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Holz oder Teppich im Vergleich

Worauf stehen Sie?

Teppiche sind warm und weich, Holzböden langlebig und einfach zu säubern. Wir schreiten täglich über sie hinweg. Haben Sie sich schon mal gefragt, welcher der beiden nachhaltiger ist? Utopia hat für Sie den Vergleich angestellt.


Holzfußböden gibt es in Europa bereits seit dem Mittelalter, etwa seit dem 13. Jahrhundert. Der Verband der Deutschen Parkettindustrie geht davon aus, dass die Blütezeit des Parkettbodens im 17. und 18. Jahrhundert lag. In diesen beiden Jahrhunderten wurde Parkett vornehmlich in Gebäuden der wohlhabenden Oberschicht verlegt. In den 50iger Jahren wurde Parkettboden einfach zu pflegen durch die noch heute gebräuchliche Versiegelung, sodass der Holzfußboden in der Gunst der Konsumenten immer mehr wuchs und heutzutage noch immer sehr angesagt ist.

Dagegen gibt es Teppichböden in Europa seit dem 16. Jahrhundert, die meisten wurden mit Webmaschinen hergestellt. Teppichböden sind generell preiswerter als Holzböden, weshalb sie lange Zeit in der Beliebtheitsskala ganz oben standen.

Die Inhaltsstoffe
Teppichböden können aus einer Vielzahl von Materialien sein, wie etwa aus Schurwolle, Synthetik, Kokos, Sisal oder Kugelgarn. Parkett bietet eine ähnliche breite Platte an Varianten: Er kann aus Ahorn, Buche, Eiche, Jatoba, Kork, Bambus und vielen anderen Holzsorten gefertigt sein. Bei dem Holzfußbodenunternehmen Joerke können Kunden beispielsweise aus 80 Holzarten wählen. 

Ökotest hat im Jahr 2006 dreizehn hochwertige Wollteppichböden untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass zahlreiche der untersuchten Teppiche das Mottengift Permetrin enthielten. Zum Teil in recht hohen Mengen. Des Weiteren wurden bei einem Exemplar PVC-Rückstände nachgewiesen, aus denen PVC-Kleber entweichen kann sowie enorme Mengen an Weichmachern. Ferner fanden sich giftige zinnorganische Verbindungen in bedenklichen Mengen, die sich durch den täglichen Gebrauch allmählich zu einem Umweltgift entwickeln.

Auch testete Ökotest 2009 Fertigparketts. Die am meisten verwendeten Holzarten sind Eiche oder Buche. Es kann lackiert oder geölt sein, wobei es verschiedene Möglichkeiten gibt: Naturöle oder UV-Öle. Mit Öl bearbeitetes Holz hat den Vorteil, länger zu halten, wohingegen lackierte Flächen eher verkratzen können.

Grundsätzlich fiel das Ergebnis von Ökotest positiv aus. Dennoch wurde darauf hingewisen, dass Stoffe ausgasen können. So wurde unter anderem Formaldehyd nachgewiesen, bei dem schon geringe Mengen genügen, um bei Menschen Augenreizungen auszulösen. Ebenfalls nachgewiesen wurden in Parkett flüchtige organische Verbindungen (VOC), die zu Kopfschmerzen und Benommenheit führen können.

Die Ökobilanz von Parkett

2003 wurde von der Technischen Universität München eine umfassende Ökobilanz für Parkett und Holzfußböden erstellt. Der Abschlussbericht fällt sehr positiv aus: „Die Auswirkungen von Holzfußböden auf die Umwelt ist sehr gering. Während der Produktion und der Nutzung sowie durch die Substitution fossiler Energieträger am Ende eines Lebensweges wirken Parkettfußböden dem antropogenen Treibhauseffekt entgegen.“ Kurz,: wer sich einen Holzfußboden zulegt, schont laut dieser Studie die Umwelt.

