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Gesundheit

Wie gefährlich ist Handystrahlung?

Kopfschmerzen, Unfruchtbarkeit, Gehirntumore – Handystrahlung wird mit etlichen Krankheiten in Verbindung gebracht. Grenzwerte sollen uns schützen, ob diese ausreichen, ist fraglich. Utopia zeigt, wie Sie das Gesundheits-Risiko so klein wie möglich halten.


Handy-Signale werden über hochfrequente elektromagnetische Felder übertragen. Mit der gleichen Technik funktionieren auch Mikrowellen. Zwar laufen die mit weit aus höherer Intensität wie Mobilfunk-Geräte, aber auch Handys, Smartphones und Co. erwärmen unser Körpergewebe. Die abgehende elektromagnetische Strahlung nimmt der menschliche Organismus auf und wandelt sie in Wärmeenergie um. Das klingt zwar gar nicht so unangenehm, aber durch eine solche Erhitzung können unsere Organe – vor allem das Gehirn – massiv geschädigt werden. 

SAR-Genzwerte sollen vor Körpererwärmung durch Handystrahlung schützen

Schon bei einer Erhöhung der Temperatur um 1 Grad Celsius weisen wissenschaftliche Untersuchungen auf eine Beeinträchtigung von Körperfunktionen hin. Davor sollen uns Grenzwerte für Handystrahlung schützen. Die spezifische Absorbsionsrate (SAR) eines Handys gibt an, wie viel Sendeleistung der Körper beim Telefonieren mit diesem Gerät maximal aufnehmen kann. Alle in Deutschland und Europa verkauften Handys unterschreiten den SAR-Richtwert von 2 Watt pro Kilogramm. Diese Grenze wird von öffentlichen Institutionen empfohlen und gewährleistet, dass sich keine Stelle am Körper annähernd um die kritische Temperatur von 1 Grad Celsius erwärmt. Gesundheitliche Schädigungen gelten damit nach heutigem Kenntnisstand als ausgeschlossen – aber nur solche, die als Folge von einer unmittelbaren Körpererwärmung auftreten.

Gefahr unterhalb der Grenzwerte: Elektrosensibilität

Experten sind sich uneinig darüber, ob elektromagnetische Strahlung eine gesundheitsgefährdende Wirkung hat, die nichts mit der Temperaturerhöhung am Körper zu tun hat. Die Frage lautet: wie gefährlich ist die dauerhafte niedrige Intensität der Strahlung (unterhalb der SAR-Grenzewerte), der wir alle ständig ausgesetzt sind? Gestritten wird um ein Krankheitsbild, das als Elektrosensibilität bezeichnet wird: Menschen glauben, mit körperlichem Unwohlsein auf hochfrequente elektromagnetische Felder zu reagieren. Sie klagen über Kopfschmerzen, Atemnot, Übelkeit, Ohrgeräusche, Schlafstörungen oder chronische Erschöpfung. Offiziell anerkannt ist die Krankheit noch nicht, obwohl schon im Jahr 2002 über 1000 Ärzte auf Mobilfunkbelastung als mögliche Krankheitsursache hingewiesen haben: „Da uns Wohnumfeld und Gewohnheiten unserer Patienten in der Regel bekannt sind, sehen wir, speziell nach gezielter Befragung, immer häufiger einen deutlichen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten dieser Erkrankungen und dem Beginn einer Funkbelastung,“ hieß es im sogenannten Freiburger Appell.

Krebs, Gehirntumore, Genschäden – nichts bewiesen, nichts ausgeschlossen

Schon jetzt gibt es zehntausende Studien zur Gesundheitsgefahr von Handystrahlung. Die einen bescheinigen eine gesundheitsgefährdende Wirkung, die anderen schließen sie aus. Das gilt nicht nur für Krankheiten wie Elektrosensibilität, sondern auch für Krebs, Unfruchtbarkeit Gendefekte und Gehirntumore. Problematisch ist, dass die medizinische Forschung diese Krankheiten nicht eindeutig der Ursache „Handystrahlung“ zuordnen kann. Es können immer auch andere Gründe verantwortlich sein. Hier gibt es zudem keine messbare Wirkung wie eine erhöhte Körpertemperatur, die in experimentellen Studien nachgewiesen werden könnte.  Ein eindeutiger Beweis für den Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Erkrankungen fehlt bisher. Öffentliche Institutionen wie das Bundesamt für Strahlenschutz beziehen sich gerne auf Studien, die deshalb vorsichtig Entwarnung geben. Anders sieht es die Weltgesundheitsorganisation. Die WHO stuft die Strahlung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern seit 2011 als möglicherweise krebserregend ein.

Das Fazit ist wenig zufriedenstellend. Es ist möglich, dass Handystrahlung langfristig krank macht. Eindeutige Ergebnisse werden erst gültige Langzeitstudien bringen, die gibt es bisher nicht. Mobilfunk ist ein weiteres riskantes Experiment, das die Menschheit mit sich selbst durchführt. Wir können nur hoffen, dass es gut geht. 

7 Tipps für weniger Handystrahlung

Panikmache wollen wir nicht betreiben, Ihnen aber ein paar Tipps im Umgang mit Handystrahlung geben.

