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Zoobesuch oder Fernreise? Was ist besser für die bedrohten Tierarten?

Werner Stickler fragte am 23.03.2011 um 12:41

Anhand eines konkreten Beispiels:

Der Leipziger Zoo eröffnet im Sommer eine grosse Halle ("Gondwanaland") wo es auch Komodowarane geben wird. Heute habe ich im aktuellen Schrot+Korn gelesen, dass der Komodowaran der Hauptgrund für einen Besuch der indonesischen Insel Komodo sei. http://www.schrotundkorn.de/2011/201104p01.php

Andererseits aus diesem Artikel noch ein interessantes Zitat:
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„Ohne den Gorilla-Tourismus“, sagt Jürgen Schillinger, „gäbe es heute keine Berggorillas mehr.“ Der Chef des Colibri Reise- service weiß: Bis zu 600 Dollar zahlen Touristen für eine Stunde (!) Gorilla-Gucken. Das viele Geld finanziert zum Teil Naturschutz-Studien.
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Ein Besuch im Zoo weckt bei vielen die Faszination zur Natur, das Erkennen, dass da etwas schützenwertes ist. Manche wollen dann noch mehr erfahren und auch mal hinfahren und fangen dann an, sich für den Artenschutz zu engagieren. Es ist ein eindrucksvolles Erlebnis, Tiere in der Natur zu beobachten. Zoos nähern sich da an um das abzudecken - der Leipziger Zoo ist da ein gutes Beispiel dafür.

Können sie es? Was ist für die Tiere besser?
Tiere in ihrer natürlichen Umgebung und die Menschen reisen hin, oder einige Tiere zu den Menschen bringen und dort möglichst natürlich unterbringen. Oder keines von beiden und die Menschen kennen Tiere nur aus Film und Fernsehen?

  • antwortete am 23.03.2011 um 15:02
    Es gab vor kurzen einen sehr informativen TV-Beitrag ("Geboren, um zu sterben" im WDR), in dem es um den jährlich produzierten Überschuss an Nachkommen in den Zoos ging. Die Menschen besuchen Zoos ja nicht nur wegen der vom Aussterben bedrohten Tierarten, sondern vor allem auch wegen der süßen Tierbabys, die es dort jährlich zu sehen gibt. Was deren Ende ist, kann man oft nur erahnen.

    http://www.greenaction.de/beitrag/das-geschaeft-mit-zootieren

    http://www.wdr.de/tv/weltweit/sendungsbeitraege/2011/0215/index.jsp
  • antwortete am 23.03.2011 um 14:22
    Also es gibt Projekte, durch die vom aussterben bedrohte oder schon ausgestorbene Tierarten, am Leben erhalten und wieder ausgewildert wurden. Ein gutes Beispiel ist der Bartgeier, der ohne die Zoos heute nicht mehr existieren würde.
    http://www.wild.uzh.ch/bg/index.htm
    Für die Bartgeier die über Generationen in Käfigen leben mussten, war das sicherlich nicht das Gelbe vom Ei. Für die Bartgeier die heute in Freiheit leben und geboren werden, waren die gefangenen Vorfahren die Voraussetzung für ihr Leben.

    Was ist besser? Es sind beides klägliche Versuche dem Menschen die Natur etwas näher zu bringen und sie für die Tierwelt zu interessieren, aber es ist besser als nichts zu einer Zeit, in der die Natur und das Leben der Tiere vom Stadtmenschen immer weiter weg rückt. Nicht jeder kann zu den Tieren hin reisen und nicht jeder hat die Zeit oder die Ruhe sich in der Natur die Tiere genauer anzusehen.

    Ehrlich gesagt finde ich deine Frage verdammt schwer zu beantworten. Das "Ob es hilft", steht für mich ausser Frage. Für mich wäre eher die Frage des "wie", denn das "wie" ist ausschlaggebend dafür, ob ein Tier leidet oder nicht.
  • antwortete am 24.03.2011 um 00:18
    Tja, die Frage ist so eine nach dem Motto, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
    Eine "artgerechte Tierhaltung" kann es in den allermeisten Fällen nicht geben, zumindest nicht nach meiner Definition, da artgerecht bedeutet, dass das Tier in seinem natürlichen und intakten Lebensraum lebt.