Grundsätzlich ist beim Kauf wichtig, dass die Wälder durch nachhaltige Forstwirtschaft geschont werden, das bedeutet die Holzprodukte sollten mit dem FSC (Forest Stewardship Council) oder PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) gekennzeichnet sein. Die Parkettindustrie bezieht ihren Holzbestand meist aus Durchforstungen, die den Wald im natürlichen Gleichgewicht halten. Junge Bäume können so besser nachwachsen, während Holzprodukte und Holzböden den umgewandelten Kohlenstoff dauerhaft speichern können.

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Thema: Nachhaltig bauen, Stand: 22.01.2010 von

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  • schrieb am 27.10.2011 um 22:27
    Teppich vs. Parkett

    Schöner Beitrag zu einem wichtigen Thema. Ich denke, dass es mehr oder weniger eine Lifestylefrage ist, ob es denn ein Teppich oder doch ein Holzfussboden sein soll. Doch um sich letztendlich zu entscheiden, sollten die Leser auch wissen, dass:

    ->Teppichböden bei Fußbodenheitzungen ungeeignet sind (Schadstoffausgasungen)
    ->Teppichböden nicht vollflächig verklebt werden sollten (Schadstoffausgasungen)
    ->Teppichböden kein Garant für effektiven Schallschutz sind (Kein ausreichender Schutz vor Körperschall/Luftschall & die Schallübertragung flankierender Bauteile (Der Schallschutz sollte durch die Baukonstruktion gestaltet werden)
    ->Schafwollteppiche können bestimmte Schadstoffe absorbieren
    ->Kunstfaserteppiche beeinträchtigen das Wohnklima durch:
    --->Abrieb (Staub & Partikel die durch einen handelsüblichen Staubsauger ohne HEPA Filter feingefiltert wieder in die Raumluft gelangen)
    --->Elektrostatik (Bildung positiver Ionen) - Elektrostatische Aufladung...

    Hinzu kommt, dass der Blaue Engel nur bei Schadstoff- bzw. Emissionsreduzierten Produkten vergeben wird. Ein Ökoteppich, der 100% frei von Schadstoffen ist, kann also kein Blauen Engel bekommen. Hat ein Produkt also den Blauen Engel, ist etwas faul damit.
    Das Woll-Siegel z.B. wird nur vergeben, wenn die betreffenden Produkte mit Schadstoffen versehen werden (Mottenschutzmittel - Biozide).
    Bei dem Textilen-Vertrauen Siegel, sollte man beachten, dass es mehr als 200´000 Schadstoffe gibt und die Kombinationswirkung der unterschiedlichen Schadstoffe miteinander bei weitem nicht ausreichend erforscht ist. Gesetzliche Grenzwerte gibt es nur für 420 Schadstoffe.

    Haben Sie Interesse an einem bestimmten Produkt, sollten Sie darauf bestehen, sich das SICHERHEITSDATENBLATT aushändigen zu lassen - dort sind alle verwendeten Stoffe aufgelistet. Ein Anruf bei der Servicehotline von Textiles-Vertrauen schafft letztendlich Klarheit - Die Leute dort sind sehr nett und hilfsbereit. Ebenso können Sie bei Ihrem örtlichen Baubiologen eine Anfrage stellen und sich bestimmte Materialien empfehlen lassen.

    Bei einem vorhandenen Holzfussboden ist es wichtig zu wissen, mit welchen Mitteln dieser vorbehandelt wurde. Ist ein Holzfussboden mit schwerfüchtigen Schadstoffen vom Vormieter, oder Besitzer behandelt worden, darf dieser auf keinen Fall abgeschliffen werden. Der feine Holzstaub verteilt sich so in der gesamten Wohnung und kann schwere gesundheitliche Probleme verursachen. Bei Hölzern die mit Bioziden wie Lindan, oder PCP behandelt wurden, rate ich dazu, eine Spezalfirma mit der fachgerechten Entsorgung zu beauftragen. Diese Hölzer sind Sondermüll und extrem gesundheitschädlich.

