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Ökostrom

Der Schwindel mit dem steigenden Strompreis

6,24 Cent pro Kilowattstunde: die EEG-Umlage steigt und wieder soll der Ökostrom schuld an den höheren Strompreisen sein. Die Verbraucher sind verärgert, die Atom-Konzerne werden sich freuen. Utopia zeigt, wie uns E.ON, RWE und Co. mit falschen Argumenten täuschen.


Argument 1: Die Atomkonzerne geben dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) die Hauptschuld am steigenden Strompreis.

Dabei verschweigen sie, dass die Preissteigerung für Strom in den letzten zehn Jahren nur etwa zu Hälfte auf das Konto der EEG-Umlage geht. Die andere Hälfte streichen sie stillschweigend selbst ein.

Argument 2: Der Ausbau des Stromnetzes und der Bau von Öko-Kraftwerken macht die Energiewende teuer.

Aber schon heute ist die Produktion von Ökostrom günstiger als konventioneller Strom. Die aktuellen gesamtwirtschaftlichen Kosten aller Energieträger für eine Kilowattstunde Strom lauten: Windstrom 8,1 Cent, Wasserkraft 7,6 Cent, Steinkohle 14,8 Cent, Photovoltaik 36,7 Cent*, Atomstrom zwischen 16.4 und 42.2 Cent. Man braucht nur an die enormen Folgekosten der Atommüll-Lagerung zu denken und schon wird klar, warum das so ist. Der Preis für Kohle, Gas und Öl wird in den nächsten Jahren weiter steigen, weil die Reserven auf der Erde knapp werden. Erneuerbaren Energien gehen nach menschlichem Ermessen niemals aus.

Argument 3: Die Energiewende ist eine „ungerechte Armutsfalle“.

Selbstverständlich ist Armut ein Problem, auch hier in Deutschland. Aber sie ist eine Frage der Sozialpolitik, nicht der Energiepolitik. Wir halten die Energiewende aber aus einem anderen Grund für ungerecht: Sogenannte stromintensive Unternehmen sind von der Zahlung der EEG-Umlage befreit. Somit werden die Kosten auf viel weniger und vor allem viel kleinere Schultern verteilt. Wir alle zahlen den eigentlichen Anteil der stromintensiven Unternehmen mit. Dabei ist das Motiv der Bundesregierung nachvollziehbar: Sie will vermeiden, dass die Großunternehmen (als wertvolle Steuerzahler) den Industrie-Standort Deutschland aufgrund der verschlechterten Produktionsbedingungen (höhere Stromkosten) verlassen und ins Ausland abwandern. Die Logik hinter der Ausgleichsregelung ist allerdings absurd: Wer am allermeisten Strom verbraucht, muss am allerwenigsten dazu beitragen, dass Öko-Strom trotz der (bösen) Energiewende aus der Steckdose kommt.

Argument 4: Die Subventionen für Ökostrom sind zu hoch: 30 Milliarden Euro im Jahr.

Aber die Subventionen für Kohle, Gas und Atomstrom sind noch viel höher! In der EU werden die schmutzigen Energien jährlich mit etwa 100 Milliarden Euro gefördert. Diese Summen tauchen auf keiner Stromrechung auf und trotzdem zahlt sie der Steuerzahler.


Liebe Atom-Konzerne, wir lassen uns die Energiewende von euch nicht schlecht reden!



*Greenpeace O-Ton zu Photovoltaik: "Der vergleichsweise hohe Wert bei Photovoltaik, ist dabei auch im Vergleich zur Markteinführungsphase der Atomenergie zu sehen. In den frühen Jahren der Atomenergienutzung sind noch höhere staatliche Förderungen von mehr als 60 Cent je Kilowattstunde gewährt worden. Darüber hinaus ist das große Potential der PV für Kostensenkungen zu berücksichtigen. Gegenüber der hier verwendeten EEG-Durchschnittsvergütung von 36,5 Ct/kWh wurde bei Neuanlagen bereits ein deutlicher Rückgang realisiert. So liegen die Vergütungssätze für neu installierte Anlagen ab Oktober 2012 bereits zwischen 12,6 und 18,2 Ct/kWh."

Thema: Erneuerbare Energien, Stand: 15.10.2013 von
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