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Einfache Tipps für saisonale Ernährung

Koste den Sommer aus!

Saisonale Ernährung einfach mal auszuprobieren – der Sommer ist die ideale Jahreszeit dazu. Denn jetzt gibt es auch bei uns viel Obst und Gemüse zu ernten, das allen schmeckt. Doch nicht jeder Salat ist wirklich ein Sommergemüse und auch einige Obstsorten sollte man besser wann anders essen. Wir zeigen, wann was wächst und geben Tipps für saisonale Anfänger.


Spargel zu Weihnachten, Erdbeeren im Februar und Tomaten das ganze Jahr – wir essen heute nicht mehr, was uns die Jahreszeiten zur Verfügung stellen, sondern was uns die Supermärkte anbieten. Das ist einerseits angenehm und schmackhaft, anderseits richten wir damit großen Schaden an, vor allem weil die Lebensmittel aus der ganzen Welt herbeigekarrt werden und das für absurd weite, umweltschädliche Transportwege sorgt.

Aber auch die Erzeugerländer bekommen die Folgen der weltweiten Warengesellschaft zu spüren. Zwar bieten südliche Länder für viele Früchte bessere klimatische Bedingungen, und deshalb haben sie dort über einen längeren Zeitraum hinweg Saison – aber das bedeutet nicht, dass sie darum dort verantwortungsvoll angebaut werden. Deutschland importiert zum Beispiel massenhaft Frühkartoffeln aus Ägypten, obwohl Kartoffeln aus heimischem Anbau über den Winter gelagert werden könnten. In Ägypten sorgt der massive Anbau von „Wüstenkartoffeln“ aufgrund des hohen Wasserbedarfs für Wasserknappheit.

Stammen Lebensmittel hingegen aus Deutschland, obwohl sie gerade keine Saison haben, gibt es ein anderes Problem: wer im Winter Erdbeeren aus Deutschland isst, nimmt den extrem hohen Energieverbrauch in Kauf, der zur Beheizung von Gewächshäusern notwendig ist.

Anders gesagt: Saisonal einzukaufen macht aus vielerlei Gründen Sinn – und der Sommer ist die perfekte Jahreszeit, um es einfach mal auszuprobieren.

Worauf achten, wo kaufen? Einfache Tipps für regionale Ernährung

  • Saisonal heißt regional: Wer bei Obst und Gemüse auf die Saison achten will, sollte natürlich berücksichtigen, dass es (so) regional (wie möglich) produziert wird. Spanische Erdbeeren haben zwar gleichzeitig mit den deutschen Saison, helfen aber nicht, umweltschädliche Transportwege zu vermeiden. Das gilt auch innerhalb Deutschlands: Wer in München wohnt, kauft besser Erdbeeren aus Bayern als aus Brandenburg.
  • Wenn Obst und Gemüse Saison haben, sind sie günstiger. Eine Bio-Gurke etwa ist in den Sommermonaten ab ca. 80 Cent zu haben – das  gilt für den Supermarkt genauso wie für den Bio-Laden. Erst außerhalb der Saison wird sie teurer. Im Winter kosten Bio-Gurken oft zwischen 2 Euro und 2,50 Euro. Wer also zur rechten Zeit kauft, kann einiges an Geld sparen und sich dann vielleicht auch Bio-Obst und –Gemüse leisten.
  • Im Sommer zum Beispiel macht es Sinn, exotische Früchte zu vermeiden. Dann wächst auch bei uns viel schmackhaftes Obst, zum Beispiel rote Beeren und süße Kirschen. Ananas, Mango und Co. kann man sich für den Winter aufsparen – dann nämlich haben die meisten exotischen Früchte in ihren Erzeugerländern Hauptsaison. Aber Achtung: Konventionelle Ware aus südlichen Ländern ist üblicherweise am stärksten mit Pestizidrückständen belastet. Zitrusfrüchte und Co. sollt man darum unbedingt Bio kaufen.
  • Viele Obst- und Gemüsesorten werden im Freiland angebaut, wenn sie Saison haben. Dann sollen sie aufgrund von Licht, Luft und wechselnden Witterungsverhältnissen nicht nur besser schmecken, sondern sie werden auch im reifen Zustand geerntet und das führt zu einem höheren Nährstoffgehalt. Importierte Früchte hingegen werden häufig unreif geerntet und reifen während ihres Transports nach.
  • Saisonal einkaufen ist kein Verzicht, sondern eine Bereicherung. Man isst hochwertigere Lebensmittel – und es macht Freude, ein wenig über die hiesigen Lebensmittel Bescheid zu wissen, anstatt ahnungslos immer das gleiche Gemüse in den Einkaufswagen zu packen.
  • Am einfachsten ist der saisonale / regionale Einkauf direkt beim Erzeuger, zum Beispiel im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt. Meist gibt es viel Obst und Gemüse aus Eigenanbau – im Zweifelsfall kann man hier einfach nachfragen. Eine weitere interessante Möglichkeit: Viele deutsche Bio-Gärtnereien bieten die Lieferung von (saisonalen) Öko-Kisten an.
  • Viele – vor allem kleine – Bioläden legen Wert auf saisonale Lebensmittel aus der Region und vermeiden es im Idealfall, saisonal unsinnige Produkte anzubieten.
  • Wer im Supermarkt einkauft, kann auf die jeweiligen Regional-Marken (z.B.: „Rewe Regional“ bei Rewe oder „Unser Land“ bei Tengelmann) zurückgreifen – Frisches aus der Region hat auch immer Saison.

Der Utopia Saisonkalender zeigt, wann was wächst

Utopia Saisonkalender

Thema: Bio, Stand: 17.06.2015 von

Kommentare (2)   Kommentare abonnieren

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  • schrieb am 22.06.2015 um 22:53
    Wenn dann mal Sommer wäre... Vielleicht ist das ja der Grund, warum momentan regionale Biokirschen oder -erdbeeren nach wie vor viel teurer sind als exotische Biofrüchte aus Übersee?!?
  • schrieb am 18.06.2015 um 19:41
    Saisonales Essen macht auch evolutionstechnisch Sinn. Zum Beispiel tut uns frisches, wasserhaltiges Obst und Gemüse wie Beeren, Gurken oder Tomaten im Sommer gut. Im Gegensatz dazu braucht der Körper sehr viel Vitamin C im Winter, das unter anderem in Kohlsorten steckt. Ich habe eigentlich auch wenig Lust auf Erdbeeren im Winter und auf Kohlsuppe im Sommer ;)
    ~Anne
    ________________
    http://grüneralltag.de mehr weniger
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