    Bestimmte Firmen bieten natürliche Oberflächenbehandlungsmittel an, die mit einem gewöhnlichen Baumwolltuch aufpoliert werden können und somit die Oberfläche verdichten bzw. veredeln. Dadurch ist es auch nicht notwendig, den Parkettboden mit Schmierseife oder Chemikalien zu wischen. So entsteht auf Dauer auch kein Schmierfilm auf der Oberfläche und der Boden läd sich durch die Behandlung mit natürlchen Ölen und Wachsen auch nicht elektrostatisch auf. Somit gibt es auch keine Clusterbildung beim Staub (Wollmäuse) und der Boden kann mit einem trockenen Wischer einfach vom Staub befreit werden.

    Holz ist ein warmer Baustoff und hat eine hohe Wärmespeicherfähigeit, mit einem Holzfussboden schaffen Sie warme Oberflächen- und ist ein Holzfussboden fachgerecht verlegt, kann er auch die erwähnte Schallschutzfunktion übernehmen.

    Viel Spaß beim Renovieren ;) mehr weniger
  • schrieb am 01.06.2011 um 23:20
    Auch wenn Thema und Beiträge recht alt sind, möchte ich hier ne kleine Spur hinterlassen. :-)

    Ich halte Bambusparkett für eine der ökologischsten, pflegeleichtesten und nachhaltigsten Böden.
    Warum? Es ist Gras, welches alle 6 Jahre geerntet werden kann, zum Färben wird es "karamellisiert" und ökologisch/gesundheitlich unbedenkliche Klebstoffe gibt es auch dafür. mehr weniger
  • schrieb am 29.01.2010 um 21:06
    Beim ersten Satz musste ich laut lachen, denn Holzfußböden gibt es in Europa schon seit der Steinzeit !
    Die Häuser damals, zumindest ab der Jungsteinzeit, waren sehr oft großteils aus Holz, und bei Pfahlbauten, beispielsweise am Bodensee wurden vor einigen Jahren Reste davon gefunden, galt das - wie es naheliegt - auch für die Böden ;-)) Nur die Dächer waren mehr aus Schilfgras etc.

    Aber ein trotzdem insgesamt sehr lesenswerter Artikel . Vielen Dank ! Ich selbst bevorzuge übrigens in meinem Blockhaus Holzboden, den ich aber hier und da mit Teppichen aus umweltreundlichen Materialien belegt habe, darunter echte handgeknüpfte Navajo-Teppiche und andere. mehr weniger
  • schrieb am 28.01.2010 um 21:52
    Ich habe mir vor zwei Jahren einen Buchenholzboden legen lassen, schwimmend verlegt mit FSCE-Siegel.
    Gekauft habe ich die Dielen bei www.berthold-holz.de.
    Wir haben damals lange gesucht nach Dielen, die man schwimmend verlegen kann, denn mein Bekannter hat sich geweigert, Kleber zu nehmen. Er ist öko-Baustoffhändler.
    Ich finde den Boden immer noch sehr schön, natürlich hat er Kratzer, ich lebe ja hier. Für mich ist ein Teppichboden keine Alternative.
    Was die Hausstaub-Milbenkot-Allergie angeht, so ist nach meiner Meinung die Ausstattung des Bettes entscheidend, denn dort hinterlässt der Mensch die meisten Hautschuppen, von denen sich diese Milben ernähren. mehr weniger
  • schrieb am 28.01.2010 um 19:07
    Ich stimme meinem Vorredner zu. Die Holzfußböden sind einfach auch eine hygienischere Variante. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen im Laufe ihres Lebens u.a. durch Teppichboden in ihrer Wohnung eine Hausstaub- /Milbenallergie bekommen haben. Und wer Teppiche trotzdem mag kann sich ja auch einzelne ins Zimmer legen. So haben wir das bei uns zu Hause gelöst. Die kleinen Staubfänger werden dann regelmäßig im Schnee geklopft oder alternativ im Sommer mit einem feuchten Tuch.
    Eine alternative ist sicher auch Korkfußboden, der ist nämlich auch schallisolierend und absolut pflegeleicht. Allerdings ist Kork ein rarer Rohstoff, deshalb ist die Nachaltigkeitsbilanz wahrscheinlich nicht ganz so günstig wie bei Holz.
    Es lebe der gute alte Dielenfußboden! ;-) mehr weniger
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