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Schluss mit Plaste!

EU würde Plastiktüten gerne verbieten

Die EU denkt über ein Verbot von Plastiktüten nach. Deutschland sieht keinen Handlungsbedarf. Und EU-Bürger dürfen ihre Meinung sagen.


Die Plastiktüte ist wohl eines der unnötigsten Probleme, die sich die Menschheit bisher ans Bein gebunden hat. Zeit das Dreckssackerl endlich loszuwerden, dachte sich nun auch EU-Umweltkommissar Janez Potocnik und gab am Mittwoch bekannt, dass derzeit ein EU-Verbot für Plastiktragetaschen geprüft wird. Schon schlägt die deutsche Plaste-Industrie Alarm, Arbeitsplätze seien in Gefahr und sowieso sei es ja auch hundsgemein, dass die Plastiktüte als Synonym für Umweltverschmutzung herhalten müsse. Schuld an allem seien doch unsere europäischen Nachbarn, die solle man mal zum Recycling erziehen, dann sei alles in bester Ordnung. Schließlich verwerten wir in Deutschland 70 Prozent unserer Tüten. Wow sind wir gut! Und was ist mit den restlichen 30 Prozent?

Auch die Bundesregierung sieht keinen akuten Handlungsbedarf. Fakt ist, sie übersieht ihn geflissentlich. Plastik und dessen Entsorgung sind ein Riesenproblem. Denn vielfach landet es einfach irgendwo, meistens schließlich im Meer. Allein in der Nordsee sind es jährlich geschätzte 20.000 Tonnen Plastikabfälle und die fischt natürlich niemand wieder raus.

Machen Sie Schluss mit Plaste! Hier können Sie bis zum 9. August 2011 an der EU-weiten Befragung (leider nur auf Englisch) teilnehmen und das Plastiktütenverbot voran bringen!  

Utopia-Klassiker: Freiheit für die Stofftaschen

 

Video: Miro Poferl

Thema: Klima- und Umweltschutz, Stand: 20.05.2011 von

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  • schrieb am 27.05.2011 um 14:06
    Also unser Bioladen ist super, ein kleiner Bioladen der regionale Waren anbietet. Daneben gibt es natürlich auch Kaffee, Schokolade... Der Verbraucher ist auch immer selbst gefragt. Kaufe ich Äpfel verpackt oder lieber einzeln. In unserem kleinen BIoladen kann ich Obst und Gemüse unverpackt kaufen und lege es einfach in meinen Einkaufskorb, ja warum denn nicht ein Korb wie früher? Der trocknet auch von selbst wieder.

    Ich kaufe Joghurt auch oft regional und im Pflandglas, das ist super, auch die Honiggläser kann ich in meinem Laden wieder zurück geben und bekomme Pfand zurück. Wir kaufen auch mal nicht mehr "so schönes" Gemüse und bekamen es preiswerter und sogar umsonst!

    Zu den Kompostbeuteln muss ich sagen, wer einen Kompost im Garten hat braucht natürlich gar keine Tüte! Wer es aber in den Kompostabfall der Stadt entsorgt der muss sich entscheiden. Besser finde ich immer noch Papiertüten, den tropfenden Kaffee muss man dann vorher einfach nur trocknen das die Tüte nicht durchweicht. Man trägt den Kompost am besten im Eimer nach unten. Die kompostierbaren Tüten haben einen Nachteil, sie sind meist nicht 100 % kompostierbar bzw es braucht trotzdem noch sehr lange und sie werden oft aus Lebensmitteln hergestellt (Maisstärke), außerdem werden sie in Mülltrennanlagen aus dem Kompost aussortiert und anschließend verbrannt, also gelangen gar nicht auf den Komposthaufen. mehr weniger
  • schrieb am 27.05.2011 um 12:27
    Ich habe für das Verbot von Plastiktüten gestimmt. Für Obst/Gemüse könnte es wiederbenutzbare Bioplastiktüten geben die etwas kosten und wenn sie dann wirklich verbraucht sind auf den Kompost kommen.
    Ich denke ohne Verbot werden die Leute ihre Gewohnheit der Plastiktütenbenutzung nicht ändern und sich über höhere Preise für Plastiktüten nur ärgern. Ohne Wahl werden sie sich schnell umstellen.

    Ich benutze übrigens schon lange am liebsten gar keine Tüten (warum kann man denn den Salatkopf, selbst wenn er noch feucht ist, nicht einfach in seinen Fahrradkorb legen und daheim mit der Hand in den Kühlschrank bringen? Es ist ja nicht so, als würden die Sachen tropfen wie ein Wasserfall...) Der Rest vom Einkauf kommt in einen Stoffbeutel.

    Warum muss eine Stofftasche nach einmal benutzen gewaschen werden? Das ist meiner Meinung nach dann doch sehr übertrieben.
    Jedoch muss es echte Alternativen geben. Eine Stofftasche sollte beispielsweise aus Leinen oder so sein und nichst aus konventioneller Baumwolle vom andern Ende der Welt stammen. Außerdem darf auch die Farbe der Bedruckung (falls denn eine nötig ist) oder der Stofffarbe nicht umwelt- und gesundheitsschädlich sein!

