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Greenpeace vs. Nestlé

Erfolgreiche Anti-Kitkat-Kampagne

Ein Massen-Protest kann Unternehmen bewegen: Kein Palmöl und Papier aus Regenwaldzerstörung – das verspricht nun zumindest der Konzern Nestlé mit einem neuen Aktionsplan. Für die Anti-Kitkat-Kampagne von Greenpeace und den Schutz des indonesischen Urwaldes ein echter Erfolg. Utopia gratuliert.


Etwa eine Viertelmillion Menschen haben die Kampagne seit Mitte März unterstützt und vom Konzerngiganten Nestlé gefordert: give the Orang Utan a break! Denn in Schokoriegeln wie Kitkat wird Palmöl verarbeitet, für dessen Produktion in Indonesien Regenwald und besonders schützenswerte Waldflächen zerstört werden und damit der Lebensraum von Orang-Utans.
 
Am 17. Mai hat sich Nestlé verpflichtet, zukünftig kein Palmöl aus Urwaldzerstörung mehr bei seinen Lieferanten zu dulden. Nestlé wolle von nun an Hochrisiko-Plantagen und Firmen identifizieren, von denen der Konzern kein Palmöl mehr zu beziehen gedenke. "Endlich bewegt sich Nestlé in die richtige Richtung. Das ist ein sensationeller Erfolg für die vielen Menschen, die sich an den Protesten im Internet beteiligt haben", äußerte sich Waldexpertin Corinna Hölzel von Greenpeace. Jedoch fügt sie hinzu: "Greenpeace wird überprüfen, ob Nestlé seinen Aktionsplan umsetzt." Denn laut Greenpeace habe der Lebensmittelkonzern schon öfter Maßnahmen versprochen, sich aber nicht daran gehalten. So hatte Nestlé zugesagt bis Juli 2005 alle Kinderarbeit auf seinen Kakaoplantagen in Westafrika zu stoppen - jedoch bislang hat sich nachweislich nicht viel getan.

Das ist schwierig nachzuvollziehen, denn als weltweit größter Lebensmittelkonzern hätte Nestlé eine enorme Hebelwirkung – wie wir in Utopia das gern nennen – und könnte den globalen Schokoladenmarkt buchstäblich nachhaltig zum Besseren beeinflussen.

Auf das aktuelle Thema bezogen: Nestlé verarbeitet jährlich 320.000 Tonnen Palmöl aus zweifelhafter Herkunft. Palmöl und Zellstoff sind aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage längst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Indonesien - das Land hat dadurch eine der höchsten Entwaldungsraten und steht beim Kohlenstoffausstoß an weltweit dritter Stelle. Die teils korrupte Palmölindustrie schert sich jedoch bei der Zerstörung des Regenwaldes wenig um geltendes Gesetz und wandelt kohlenstoffreiche Torfmoore in Plantagen um. Bei diesem Prozess entweichen riesige Mengen an Treibhausgasen in die Luft und feuern den Klimawandel an – zudem wird der Lebensraum von Tieren wie den Orang-Utans zerstört.

Die Kitkat-Kampagne von Greenpeace gilt wegen der großen Beteiligung von Verbrauchern derzeit als erfolgreichster Umweltprotest im Social-Media-Bereich. Utopia zeigt nochmals das Video, welches seinerzeit einigen Wirbel ausgelöst hat...

 

Thema: Unternehmen, Stand: 17.05.2010 von
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