegen einen guten Schweinsbraten, wenn das Tier am Leben blieb."
      All diese als "sanft" und sonstwas an die Öffentlichkeit verkauften Sauereien dienen nur dem eingen Zweck die eigenen Profite zu steigern. Ein Wasserkraftwerk egal wo, ist niemals ökologisch korrekt, weder der Dreischluchtenstaudamm, noch Itaipu und das im Amazonas geplante Monster. Wenn ich den Schweinsbraten will, muss ich die Sau schlachten, daran geht kein Weg vorbei. Und genau so wird es auch gemacht, mit den letzten Regenwäldern der Erde. Dabei sind wir offenbar zu ignorant die Funktion für das weltweite Wettergeschehen kapieren zu wollen. Der Amazonas z.B. ist ein integraler Bestandteil des weltweiten Wettergeschehens und arbeitet als eine Art gigantischer Klimaanlage, weil dort ständig irrsinnige Mengen Wasser verdunsten und wieder abregnen. Lange funktioniert das aber nicht mehr, weil das Gebiet sukzessive zerstört wird. Wissenschaftler sagen, dass schon bald der Point of no return errreicht ist und der Regenwald kein Regenwald mehr ist.

      Man kann mit diesen höchst komplizierten Ökosystemen nicht so umspringen wie mit naiven deutschen "Ökostromkunden", die jeden Blödsinn glauben wollen, Hauptsache sie fühlen sich gut bei einer Flasche Bionade.

      Bitte ruf doch mal ab bei www.globalfilm.de (Frau Altemeier) und lasse dir erzählen wie es denn so zugeht im Geschäft mit der "Ökoenergie".

      >Wasserkraftstrom aus Norwegen ist für mich in der Regel Ökostrom - aber auch hier kommt es natürlich auf das Kraftwerk an, siehe oben.

      Jedes dieser Kraftwerke zieht eine Spur der Verwüstung hinter sich her.

      >Die Umwelteinwirkungen sind deutlich geringer, als bei unseren AKW/KKW- Alternativen. Stichwort Atommüll und CO2, aber auch Brennstoffgewinnung.

      Ist das wirklich so?
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      kommentierte am 26.05.2010 um 13:34
      okay Diokletian,
      warum bist du für Kohlekraft und AKW? Ist es dir egal, was mit diesen Technologien für ein Schaden angerichtet wird? Wieviele Kulturlandschaften schon durch Kohleabbau zerstört wurden und werden? Wie Uran in Afrika abgebaut wird? Wie die örtliche Bevökerung brav Uranstäube einatmet, weil man die Strahlung ja nicht sieht? Wie die Bevölkerung um Tschernobyl gelitten hat und der Landstrich weiterhin unbewohnbar ist? Wie Frankreich im Zuge der Wiederaufbereitung radioaktive Substanzen ins Meer kippt? Wie sämtliche weniger hochtechnologisierte Länder der Welt auch Atomenergie friedlich nutzen wollen, weil Europa es schließlich auch tut?
      Wenn du diese Probleme alle mit den Umweltauswirkungen von Kleinen bis mittleren Wasserkraftwerken und Windparks gleichsetzt (daraus stammt nämlich in der Regel der Ökostrom von seriösen Anbietern), dann erübrigt sich jedes weitere Diskutieren.
      Bleib bei deinem Eon oder sonstwelchem Anbieter, die freuen sich. Und bauen weitere KKW.
      PS: Ökostrom von seriösen Anbietern wird zeitgleich zum Kundenlastprofil eingespeist. Ohne das Zutun von AKW und KKW.
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      kommentierte am 26.05.2010 um 17:13
      @@mela

      Du kannst die ganzen Geschichten drehen und wenden wie du nur willst, am Ende steht immer das Problem, dass wir Menschen das Lebenserhaltungssystem Erde hoffnungslos überlasten. Wir wissen es und tun es trotzdem. Immer schneller und immer brutaler.

      Selbst wenn man nur den winzig kleinen Komplex "elektrischer Strom" betrachtet, erkennt man schnell, dass wir hier schon mit dem Latein am Ende sind.

      Aber machen wir es doch einmal ganz konkret:

      Von wem hast du deinen "Ökostrom" und wie setzt sich dessen Portfolio zusammen?

