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Filmtipp

"Weggeworfen" – wie wir die Erde vermüllen

Die Menschheit lebt im Wegwerfwahn. Was das für uns und unseren Planeten bedeutet, ergründet der Film "Weggeworfen“. Oscarpreisträger Jeremy Irons macht sich in der beeindruckenden Reportage auf die Suche nach Ursachen, Ausmaß und Konsequenzen unseres globalen Müllproblems. Er reist dazu an die verschiedensten Orte der Welt, zeigt den Zuschauern, wie wir die Erde zur Müllkippe machen – aber auch mögliche Alternativen. Der Film konfrontiert uns schonungslos mit den Auswirkungen unserer Wegwerfgesellschaft.


Weiß eigentlich irgendjemand wirklich, was mit seinem Abfall passiert, nachdem er in der Tonne gelandet ist? Wohin bringt ihn die Müllabfuhr? Der Weg des Mülls ist ein Thema, das uns alle als Konsumenten sehr viel mehr beschäftigen sollte. Wer "Weggeworfen" ansieht, wird sich in Zukunft schwerer damit tun, seinen Abfall "aus den Augen, aus dem Sinn" zu bekommen.

Schockierende Bilder

Riesige Müllberge im Libanon, völlig verdreckte Flüsse in Indonesien, eine Giftmülldeponie in England, eine dioxinschleudernde Verbrennungsanlage in Island und gigantische Müllwirbel im Meer – in eindrucksvollen Bildern schildert "Weggeworfen" die verschiedenen Aspekte der Müllproblematik. Insbesondere die verschiedenen Arten der Müllentsorgung und ihre unmittelbaren sowie langfristigen Konsequenzen werden im Film dokumentiert. Jeremy Irons führt die Zuschauer an Orte, die besonders unter den Abfallmengen  leiden. Er lässt dabei eine ganze Reihe von Experten, aber auch Betroffene zu Wort kommen. So wird auch für Laien - wie Jemery Irons selbst - klar, warum die Müllentsorgung ein solches Gefahrenpotenzial birgt.

Erschütternde Zahlen

Neben den Bildern sind es vor allen die Zahlen, die schockieren. Beispiele gefällig? 50 bis 80 Prozent der weltweiten Dioxinbelastung wird durch unseren Abfall verursacht, zum großen Teil durch die weltweit rund 800 Müllverbrennungsanlagen. Dioxin lagert sich aber in unserem Körper ab: Würde das gesamte Dioxin plötzlich von der Erde verschwinden, würde es noch sechs Generationen dauern, bis es auch aus unseren Körpern verschwunden ist. Im Meer gefährdet unser Müll mindestens 267 verschiedene Meereslebewesen. Denn in den Meeren befinden sich mittlerweile sechsmal mehr Plastikpartikel als Zooplankton.

"Nur wir Menschen machen Müll, den die Natur nicht verdauen kann"

Jeder Erdbewohner hat auf die eine oder andere Art unter der Vermüllung unseres Planeten zu leiden und es ist kein Ende in Sicht. Doch wir Menschen sind nicht nur Opfer, sondern in erster Linie Verursacher der Vermüllung. Das Problem, da sind sich Jeremy Irons und die verschiedenen Experten einig, ist unser verantwortungsloser Konsum. Noch vor hundertfünfzig Jahren waren unsere Abfälle aus natürlichen Stoffen und daher biologisch abbaubar. Seitdem sind sie zunehmend toxischer geworden. Heute ist unser Müll nicht nur belastet von Schwermetallen, Radioaktivität und sonstigen Giften, sondern noch dazu verrottet er nicht. Insbesondere die Unmengen an Kunststoff und Plastik machen der Natur und auf längere Sicht auch uns Menschen schwer zu schaffen. "Nur wir Menschen machen Müll, den die Natur nicht verdauen kann", bringt es Ozeanologe Captain Charles Moore auf den Punkt.

Wir müssen Müll vermeiden

Jeremy Irons will in "Weggeworfen" aufklären und uns Konsumenten für das Müllproblem sensibilisieren. Er stellt die berechtigte Frage, wie ein alternativer Umgang mit Müll aussehen könnte. Er findet einige Antworten - Biogasanlagen, Kompostierung, Recycling -, doch das Fazit lautet dennoch: Nur Müllvermeidung hilft wirklich. Um etwas zu verändern, müssen wir schlicht und einfach weniger Müll produzieren und zwar viel weniger. Nur wir selbst können die Fortsetzung dieser gigantischen Umweltkatastrophe verhindern. Wir sind am Zug.

