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Kinostart

Yellow Cake: Die Lüge von der sauberen Energie

Dass sich die Menschheit mit radioaktivem Müll ein (Endlagerungs-)Problem für einige 10.000 Jahre geschaffen hat, ist hinlänglich bekannt. Ein andere dunkle Seite der Kernenergie schlummert dagegen weitestgehend unbemerkt unter Tage: der Uranabbau. Dessen Hinterlassenschaften dokumentiert der Film Yellow Cake.


"Die ostdeutschen Provinzen Sachsen und Thüringen hatten mehr als 40 Jahre lang ein zweites Leben. Ein Leben unter Tage, wie die Bergleute sagen. Unter  strengster Geheimhaltung wurde hier Uranerz gefördert, aus dem ein gelbes Pulver hergesellt wurde, das man heute Yellow Cake nennt". Mit dieser düsteren Offenbarung beginnt der Kino-Trailer, erschreckend sind die Erkenntnisse des Films:

Der Anfang der nuklearen Kette ähnelt einer Terra incognita. Über dem Uranerzbergbau liegt seit fünfundsechzig Jahren ein Geflecht aus Geheimhaltung und Desinformation. Weltweit und bis heute. Selbst in den jüngsten Debatten über die Kernenergie spielen die verheerenden Folgen des Uranerzbergbaus keine Rolle. Im Herbst 2009 beschließt die neue deutsche Regierungskoalition den Ausstieg vom Ausstieg, obwohl Deutschland allen Grund zur Sensibilität hat: In Sachsen und Thüringen existierte bis zur politischen Wende der drittgrößte Uranbergbau der Welt. Er trug den Tarnnamen „Deutsch-Sowjetische Aktiengesellschaft Wismut“. Bis 1990 lieferte die Wismut 220.000 Tonnen Uran in die Sowjetunion. Rechnerisch reichte das aus für den Bau von 32.000 Hiroshimabomben. Für jede Tonne musste das Zehntausendfache an Gestein aus der Erde geholt, verarbeitet und irgendwo gelagert werden. Unvorstellbare Mengen hochgiftiger und radioaktiver Hinterlassenschaften sind das Ergebnis. Seit Jahren versuchen tausende ehemalige Bergleute, die Spuren des Uranabbaus zu beseitigen. Hier nimmt der Yellow Cake seinen Ausgangspunkt: mit der Dokumentation des größten Sanierungsprojekts in der Geschichte des Uranerzbergbaus – mitten in Deutschland, in Sachsen und Thüringen. Von dort aus nimmt der Film den Zuschauer mit auf eine Reise zu den großen Uranminen der Welt in Namibia, Australien und Kanada. Eine Reise, deren Ausgang Sie kennen sollten, denn: der weltweite Uran-Hunger ist leider noch längst nicht gestillt.

 


Yellow Cake

Die Lüge von der sauberen Energie
Ein Film von Joachim Tschirner (2005 - 2010, 108 Min.)
Ab 16. Dezember 2010 in ausgewählten Kinos.

 


Lesenswertes zum Thema: Gegen Atomkraft – ein unsachlicher Kommentar

Thema: Erneuerbare Energien, Stand: 14.12.2010 von

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  • schrieb am 19.12.2010 um 18:01
    Weiss jemand wie es mit Spielterminen in der Schweiz läuft: am 13. Februar 2011 haben wir im Kanton Bern eine Abstimmung über den Neubau von Mühleberg.

    Wäre gut, wenn der vorher hier zu sehen wäre.

    Gruss, Werner
  • schrieb am 19.12.2010 um 14:14
    läuft ab 06. Januar auf dem Moritzhof in Magdeburg - www.moritzhof-magdeburg.de :) Würde mich freuen, wenn der ein oder andere Magdeburger vorbeikommen würde.
  • schrieb am 19.12.2010 um 13:13
    Was jeder selber tun kann:
    http://www.youtube.com/watch?v=DR8qNLPvw8E
  • schrieb am 15.12.2010 um 16:59
    In dieser jetzigen Gesellschaft, in der Recht immer mehr auf Unrecht beruht, da wird aeusserster Widerstand zur ERSTEN Buergerpflicht! Was also tun? Sabotage ueben, auf allen Ebenen, in allen Bereichen, ausser jenen, die denn wirklich Schutzlose oder Kranke/ Hilflose beeintraechtigen wuerden. Also nicht weiter nur Worte machen, diesen Staat aktiv zu bekaempfen beginnen! mehr weniger
  • schrieb am 15.12.2010 um 15:24
    Und wann werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen ?

    Und wer bezahlt die ganzen Hinterlassenschaften der gesamten Atomindustrie?

    So eine Art Nürnbergerprozesse wäre meine Idee.
    Wer die Bevölkerung belügt und massiv schädigt und das vorsätzlich macht, der muss zur Rechenschaft gezogen werden.

    Nachdem wir die Energiewende zu Ende gebracht haben, sollten wir das Bewußtsein für die oben genannten Punkte in die Öffentlichkeit bringen. mehr weniger
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