      Nach Lage der Dinge kann es kein Solarstrom sein, denn die produzierten Mengen liegen selbst beim EEG Strom auf Jahresbilanz bei ca. 1%. PV-Strom? Bei die meiste Zeit des Tages liefern PV-Anlagen ohnehin keinen Strom. Was ist mit Windkraftanlagen bei Flaute? Biogas? Biogasanlagen liefern fast nur EEG-Strom, weil die "Energiewirte" auf diese Weise den größten Profit einstreichen (bis zu 28 Cent/kWh). Die wären schön blöd wenn sie das viele Geld herschenken. Palmöl-BHKWs? Wie beim Biogas. Auch hier gibt es am meisten Geld, wenn man die Stromkunden via EEG zur Kasse bittet. Bei "Holzheizkraftwerken" ist es ähnlich.

      Bleibt also nur die Wasserkraft. Deren Potenzial ist sehr begrenzt. In Deutschland ist kaum noch Zubau möglich.

      Was hältst du davon die letzten frei fließenden 70 km der Donau (der Rest ist bereits zerstört) zuzubetonieren und dafür unter anderem etwas "Ökostrom" zu produzieren?

      Falls du das gut findest, warum? Warum sollte man auch noch diesen Stück Restnatur opfern?

      Also selbst wenn wir sämtliche Mühlbäche, die Donau und alle anderen Möglichkeiten der Wasserkraftnutzung realisieren, dann sind es immer noch Peanuts die dabei herauskommen. Selbst wenn wir ganz Norwegen komplett ruinieren und Schweden gleich mit dazu, dann ist die Menge die dabei herauskommt immer noch Kleinkram im Vergleich zu dem was europaweit allein an Strom verbraucht wird.

      Du kannst dir die Dinge schönrechnen wie du nur willst, am Ende nützt es dir gar nichts, weil schlicht und einfach die Energiemengen nicht da sind! Die kann sich niemand aus den Rippen schneiden und wenn er es noch so gut meint.

      Stelle doch einfach einmal die Verbräuche dem Angebot an "Ökostrom" gegenüber.

      Aber zurück zu deinem Anbieter: Welchen Strommix bietet er an und wo stehen die Wasserkraftwerke, welche wenns hart auf hart (Flaute bei Nacht) kommt, das komplette Stromaufkommen liefern müssen?

      Welche Ökosysteme wurden wann wie zerstört um diesen "Ökostrom" liefern zu können?

      Was wäre wenn dein Anbieter sich in 10 Jahren zum Major Player entwickeln würde und 30% des elektrischen Stromes als "Ökostrom" liefern könnte?

      Frage dich selber und deinen Anbieter wie der Strommix dann aussehen sollte, wenn der Anbieter alles so richten könnte wie er es will?

      Wenn es Wasserkraft sein soll, wo würde der Anbieter die Wasserkraftwerke bauen? Wie viele GW könnte man noch in die letzten Täler quetschen? Was wenn der Regen ausbleibt?

      Soll es Palmöl sein? Welche Mengen könnte man wohl auf Borneo produzieren wenn die letzten Reste des Regenwalds abgebrannt sind und wie lange würde das gehen, bis auch das "Ökosystem" Ölpalmen-Monokultur zusammenbringt, wegen Überdüngung, Vergiftung, Austrocknung, usw.?

      Wie lange werden unsere Biogasanlagen noch laufen, wenn wir aus dem Amazonas kein GEN-Soja mehr importieren können, weil auch dort die ehemaligen Urwaldböden keine Früchte mehr tragen und die Brasilianer den Rest für die eigene Ethanolproduktion brauchen?

      Was wollen wir denn verbrennen, wenn die chemische Industrie händeringend nach Ersatzstoffen für Erdöl und Erdgas sucht um daraus Plastiktüten oder Airbags herzustellen?

      >PS: Ökostrom von seriösen Anbietern wird zeitgleich zum Kundenlastprofil eingespeist. Ohne das Zutun von AKW und KKW

      Selbst wenn es so wäre, dann besagt das absolut nichts. Das ist in etwa so aussagekräftig wie wenn sich die selbsternannten "Energiedörfer" selber lobpreisen und sich auf die Schulter klopfen weil sie angeblich zu 150% "autark" seien. De facto sind sie es nämlich nicht. Und selbst wenn sie es auf dem Papier wären, so "funktioniert" das nur deswegen, weil ein kleines Dorf mit 100 Leuten und 1000 Hektar drumherum für die Biogasanlage natürlich "autark" ist.

      Blöd, dass Frankfurt am Main nicht gleich 300000 Hektar für sich allein hat um darauf all das Biogas für die Heizungen, die Gastankstellen, die chemische Industrie, usw, herzustellen...

      Verstehst du was ich damit sagen will?
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      kommentierte am 26.05.2010 um 17:24
      Für alle Fans des als "Öko" angebotenen Stroms aus Norwegen.

