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EIKE & Co. – Anti-Klima-Lobby in Deutschland

Den Tank voller Klimalügen

Mit dem Klimawandel wird die vielleicht wichtigste wissenschaftliche Erkenntnis unserer Zeit in der globalen Politik weitgehend ignoriert. Immer öfter fallen auch Medien und die Öffentlichkeit auf konstruierte Klimalügen herein. Wir zeigen Ihnen, wie gefährlich Halbwissen sein kann und warum Tankfüllungen helfen, Lügen zu verbreiten.


Irgendwann muss man ja mal tanken. Früher oder später wird jeder konventionelle Autofahrer zum Kunden eines Mineralölkonzerns. Einmal Volltanken, kurzes Stirnrunzeln über die unverschämten Benzinpreise, ein paar Gewissensbisse und der hundertste Vorsatz, dass nächstes Jahr mehr Rad und Bahn gefahren werden muss. Und wenn es das Konto endlich erlaubt dann auf jeden Fall baldiger Umstieg auf Elektro. An der Kasse bezahlt man zähneknirschend, setzt sich ein bisschen schuldig in das Auto und fährt davon. 

Das Netzwerk der Klimalügner

Doch damit ist es leider noch nicht vorbei. Denn vielleicht landen Sie ja bei einer Tankstelle von Esso, dem deutschen Markenauftritt des Megakonzerns ExxonMobil. Dieser hält nach Ihrem Einkauf nicht still und wartet auf den nächsten Kunden. Stattdessen nutzt er das an Ihnen verdiente Geld um die Wahrheit nach seinen Gunsten zu verbiegen. ExxonMobil war der größte Sponsor eines Netzes von Organisationen, die nur ein Ziel haben: Den Klimawandel in Zweifel ziehen und die Menschen weiter munter Ressourcen verschwenden lassen. In den USA hat man es so geschafft, dass mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht mehr an den Klimawandel glaubt. Diese Öffentlichkeitsarbeiter und Lobbyvereine kennt man dort unter heuchlerischen Namen wie „Heartland Institute“ und „Committee for a Constructive Tomorrow“. 

Auch in Deutschland gibt es mittlerweile solche Initiativen. Die vielleicht prominenteste davon ist das „Europäische Institut für Klima und Energie“ (kurz: EIKE). Es stellt sich die Frage, wie man umgehen soll mit diesem Verein, der industriefreundliche Studien veröffentlicht, gute Beziehungen zu hochrangingen Politikern der FDP hat und daran arbeitet, den Klimaschutz auszuhebeln. Viele europäische Experten haben keine Angst vor EIKE. „In Deutschland sind das tatsächlich Randphänomene“, meint unser Kolumnist Martin Unfried, „auch die meisten BILD Leser sind keine Klimaskeptiker.“ Oft herrscht die Ansicht vor, dass man den Skeptikern erst gar keine Aufmerksamkeit und damit auch keine Bühne geben sollte.

Das gefährliche Halbwissen

Doch spricht man mit Peter Hartmann, Klimaskeptiker-Experte von klimaretter.info, kommen beunruhigende Details zutage. Das Vertrauen etwa, dass die deutsche Bevölkerung weniger beeinflussbar und wissenschaftstreuer als die amerikanische sei, ist wohl ein Irrglaube: „Generell ist von mindestens 35%, eher mehr Wissenschaftsverweigerern in Deutschland auszugehen, mit in letzten Jahren steigender Tendenz. [...] Es ‚macht halt Sinn’ daß der Mensch nichts mit dem Klima zu tun hat, wenn zufällig grad Januar ist und ein Schneesturm übers Land zieht; in der Wissenschaft nennen wir das ‚anekdotischer Beweis’, und es ist eben *kein* ausreichender Beweis!“ So viel klüger als die oft verlachten Amerikaner sind wir also gar nicht.

Die passenden Gegenmaßnahmen

Was kann also jeder einzelne von uns konkret gegen diesen gefährlichen Trend unternehmen? Es gibt zwei konkrete Handlungsfelder: Zuerst sollten Sie einem von Peter Hartmann genannten „ungesunden Halbwissen“ entgegenwirken. Informieren Sie sich ausgiebig über den Klimawandel, Seiten wie Klimafakten.de versorgen Sie mit allen nötigen Argumenten. Wer des Englischen mächtig ist, der findet auf skepticalscience.com einen großen Fundus Informationen. Auf eine langwierige Diskussion mit einem Klimaskeptiker sollten Sie sich aber nicht einlassen. Hartmanns Empfehlung fürs Internet lautet: „Link zu seriösen Quellen bringen und dann ignorieren.“ Damit kann man wenigstens die unentschiedenen Mitleser davor schützen, später in die gleiche Falle wie die Skeptiker zu treten.

Die zweite Handlungsmöglichkeit ist natürlich der Konsum. Firmen und Lobby haben es erfolgreich verhindert, dass klare Zahlen über Spenden- und Unterstützungsgelder verfügbar sind. Deshalb wird Ihnen niemand genau sagen können, welche Firma in Europa wie viel an welchen Leugnerverein zahlt. So notwendig ist diese Information aber auch nicht. Der gesunde Menschenverstand hilft da schon zur Genüge: Ein Mineralölkonzern wird wenig Interesse daran haben, den Klimaschutz voran zu treiben. Genau so wenig ein konventioneller Stromerzeuger oder ein Autohersteller. Im Grunde würde jede Firma, die international handelt oder produziert, gerne verhindern, dass  weltweite Lieferungen und Rohstoffe teurer werden. Es gilt also mehr denn je: Kaufen Sie bei kleinen Firmen, die keine oder wenig politische Macht haben; kaufen Sie nachhaltig und regional. Und wenn es geht, dann kaufen Sie am besten überhaupt nicht. So fließt erst gar kein Geld, das eventuell bei den Wahrheitsverdrehern ankommen könnte.

Thema: Klima- und Umweltschutz, Stand: 13.12.2012 von
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