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Kultklamotte Jeans - Ausbeutung im Used Look

Blau, beliebt, beklemmend. Die Jeans ist das unkomplizierte Beinkleid für jedermann, in der Produktion entpuppt sie sich als Alptraum für Umwelt und Arbeiter. Dabei gibt es längst zertifizierte Alternativen, die mit schonenden Methoden produziert werden.


Schwermetalle und Hormonschädlinge - Wie Jeans der Umwelt schaden

Eine Jeans verschluckt in der Herstellung knapp elftausend Liter Wasser. Der Großteil davon wandert in den Anbau der Baumwolle. Dieser wird bei konventionellen Methoden auch noch mit hochgiftigen Pestiziden gefördert. Und auch für die klassisch blaue Indigo-Färbung, Nachbearbeitung, Waschung und Veredelung der Denim-Stoffe werden Unmengen schädlicher Chemikalien verwendet, die beinahe ungefiltert ins Abwasser gelangen. Im chinesischen Xintang, der „Welthauptstadt der Jeans“, fand Greenpeace in Wasser und Boden extreme Werte an giftigen Schwermetallen wie Cadmium. In Deutschland längst verboten ist die Waschsubstanz NPE, aus der sich im Abwasser der Umwelt- und Hormonschädling Nonylphenol bildet. In den Haupt-Produktionsstätten wie China, Bangladesh und Mexiko wird die Chemikalie nach wie vor verwendet. Auch die fertigen Jeans enthalten den Stoff und geben ihn hierzulande beim ersten Waschen an das Abwasser ab.

Staublunge für Vintage Looks - Wie Jeans den Menschen schaden

Ihren modischen Used Look erhält die Jeans oft durch simples Abschleifen oder Sandstrahlen. Dabei bildet sich mikroskopisch feiner Staub, der sich in den Lungen der Arbeiter absetzt und zur tödlichen Staublungen-Erkrankung führt. Auch die Arbeit in Wäschereien und beim Färben der Stoffe setzt die Menschen extrem giftigen Dämpfen und zermürbenden Anstrengungen aus. In einem Report zitiert das Greenpeace Magazin einen Wäschereiarbeiter: „Du machst den Job drei oder fünf Jahre und verlässt die Fabrik als Wrack“. Im gleichen Artikel schätzt ein Experte, dass 90 Prozent der chinesischen Fabrikanten Überstunden und dergleichen nicht korrekt entlohnen. Sicherheit am Arbeitsplatz existiert in vielen der textilproduzierenden Ländern nur theoretisch. Trauriges Mahnmal dafür ist der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch, bei dem im April 2013 mehr als 1100 Menschen starben. Die Fabrik war illegal gebaut worden und produzierte unter anderem für deutsche Marken wie KIK.

Keine Ausbeutung für meine Hose – So kaufen sie korrekte Jeans

Greenpeace hat mit seiner DETOX-Kampagne wichtige Erfolge errungen. Bekleidungs-Riesen wie H&M, Levi’s und Zara haben sich dazu verpflichtet, bis 2020 toxische Stoffe aus ihrer Produktionskette zu entfernen. Wer schon heute Jeans ohne Ausbeutung und zerstörte Umwelt kaufen will, sollte auf unabhängige Siegel achten. GOTS und IVN Best verbieten zum Großteil schädliche Chemie und legen soziale Mindeststandards fest. Für eine wirklich faire Produktion ohne Ausbeutung setzen sich Organisationen wie die Fair Wear Foundation, die Kampagne für saubere Kleidung oder die Fair Labour Organisation ein. Weitere Tipps haben wir im Ratgeber „13 Tipps für Kleidung ohne Gift“ gesammelt. In der Bestenliste Bio-Jeans mit fairem Anspruch finden Sie zertifizierte Öko-Labels, deren Bio-Jeans in vielen Läden und Online-Shops erhältlich sind und können Ihre Lieblings-Jeans bewerten.

Thema: Grüne Mode, Stand: 12.06.2013 von

Kommentare (6)   Kommentare abonnieren

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  • schrieb am 23.11.2013 um 20:07
    Den Used Look schaffe ich selbst innerhalb kürzester Zeit - ohne Zusatzkosten, ohne Umweltverschmutzung.

    Vielleicht sollte ich mir mal so eine augschburgdenim von manomama leisten.
    Schade nur, daß ich zwar nahe an der Quelle in Augsburg sitze, aber nur online kaufen kann...
    Ich hasse Online Klamottenkauf...

    Ich habe gerade mal angefragt, ob auch vor Ort was geht. mehr weniger
  • schrieb am 23.11.2013 um 18:54
    Nur mal nebenbei, am Rande bemerkt: Welche Idiotie ist größer? Die, die Lebensdauer eines neuen Teils durch z. B. Sandstrahlen zu verkürzen, oder die, sein Geld für solch einen Dreck zum Fenster rauszuwerfen?
  • gelöscht am 23.11.2013 um 14:25 von Grasmuecke
    Dieser Kommentar wurde gelöscht..
  • schrieb am 23.11.2013 um 14:24
    nicht bei der Bewertung dabei aber sehr gut: Maas Natur Ökojeans.
  • schrieb am 27.08.2013 um 09:28
    Wer mehr zu dem Thema "Sandstrahlen von Jeans" erfahren möchte, hier ein Beitrag der CIR mit Verweis auf die neueste Studie der Clean Clothes Campaign "Breathless for Blue Jeans". Hier habt Ihr auch die Möglichkeit, die Petition gegen das Sandstrahlen zu unterschreiben.
    https://utopia.de/0/blog/christliche-initiative/gemeinsam-gegen-jeans-sandblasting mehr weniger
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