      "Wasserkraft in Norwegen: Saubere Energie legitimiert Verschwendung"

      http://www.lorenzk.com/deutsch/2002/wasserkraft-in-norwegen-saubere-energie-legitimiert-verschwendung/

      Liest man nicht gerne, ich weiß...

      Wer sagt dass eine schwarze Katze schwarz (wenn sie die Farbe schwarz hat) ist, ist deswegen noch lange kein Hundefreund. Daher muss es auch erlaubt sein, dass man darauf hinweist, dass Wasserkraftstrom alles andere als "Öko" ist und man ist deswegen noch lange kein Lakai der vier Strombesatzungsmächte.

      Hinterfragen muss auch bei "Öko"-Strom erlaubt sein.
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      kommentierte am 26.05.2010 um 17:46
      Du wetterst über Ökostrom, nennst aber keine Alternative. Geh doch mal auf die Umweltauswirkungen von AKW/KKW ein. Oder stelle deinen Strom ab (!).

      Mein Stromanbieter ist übrigens EWS:
      http://www.ews-schoenau.de/fileadmin/content/documents/sauberer_Strom/Stromherkunft/EWS_Kraftwerke.pdf
      Wie du selbst schon wusstest, wird hauptsächlich Wasserkraftstrom aus Norwegen "verwendet". Übrigens ist in Norwegen nicht nur das Ausbaupotential noch beträchtlich, sondern auch das Einsparpotential. Das erwähnt ja auch dein Artikel. Wenn die Norweger sehen, wie teuer sie ihren Strom an uns verkaufen können, dann lohnt sich das Sparen vielleicht endlich mal für sie.

      Zum Thema Wasserkraft in Deutschland: Schau mal hier
      http://www.planet-energy.de/projekte_wasser_weserkraftwerk.php
      das ist für mich ein vorbildliches und fortschrittliches Wasserkraftwerk mit minimalen Umweltauswirkungen. Ich weiß, es gibt Leute, die auch darüber wieder meckern. Du gehörst bestimmt dazu.

      Wasserkraft im Amazonas: Ich bleibe bei meiner Aussage. Nur weil Großprojekte problematisch sein können, gilt das nicht für kleinere Anlagen. Du solltest differenzierter nachdenken anstatt alles über einen Kamm zu scheren.

      Zum Thema Palmölstrom: Nochmal, das ist für mich kein Ökostrom (am EEG-Anteil kann kein Stromverbraucher was drehen!). Isst du eigentlich noch Nestlé-Produkte?

      Wenn du nicht glaubst, dass Ökostrom zeitgleich geliefert wird, kann ich dir auch nicht helfen. Es erübrigt sich die Diskussion, wenn du meine Beiträge nicht glaubst oder ignorierst.

      Nochmal in Kurzform: Ökostrom ist das (deutlich) kleinere Übel. Und wenn wir in 50 Jahren nicht auf 100% Erneuerbare umgestellt haben, haben wir deutlich größere Probleme, als wenn doch.
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      kommentierte am 27.05.2010 um 09:29
      @@mela ">Du wetterst über Ökostrom, nennst aber keine Alternative. Geh doch mal auf die Umweltauswirkungen von AKW/KKW ein. Oder stelle deinen Strom ab (!)."

      Nehmen wir an jemand hat eine bakterielle Lungenentzündung und sucht nach Arznei. Jetzt kommt einer und behauptet Valium 5 sei bei Lungenentzündung genau das Richtige. Wenn ich so was sehe, dann sage ich natürlich ungefragt, dass ich - obwohl kein Angehöriger der Heilberufe - sicher bin, dass Valium bei Lungenentzündung ganz sicher nicht weiterhilft. Ich muss an dieser Stelle keine Alternative bieten, nur weil jemand anderes sich als Quacksalber geriert und den Leuten die falsche Medizin andreht.

      Exakt so verhält es sich auch bei dem was Geschäftemacher den Leuten als "Ökostrom" andrehen. Man macht den Menschen weis, man hätte ein Produkt welche a) "ökologisch" sei und b) quasi in beliebigen Mengen verfügbar sein, wenn man nur genügend Kunden hätte, die "Ökostrom" kaufen.
      Nur das ist eben leider gelogen.

      In welche bahnbrechenden "Neuanlagen" wollen denn die "Ökostrom"-Anbieter investieren?

