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Einkauf mit sieben Siegeln – das sind die wichtigsten

Aufgepasst, liebe Pragmatiker, Simplify-my-life-Fans und alle, die einfach mal mehr „bio“ in ihr Leben bringen möchten. Wer sich die sieben hier vorgestellten Siegel merkt, liegt beim nächsten Einkauf goldrichtig.


Wer bio einkaufen will, darf heute auch gleich das Buch der hundert Siegel mitschleppen. Ein fetter Wälzer voll mit Siegeln für fast jedes Prodüktchen. Da spart auch die Bio-Welt nicht mit Versuchen zu Abgrenzung von konventioneller Ware. Das ist ehren- und lobenswert, gestaltet jedoch das tägliche Einkaufen ziemlich kompliziert. Hinzu kommt der unendliche Wust von Fantasie- und Mogel-Siegeln, für die es in den Lebensmittelkonzernen eigene Kreativ-Abteilungen zu geben scheint. Die Durchblicker-Chance für den Normalo-Menschen ist hier fast unmöglich. Um Ihnen wieder Orientierung zu verschaffen, hat Utopia die sieben wichtigsten Siegel ausgewählt, die den nachhaltigen Einkauf wieder einfach machen.

Die Auswahl erfolgte auf Basis von zwei Kriterien:

Verbreitung: Was nutzt ein tolles Siegel mit Top-Standards, wenn man die Produkte, die es tragen, fast nirgends kaufen kann? Wir haben uns daher für Siegel entschieden, die Sie in jedem Bioladen und aber eben auch in anderen Geschäften wie Supermärkten oder Discountern finden können.

Qualität: Jedes Siegel steht für einen anderen Anspruch. Wir haben jeweils die mit dem höchsten Standard oder/und mit der größten Verbreitung ausgewählt. So stellen wir beispielsweise für den Bereich Ernährung zwei Siegel vor, das am weitesten verbreitete EU-Bio-Siegel und das „Premium-Siegel“ Demeter.

Und sollten Sie doch noch ein bisschen dem Siegelwahn frönen wollen … Viele weitere, spezialisiertere Bio-Siegel zum besser finden und besser wissen, zum Beispiel für den Teppich- oder Weineinkauf finden Sie auch hier bei Utopia.

 

Die wichtigsten sieben Siegel
  Typ/Beschreibung
1.

EU-Biosiegel

Das grüne EU-Biosiegel ist das Standardsiegel für Produkte, deren Inhaltsstoffe zu mindestens 95 Prozent aus ökologischer Produktion stammen. Sie finden es auf Produkten aus dem Bioladen wie in Supermärkten oder Discountern. mehr

Kategorie: Ernährung
Kriterium: weit verbreitet

2.

Demeter

Das orange Demeter-Siegel ist das Premium-Siegel mit den strengsten und höchsten Bio-Standards. Es geht weit über die gesetzlichen Anforderungen des EU-Bio-Siegels hinaus. Sie finden es bei Lebensmittel- und Kosmetikprodukten sowie bei Tierfutter (Defu). mehr

Kategorie: Ernährung
Kriterium: höhere Standards

3.

GOTS

Das GOTS-Siegel gilt als das strengste, weltweit bekannte Siegel im Textilhandel. Es berücksichtigt sowohl den ökologischen Standard, als auch eine sozial verantwortliche Herstellung. Im Handel gibt es zwei Varianten für Textilien mit mindestens 70 Prozent Bio-Fasern und für solche mit mehr als 95 Prozent. mehr

Kategorie: Kleidung
Kriterium: höchste Verbreitung

4.

BDIH

Das BDIH-Siegel findet man heute auf Kosmetikprodukten im Bioladen und in Drogeriemärkten. Es schließt u.a. die Verwendung von synthetischen Substanzen wie Paraffinen oder Silikonen und synthetischen Farb- und Duftstoffen aus, macht aber keine Vorgaben zum Anteil an biologischen Rohstoffen in einem Produkt. mehr

Kategorie: Kosmetik
Kriterium: weit verbreitet

5.

NaTrue

Um sich von Naturkosmetik, die auch in Drogeriemärkten zu kaufen ist, abzugrenzen, haben sich Branchenpioniere wie Laverana, Logocos, Primavera, Santaverde, Wala (Dr. Hauschka) und Weleda mit dem NaTrue-Siegel höhere Standards gesetzt. Das Siegel existiert in drei Abstufungen, die anhand von Sternen erkennbar sind. Ein Stern entspricht ungefähr dem BDIH-Siegel, drei Sterne stehen für den höchsten Standard. mehr

Kategorie: Kosmetik
Kriterium: höhere Standards

6.

Blauer Engel

Der Blaue Engel ist die erste und älteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung der Welt für Produkte und Dienstleistungen. Angefangen bei Toilettenpapier aus 100 Prozent Recyclingpapier bis hin zu Notebooks, Monitoren, PCs, Druckern, Kopierern und neuerdings auch Fernsehern – Produkte mit dem blauen Engel erfüllen in ihrer Kategorie hohe Standards in Sachen Umweltverträglichkeit. mehr

Kategorie: Haushalt/Bürobedarf/Schreibwaren/Technik
Kriterium: hohe Standards

7.

