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Was ist eigentlich E10 und schadet Biosprit meinem Auto?

Natta fragte am 08.03.2011 um 17:13

E ist für Ethanol oder, ist das auch Benzin und ist das überhaupt ökologisch?
Wo kommen die Pflanzen her?
Die vielen Berichte in Fernsehen und Tageszeitungen verwirren mich gerade, was soll ich davon halten?

  • antwortete am 08.03.2011 um 19:47
    E10 ist eine ganz schlimme Sache... hab eben meinen Blog dazu erstellt:

    http://www.utopia.de/blog/wachstum-durch-nachhaltigkeit/e10-auseinandersetzung

    Dürfte alles drinstehen über das E10, ich hoffe das Thema findet mehr Aufmerksamkeit auf Utopia.

    Grüße
    Eloy
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      kommentierte am 05.03.2012 um 20:22
      ´seh ich anders: vgl. z.B. erst heute:
      https://utopia.de/0/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/traffic-energy-revolution#comment-544597#comment-544597
      --- Zitat:

      Die K r i t i k an der EU B e i m i s c h u n g s q u o t e von E 1 0 . wie sie allermeist geäußert wird,
      ist übrigens immer noch quasi s c h i e f ,

      T e i l w e i s e richtig ist z.B. die folgende Meldung von www.fian.de (z.B. heute via Facebook)
      "(...) E10: Landraub für unseren Tank Beimischungsquote fördert Menschenrechtsverletzungen in Afrika
      Köln, 1. März 2012. Die Beimischungsquote für Agrartreibstoffe (Stichwort 'E10') führt zu Vertreibungen und
      Hunger in Afrika. Damit tragen EU und Bundesregierung zur Verletzung des Rechts auf Nahrung bei, fördern riesige Agrarplantagen und konterkarieren damit ihre eigenen Anstrengungen, Kleinbauern zu fördern und den dortigen Hunger zu bekämpfen. (...)"

      aber eben nur teilweise, denn:

      Die Beimischungsquote allein / an sich ist es eben n i c h t , sondern nur unter bestimmten sonstigen Bedingungen, z.B.
      (1) hohen Spritverbrauch in Europa und
      (2) wenig vegane Ernährung - sonst wären näml. viele Flächen statt für Futtermittel nutzbar für Biogas, Bioethanol etc + Nahrung (z.B. bei Raps das Öl für Biodiesel, die Proteine für Nahrung, oder bei Lupinen die Proteine für Nahrung, der Rest für Biogas oder Bioethanol u.s.w.) und Importe nach Europa wären dann völlig unnötig.

      Anders gesagt: Warum sollte die Variable (bzw die quasi zu verändernde Stellschraube) ausgerechnet das E10 bzw die Beimischungsquote sein und nicht die beiden anderen Faktoren? Die wären ebenso mitzunennen, wenn die Kritik nicht eigtl schief bzw einseitig sein soll.
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  • antwortete am 09.03.2011 um 08:43
    Bio ? Sprit
    Wohl mit Demetersiegel?
    E10 als Biosprit zubennen ist vom Grund her falsch!
    So ein Quatsch, Lebensmittel erzeugen damit wir sie in unseren Fahrzeugen verbrennen?
    Wenn es sich um Pflanzen- und Küchenabfälle handeln würde könnte man evtl. von Bio sprechen.

    Nein! Falscher weg!

    Richtiger Weg:
    Solarelektrofahrzeuge, Tempobegrenzung, Radfahren, Öffies benutzen!

    Die meistens Fahrten sind Kurzstrecken!! Braucht man da ein Auto? Das gilt aber eher für die Stadtregionen.
    Ich habe selbst mal im ländlichen Gebiet gewohnt und da war es leider mit den Öffies nicht so gut.
    Da müssen wir als Verbraucher mehr Druck machen.
    Was die Mobilität angeht bin ich aber als Hannoveraner mit der Mobilcard auch sehr verwöhnt!
    Wir haben ein Öffiekonzept für die gesamte Region Hannover. Die Fahrtzeiten mögen da etwas länger sein, aber warum sollte ich diese Zeit nicht geniesen und nette Menschen kennen lernen?
    Carsharing ist inklusive: kleiner PKW, großer PKW, Cabrio, Transporter, Bus, Segelboot, Motorrad?
    20% Rabatt bei Taxifahten und Bahncard 20 oben drauf! Ich habe fast keine Wünsche mehr.

    Also wir sollten uns stark machen für den besten Ausbau der Öffies im Regional- und Fernverkehr, für Personen- und Güterverkahr!