      Dunkelblick hat die Medien und Stromkunden mit ihrem sagenhaften "Volks-BHKW" eingeseift. Interessanterweise ist in diesem Fall fossiles Erdgas auf einmal wieder koscher, wohingegen es z.B. beim Einsatz in einer Gasheizung verteufelt wird. Nur mal so zum Hinweis: Eine handelsübliche Gasheizung nutzt das Erdgas am besten aus. Weitaus besser übrigens als ein Gas-BHKW. Dunkelblick geht es natürlich nicht darum das "Klima zu retten", sondern man will Gelder aus dem EEG abgreifen (Stichwort KWK). Dass die meisten BHKWs in der "freien Wildbahn" nur in den seltensten Fällen ihre Wärme unterbringen können, verschweigt man dezent.

      Thema Wasserkraft
      Wenn Greenpeace ein Laufwasserkraftwerk=Fischvermuserei mit einer Jahresleistung von 42 MWh baut ist das ja ganz nett, nur leider sind 42 MWh nicht einmal ein Fliegenschiß im Vergleich zu dem was allein Bremen verbraucht. Das ist gar nichts.
      Bitte versteh doch, dass im Punkto Wasserkraft in Deutschland und Mitteleuropa nicht mehr viel zu holen ist. Allenfalls Kleinkram der mit massiven Zerstörungen von Restnatur einhehrgeht.

      Abgesehen davon, dass es mich schon erschüttert, wie man als UTOPISTIN kein Problem damit hat, dass mitten in eines der empfindlichsten und für das weltweite Klima bedeutensten Ökosysteme ein weiteres gigantomanisches Monsterprojekt gepflanzt wird, würde mich deine konkrete Antwort auf die Frage interessieren, ob und warum man die letzten frei fliessenden 70 km der Donau für ein paar Silberlinge in Form von "Ökostrom" auch noch auslöschen soll?

      Ich bitte dich auch doch einmal aufzuaddieren, welche Menge Strom aus den verschiedenen Quellen die einzelnen "Ökostrom"-Anbieter" aufzubieten haben. Wenn du dir anschaust dass selbst diese winzigen Strommengen nur mit importiertem Strom aus Wasserkraft geliefert werden können (wenn man das Label "Ökostrom" verwenden will), musst du doch auch ins Grübeln kommen.

      Wenn deine LWS-Stromwerke in Bürgerghand so könnten wie sie gerne tönen und ihren Stromabsatz verhundertfachen könnten, wober käme dann der Strom? Oder was passiert, wenn die Wikinger ihren Strom en bloc an die Franzosen verkaufen, weil die z.B. auf die Idee kommen einen Teil der KKWs abzuschalten. Aus welchen Anlagen nehmen wir dann den Strom?

      Nehmen wir an die "Ökostrom"-Anbieter bekommen 10 Jahre Zeit (oder so viel sie wollen) um einen langsamen Übergang zu realisieren. Wohin würde wohl dieser "Übergang" führen?

      Wie viele Pumpspeicherwerke könnte man wohl in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterbringen, so dass der Strom aus Windkraft und PV gespeichert werden kann?

      Leider haben auch Pumpspeicherkraftwerke auch nur einen Gesamtwirkungsgrad von 50%. Wir müssen also das Doppelte an Energie reinstecken...

      Bei Batteriesystemen sieht es unterm Strich auch nicht besser aus.

      Selbst wenn wir das Stromproblem "gelöst" hätten, bliebe immer noch der gigantische und meiner Meinung nach unstillbare Hunger nach der Energie und Rohstoffenfür Gebäudeheizung, Verkehr, Industrie...

      Du hast recht, ich habe keine Lösung und ich gebe auch nicht vor eine zu haben.

      Das ist der Unterschied: Wer keine taugliche Medizin für eine lebensbedrohliche Krankheit hat, der soll auch nicht vorgeben die Malaise beheben zu können, denn dann setzen die Menschen von vornherein auf das falsche Pferd.

      Du bekundest ja selbst, welche großen Stücke zu auf die Wasserkraft hältst und dass du von Ausbauprotenzialen träumst. Potenziale die es nicht gibt oder die so klein sind, dass man sich in der Gesamtschau nicht darüber zu unterhalten braucht.

      Bitte rechne mal nach und werfe gelegentlich einen Blick nach www.regenwald.org.
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      kommentierte am 27.05.2010 um 09:35
      @@ mela Bitte rechne dir doch einmal aus was allein die Blei-Akkumulatoren (du kannst auch mit NiMh oder Li-Ion rechnen) kosten welche man bei einem Jahresverbrauch von sagen wir 5.000 kWh Strom benötigt. Nicht gerechnet die Wintermonate zu überdauern in denen nur ein Bruchteil des PV-Ertrages fließt.

