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Nachhaltige Projekte

Crowdfunding aktuell: plastikfreie Läden, Müllvermeidung, Upcycling

Via Crowdfunding versuchen immer öfter auch ökosoziale Initiativen Geld für sinnvolle Projekte aufzutreiben. Wir haben vier unterstützenswerte Vorhaben herausgepickt, deren Finanzierungszeitraum demnächst ausläuft.


Beim Startnext-Projekt Verpackungsloses Einkaufen von Waren des täglichen Bedarfs will die Gründerin ein Ladengeschäft in Dresden aufbauen, analog zu Läden, wie es sie beispielsweise bereits in Berlin (Original unverpackt), München (Plastikfrei Leben), Kiel (Unverpackt), Bonn (Freikost) oder bei unseren alpinen Nachbarn in Wien (Maß-Greißlerei) gibt. Der Dresdner Laden will auf Einwegverpackungen verzichten und die Waren dazu in mitgebrachten, vor Ort gekauften oder mietbaren Behältern verpacken. So kann jeder Konsument auch jenseits industrieller Verpackungsgrößen seine Waren frei portionieren - das schont Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen.

Auch das österreichische Supermarkt-Konzept Liebe & Lose will komplett auf Einwegverpackungen aus Plastik verzichten. Im zunächst für Innsbruck geplanten Shop lassen sich die Lebensmittel in selbst mitgebrachte oder bereitgestellte Behälter füllen, um den Müll schon vor der Entstehung zu vermeiden. Liebe & Lose geht über ein einfaches, nur abfallvermeidendes Ladenkonzept hinaus und will zum Beispiel auch regionale Produkte einbeziehen, überschüssige Reste verkochen und diese mit einem Catering-Service vertreiben und vieles mehr. Ein interessantes Projekt, das sich Crowdfunder unbedingt mal ansehen sollten.

Das auf ecocrowd.de um Spenden werbende Projekt Don’t taste the Waste beschäftigt sich mit Plastikmüll in Ghana. Dort wird Plastikmüll oft verbrannt und nur ein sehr geringer Teil wird fachgerecht entsorgt. Das Projekt möchte das ändern - und zwar im großen Maßstab: Es will die ghanaische Abfallwirtschaft analysieren, seine Schwächen ausmachen und Lösungsansätze entwickeln. Im Rahmen von Don’t taste the Waste kauft man Kunststoffmüll und übergibt ihn zur Weiterverarbeitung an Recyclingfirmen in Ghana. Das macht das Land sauber und schafft Arbeit, die mit realem Einkommen verbunden ist. Ein interessantes Beispiel für die Möglichkeiten solcher Projekte.

Auf der niederländischen Crowdfunding-Plattform oneplanetcrowd.com wirbt derzeit beliya – Schöne Taschen, die Gutes tun. Im Mittelpunkt stehen hier modische Taschen, die aus Resten der Möbel- und Mode-Industrie gefertigt werden, und zwar möglichst schon dort, wo sie anfallen. Bei erfolgreichem Funding will das Projekt einen Teil des Geldes für ein Schulprojekt in Namibia spenden. Etwas unglücklich ist hier die sachfremde Verquickung von Upcycling-Mode mit einem Spendenprojekt, das damit thematisch eigentlich nichts zu tun hat – es ist dennoch sicher einen Blick wert.

Haben Sie bereits Projekte auf den verschiedenen Crowdfunding-Plattformen unterstützt? Welche Anbieter haben Sie genutzt und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Thema: Klima- und Umweltschutz, Stand: 13.01.2015 von

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  • schrieb am 13.01.2015 um 19:05
    Die Idee, über Utopia auf sinnvolle Crowdfunding-Initiativen aufmerksam zu machen finde ich sehr gut. Es wird immer neue Kampagnen geben, wie wäre es mit einer eigenen Gruppe dafür? Mir fallen an aktuellen Kampganen z.B. noch Cook Social https://www.startnext.de/cooksocial und einige andere Projekte ein mehr weniger
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