    Als ich vor ca. 20 Jahren in der Schweiz war, war ich von dem Öffies dort auch sehr begeistert.
  • antwortete am 11.03.2011 um 10:29
    "E10 bringt im Vergleich zum herkömmlichen E5-Sprit weniger als eine Millionen Tonnen CO2-Ersparnis, und das auch nur dann, wenn das Ethanol nachhaltig produziert wird. Mit einem Tempolimit kann man also jetzt schon mehr einsparen, als das, was mit Hilfe von E10 oder auch durch die Auto-Elektromobilität bis 2020 erreicht werden soll.” http://www.utopia.de/blog/wie-sieht-das-optimale-wohnumfeld-aus/tempolimit-statt-e10#comment-504735
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      kommentierte am 25.02.2014 um 00:46
      Daraus folgt aber eigtl nicht, dass E10 schlecht ist, sondern dass es mindestens eine ganze Million Tonnen CO2 einspart, was deutlich mehr als Null ist. Und wieso nicht das eine tun ohne das andere zu lassen, also sowohl E10, als auch Tempolimit? Zudem kann die Herstellung von Ethanol noch viel klimafreundlicher werden, als sie heute ist (z.B. indem auch alle eingsetzten Maschinen selbst mit regenerativen Energien laufen, z.B. Traktoren etc mit Biomethan, Bioethanol oder Ökostrom u.s.w.) Desweiteren sind auch deutlich effektive Maßnahmen (via Umgestaltung der Kfz Steuer u.s.w.) möglich, sodass endlich viel weniger Pkw mit hohem Energieverbrauch gekauft und produziert werden.

      Zur Debatte vgl. auch https://utopia.de/0/gruppen/mobilitaet-verkehr-85/diskussion/10-ethanol-aus-bio-landwirtschaft-bis-umstellung-auf-e-194901
  • antwortete am 09.03.2011 um 17:52
    Zur Frage, ob E10 Benzin ist: Ja, zu 90 Prozent ist es Benzin - mit einer Beimischung von bis zu 10 Prozent Ethanol!

    Zur Frage, ob's dem Auto schadet:
    Ich habe eben geschaut, was das Bundesminsterium für Umwelt dazu schreibt.
    Unter http://www.bmu.de/e10/doc/47080.php heißt es, dass E10 für den Großteil der Autos "...nach Aussagen der Automobilhersteller ohne jede Einschränkungen verträglich" ist.

    Zur Frage, wo die Pflanzen herkommen:
    Dazu schreibt das BMU... "Bioethanol für E10 wird zu 90% aus Getreide und Zuckerrüben hergestellt, die in Deutschland und der EU angebaut und auch verarbeitet werden. Weitere 10% werden aus Zuckerrohr hergestellt, der auf Plantagen außerhalb des Regenwaldes angebaut wird."

    Wenn diesen Infos geglaubt werden kann, ist E10 eine gute Sache!
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      kommentierte am 10.03.2011 um 21:56
      Den BMU-Aussagen kann sicher geglaubt werden und trotzdem ist E10 nicht pauschal ne gute Sache. Der Kraftstoffverbrauch in Dtl. beispielsweise betrug 2008 ca. 45 Mrd. l [BMVBS], gehen wir mal aus Gründen der Vereinfachung davon aus wir wollen 10% davon durch NaWaRo decken, dann sind das immerhin noch 4500 Mio. l Ethanol bzw. Rapsöl je Hektar, die wir dafür aufwenden müssten. D.h. bei einer durchschnittlichen Flächenproduktion von 2000 l Pflanzenkraftstoff würden wir immernoch 2,25 Mio. ha Ackerfläche belegen (immerhin 20% der deutschen Ackerfläche)... nur dass die leider schon anderweitig belegt ist. Das heißt wir können derzeit nicht mal die Rohstoffe für E10 komplett in Deutschland produzieren, sind also auf Pflanzenkraftstoffimporte angewiesen... diese müssen irgendwo produziert werden, wenn nicht auf Neuland, dann auf Flächen die zuvor der Nahrungsmittelproduktion in den Entwicklungsländern dienten... so zeigt sich: E10 ist ein sehr flächenineffektiver Irrweg...(Selbst wenn wir die gesamte deutsche Ackerfläche zur Kraftstoffproduktion verwenden würden ... und alle Nahrungsmittel importieren würden... könnten wir wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte unseres Kraftstoffbedarfes decken)
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      kommentierte am 25.02.2014 um 00:48
      stimmt, Rollino, nicht pauschal gut ... aber zumindest die Kriterien für in D. verwendetes Ethanol relativ gut, geht aber noch besser. Zur Debatte, auch Flächenkonkurrenzargument etc, vgl. außerdem https://utopia.de/0/gruppen/mobilitaet-verkehr-85/diskussion/10-ethanol-aus-bio-landwirtschaft-bis-umstellung-auf-e-194901
  • antwortete am 08.03.2011 um 17:28
    In der Süddeutschen Zeitung habe ich heute (in der Bahn) gelesen, dass E 10 bedeutet: 10% Ethanol, in USA wollen sie 15% machen, in Brasilien haben sie 20-25% und in Schweden solls sogar eines mit 85% geben - dafür mussten verschiedene Teile im Motor ausgetauscht werden, weil der Verschleiss bei einem hohen Ethanol-Anteil scheinbar höher ist.
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      kommentierte am 10.03.2011 um 22:00
      Volvo und Ford haben dafür sogar eigene Antriebskonzepte namens "Flexifuel" entwickelt, welche mit verschiedensten Ethanolanteilen fahren können.
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      kommentierte am 10.03.2011 um 22:00
      Volvo und Ford haben dafür sogar eigene Antriebskonzepte namens "Flexifuel" entwickelt, welche mit verschiedensten Ethanolanteilen fahren können.
  • antwortete am 08.03.2011 um 19:35
    Die Richtlinien, die für das Ethanol laut EU derzeit gelten, machen das Ethanol tatsächlich im Vgl zu Benzin klimafreundlicher - alle Fakloren mitberücksichtigt (Herstellung etc), und zwar bis zu 80% (leider wird dieses Optimum freilich oft nicht erreicht; wäre aber durchaus möglich; z.B. wenn die Pflanzen aus Ökolandbau kämen und die Maschinen dort ebenfalls mit klimafreundlicherem Antrieb wären)

