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Was tun mit Springformboden mit kaputter Beschichtung?

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mela fragte am 18.08.2017 um 18:10

Hallo Ihr alle,

die Beschichtung des Bodens unserer Springform ist leider nun wirklich kaputt. Hat jemand eine gute Idee, was man damit tun könnte? (Außer ins Altmetall, da wollte ich sie nämlich gerade hinbringen). Kann man sich die Form neu beschichten lassen?

Danke und viele Grüße!
Melanie

  • antwortete am 19.08.2017 um 12:08
    Hallo Mela,
    da sage ich doch mal kategorisch "Nein!".
    Die Idee mit dem Teil noch etwas anzufangen ist nett und gut aber in Bezug darauf es weiter zum Backen zu benutzen nicht zielführend - weil:

    - Die Antihaft-Beschichtung ist verletzt und löst sich. Das bedeutet

    a) dass sich Teile davon lösen und in die Lebensmittel geraten können. Es gibt Stimmen, die solchen Beschichtungen, je nach Typ, eine gewisse Giftigkeit nachsagen. Dazu habe ich selbst keine Meinung; ich verwende solcherlei Materialien nicht und erwähne das erstmal nur der Vollständigkeit halber.

    b) dass es Stellen in der Form gibt an denen Lebensmittel weniger haften als an anderen. An den Stellen, wo die Beschichtung kaputt ist musst Du in der Folge also etwas fester zur Sache gehen um den Kuchen von der Form zu lösen, was bedeutet dass Du genau da, wo die Beschichtung schon defekt ist eben dadurch noch mehr löst. So gesehen ist eine defekte Beschichtung eine Einbahnstraße, was uns wieder zu a) führt.
    Möglicherweise kann man den Effekt etwas relativieren in dem man mehr Fett verwendet um ein Anbacken zu verhindern aber, hey, das Gleiche ist das nicht, im Prinzip veränderst Du damit das Rezept und hast hinterher mehr Fett im Backvorgang als Du ursprünglich wolltest. und a) ist immer noch nicht geklärt.

    Du kommst also, wenn Du das Blech weiterverwenden willst nicht darum herum, Punkt a) für Dich zu beantworten, nämlich Dich auf die Informations-Suche zu machen "Ist das jetzt giftig oder nicht, was halte ich davon und will ich das?".


    Gehen wir mal einen Schritt weiter.
    Rein technisch gesehen kann man so ein Blech natürlich wieder beschichten, aber:

    1) Eine Beschichtung ist ein zusätzliches Material dass als dünner Film auf den Grundwerkstoff aufgetragen wird. Um den Film gut und sicher haftend zu machen muss der Untergrund absolut sauber sein - und da hast du erstmal die Reste der alten Beschichtung, die ein Haften (von egal was) ja grundsätzlich verhindern soll.
    Als gründliche Reinigung böte sich hier Sandstrahlen an. Auf den Punkt komme ich gleich zurück.

    2) Um die Beschichtung als Film sauber und gleichmäßig aufzutragen bräuchtest Du Maschinen, die das können, mit einem Pinsel geht das nicht, es soll ja hübsch glatt sein. Die Beschichtung müsste lebensmittelneutral, hitzebeständig, wasser- und spülmittelunlöslich sein und dazu mich mechanisch belastbar (Biegung, Kratz- bzw. Schabvorgänge), sowas kriegt man für diesen Zweck auch nicht im Baumarkt.


    Jetzt fassen wir das mal zusammen:
    Sandstrahlen für ein kleines Einzelteil - das willst Du nicht wirklich bezahlen. Möglicherweise gerietest Du sogar an einen netten Techniker, der Dein Blech einfach mal zu anderen Sachen in die Strahlkammer mit reinlegt - dann hättest Du aber immer noch die Fahrtkosten denn nicht jeder Schrauber hat auch eine Sandtrahlkammer hinten auf dem Hof.
    Beschichten - das jedoch legt keiner für Dich in eine Kammer und die Dinger gibt es auch nicht an jeder Ecke.