Thema: Klima- und Umweltschutz, Stand: 30.10.2013 von

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alle Kommentare (193)
  • schrieb am 14.07.2014 um 14:00
    Bald eröffnet der Original Unverpackt Supermarkt! Ein erster und wichtiger Schritt in die richtige Richtung!
    Für alle Interessierten: http://original-unverpackt.de/
  • schrieb am 21.11.2013 um 16:08
    Wir haben für die Nutzer unserer Smartphone-App 30 Tipps zusammengetragen, wie sich Abfall vermeiden lässt. Einige der Tipps haben wir auch hier in der Utopia-Community gefunden, vielen Dank dafür!
    http://www.ecotastic.de/tipp-abfall-vermeiden

    Übrigens: Unsere Smartphone-App belohnt Menschen dafür, wenn sie im Alltag umweltfreundlich handeln. Dafür bekommen sie Punkte, die sie dann gegen Gutscheine von unseren Partnerunternehmen eintauschen können. Vielleicht ist das auch für den ein oder anderen hier interessant? :-)
    http://www.ecotastic.de/app-start mehr weniger
  • schrieb am 13.11.2013 um 18:50
    Ein einfaches Konzept lautet Zero Waste: http://zerowastehome.blogspot.com/p/about.html

    Wir haben dazu auch eine Gruppe ( https://utopia.de/0/gruppen/zero-waste-1085 ) und einen Blog ( https://utopia.de/0/blog/zero-waste ) auf Utopia gegruednet.

    Vielleicht moechtet ihr ja eure Tipps mit uns teilen?

    LG mehr weniger
  • schrieb am 07.11.2013 um 19:15
    Ich versuche einfach nichts zu kaufen das unnötig viel verpackt ist
  • schrieb am 07.11.2013 um 18:40
    Ich lese hier so viele tolle Dinge!
    Es ist so einfach!

    Ich bin eine Umweltverschmutzerin.

    Wie sieht denn die Wirklichkeit aus in einer Familie mit 3 Kindern, davon 2 Wickelkindern?

    Ein Einkauf (Inhalt ökologisch korrekt):

    Windeln, Feuchttücher u Babymilch sind Plastik.
    - Stoffwindeln stehen für mich nicht zur Debatte aus verschiedenen Gründen.-

    Mundhygiene, Putz- u Waschmittel, Schnuller, in Kunstoff u Umverpackung sind aus Plastik.

    Lebensmittel:
    Kekse, Nudeln etc,,Süßes, Milchersatzprodukte, Kaffee, Aufschnitt in Kunsstofffolie.

    Gemüse kommt vom Markt.
    Brot in der Papiertüte.
    Getränke, Marmeladen, Aufstriche im Glas.

    Ein Stoffbeutel ist bei dem Haufen Müll Makulatur.
    Auch der Hackenporsche.

    Plastiktüten sind das kleinste Problem u sind inzwischen vielfach biologisch abbaubar.

    Das wirkliche Problem ist grundsätzlicher, das alltägliche Leben: Kleidung, "Haus und Hof", die kurze Haltbarkeit der Produkte!

    Entscheidend ist deshalb, dass sich im Grundsatz was ändert, d.h. leider auch von oben vorgegeben.

    Tipps habe ich nicht.
    Aber Fragen:

    Wieso sind Nachfüllsysteme für Wasch- u Putzmittel so wenig im Einsatz.
    Drogeriekette DM teilte mit, dass es keine Nachfrage u Akzeptanz seitens der Kunden gäbe.

    Wieso ist Tetra Pak nicht mit Pfand?

    Warum werden Getränke in Einweg - Plastikflaschen u Plastiktüten nicht verboten oder dürfen nur gegen Entgeld herausgegeben werden?

    Warum wird Kunststoff, der mit Kinderprodukten verbunden und vielfach belastet ist,
    z.B. Gimmickhefte etc., sogenannte gadgets allerorten, Überraschungseier, Kindermenüs bei McD. und Konsorten nicht verboten?

    etc. mehr weniger
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