      Im Web gibt es zahllose Shops bei denen du die Preise der Komponenten nachsehen kannst.

      Wie viel von ihren Gewinnen stecken die Anbieter von "Ökostrom" eigentlich in Speichertechnologien und konkrete Projekte wie Pumpspeicherwerke?

      Wie stellt es sich Naturstrom vor dass der Strom herkomme, wenn Flaute herrscht? Wie stopft man die Lücke ohne Wasserkraft?
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      kommentierte am 27.05.2010 um 15:31
      Ehrlich gesagt wird mir meine Zeit langsam zu schade für eine Diskussion mit dir. Du hast deine Meinung gebildet und wünscht nicht mehr davon abgebracht zu werden. Du gehst nicht auf Argumente ein und unterstellst mir irgendwelche Meinungen.
      Trotzdem noch zwei kleine Anmerkungen: Das Planet Energy Wasserkraftwerk wird nicht 42MWh sondern 42 000 MWh im Jahr produzieren. Aber sind ja nur Nullen richtig?
      Ich sehe auch keinen Sinn darin, dir irgendwelche Kosten für irgendwelche Akkus auszurechnen. Denn die werden nicht sofort gebraucht, sondern erst in vielen Jahren und die Preise lassen sich nicht wirklich gut prognostizieren. Ich schätze du würdest mir auch nicht ausrechnen, wie groß die globalen Folgekosten deines Atomstrombezugs sind oder?
      Ich nicht behauptet, dass die Donau zubetoniert werden soll. Du legst mir das lediglich in den Mund. Keiner hat hier außerdem behauptet dass das Beziehen von Ökostrom die Welt rettet. Es ist lediglich ein Schritt. Du bist derjenige, der sich weigert der Realität ins Auge zu sehen - der Realität der Folgen der konventionellen Stromwirtschaft.
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      kommentierte am 27.05.2010 um 15:41
      @Mela: Ich finde es toll, dass du die Kraft hattest so lange durchzuhalten. Mir war meine Zeit schon lange zu schade hier noch weiter zu diskutieren oder überhaupt die sich immer wiederholenden Phrasen von Diokletian zu lesen. Du gehst auf seine Argumente ein, er aber ignoriert deine total, geht kein bisschen auf dich ein und kommt immer mit dem selben Kram.
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      kommentierte am 27.05.2010 um 16:39
      http://www.europa-auf-einen-blick.de/norwegen/energie.php

      Energie von Norwegen
      Stromerzeugung von Norwegen in Millionen Kilowattstunden (=kWh): 142.700 (2008 geschätzt)
      135.800 (2005)
      120.100 (2001)
      Vergleichszahl Bundesrepublik Deutschland 2007: 594.400
      Vergleichszahl Bundesrepublik Deutschland 2005: 579.400

      @@mela Der EWS-Seite läßt sich entnehmen, dass die EWS Zugriff auf eine el. Leistung von 0,300 GW haben. Das sind dann 2,6 GWh p.a.. 2009 betrug der Strombedarf allein in Deutschland 582 TWh, also das 221-fache.
      0,3 GW ist so gut wie nichts im Vergleich zu dem was auch in kleinen Ländern im Schnitt und auch in Spitzenzeiten abgefordert wird. Die Netzbetreiber müssen zu jeder Zeit sicherstellen, dass sie auch liefern können. Ein Ökostromanbieter muss also auch bei Nacht und Windstille lieferfähig sein und das geht bei "Ökostrom" nur bei Wasserkraftwerken oder wenn im Grunde sämtliche landwirtschaftlichen Flächen mit Maismonokulturen für Biogasanlagen zugepflastert wären und selbst dann käme man nicht weit, weil die Gasmenge für die Biogasanlagen nicht reichen würde.

      Ich habe nicht gesagt, dass du das letzte Stück Donau zupflastern willst, aber du hast als Beleg für die Möglichkeiten eines weiteren Ausbaus ein Projekt für ein Laufwasserkraftwerk von Greenpeace Energy benannt. Auch dieses LW liefer nur winzige Mengen Energie und es gibt eben keine Möglichkteit für einen weiteren Ausbau, weder umweltverträglich noch umweltschädlich.

      Es ist ein veritabler Skandal dass sich dein Lieferant die EWS hinstellt und behauptet in Norwegen gäbe es noch ein Riesenpotenzial für "Ökostrom" aus Wasserkraft. Das gibt es nämlich gerade nicht. Leider ist es eben schon so, dass sehr viele Menschen meinen es reiche schon aus die Berge eingekauften Verpackungsmüll zu trennen und bei einem der vier Märchenerzähler in Sachen "Ökostrom" Kunde zu sein. Die Details (skrupellose Umweltzerstörung in Norwegen) will man da besser nicht zur Kenntnis nehmen.