    Diese Punkte in Relation zum Neuanschaffungspreis ......
    die Frage kannst Du Dir eigentlich selbst beantworten ..... kein gesundes Verhältnis.
    Es macht keinen Sinn das Ding weiter zum Backen zu benutzen (zu wollen), denn die, ich sage mal das böse Wort, Energiebilanz wäre verheerend.

    Mein Tipp: Kauf Dir eine neue Form, beispielsweise emalliert, da musst Du natürlich mit Fett arbeiten beim backen oder eine keramisch beschichtete Form. Mit solchen Dingen habe ich beste Erfahrungen gemacht, allerdings vorwiegend im Pfannenbereich.
    Es gibt auch Silikon-Formen, da ist Fett nur in sehr geringen Maße notwendig, die sind aber in der Regel nur zugelassen bis zu Temperaturen von 200°C, das sollte man wissen und berücksichtigen. Schnittfest sind die natürlich auch nicht aber das ist außer der Emallierung keine Beschichtung.
    Unsere Silikonformen halten inzwischen seit 20 Jahren und sind immer noch top-flexibel.

    Was Du mit dem alten Blech machst?
    Wenn Du es wirklich nicht wegwerfen willst werde kreativ - anmalen zum Beispiel. Und als Bild an die Wand hängen. Oder als Dach für ein Vogelhäuschen verwenden. Als Unterlegplatte für einen schweren Blumentopf, oder ...
    Dir fällt schon etwas ein.
    Nur Backen würde ich damit nicht mehr.

    Hab einen schönen Tag.


    ------------------------
    P.S. Anscheinend kann ich keinen weiteren Kommentar zu dieser Frage einstellen bzw. weitere Antworten kommentieren ohne den ursprünglichen Text zu verändern, deswegen antworte ich an dieser Stelle, leider nicht NACH den anderen Kommentaren:

    War klar dass diese Art Tipps von Frauen kommen, die haben einfach eine besondere Art von praktischen Ideen zu Haushaltsfragen. Hey, ich bin Techniker, da kommt man zu völlig anderen Ergebnissen ;-)

    Backpapier ist natürlich an dieser Stelle das kostengünstige Mittel der Wahl .... trotzdem fand ich meine Ausführungen recht gut 'lacht'.
    Ich bedanke mich an dieser Stelle für die Anregung :-)
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      kommentierte am 27.08.2017 um 00:12
      danke für die ausführliche antwort ..! ich werde mich also nicht auf die Suche nach einem Beschichtungsanbieter begeben:-))
      Hatte nur zB etwas von einer Firma gelesen, die alte Sachen neu emailliert und dachte, das wäre evtl etwas bzw. vielleicht gibts das auch für antihaft-beschichtungen.
    • kommentieren
      kommentierte am 27.08.2017 um 10:27
      Wenn man Haustiere hat, eignen sich alte Bleche gut als Untersetzer für Futter- und Wassernapf.
  • antwortete am 22.08.2017 um 09:30
    Hmm, nach dieser Ausführlichen Antwort über mir erscheint mir meine vielleicht etwas zu simpel. aber ich lege einfach Backpapier drauf. Zumachen kann man sie trotzdem noch und es hat auch den Vorteil, dass es unten nicht festbacken kann.
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      kommentierte am 27.08.2017 um 00:14
      ja stimmt danke, das hat wahrscheinlich eine bessere Ökobilanz als eine neue Form.. (auch wenn es auf die Dauer vermutlich nicht billiger ist)
  • antwortete am 22.08.2017 um 10:20
    ja da kann ich enna321 nur zustimmen ich benutze auch einfach Backpapier, dass funktioniert super!
  • antwortete am 28.08.2017 um 09:19
    Also, ich benutze statt normalem Backpapier so eine dünne schwarze Kunststoff-Folie.
    Keine Ahnung, aus welchem Material das genau ist. Vermutlich nicht wirklich nachhaltig. Andererseits immer wieder verwendbar, langfristig nutzbar, einfach säubern und wieder auf das Blech. Also letztendlich vielleicht doch besser als einmal nutzbares Backpapier aus Papier? Ich bin nicht sicher, was dann letztendlich die bessere Ökobilanz hat. Was meint ihr?

Sie haben eine passende Antwort? Dann immer her damit!

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