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Utopia Award 2012: Sonderpreis Subsistenz

Das ist Subsistenz

Der Utopia Award 2012 hat einen neuen Preis. Zusammen mit mit der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis vergeben wir den Sonderpreis "Subsistenz". Subsis...was? In unserem Gespräch mit der Stiftung erfahren Sie alles über subsistenzielle Fragen.


Utopia: Was ist Subsistenz eigentlich genau?

anstiftung & ertomis: Im Kern geht es ums Selbermachen. Wenn wir ein leckeres Menü kochen, das wir dann im Freundes- oder Familienkreis essen statt Fertiggerichte aufzuwärmen, dann ist das Subsistenz in ihrer einfachsten Form. Kommen auch noch Zutaten aus dem eigenen Garten hinzu, ist auch schon die Versorgungs- und Regionalebene beteiligt. Vielleicht wurde die Küche oder einzelne Möbel nicht im schwedischen Möbelhaus gekauft sondern aus regionalem Holz selbst gebaut und falls etwas kaputt geht, wird nicht einfach alles neu gekauft, sondern man versucht die Dinge erstmal zu reparieren - Sie merken, schnell kommt man von der schlichten Nahrungsaufnahme zum globalisierten Wirtschaftssystem. Vereinfacht könnte man sagen: Selbermachen ist das neue Kaufen. Teilen statt besitzen, Wertschätzung des Nahraums, Unabhängigkeit von globalen Konzernen und mehr Zeit für Wesentliches gilt als neuer Wohlstand. 

Utopia: Warum setzt die Stiftungsgemeinschaft Anstiftung & Ertomis auf das Thema?

anstiftung & ertomis: Viele der aktuellen Probleme resultieren aus dem Wachstums- und Größenwahn der globalisierten Wirtschaft. Wir verbrauchen immer mehr Rohstoffe, der Energiebedarf und daran gekoppelt der Co2-Ausstoß steigt kontinuierlich. Die gleichen Produkte einfach nur "in grün" zu kaufen, führt zwar zu insgesamt besseren Produkten, aber gesamtwirtschaftlich nicht zu neuen Wegen. Dabei kann Kaufen durchaus auch der Subsistenz dienen, wenn es dazu beiträgt, kleinbäuerliche Strukturen und regionale Besonderheiten zu stärken.

Gesellschaftlich betrachtet ist der Verlust von handwerklichem Wissen auch ein Verlust von Kultur und die sinnfreie Anhäufung von Produkten sowie der ständig steigende Konsum hinterlässt leere, einsame, suchende Individuen. 

Utopia: Warum ist es Zeit für einen Sonderpreis Subsistenz?

anstiftung & ertomis Viele Menschen fragen sich, was ist gutes Leben und was benötigen wir, um gut zu leben? Wenn wir ehrlich sind, ist es gar nicht so viel und das meiste davon kann man nicht mit Geld kaufen. Für den Rest gibt es schon heute tolle, kreative Ansätze und Projekte. Diese möchten wir mit dem Sonderpreis Subsistenz herausstellen und damit einer größeren Öffentlichkeit zeigen, was alles möglich ist. Für die Projekte versprechen wir uns Aufmerksamkeit und Rückenwind, aber natürlich hoffen wir auch auf Nachahmer, die den Impuls aufnehmen und ihre eigenen Ideen umsetzen. 

Utopia: Unterhalten Sie selbst Subsistenz-Projekte?

anstiftung & ertomis: Wir betreiben selbst nicht in erster Linie eigene Projekte, vielmehr forschen wir zu Subsistenz, nachhaltigen Lebensstilen und neuen Wohlstandsmodellen, fördern und vernetzen das Netzwerk Offene Werkstätten, Interkulturelle und urbane Gemeinschaftsgärten sowie Initiativen zur nachhaltigen Gestaltung von Regionen.


Haben Sie einen Vorschlag für den Sonderpreis Substistenz oder kennen Sie ein Unternehmen, eine Organisation, ein Produkt oder ein Vorbild, das den Utopia Award 2012 verdient?