      Angenommen die Norweger viervierfachen ihre Stromproduktion und liefern alles nach Deutschland (verlustfrei). Dann wären wir fein raus.

      Was machen dann die Franzosen (die sollen doch ihre AKWs abschalten)? Woher bekommen die ihren Ökostrom aus Wasserkraft? Und die anderen Staaten Europas?

      Das Hochziehen am Ökostrom ändert rein gar nichts, es ist sohar schädlich, weil man die Leute wieder einmal schamlos anlügt. Man tut so als ob es reicht Ökostromkunde zu sein und dann ergäbe sich der Rest von ganz allein. Diese netten vier Firmen würden das Geld der Kunden dafür verwenden die Energiewelt umzukrempeln. Das tun Sie nun gerade nicht, weil es gar nicht möglich ist. Auch dann nicht wenn "wir erst einmal anfangen".

      Ich sehe die Realitäten ganz genau (leider) und das ist kein beruhigendes Kissen. Ich bin geradezu umzingelt von Maisfeldern und immer noch mehr Maisfeldern. Immer mehr Wiesen werden umgepflügt und die Ackerkrume weht davon. Es wird gedüngt und gespritzt dass es nur so eine "Freude" ist. Immer wieder sagt man mir, man mache es wegen dem Klimawandel und man erzeuge wertvollen "Ökostrom".

      Während man also in "Biogasanlagen" "Ökostrom" erzeugt, importieren die Herrschaften Monsanto GEN-Soja aus den abgebrannten Regenwaldgebieten Amazoniens, damit die Fleischproduktion weitergeht.

      Immerhin das ja schon einmal ein Anfang...

      Ich habe leider keine Lösung für die in uns wohnende Gier und ich gebe auch nicht vor eine zu haben.
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      kommentierte am 27.05.2010 um 17:08
      "Ich habe leider keine Lösung für die in uns wohnende Gier und ich gebe auch nicht vor eine zu haben."

      ich schon: bei mir selbst anfangen, vorleben und aufklären.

      :-) werner
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      kommentierte am 27.05.2010 um 18:30
      Kannst ja mal dieses Papier hier durchlesen zum Thema Energiewende, als Inspiration:
      http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/studie_energie_screen.pdf
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      kommentierte am 30.05.2010 um 07:54
      Den Strom nur noch dann zur Verfügung zu stellen, wenn er auch wirklich produziert wird-diese Idee finde ich richtig gut!!! Allerdings hat das den Haken, dass die großen Energiekonzerne mit genau diesem Argument die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zu begründen suchen und dass es die u.a. CO2intensiven Kohlekraftwerke sind, die "immer" produzieren....
      Auch gibt es ein generelles Problem mit Abnehmern, die kontinuierlich Strom benötigen (im wahren Sinn des Worte um Not abzuwenden), zB Krankenhäuser. Sinnvoll fände ich die Entwicklung und den Vertrieb von wirklich ernergieeffizienten Geräten, Ausbau der Stromnetze auch für geringe Strommengen, systematische Förderung der dezentralen Stromerzeugung (zB in Mehrfamieleinhäusern durch Kraftwärmekoppelung) und die Weiterentwicklung der bei weitem noch unzureichenden Speichermöglichkeiten. Aber da sei Siemens (stellvertretend für viele andere aufgrund der Tatsache, dass sie als Geräterhersteller einer der Ersten war, die sich mit den Stromerzeugern assoziiert haben) vor :-(
      Die gegenwärtigen Bestrebungen sind aus Profitdenken motiviert nur darauf gerichtet immer neue größtenteils unsinnige Elektrogeräte auf den Markt zu werfen UND KÖNIG KUNDE STÜRZT SICH DRAUF. Für mich stellt sich immer intensiver die Frage wie es möglich werden kann, dass die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftinteressen und Entwicklungsprozessen/Innovationsförderung (oder auch -hemmung) einer breiten Masse transparent gemacht werden. Solange ein (übrigens kontinuierlich größer werdende Zahl von Kaufentscheidern mit immer weniger Mitteln auskommen muss, wird die Kaufentscheidung immer öfter zum billigtsen und damit auch häufig zum sozial- und umweltschädlichsten Produkt tendieren.
  • antwortete am 19.05.2010 um 17:08
    Sollte (theoretisch) ein neuer Anbieter hinzu kommen, nehmen wir mal an aus Schweden, wäre es mir eigentlich egal, dass der Strom nicht aus Deutschland käme. Da bin ich kein Lokalpatriot. Selbst wenn ein Atomstrom-Mixer Besserung in Aussicht stellt und nach und nach auf grünen Strom umstellen würde, lasse ich mit mir reden. Aber solange bleibe ich auch bei einem der oben genannten.
    • kommentieren
      kommentierte am 19.05.2010 um 20:49
      Ich gehe sogar fast selbstverständlich davon aus, dass z.B. im Frühjahr, wenn wegen Schneeschmelze vielleicht Norwegen oder Österreich in einigen Wasserkraftwerken ein riesiges Angebot an Ökostrom haben, auch deutsche Ökostromanbieter davon etwas kaufen, v.a. wenn z.B. ihre Solaranlagen gerade nicht ausreichend viel Strom für alle ihre Kundinnen und Kunden erzeugen.
  • antwortete am 19.05.2010 um 18:44
    RECS war bei unseren Entscheidung für Öko-Strom nicht wichtig, eine gewisse Transparenz des Unternehmens aber sehr wohl, Glaubwürdigkeit am wichtigsten: deshalb Greenpeace Energy.