    Langfristig wäre aber (a) schnellstmögliche 100%ige Stromerzeugung aus EE und (b) Elektrifizierung des Verkehrs anzustreben; dazu (c) sparsamere Fahrzeuge (kleiner und leichter) und (d) mehr 'öffentl.' Verkehr ((a) bis (d) hierbei keine zeitliche Reihenfolge, sondern am besten alle 4 parallel voranbringen)
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      kommentierte am 08.03.2011 um 20:09
      Das würde mich eh interessieren, wo die Pflanzen herkommen, die für das hierzulande verkaufte E10 verwendet werden.
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      kommentierte am 08.03.2011 um 20:10
      "Die Richtlinien, die für das Ethanol laut EU derzeit gelten, machen das Ethanol tatsächlich im Vgl zu Benzin klimafreundlicher"
      Das stimmt leider nur auf dem Papier.
      In der Realität werden dabei eher mehr als weniger Treibhausgase ausgestoßen.
      Natürlich wäre es optimal, wenn die Pflanzen aus nachhaltigen Ökolandbau kämen.
      Das scheitert aber an Kapazitätsgrenzen. Die erforderliche Menge an Bioethanol kann nicht mal annähernd nachhaltig erzeugt werden, dazu sind die Anbauflächen der Erde schlichtweg zu klein (bzw. die Weltbevölkerung zu groß). Da man die Pflanzen nicht essen will, sind hier auch alle Mittel der Gentechnik usw. erlaubt. Alles weitere in meinem Blog.
      Das alles könnten wir uns natürlich mit entsprechenden Kapazitäten aus EE ersparen sowie die Beschriebene Vorgehensweise a-d.
      Grüße
      Eloy
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      kommentierte am 08.03.2011 um 20:36
      Habe heute gehört, dass 50 % der Grundstoffe des Ethanols (hauptsächlich Weizen) hier erzeugt und die übrigen 50 % aus allen möglichen Ländern zugekauft werden - wofür man vorher Urwälder gerodet hat.
      Soweit zum Thema "Bio".
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      kommentierte am 25.02.2014 um 00:52
      Elise, wo hast du das gelesen? Ich kenne andere Prozentzahlen (nur 10% Zukauf - was auch problematisch ist, und Urwaldrodung immer schlecht, auch Torfmoorzerstörung) Ansonsten bitte ich auch mal offen und vorurteilslos folgende Argumente anzuschauen, die einige Irrtümer widerlegen und auch zeigen, wie es besser gehen kann https://utopia.de/0/gruppen/mobilitaet-verkehr-85/diskussion/10-ethanol-aus-bio-landwirtschaft-bis-umstellung-auf-e-194901
  • antwortete am 09.03.2011 um 20:08
    Bei der DAT gibts eine Liste ("Broschüre") zur E10-Verträglichkeit von Autos:

    http://www.dat.de/products/products_printed/e10.page

    In den letzten politischen Diskussionen wurde seitens der Vertreter der Autoindustrie die DAT Liste als "rechtsverbindlich" genannt.

    Hausl

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