Fairtrade Siegel

Das Fairtrade-Siegel steht für Produkte, die zu festgelegten fairen Bedingungen gehandelt werden. Es berücksichtigt zwar auch Umweltaspekte und manchmal auch ökologische Herstellung, im Vordergrund steht aber das soziale Handeln. Das heißt beispielsweise, dass Kaffeeanbauer nicht ausgebeutet werden, sondern von ihren Ernten auch leben und ihre Kinder in die Schule schicken können. mehr

Kategorie: Ernährung/Kleidung/Blumen/Sportbälle
Kriterium: höchste Verbreitung

Thema: Politik & Gesellschaft, Stand: 26.09.2011 von

Kommentare (26)   Kommentare abonnieren

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  • schrieb am 18.10.2011 um 17:40
    Hallo, ein Freund von mir hat meiner konsumkritischen Politgruppe den Link zu eurem "Einkauf mit sieben Siegeln" geschickt.
    Find ich prinzipiell ne prima Sachen nur sehe ich da einen groben Fehler bei der (inhaltlichen) Darstellung zu demeter. Demeter ist KEINE Marke oder sondern ein Anbauverband. d.h. BioBauern, die in diesem Verband sind, wirtschaften biodynamisch nach den Ideen von Rudolf Steiner(dem Begründer der Anthroposophie). Ich würde VerbraucherInnen nahe legen, sich mit dieser Weltanschauung auseinander zu setzen, um zu entscheiden, ob sie diese Produktionsweise prima oder eher seltsam finden.
    Desweiteren gibt es mind. noch 7 andere Anbauverbände(Bioland, ECO VIN, Gäa, biopark, naturland, ECOLAND, BIOKreis) im Lebensmittelbereich, die eigene und meist kritischere Anbauvereinbarungen(im Vergleich zum EU-Siegel) getroffen haben, die ich mit demeter gleichsetzten würde.
    Beste Grüße
    Joschka mehr weniger
  • schrieb am 05.10.2011 um 10:28
    @ Mela. Finde ich ja auch. Und wir recyceln hier in Deutschland besonders viel Papier und Karton. Ich meine, da sind wir führend. Nehme z.B. Zeitungen, die sind fast zu 100% aus RC-Papier. Aber der Gebrauch der Druckmedien geht zurück. Die Klage über das Recyceln von der elektronischen Medien werden wir wohl auch bald zur Kenntnism nehmen müssen. Bisher geschieht das "irgendwo anders". mehr weniger
  • schrieb am 04.10.2011 um 12:00
    Um einige der Kommentare hier aufzugreifen:
    Alle hier vorgestellten Siegel wurden ausgewählt, da sie einem beim alltäglichen Einkauf am häufigsten begegnen. Das Ziel der Auswahl sollte eine vernünftige Reduktion aus dem Siegelwahnsinn sein, um es ganz normalen Verbrauchern zu erleichtern, auch ohne Öko-Fachwirt-Abschluss gesundheits- und umweltbewußt einzukaufen. Wer bei den Siegeln schon tiefer eingestiegen ist - umso besser!

    Utopia ist bekannt, dass es auch eigene Siegel für Teppichböden, für Blumen, Fisch und so weiter gibt. Diese wurden jedoch bewußt nicht genannt, fallen sie doch unter die Rubrik "Spezialwissen/Fortgeschrittene" und sind für jeden, der sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt mehr verwirrend als hilflreich und orientierungsgebend.

    Wie bereits im Artikel erwähnt, findet man bei Utopia alle weiteren relevanten Siegel mit Informationen (auch Ecocert) – erstellt in Kooperation mit Label Online – hier: https://utopia.de/0/produktguide/siegel mehr weniger
  • schrieb am 01.10.2011 um 14:54
    ...ehrliche Frage, ist das alles noch praktikabel für den täglichen Einkauf? Wenn ich zu 75% meiner Einkäufe beim gleichen Händler und mit den gleichen Produkten tätige, dann reicht doch ein "Scan" alle 4 Wochen, um das Wissen zu aktualisieren? ....oder is das zu einfach gedacht??
  • schrieb am 30.09.2011 um 18:39
    Kleine Änderung zum Natrue-Siegel: "Ursprünglich signalisierten Sterne im Logo-von eins bis drei- den jeweiligen Standard des Produkts. Inzwischen verzichtet Natrue darauf und man kann die Unterschiede der 3 Stufen nur noch mit Hilfe moderner Kommunication herausfinden. Mit einem Internetfähigen Handy kann ein sogenannter Quick-Response-Code - das ist ein Pixelbild auf der Verpackung- gescannt werden. Damit landet man direkt auf einer Internetseite, die über die jeweilige Qualitätsstufe des Produkts und die Inhaltsstoffe informiert" (Cosmia Juli 2011)
    Tja, warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht! mehr weniger
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