    Augenmerk würde ich zudem darauf legen: was macht der Anbieter mit seinen Gewinnen ? Da gefällt mir das Genossenschaftsmodell am besten.

    Aber jedes Jahr neu Vergleiche anstellen und "den besten" Anbieter finden, nee, die Zeit nehmen wir uns nicht. Da muss das Bauchgefühl reichen. Einen echten Skandal würden wir schon der Presse entnehmen und dann neu entscheiden, gottlob war das noch nicht notwendig.

    Wie wächst der Anbieter auf dem Markt - wie deckt er etwa steigenden Bedarf durch neue Kunden ? Diese Zyklen muss man mitbedenken, wie und ob grundsätzlich "Wachstum" nachhaltig zu gestalten ist. Sicher nicht in (kurzen) jährlichen Beobachtungszeiträumen, sondern längerfristig.

    Wer als Kunde jedes Jahr den günstigsten Öko-Strom haben will, beeinflusst den Markt in eine bestimmte Richtung, dessen sollte man sich bewusst sein.
  • antwortete am 20.05.2010 um 08:55
    Na klar - was hilft es, wenn ich österreichischen Wasserstrom kaufe und die Ösis dann unseren Atomstrom eingespeist kriegen?
    Dann hat mien Ökostrom "Strom Miles" :-) und die Atokraftwerke hier laufen trotzdem.
    Ich unterstütze nur Stromwerke, die auch in erneuerbare Energien investieren. Wir warenbei EWS und sind jetzt aus Preisgründen zu Naturstrom gewechselt.
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      kommentierte am 20.05.2010 um 14:13
      Greenpeace Energy investiert ebenfalls vorrangig in den Neubau von Solar- und Windkraftanlagen, vgl www.greenpeace-energy.de/kraftwerksbau/unsere-kraftwerke.html , und auch unter www.planet-energy.de . Dass leider gar nicht genug solche Anlagen vorhanden wären, wenn plötzlich die Mehrheit von heute auf morgen wechseln würde, weil die Energiewende noch nicht weiter ist, als sie ist, das ist ein Problem für sich und das ist auch einer der Gründe, weshalb auch echte Ökostromanbieter zuweilen auf Ökostromimporte wie du sie erwähnst zurückgreifen.

      Dein Beispiel zeigt, dass das Problem letztlich nur global lösbar ist (eine Energierevolution nur in Deutschland wäre viel zu wenig) . Noch weiter gehend als Dein Beispiel: Wenn in Südafrika eines der größten Kohlekraftwerke gebaut wird, obwohl dort wirklich genug Sonne und Wind vorhanden wäre, dann ist das - auch gerade bzgl Klimaschutz - durchaus auch "unser" Problem (was viele Leute vergessen) -- vgl. dazu übrigens eine neuere Inititive in meinem Blog: www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia ...
  • antwortete am 20.05.2010 um 09:24
    Ich kann mich hier den Vorrednern nur anschliessen:

    Empfehlenswert sind greenpeace energy, EWS, Naturstrom und Lichtblick; ich war jahrelang greenpeace-Kunde, bin dann zu Naturstrom gewechselt - die Transparenz des erzeugten Stroms ist bei beiden Anbietern m.E. sehr gut, sie initiieren und fördern den Bau neuer Anlagen und man kann sicher sein, dass keinerlei fossile oder AKW-Anbieter gestützt werden.