    Betrachtet man die leider tatsächliche Situation, so muss man ebenfalls leider anerkennen, dass der Wildtier-Tourismus durchaus einige positive Effekte vorzuweisen hat.
    Teils sind ehemalige Wilderer nun Ranger, die eben jene Tiere schützen, die sie vorher gejagt haben. Dies ist aber in allererster Linie nur einem Umstand zu verdanken. Als Ranger haben sie einen legalen Job, für den sie auch verhältnismäßig gut bezahlt werden. Etwas, das sie vorher in aller Regel nicht kannten.
    Jetzt die Frage, warum gingen sie früher wildern? In den allerwenigsten Fällen wohl, um REICH zu werden, das wurden nur die Leute, die den Wilderern ihre Beute abgekauft und anschließend teuer weiterverkauft haben. Die meisten Wilderer machen dies, weil sie keine andere Möglichkeit sehen (ich sage nicht, dass es keine andere Möglichkeiten auch für sie gäbe, aber diese sehen/kennen sie leider viel zu oft nicht), sich und ihre Familien zu ernähren. Und warum können sie sich und ihre Familien nicht ernähren? Es lässt sich natürlich nicht wirklich beweisen, aber meiner Ansicht nach, liegt der Grund hierfür in der Eroberung der Welt durch die Europäer (z.B. die Kolonialzeit - völligen Enteignung der "Ur"-Bevölkerung, Aufzwingen eines westlichen Wirtschaftssystems, Abhängig machen von Almosen).
    Die allermeisten Länder/Völker (natürlich nicht alle) hatten vor dem Auftauchen der Europäer eigentlich keine größeren Probleme mit dem Zusammenspiel zwischen den Menschen und ihrer Umwelt.
    Auch nicht zuletzt waren es die Europäer bzw. ihre Nachfahren, welche viele Tiere durch ihre Jagd- und Trophäenlust an den Rand der Ausrottung getrieben oder dies sogar geschafft haben.

    Und heute sind es ausgerechnet einige Menschen dieser wohlsituierten Menschen aus den westlich orientierten Nationen, die mit "ihrem" Geld ein wenig für den Artenschutz bewerkstelligen.

    Ohne die Europäer gäbe es möglicherweise (vermutlich / wahrscheinlich?) keine Zoos dieser Art (Reiche Leute haben sich ja schon fast zu allen Zeiten vorzugsweise exotische Tiere gehalten), zumindest aber dürfte die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer sein, dass Zoos auch notwendig wären, um Tiere vor dem Aussterben zu bewahren.

    Was macht nun mehr Sinn? (Einige) Dieser Tiere in Zoos halten, damit viele Leute sie hier sehen können und dadurch evtl. dazu bewegt werden, für den Tier-, ähm, vielleicht doch besser, den Artschutz aktiv zu werden, oder wenn vergleichsweise wenige Leute dorthin reisen, wo diese Tiere noch in ihrem relativ natürlichen Lebensraum vorkommen, sie dort beobachten und von diesen wenigen Leuten aber ein größerer Prozentsatz (anschließend) sich für den Tier- bzw. Artenschutz einsetzt?

    Wenn man das ganze mal SEHR nüchtern betrachtet, stellen leider die Zoos die bessere Variante dar.
    Warum?
    1. Es werden insgesamt sehr viel mehr Leute auf diesem Weg erreicht. Eine Safari können sich nur die wenigsten leisten.
    2. Die Arterhaltung ist in den Zoos leider sehr viel wahrscheinlicher gewährleistet, als in der Natur, wie die Tiere, auch trotz Rangern, immer noch gewildert werden und dazu noch ihr Lebensraum mehr und mehr schwindet, der Genpool durch die zunehmende Trennung der Reviere immer schwerer durch zunehmende "Verarmung" gefährdet wird.
    3. Pro Person betrachtet, stellt der Zoo (vermutlich) die umweltschonendere Variante dar, um diese Tiere zu sehen - für gewöhnlich muss niemand ein Flugzeug besteigen, um einen Löwen zu sehen, oder einen Gorilla. Würde jemand all die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung sehen wollen, die er alle in einem Zoo betrachten kann, würde diese Person viele tausende Kilometer mit dem Flugzeug, dem Auto und Schiffen unterwegs sein - ein Zoo ist häufig im Umkreis von wenigen hundert Kilometern zu finden.