  • Kaufen Sie sich ein möglichst strahlungsarmes Handy, wenn Ihr altes Gerät ausgedient hat. Handywerte.de stuft schon Werte über 1 W/kg als hoch ein und zeigt, dass es längst Modelle unter 0,6 W/kg gibt. Auf der Webseite finden Sie auch die Werte zu allen aktuellen Handys und Smartphones. Zusätzlich zum SAR-Wert wird der „normierte Strahlungsfaktor“ der Zeitschrift connect angezeigt.

  • Telefonieren Sie so wenig wie möglich mit dem Handy und meiden Sie lange Telefonate.

  • Telefonieren Sie möglichst nicht bei schlechtem Empfang. Je schlechter die Verbindung, desto größer ist die Leistung, mit der es senden muss.

  • Im Auto vervielfacht sich der Strahlungswert. Eine Freisprecheinrichtung mit Außenantenne schafft Abhilfe.

  • Die Intensität der elektromagnetischen Felder nimmt mit der Entfernungvon der Antenne schnell ab. Wer ein Headset benutzt, setzt seinen Kopf daher weitaus weniger Strahlung aus.

  • Während des Verbindungsaufbaus senden Handys mit GSM-Standard mit maximaler Leistung. Führen Sie ihr Handy deshalb erst ans Ohr, wenn es beim Gesprächspartner klingelt.

  • Auch schnurlose Festnetztelefone (DECT) funktionieren über hochfrequente elektromagnetische Felder. Damit Sie die Strahlung so gering wie möglich halten, sollten ein DECT-Telefon folgende Kriterien erfüllen: (1.) die Basisstation sendet nicht im Standby-Modus. (2.) Man kann die Reichweite auf das not­wendige Maß begrenzen und damit die Strahlungsleistung reduzieren. (3.) die aktuelle Strahlungsleistung passt sich au­tomatisch dem Bedarf an.
Thema: Green IT, Stand: 16.10.2013 von

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  • schrieb am 08.01.2014 um 11:43
    heutzutage ist doch alles gefährlich/krankheitserregend.....was als nächstes?

    PS: Wo bleibt eig die Schweinegrippe - lange nichts gehört? :)
  • schrieb am 14.12.2013 um 02:57
    - Sich bei Diagnose Funk oder Ul-We = Ulrich Weiner auf der Webseite umsehen, ist außerordentlich informativ. Da voll einsteigen ist den Meisten wohl zu anstrengend und hat zu wenig Spassfaktor.
    Noch ein Tipp mit Spielpotential:
    besorgt Euch auf dem Flohmarkt ein billiges, altes(!!!) kleines Transistorradio das MW und LW kann. -- alt, damit die Rauschunterdrückung nicht so gut ist. Die UKW-Stabantenne kann abgebrochen sein, MW u. LW gehen über die innere Ferritantenne.
    Spielt bei LW im Bereich 250KHz und Mittelwelle im Bereich 800KHz zwischen den Rundfunksendern rum und haltet das Teil in die Nähe von E-Sparlampen, LED-Lampen oder LED-Netzteile oder jedes andere Gerät, das 230V Netzspannung bekommt, aber mit Kleinspannung arbeitet. (Also drinnen ein Schaltnetzteil hat.)
    Euch werden die Ohren abfallen und die Augen überlaufen was da so alles heimlich unerkannt rumsendet. Auf diese Weise hab ich eher zufällig den LED-Driver meiner teuren LED-Nachttischlampe als brutale E-Smog-Schleuder entlarvt. Meine 12V Philips-LED-Pflanzenspots benehmen sich genauso unverschämt.
    Hab mein Schlafplatz Mobilfunksenderseitig mit Alufolie ganz gut abgeschirmt - und jetzt diese heimlichen E-Smog-Schweinereien. Holt Euch Omas altes Radio!
    Nur mein batteriebetriebener Funkwecker benimmt sich anständig: Der hat so einen Verarschnamen, sammelt aber nur das LW-Zeitsignal aus Mainflingen ein, macht selber aber keinen Mucks! mehr weniger
  • schrieb am 12.12.2013 um 23:12
    ab einer Erwärmung von 1 Grad besteht also schon Grund zur Beunruhigung! Ich habe vorsorglich alle warmen Mützen verbrannt - endlich auch diese Gefahr verbannt!
  • schrieb am 09.12.2013 um 15:23
    http://www.kronehit.at/news/handy-nicht-im-bh-tragen/

    Wird wohl nicht ohne Grund auch im Radio mal wieder auf die Gefahren der Handystrahlung hingewiesen. Für mich kann das kein Zufall mehr sein?!!!!!
  • schrieb am 06.12.2013 um 12:22
    Dass es eine Gefahr gibt, kann nie ausgeschlossen werden. Das heißt aber nicht, dass es genauso wahrscheinlich eine Gefahr wie keine Gefahr gibt. Wenn seit Jahrzehnten mit Millionenaufwand daran geforscht wird, und kein Verdacht konnte erhärtet werden (auch die neueste Meldung der Südtiroler Tageszeitung weist auf mögliche Fehlerquellen hin), dann kann eine etwaig vorhandene Gefahr für Handybenutzer nur sehr klein sein. Für "passiv Bestrahlte" wird die Gefahr dann vernachlässigbar sein. Hingegen kann Angst (= Stress) nachweislich krank machen. mehr weniger
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