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C&A auf dem Pfüfstand

Moderiese mit Sinn für Verantwortung?


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Foto: crocodile Quelle: photocase.com

Stiftung Warentest: C&A ist sehr transparent

Das Bio-T-Shirt also für sechs Euro, kann das überhaupt gehen? „Wir investieren Marge in Biobaumwolle, deshalb kommt dieser Preis schon hin“, erklärt Overmeijer etwas kryptisch, und will damit sagen, dass die Gewinnspanne bei den Bioprodukten also kleiner ausfällt als bei konventioneller Kleidung. Damit rücken auch die Erlöse der Zulieferer in den Blick. Der bereits 1995 eingeführte Code of Conduct wird von vielen NGO als nicht ausreichend kritisiert. Insbesondere die Tatsache, dass C&A seine Zulieferer nicht offenlegt und dass die Einhaltung nur durch die zu C&A gehörige Organisation Socam überwacht wird, sorgt für Unmut. Overmeijer wehrt ab: „Wir wollen unsere Zulieferer schützen; wenn deren Namen öffentlich wären, stünden sie in direkter Kritik, was sich für sie geschäftsschädigend auswirken könnte. Wir nehmen lieber unter vier Augen Einfluss, das ist ein Teil der Vertrauensbasis unserer Geschäftsbeziehung.“ Zuverlässigen Prüfern oder Journalisten nenne C&A auf Anfrage aber auch die Namen der Hersteller, etwa der Stiftung Warentest, die in ihrer empfehlenswerten aktuellen Ausgabe der Zeitschrift test (8/2010) unter anderem die Unternehmensverantwortung von Textilhändlern untersucht hat. Darin lobt die Verbraucherorganisation das Unternehmen C&A tatsächlich als „sehr transparent“. Auch in den übrigen von test geprüften Bereichen der freiwilligen Unternehmensverantwortung liegt C&A weit vorn und erreicht insgesamt das Prädikat „engagiert“. Ganz ohne Kritik kommt jedoch auch C&A nicht davon: Bis auf die Konkurrenzunternehmen Hessnatur, Trigema und Panda zahlten Warentest zufolge alle geprüften Textilhändler nur den gesetzlichen Mindestlohn oder wenig mehr, und damit könnten die Arbeiter ihre Lebenskosten kaum decken.

Höhere Löhne durch mehr Effizienz?

Im individuellen Vorgehen zur Prüfung der Zuliefererkette sieht Overmeijer Vorteile: „Bei der internen Auditierung SOCAM hat das Unternehmen C&A wiederum keinen Einfluss auf die Prüfungen, vielmehr wird die Unabhängigkeit und die Effizienz der SOCAM von externen Zertifizierern bestätigt.“ Neben der Auditierung nennt C&A einen zweiten Punkt: „Wir setzen stark auf langfristige Beziehungen, und verfügen über eine Reihe die zehn- oder zwanzigjährig sind“, sagt Rolfes, „durch kontinuierlichen Kontakt können wir Dinge fordern und durchsetzen.“ „Bei der Debatte um Mindestlöhne geht es zunächst um Einstiegslöhne“, assistiert Overmeijer, „eine höhere Qualifizierung im Beruf führt auch zu höheren Löhnen“, und fügt hinzu, „aber uns ist bewusst, dass wir hier nicht über Löhne nach westlichen Standards reden“. Im Infodienst „Presente“ der Christlichen Initiative Romero e.V., kritisiert die Autorin Sandra Dusch Silva im März 2009, dass es immer noch zu illegal beschäftigten Subunternehmern im Umfeld der C&A-Zulieferer käme – ob und wie sich Näherinnen, insbesondere bei illegaler Heimarbeit, für existenzsichernde Löhne höher qualifizieren können, bleibt die große Frage an dieser Stelle.

Nachhaltige Mode in Utopia City:

 

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Thema: Unternehmen, Stand: 30.07.2010 von
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