    Wie gesagt, das Ganze ist so, wie den Teufel mit dem Beelzebub aus zu treiben. Eine wirklich "Gute" Variante ist keine von beiden und die einzige Variante, die wirklich gut wäre, die ist leider eine echte UTOPIE.
  • antwortete am 24.03.2011 um 00:36
    hi Earthchild

    deine überlegung hat einen kleinen fehler. nur der allerkleinste teil der tiere die vom aussterben bedroht sind werden überhaupt gejagt oder gewildert. der rest hat in der misswirtschaft heute einfach keinen platz mehr. und hier wirtschaften zumindest in europa die ökos genauso miserabel wie die konventionellen.

    ich kenn keinen dieser wildpärke in erinnerung die nicht massive probleme haben mit der einen oder anderen tiergattung, die einfach mit den besuchern besser klar kommt, und deshalb zum schaden der anderen überhand nimmt.
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      kommentierte am 24.03.2011 um 11:17
      Das stimmt. Das mit der Jagd sollte eigentlich auch nur als Beispiel dienen. Da mag ich mich ein wenig ungeschickt ausgedrückt haben. Dass gerade heutzutage die zunehmende Vernichtung der Lebensräume daran Schuld ist, habe ich allerdings auch geschrieben.

      Was das Publikumsinteresse an unterschiedlichen Tierarten betrifft hast du auch Recht, ein süßes Affenbaby hat halt eben einen deutlich höheren Niedlichkeitseffekt als ein kleines "hässliches", nacktes Vogelküken oder gar ein "widerliches", kleines Insektenjunges, also eine Made bzw. Raube.
      Für solche Tiere gibt es allerdings auch keinen Tourismus - in der Hinsicht sind sich Zoo und Wildtiertourismus gleich.
  • antwortete am 24.03.2011 um 12:17
    Also ich habe mit Zoobesuchen keine Probleme, die meisten Zoos sorgen immerhin auch für Fortpflanzung bei ein paar bedrohten Tierarten. Oder man kann diese nur noch dort sehen.

    Dieses Erlebnis möchte ich besonders meiner kleinen Tochter nicht nehmen, sie liebt den Kölner Zoo und vor allem die ganzen Babys dort :-))

    Für Fernreisen oder Safaris fehlt mir eh das Geld, zudem mache ich sowas mit Kind nicht. Daher kann ich dazu nicht viel sagen. Außer: Auch an der Ost- oder Nordsee oder im Sauerland ist es schön :-))
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      kommentierte am 24.03.2011 um 12:25
      Genau... "die ganzen Babys dort". Jedes Jahr wird Nachwuchs in den Zoos produziert - Nachwuchs, der Richtung Winter dann zu Überschuss wird. Wohin wird der wohl "entsorgt"? Eben. Die bedrohten Tierarzten, die in Zoos gezüchtet werden, kann man doch an einer Hand abzählen. Oder gehören Eisbären, Raubkatzen, Elefanten und Giraffen mit dazu? Tierbabys in Zoos dienen einem einzigen Zweck: Besucher anlocken & Geld verdienen.

      Ich stelle mir immer wieder die Frage, weshalb ich die exotischsten Tiere im Zoo unbedingt sehen muss, wenn ich nicht mal in der Lage bin, einen Dompfaff von einem Eichelhäher zu unterscheiden (was bei den meisten Zoobesuchern leider sogar der Fall ist).
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      kommentierte am 24.03.2011 um 12:42
      "Genau... "die ganzen Babys dort". Jedes Jahr wird Nachwuchs in den Zoos produziert - Nachwuchs, der Richtung Winter dann zu Überschuss wird. Wohin wird der wohl "entsorgt"?"
      Du bist herzlich eingeladen, meiner 2-jährigen Tochter und vielen anderen Zoofans in dem Alter dieses Thema zu erklären.