    Und gerade hier haben wir als Konsumenten doch die grösste Chance und Möglichkeit:

    Macht Euch in Eurem Bekanntenkreis zum Anbieterwechsel stark, denn nur dadurch merken die Atom- und Kohlemonopolisten (von mir aus Oligopol...), dass ihr Angebot nicht gefragt ist. Konzerne trifft man nur am Geldbeutel, und wenn denen die Kundschaft massenhaft wegliefe (was für ein schöner Traum!), würden die auch ruck-zuck umdenken!

    Also, ruft es laut ins Land hinaus: Stromanbieter wechseln, den Ausstieg aus Atom- und Fossilenergie vorantreiben!

    Ein guter link dazu: www.atomausstieg-selber-machen.de - hier werden Sie geholfen!
  • antwortete am 20.05.2010 um 14:02
    JA - es ist absolut wichtig, "echten" Ökostrom von eínem Anbieter mit zertifiziertem Gütesiegel zu beziehen, der garantiert und nachvollziehbar seine Gewinne Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien reinvestiert und nicht in Kohlekraftwerke oder Atomkraftwerke.

    Die Analyse des Ökostrommarktes zeigt, dass die meisten Ökostromtarife keinerlei Gütesiegel oder Zertifikate aufweisen. Auch Verivox weißt auf diese Tatsache inzwischen explizit hin! Über die genaue Herkunft des Stroms werden meistens keine Angaben gemacht. Auch können sich Verbraucher nicht sicher sein, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien durch den Ökostrom-Tarif gefördert wird. Insgesamt werden 605 Ökostrom-Tarife von 269 Stromversorgern angeboten. “Wer sich für einen Ökostromtarif entscheidet”, sagt Peter Reese von Verivox, “sollte daher neben dem Preis auch auf entsprechend strenge Gütesiegel achten.”

    Meine Empfehlung: Schau mal nach bei www.projekt21plus.de, www.energiewende-sta.de oder www.bund.net vorbei. Auch direkt bei den Anbietern lohnt es sich, nachzulesen, wie z.B. bei www.naturstrom.de.

    Nach meiner Meinung bist Du auf der sicheren Seite, wenn Du Deinen Ökostrom bei Naturstrom, greenpeace energy, lichtblick oder EWS (Energiewerke Schönau) beziehst. Naturstrom ist zurzeit auch im Tarif günstiger als so mancher Anbieter von konventionellem (fossilem) Strom. Auch das ist inzwischen bei Verivox und Spiegel-online nachzulesen.
  • antwortete am 21.05.2010 um 09:39
    Ich habe mir mehrere Jahre Gedanken zu diesem Thema gemacht und bin letztendlich bei EWS Schönau gelandet und sehr zufrieden mit dieser Entscheidung!
    Viele Grüße aus Westfalen
  • antwortete am 21.05.2010 um 20:50
    Ja, das ist mir auch wichtig, zu wissen, woher mein Strom kommt. Schließlich ist ein Ökostrom-Anbieter so etwas wie eine Spendenorganisation. Da erwarte ich vollständige Transparenz.

    De facto ist es aber gar nicht so wichtig, aus welchem Kraftwerk mein Ökostrom-Anbieter den Strom liefert, da er auf Umwegen so oder so aus Gas- und Kohlekraftwerken kommt (sonst wäre eine Stromheizung umweltfreundlich - ist sie aber nicht!). Das ist auch der Grund, wieso sogar das Umweltbundesamt vor einem Gütesiegel für besonders guten Ökostrom kapituliert hat.

    http://www.utopia.de/blog/sedl/was-ist-guter-oekostrom

    Ich empfehle wie viele meiner Vorposter Greenpeace Energy. Die machen mit dem Aufpreis sinnvolle Sachen. Das ist das wichtigste Kriterium, finde ich.
  • antwortete am 30.05.2010 um 18:48
    Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom!
    Beim Bezug von Ökostrom gibt es große Unterschiede im Nutzen für die Umwelt. Manchmal finanzieren die Kunden mit dem Bezug von sog. Ökostrom z.B. auch die Atomkraft oder Kohlekraft des Energiekartells. Möglich macht dies ein System zur Umetikettierung und Verschleierung der Stromherkunft, genannt RECS (Renewable Energy Certificate System). Mancher Ökostrom ist eine Mogelpackung. Daher sollten man bei der Auswahl des Stromanbieters genau hinzuschauen. Häufig fehlen konkrete Angaben über tatsächlich bereits initiierte Energieprojekte.

    Unser Ökostrom-Test:
    http://www.umweltbrief.org/neu/html/energietipp.html

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