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Thema: Selber machen, Stand: 01.10.2012 von

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  • schrieb am 10.10.2012 um 18:01
    krautursel, so ein quatsch!

    niemand weiss alles. ich guck auch in vielen seiten nach infos.
    auch finde ich so einiges, was ich nicht wusste oder vorher nicht verstanden habe.

    sicherlich triffst du hier auch auf einige, die halt mit dieser oder jener materie durch beruf oder
    sonstiges eher vertraut sind und demnach auch die worte wählen.

    also, mach dir nichts draus und schlag halt ab und an bei google oder sonst wo nach.
    bist ja nicht die einzigste... mehr weniger
  • schrieb am 10.10.2012 um 17:51
    Bevor wieder einer sagt - schau mal in Wikipedia nach oder google doch - hab ich gemacht.
    Trotzdem bleibt eine Frage?
    Ist das irgendwie eine Insider-Platform? Muß man bestimmte Voraussetzungen (Schulabschlüsse, Studium o.ä.) mitbringen? Kann man auch so, als normale Hausfrau und Konsumentin die Botschaft verstehen? Oder ist da gar keine Botschaft? LG und schönen Abend... mehr weniger
  • schrieb am 05.10.2012 um 04:34
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe. Ist Substistenz Nachhaltigkeit, Recycling oder doch noch was anderes?
    Mir fällt dazu mein Lebensgefährte ein. Er ist Raumausstatter/Polsterer und hat bis zu seiner (geförderten) Selbständigkeit keine Chance auf einen Arbeitsplatz gefunden.
    Ich hatte schon in den 90er Jahren den Eindruck, dass dieser Beruf am Aussterben ist, denn wieso sollte man sein Sofa aufmöbeln lassen, wenn man für wenig Geld bei Ikea & Co ein neues bekommt.
    Umso mehr erstaunt (und vor allem freut! ) es mich, dass es doch Einige gibt, die seine Fähigkeiten in Anspruch nehmen, obwohl "neu kaufen" oft soviel billiger scheint...!
    Darüberhinaus lehnt mein Freund auch absolut ab, Material zu verarbeiten, bei dem er sicher ist, dass es mit Kinderarbeit hergestellt ist. (Leider ist es bei Stoffen fast immer schwierig,
    ganz sicher zu sein, dass keine Kinderarbeit im Spiel ist...)
    Erschüttert war ich, als er mir berichtete, dass es Kunden gibt, die lieber auf billig setzen, trotz Kinderarbeit, mit dem Argument "Indien ist doch weit weg".
    Aber das ist vielleicht (hoffentlich!) ein extremes Beispiel.
    In meiner Familie / Freundes- und Bekanntenkreis ist es auch völlig normal, dass herum gefragt wird, ob irgendjemand etwas noch gebrauchen kann / haben möchte an Kleidung, Möbeln, Geschirr, etc., bevor es gespendet wird oder in den Sperrmüll, die Kleidersammlung, auf den Flohmarkt oder in den Abfall kommt.
    Meine Schwester hat durchaus schon darüber gegrinst, wenn sie an mir Klamotten von sich wiedererkennt, die aus ihrer Sicht aus einer anderen Ära stammen.
    Ich glaube, es gibt nicht wenige Gegenstände, die immer wieder durch die Haushalte meiner Mutter, Schwester, Tanten und meinen wandern...
    Es ist so auch einfach leichter, sich von Dingen zu trennen, die man nicht mehr braucht, aber noch "lieb hat"... mehr weniger
  • schrieb am 04.10.2012 um 21:45
    Als ich den Begriff "Subsistenz" zum ersten Mal hörte, war der noch mit "primitiv" behaftet und die Entwicklungshilfe musste einspringen ("sie leben noch in Subsistenzwirtschaft"). Jetzt dürfen wir alle ein bißchen subsistent sein und uns dabei wohlfühlen - selber lecker kochen statt Fertiggerichte... mehr weniger
  • schrieb am 04.10.2012 um 21:18
    Neben einer Subsistenz gibt es auch noch eine Suffizenz, Obsoleszenz sowieso, dazu Transition-Initiativen: Wir sind schon ganz schön schlau ;-)

    Ohne Scheiß: mich interessiert das-aber bringt uns das irgendwie weiter?
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