      Ich habe dabei kein schlechtes Gewissen. Warum auch? Ich kann den Pro-Argumente hier voll und ganz zustimmen:

      http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/retten-zoos-die-artenvielfalt/
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      kommentierte am 24.03.2011 um 12:59
      Dass du mit Zoobesuchen kein Problem hast, wundert mich nicht, ruud!

      Wieder versteckst du dich hinter deiner zweijährigen Tochter - ähnlich wie beim Thema Fleisch.

      Offensichtlich gibt es Menschen es Menschen, die Fleisch essen und in den Zoo gehen. Vielen von ihnen bemühen sich allerdings um bessere Argumente als du oder können sogar die "Gegenseite" zum Teil verstehen.

      Dein Argument ist, dass deine kleine Tochter so gerne Tierprodukte isst und in den Zoo geht.
      Soll uns das nun sagen, dass all jene Dinge, die deine Tochter in ihrer kindlichen Unschuld toll findet, automatisch in Ordnung sind?

      Wieso soll alrescha deiner Tochter sagen, was mit den Zootierbabys im Winter passiert? Sie ist natürlich nicht "herzlich eingeladen" deiner Tochter die Sache zu erklären. Du gehst davon aus, dass kein vernünftiger erwachsener Mensch ein Kind mit solchen Fakten quälen würde. Das ist dann deine Berechtigung dieses Thema für dich selber auch auszublenden.
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      kommentierte am 24.03.2011 um 13:05
      *oops* jetzt wird es aber persönlich hier....

      Ausgangspunkt war die Frage, was besser für bedrohte Tierarten ist, ein Zoo oder eine Fernreise. Es war weder die Frage ob man einen Zoo toll findet, noch ob Zweijährige das Recht haben Fleisch essen zu dürfen. Es war nicht mal die Frage ob man gerne in den Zoo geht, oder ob man Zoos für gut befindet.
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      kommentierte am 24.03.2011 um 13:08
      Ich verstecke mich hinter gar nichts. Und ich kann die "Gegenseite" verstehen, nicht alles im Leben ist zu 100 Prozent richtig oder falsch.

      Wenn ich aber die Themen Fleisch und Zoo für mich prüfe, dann komme ich zum Ergebnis: Beides ist für mich o.k. (unter bestimmten Voraussetzungen, vor allem beim Fleisch).

      Und vor allem: So ein Kind bringt einen durchaus dazu, einige Dinge noch mal zu durchdenken oder zu ändern oder neu in den Alltag aufzunehmen. Da du mich aber nicht persönlich kennst, kennst du meine "Erziehungsprinzipien" (wenn man es denn so nennen will) nicht. "Dem Kind alles ermöglichen" gehört sicherlich nicht dazu.

      Punkt.

      @Lotti: Tja, so geht's einem hier oft wenn man als angeblich nicht-ökorrekt "entlarvt" wird.
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      kommentierte am 24.03.2011 um 13:10
      @alrescha

      also die diskusion ob babys sinnvoll sind oder nicht ist sinnlos. die gleichen die ganz laut schreien, wenn dann möglich artgerecht, schreien dann wenn bei versuchter artgerechter gemischter haltung babys entstehen.

      eisbären gelten übrigens als gefärdet, elefanten standen zu meiner jugendzeit ganz schön am rande, einige elefantenarten sind schon sehr selten, raubkatzen stehen viele am rand der vernichtung. ob die zoos dann immer die richtige art halten sei jetzt mal dahin gestellt.

      artgerechte haltung gibt nun mal junge. dabei muss man bei zoohaltung auch sogenannte zuchtprogramme fahren weils sonst nur noch inzucht geben würde. und natürlich wird nachwuchs der keinen platz hat früher oder später an raubtiere verfüttert, genauso wie in der natur ein teil gefressen wird. in vielen fällen sterben in der natur sogar wesentlch grössere anteile als im zoo verfüttert werden.