    Am meisten ärgert mich es, dass Bio-Produkte in Plastik eingeschweißt werden, am besten noch mit viel Tinte bedruckt. Reicht es nicht das Logo oder den Namen einmal aufzudrucken? Selbst viele Bio-Lebensmittelläden machen sich echt wenig Gedanken wie die Waren verpackt werden und wo sie herkommen, das nervt gewaltig! mehr weniger
  • schrieb am 27.05.2011 um 07:47
    Oh man, ich kann's nicht glauben! Da ist also das "Sackerl" wieder mal das Gute.
    Verdammt nochmal, wenn das Papier-Sackerl halt nicht gut genug ist, dann nehmt halt ein Stoff-Sackerl! Wie kann man nur so ignorant sein? Und, glaubt mir, das Plastik-Sackerl ist zwar nicht goß, schwer oder viel, aber in der Menge eben wieder doch. mehr weniger
  • schrieb am 27.05.2011 um 00:17
    Mich nervt die Sau, die da wieder durchs Dorf getrieben wird auch gewaltig, weil viele Probleme miteinander verquirlt werden und Emotionen und Handlungsenergie für vergleichsweise wirkungslose Aktionen verbraten werden.

    Von unserem verbrauchten Plastik landet vermutlich nicht ein Prozent im Meer und die kommen nicht dahin, weil sie die Konsumenten ins Meer geschmissen haben, sondern eventuell, weil vor Jahren (und vielleicht auch noch heute) korrupte Banden Ware bzw. Müll statt zum Recyceln entweder direkt verklappt haben oder an Ufer zum Recyceln von Hand durch arme Menschen gekippt haben. Ich beziehe mich auf Bilder aus Zeitungen und habe das ganze nicht wirklich recherchiert. Relativ sicher bin ich mir aber in der Schlussfolgerung, dass die Größe der Plastik-Inseln im Meer am wenigsten durch Eliminierung von Plastikverpackungen durch riesen Verbraucherkampagnen beeinflusst wird.
    Am effizientesten ließe sich Plastik im Meer durch die längst überfällige stärkere Kontrolle der Schiffahrt in Bezug auf Verklappungsaktionen und durch Bekämpfung oder besser Kontrolle der Müll- und Recycling-Maffia reduzieren. Hier ist ausnahmsweise mal wirklich fast nur die Politik gefragt und Verbraucher und sogar Verpackungsproduzenten können vergleichsweise wenig beitragen.

    Plastik als Verpackungsmaterial dürfte nach meiner Einschätzung in Bezug auf den ökologischen Rucksack (nicht in Bezug auf Gesundheit) signifikant im Vorteil gegenüber Einweg-Glas-Verpackungen, gegenüber Weißblechverpackungen und gegenüber Kombiverpackungen sein.
    Bei geringen Materialmengen dürfte sogar ein Vorteil gegenüber Mehrwegverpackungen oder gewachsten Kartonagen möglich sein.
    In Bezug auf den Ökologischen Rucksack sollten wir also leichte Kunststoffverpackungen unter keinen Umständen eliminieren.

    Verzichten sollten wir auf Plastik natürlich immer da, wo es ohne Alternativen einfach zu vermeiden ist. Wer also immer eine robuste Stofftasche bei sich hat, handelt zumindest nicht verkehrt (ich versuche Plastik-Tragetaschen zu vermeiden).

    Auch beim Recycling von Plastik machen wir uns aus meiner Sicht einiges vor.
    Dabei funktioniert bei sortenreinen und deklarierten Verpackungen das Recycling sicher noch besser, als in vielen anderen Sparten, wie beispielsweise in der Automobilindustrie, wo meineserachtens Kunststoffrecycling viel mit Selbstbetrug zutun hat (auch da würde ich deswegen Kunststoff aufgrund der Gewichtsvorteile nicht verbannen, unabhängig von der Recycling-Frage).

    Bei mordernen Müllverbrennungsanlagen bietet Kusntstoff im Verhältnis zum Gewicht so ziemlich den selben Brennwert, wie Erdöl. Gifte werden bei der heute üblichen Abgasreinigung kaum noch freigesetzt.
    Ich gehe davon aus, dass eine moderne Müllverbrennung (und damit gekoppelte Stromproduktion) ökologisch eher vorteilhafter ist, als beispielsweise ein extremes Downcycling zu Parkbänken.
    Zur Herstellung von einfachen Kunststoffen (wie bei Verpackungen) wird ungefähr doppelt so viel Energie benötigt, wie im Kunststoff enthalten ist und bei Verbrennung genutzt werden kann. Die Energiemengen sind also im Vergleich zu Verkehr, Heizung, Nahrungszubereitung, relativ klein.

    Mein Fazit lautet:
    Rohstoffe aller Art sollten so sparsam wie möglich verwendet werden, Kunststoff auch.
    Die Freisetzung von Kuststoff in die Umwelt muss systematisch vermieden werden.
    Nutzung von Kunststoffabfällen durch Recycling oder Verbrennung sind im Wesentlichen gleichwertig und kann nach wirtschaftlichen Aspekten gewählt werden.
    Besonders giftige Kunststoffe (PVC oder Kunststoffe mit bedenklichen Zusastzstoffen wie Weichmacher, etc) müssen gesondert betrachtet werden, die Konsequenzen sollten aber nicht für alle Kunststoffe verallgemeinert werden. mehr weniger
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