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Sicher spielen

Einkaufsratgeber Kinderspielzeug

Mit Teddys, Puppen und Bauklötzen will man Kindern eine Freude machen. Doch regelmäßig stattfindende Skandale und schockierende Testergebnisse verunsichern beim Kauf von Kinderspielzeug. Wer gesunde, umweltfreundliche und faire Spielsachen verschenken will, sollte auf einige Dinge achten.


Im November 2014 testete Ökotest 20 Kinderpuppen. Elf davon erhielten das Urteil „mangelhaft“ oder „ungenügend“; drei erklärte Ökotest sogar für „nicht verkehrsfähig“. Gesundheits- und umweltschädliche Chemie oder verschluckbare Kleinteile wünscht sich wohl niemand im Kinderspielzeug. Das zu vermeiden ist aber leider gar nicht so einfach. Zwar gibt es einige Siegel und Prüfzeichen für Spielzeug, aber umfassend und verlässlich ist kaum eines.

Spielzeug-Siegel und was sie bedeuten

Mit einer CE-Kennzeichnung garantiert der Hersteller lediglich, dass das Produkt den aktuell geltenden europäischen Sicherheits-Richtlinien entspricht. Es handelt sich aber nicht um eine externe Zertifizierung: die CE-Kennzeichnung bringt der Hersteller selbst am Produkt an.

Im Gegensatz dazu basiert das freiwillige GS-Siegel auf externer Prüfung der Sicherheit des Spielzeugs. Dabei orientiert es sich größtenteils an der Einhaltung der Vorgaben des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes. Bei der Prüfung auf Schadstoffe geht es etwas darüber hinaus und legt auch Höchstwerte für polyzyklische aromatische Wasserstoffe (PAK) fest. CE-Kennzeichen und GS-Siegel stehen für Sicherheit, stellen aber keine Qualitätszeichen dar.

Die verschiedenen Prüfzeichen des TÜV Rheinland zertifizieren diverse vom TÜV selbst festgelegte Aspekte. Das TÜV Rheinland PROOF-Zeichen steht im Wesentlichen für die Erfüllung der gesetzlichen Sicherheitsstandards. Das TOXPROOF-Zeichen wird an schadstoffarme Produkte vergeben. LGA tested prüft lediglich einen Einzelaspekt des Spielzeugs, etwa den pädagogischen „Spielwert“, während das Siegel LGA tested Quality die Produktqualität, nicht aber die Sicherheit prüft.

Das spiel gut-Siegel bewertet den pädagogischen Wert von Spielzeugen. Nur Spielsachen, die für Kinder sinnvoll sind, bekommen diese Auszeichnung; auf Schadstoffe wird aber nicht geprüft.

Spielzeug Siegel

 

Bei Textil-Spielzeugen empfiehlt es sich, mindestens auf Öko-Tex-Siegel, besser aber auf GOTS- oder IVN-Siegel zu achten. Holz sollte aus heimischer Forstwirtschaft stammen oder FSC®-zertifiziert und unlackiert oder mit schadstoffreien Farben überzogen sein. Gute Hersteller weisen in der Regel darauf hin, wenn speichelechte, wasserlösliche, ungiftige oder natürliche Farben und Wachse verwendet werden.

Schluss mit Plastik

Billiges Plastikspielzeug aus China ist erstens oft qualitativ minderwertig, zweitens kann seine Schadstoffbelastung sehr hoch ein. Solche Spielsachen sind daher für Kinder ungesund. Drittens leiden unter den Produktionsbedingungen in Asien oftmals Umwelt und Arbeiter. Und viertens stellt die Herstellung und Entsorgung von Plastik heute eines unserer größten Umweltprobleme dar. Wer Plastik-Spielzeug kauft, sollte zumindest auf freiwillige Hinweise wie „PVC-frei, „phtalatfrei“ oder „BPA-frei“ achten.
Sinnvoller sind ohnehin Spielsachen aus Holz oder Textilien. Unbehandeltes Holzspielzeug wie etwa Bauklötze oder kleine Fahrzeuge, sind sowohl pädagogisch wertvoll als auch gesundheitlich unbedenklich. Allerdings sollte man hier unbedingt darauf achten, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
Im eingangs erwähnten Ökotest-Bericht schneiden Stoffpuppen deutlich besser ab als Puppen mit Plastikbestandteilen. Wer Spielzeug aus Bio-Baumwolle oder Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung kauft, reduziert zudem deutlich das Risiko von Schadstoffbelastungen.

Made in Germany

Im Bereich Spielzeug gibt es zum Glück einige Firmen, die in Deutschland oder zumindest in Europa produzieren. So wissen Sie als Kunde, woher die Produkte stammen und können – anders als bei in Asien produzierter Billigware – davon ausgehen, dass zumindest die gesetzlichen Mindestanforderungen an die Sicherheit der Spielsachen erfüllt sind. Zudem unterstützen Sie mit dem Kauf die lokale Wirtschaft und helfen, Transportwege zu verkürzen. Eine Liste der Firmen, die in Europa produzieren finden Sie bei der Initiative "Fair spielt". Der Onlineshop „D-Toy“ verkauft nur Spielzeug Made in Germany.  Auch in unserer Bilderstrecke Sinnvolle Spielsachen, die Spaß machen finden Sie einige Empfehlungen für Spielzeug, das in Deutschland hergestellt wird.

Fachhändler unterstützen

Noch gibt es sie: kleine lokale Fachhändler, die sich gut auskennen und Sie beim Kauf beraten können. Abgesehen von dieser wertvollen Expertise und dem Erhalt der kleinen Händler gibt es noch einen guten Grund, dort zu kaufen: Sollte es doch einmal eine Reklamation geben, wissen Sie, wohin Sie sich wenden können. Wer leider keinen gut sortierten Spielzeugladen mehr in der Nähe hat, wird auch im Internet fündig. Es gibt eine ganze Reihe von Onlineshops, die sich auf nachhaltiges Spielzeug spezialisiert haben.

Qualität statt Quantität

Gut verarbeitetes Spielzeug aus hochwertigen Materialien kostet zwar ein wenig mehr. Es hat aber den großen Vorteil, dass es haltbarer und stabiler ist als Billig-Kram. So sparen Sie Müll und langfristig gesehen auch Geld – und die Kinder haben länger Freude an den Spielsachen. Und wenn das Interesse doch irgendwann verfliegt, können sie an die jüngeren Geschwister, Nachbarskinder oder gar die nächste Generation weitergegeben werden.

Es muss nicht immer neu sein

Früher oder später wachsen Kinder auf fast allen Spielsachen heraus. Es kann sich daher lohnen, gebraucht anstatt neu zu kaufen. Insbesondere teures Spielzeug wie etwa Schaukelpferde, Modelleisenbahnen oder Puppenhäuser bekommt man meist ganz einfach gebraucht – und ältere Modelle sind sogar oft noch schöner und haltbarer als neue. Und wenn das eigene Kind nicht mehr damit spielt: Einfach weitergeben. Auch Sozialkaufhäuser, Second Hand-Läden oder Flohmärkte werden sicher dankbar sein für gut erhaltene Spielsachen.

Thema: Haushalt & Wohnen, Stand: 02.12.2014 von

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