      genau wegen diesen kurzsichtigen ansichten halte ich einen zoobesuch nicht mehr aus. die ganzen undurchdachten propaganda argumente von links und rechts aufgeschnappt, machen für mich ein zoobesuch zu einem spiessrutenlaufen.
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      kommentierte am 24.03.2011 um 13:22
      Naja, ich wohne in einer sehr ländlichen Gegend mit vielen Kindern und der nächste "richtige" Zoo ist rund 100 km entfernt. Und weißt Du was? Die Kinder hier sind offensichtlich trotzdem sehr glücklich. Aber die Eltern lassen sich ihre Lebensweise auch nicht so absolut von solchen kindlichen Verlangen steuern. Es ist übrigens nicht meine Aufgabe, fremden Kindern ethische Grundsätze beizubringen. Wenn Du gerne in den Zoo gehst: Dann bitteschön. Es sei Dir unbelassen, aber doch nicht hinter dem Deckmäntelchen der zweijährigen Tochter.

      Ich habe jetzt mal am Beispiel Kölner Zoo nachgesehen. Gezüchtet für den Artenschutz werden:

      Przewalskipferde
      Schneekraniche
      Balistare

      Darüber hinaus gibt es weitere Programme (Ausbildung von Rangers etc.).

      Der Geburtenkalender gibt eine Übersicht über alle Tiergeburten des Zoos. Hier eine Zusammenfassung, von mir erstellt für das Jahr 2010):

      1 Rosapelikan
      1 Mantelpavian
      2 Erdmännchen
      1 Chinesischer Muntjak
      5 Straußwachteln
      1 Westlicher Flachlandgorilla
      1 Rotbauchtamarin
      5 Rosapelikane
      4 Wellensittiche
      6 Reisamadinen
      6 Rotohrbülbüls
      3 Purpurtangaren
      2 Prachtfruchttaube
      3 Zwergenten
      1 Kragentaube
      3 Mantelpavian
      6 Waschbären
      3 Hottentottenenten
      3 Weißrücken-Flötenvögel
      2 Gabelracken
      4 Präriehündchen
      2 Bison
      12 Straußenküken
      2 Moschusochse
      1 Rothals-Fruchttaube
      1 Bonobo
      1 Netzgiraffe
      3 Waldohreulen
      3 Alpaka
      1 Blaukappenhäherling
      3 Wasserschweine
      5 Kampfläufer
      2 Mohrenklaffschnäbel
      1 Sandregenpfeifer
      1 Abdimstorch
      3 Balistare
      1 Kalifornischer Seelöwe
      3 Maskenkiebitze
      1 Rotbrauner Rüsselspringer im Hippodom
      2 Gelbbrustkapuziner
      1 Rotbauchtamarin
      2 Impala
      1 Chinesischer Muntjak
      2 Kurzkrallenotter
      1 Rotbrauner Rüsselspringer im Hippodom
      4 Mantelpavian
      2 Roter Brüllaffe
      6 Capybaras (Wasserschweine)
      Diverse Entenvögel

      Immerhin... 3 Balistare für den Artenschutz waren dabei.

      Leute, es geht hier nicht darum, dass gezüchtet wird. Oder um artgerechte Haltung (ein Widerspruch in sich). Es geht darum, was für die Tiere besser ist - und das sind meiner Meinung nach Zoos eben nicht, weil man schon alleine an diesem Beispiel sieht, dass nicht für den Artenschutz gezüchtet wird. Überschüssiger Nachwuchs wird NICHT nur verfüttert! Er wird auf teilweise in Zirkusse abgegeben, teilweise in schlechte Haltungsbedingungen.

      >eisbären gelten übrigens als gefärdet, elefanten standen zu meiner jugendzeit ganz schön am rande, einige elefantenarten sind schon sehr selten, raubkatzen stehen viele am rand der vernichtung. ob die zoos dann immer die richtige art halten sei jetzt mal dahin gestellt.

      Und es sei vermutlich auch dahingestellt, ob ein Zoo in unseren Breitengraden einen Eisbären "artgerecht" halten kann, oder? Von der Frage, was Tiere wie Knut zum Artenschutz beitragen ganz abgesehen. Auch bei diesen Tierarten sehe ich keinerlei Nutzen für den Artenschutz. Schützen kann man nur die Lebensräume vor Ort dann muss man ganz klar für die Fernreisen entscheiden (der ökologische Wahnsinn, der dahinter steckt, steht wieder auf einem anderen Blatt).

