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H&M beantwortet offene Fragen aus dem Live-Chat Teil 2

Erneut widmet sich Hendrik Heuermann, Referent für CSR und Nachhaltigkeit bei H&M, noch nicht beantworteten Fragen aus dem H&M-Chat, der am 13. Juni 2012 mit Helena Helmersson, "Head of Sustainability" bei H&M, bei Utopia stattfand.


Fragen, die im H&M-Live-Chat nicht beantwortet werden konnten, konnten Sie bereits im Teil 1 der offenen Fragen nachlesen. Teil 2 behandelt nun die Themengebiete „Kollektionen“ und „Chemikalien“ und "Sonstige Fragen". Sollte uns bei der Zusammenstellung trotz größter Sorgfalt eine Frage verloren gegangen sein, stellen Sie diese einfach als Kommentar unter dem Artikel gerne noch einmal. 


Kollektionen


zauberfeeling:
Können Sie nicht Kollektionen mit fairtrade Produkten als dauerhafte Einrichtung in die H&M Filialen bringen?

H&M: Das ist eine interessante Idee, die wir auch schon öfters diskutiert haben. Zwar schließen wir dies nicht für alle Zeit aus, aber gegenwärtig ist es so, dass die Merkmale der Fairtrade Labels nicht auf unsere lange Lieferkette zu übertragen sind. Die Beziehung zwischen Produzent und Kunde ist viel direkter bei z.B. Kaffee oder Tulpen. Trotzdem trägt das Label sehr wichtige Merkmale in sich. Viele davon sind elementarer Bestandteil unseres Verhaltenskodexes, der immer für alle Lieferanten und für alle Produkte gilt.

lupo: Gibt es diese Botschafter (Anmerkung der Redaktion: "Botschafter", die helfen, Informationen über die Conscious Collection an alle Mitarbeiter weiterzugeben) auch beispielsweise in den USA?

H&M: Ja. Unser Ziel ist es, dass alle unsere Mitarbeiter in all unseren Stores weltweit zu Botschaftern unseres Engagements, also auch der Conscious Collection werden.

Helga: Wann gibt es mal eine nachhaltige Kleiderlinie für Kids, die ohne großes Suchen im Laden zu finden ist?

H&M: Sie erkennen Produkte aus nachhaltigeren Rohstoffen wie etwa Bio-Baumwolle stets an grünen Hängeschildern. Dort finden Sie auch die Produkte mit der „EU-Blume“, eine zertifizierte besonders umweltfreundliche Herstellung. Im Kinder-Sortiment ist die größte Auswahl an nachhaltigeren Rohstoffen vorhanden, aber wenn wir dort besser in der Information für Kunden werden können, nehme ich das gerne mit.

abwien: Gibt es in der Conscious-Collection einheitliche Standards für Rohstoffe, Materialien und Produktionsbedingungen? In den Produktbeschreibungen steht teilweise organic cotton, recycled, das trifft aber nicht auf alle Produkte gleichermaßen zu, gibt es einen Standard, den alle erfüllen?

H&M: Alle Produkte aus der Conscious Collection sind aus nachhaltigeren Materialien. Die einzelnen Stoffe haben dabei teils eigene Zertifikate. Beispielsweise Bio-Leinen nach dem GOTS Standard, Bio-Baumwolle von IMO und Control Union zertifiziert, recycelter Polyesther nach dem Global Recycling Standard. Der Standard für alle unsere Produkte ist unser Verhaltenskodex, was die Produktionsbedingungen angeht. Daran müssen sich alle Lieferanten halten und werden daraufhin überprüft: Gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne, sichere und saubere Arbeitsplätze und viele weitere Aspekte. Diese Bedingungen sind nicht nur an die Conscious Collection gebunden, sonder sind immer gültig.

Lisa-Ann: Ich habe gerade Werbung erhalten, wo sie eine Water Aid Kollektion vorstellen. Um was geht es hier genau?

H&M: Bei H&M for Water geht es darum Aufmerksamkeit auf das Thema Wasser zu lenken und Projekte zu unterstützen, die Menschen den Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen zu erleichtern. Die Kooperation mit der Organisation WaterAid geht zurück bis ins Jahr 2002. Jedes Jahr gehen 25 % des Erlöses einer bestimmten Bade-Kollektion an WaterAid. Bis jetzt konnten 150.000 Menschen dadurch Zugang zu sauberem Wasser bekommen.
Hier finden Sie dazu, wenn Sie mögen, auch weitere Informationen: http://about.hm.com/content/hm/AboutSection/en/About/Sustainability/Commitments/Use-Resources-Responsibly/Water.html

Habitat: Neben Klamotten gibt es bei H&M jetzt doch auch eine Wohnwelt-Serie. Wo werden diese Produkte hergestellt und wie wird Nachhaltigkeit garantiert?

H&M: Sie meinen bestimmt H&M Home, das erkläre ich gerne. Dort gilt das Gleiche wie für alle Produkte von H&M, seien es Kleidung, Accessoires, Schuhe, Kosmetik oder Wohntextilien: Alle Lieferanten müssen sich an unseren Verhaltenskodex halten und werden daraufhin auch kontrolliert. Die Lieferanten sind also auch für H&M Home verpflichtet, die Türen für unsere Audits zu öffnen. Das Herstellungsland der verschiedenen Produkte ist jeweils auf dem Etikett vermerkt. Auch hier bieten wir mehr und mehr nachhaltigere Rohstoffe wie Bio-Baumwolle an und auch hier gilt, dass wir bis spätestens 2020 nur noch Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen verwenden wollen.


Thema: Grüne Mode, Stand: 17.07.2012 von
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