      >genau wegen diesen kurzsichtigen ansichten halte ich einen zoobesuch nicht mehr aus. die ganzen undurchdachten propaganda argumente von links und rechts aufgeschnappt, machen für mich ein zoobesuch zu einem spiessrutenlaufen.

      Das Argument kann ich nicht nachvollziehen. Im Zoo wird man wohl kaum "undurchdachten Propagandaargumenten" begegnen (bitte unterstelle mir solche nicht, wenn Du nicht beurteilen kannst, wie weit ich informiert bin).

      Übrigens: Ich bin nicht gegen alle Zoos! Nur gegen die meisten. Und ich halte entsprechend wenig von der Aussage "Zoos sind gut für den Artenschutz" wie auch von der Aussage "Zoos sind nur Kommerz". Es mag gute Zoos geben, aber sie sind bis heute eher eine Seltenheit. Und: Ich persönlich brauche keinen Zoo, weil ich unbedingt das superseltene rosafarbene Trüffelnashorn mit Flügeln sehen muss, um mein Lebensglück zu finden. Ich erfreue mich lieber an den Tieren in meinem Garten und tue dort etwas für den Artenschutz.
  • antwortete am 03.04.2011 um 09:40
    Besser? Auf jeden Fall ZOOBESUCH!!!!

    Mit dem Safari-Tourismus unterstützt man in vielen Fällen Korrupte, undemokratische Staaten. Abgesehen davon dass man Tonne Co2 produziert und tausende Euros dort lässt...

    Zoos sind grüne Oasen in der (Innen)Stadt. Orte der Begegnung, der Bildung, der Erholung und des Schutzes.

    Ich habe schon viele Zoos gesehen.
    Die meisten Tiere werden heute relativ vernünftig gehalten (klar, man kann über die Gehege-Größen diskutieren) und im Rahmen europäischer Zuchtprogramme sinnvoll vermehrt. (Natürlich gibt es auch den Effekt, dass alle Leute Tigerbabys sehen wollen und die Zoos sich irgendwann fragen, wohin mit all den aufwachsenden Tigern, wenn sie nicht mehr knuddelig sind, sondern plötzlich Revieransprüche haben. Aber, sorry, dann muss halt auch mal ein Tiger eingeschläfert werden oder besser, man steilisiert die Elterntiere, wenn es im Rahmen des Zuchtprogrammes keinen "Nachwuchsbedarf" gibt! Und wenn die Gazellen sich vermehren wie die Karnickel, dann muss man eben auch mal ein Tier schlachten. Ich sehe das sehr undogmatisch, manches ist eben notwendig, auch wenn es uns nicht gefällt...)

    Also, in jedem Fall ist ein Zoobesuch ökorrekter. Und die Differenz zwischen Fernreise (z.B. 2.000 Euro) und Zoobesuch (z.B. 20 Euro), also 1.980 Euro, könnte man spenden an den WWF. Der setzt sich dafür ein, dass vor Ort in Programmen der Lebensraum erhalten wird bzw wieder hergestellt wird und eines Tages Tiere ausgewildert werden können. Gute Sache!
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      kommentierte am 03.04.2011 um 10:14
      Du hast jetzt leider ein bisschen an der Frage vorbei geantwortet, denn es ging nicht darum, was ökologisch sinnvoller ist, sondern darum, was für den Artenschutz bzw. die bedrohten Tierarten besser ist ;-)
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      kommentierte am 03.04.2011 um 12:46
      Sollte man bei der Beantwortung dieser Frage wirklich Artenschutz, Klimaschutz, Umweltschutz, Co2-Problematik etc voneinander trennen? Das ist doch absurd, sonst müsste man ja sagen: Fliegt in das am besten züchtende Reservat in Afrika und das ist am "korrektesten" *lach*
      Nein, die DInge hängen schon etwas mehr zusammen denke ich und habe mich bemüht den Gesamtkomplex darzustellen, denn Entscheidungen sind immer zu treffen bei Berücksichtigung der Gesamtgemengelage.

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