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Was ist gesünder, grüner, tierfreundlicher?

Kuh- und Sojamilch im Vergleich

Kühe ruinieren das Klima und Soja den Regenwald. Kuhmilch macht dick und Sojamilch schmeckt eklig. Wer verantwortungsvoll Milch trinken will, begegnet vielen Gerüchten. Doch welche Alternative ist wirklich besser für unsere Gesundheit, die Umwelt und die Tiere? Utopia wagt den Vergleich.


Vor gar nicht allzu langer Zeit wurde die Milch noch bis zur Türschwelle geliefert und es gab keine Auswahl: Vollmilch in einer wieder auffüll- und recycelbaren Glasflasche. Heutzutage erscheint das Milchregal im Supermarkt länger denn je – und wir haben die Qual der Wahl zwischen Voll- und H-Milch, fettarmer, Bio- und Sojamilch und noch vielem mehr. Biomilch oder Sojamilch sind sicherlich die am weitesten verbreiteten Alternativen zur herkömmlichen Milch. Utopia hat beide Produkte einmal etwas genauer beleuchtet.

Was ist gesünder: Kuh- oder Sojamilch?

Über die gesundheitliche Wirkung kursieren eine Unmenge an Gerüchten und Halbwahrheiten. Wir brauchen Kuhmilch wegen des Kalziums? Milch macht dick? Unser Körper braucht tierisches Eiweiß? Veganer leiden an Vitamin B12-Mangel? Soja hilft gegen Krebs? Manches stimmt, manches nicht.

  • Kalzium - Kuhmilch enthält tatsächlich viel Kalzium. Kalzium ist ein wichtiger Stoff für den Aufbau und Erhalt unserer Knochenmasse. Ein Mangel an Kalzium kann unter Umständen zu Osteoporose führen oder diese verschlimmern. Gerade für Kinder im Wachstum ist eine ausreichende Kalziumzufuhr wichtig. Aber: Kalzium kann auch über andere Lebensmittel aufgenommen werden, zum Beispiel durch grünes Gemüse wie Brokkoli, Spinat, Lauch oder Grünkohl, durch Nüsse oder manche Mineralwässer. Einige Lebensmittel enthalten auf 100 Gramm gerechnet sogar mehr Kalzium als Milch, so zum Beispiel Sesam, Mohn, Brennnesseln oder Grünkohl. Auch Soja enthält Kalzium, allerdings nicht so viel wie Kuhmilch. Mittlerweile gibt es jedoch eine ganze Reihe Sojadrinks, die mit Kalzium angereichert sind. Der Vegetarierbund (VeBu) schreibt außerdem: "Für eine gute Kalziumversorgung ist [...] vor allem eine möglichst geringe Kalziumausscheidung von Bedeutung. Mit steigender Proteinzufuhr, insbesondere aus tierischen Lebensmitteln, steigt die Kalziumausscheidung. Menschen, die wenig oder keine tierischen Lebensmittel konsumieren, scheiden demnach weniger Kalzium aus." Daher brauchen Vegetarier und Veganer auch weniger Kalzium.

  • Vitamingehalt - Der Vitamingehalt ist in Sojamilch eindeutig höher als in Kuhmilch. Problem: Das wichtige Vitamin B12 ist natürlicherweise nur in tierischen Produkten enthalten, nicht in Soja. Vitamin B12 ist ein für uns äußerst wichtiges Vitamin, das unter anderem für die Zellteilung von Bedeutung ist. Eine Vitamin B12-Unterversorgung kann schwerwiegende Folgen bis hin zu Nervenschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Insbesondere schwangere Frauen, stillende Mütter und Kleinkinder sind anfällig. Vitamin B12 kann inzwischen auch synthetisch hergestellt werden und ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Und: auch viele Sojadrinks enthalten den Zusatz Vitamin B12 (auch als Cyanocobalamin oder Cobalamin auf den Etiketten zu finden).

  • Eiweiß - Sowohl Kuhmilch als auch Sojamilch enthalten relativ viel Eiweiß. Die jeweiligen Eiweiße sind für unseren Körper in etwa gleich wertvoll und verträglich.

  • Fettgehalt - Der Fettgehalt in fettarmer Bio-Milch und Sojamilch ist ähnlich: Fettarme Milch enthält etwa 1,5 Prozent Fett, Sojamilch um die 2 Prozent. „Normale“ Kuhvollmilch allerdings hat mit 3,5 Prozent einen höheren Fettgehalt. Und wie sieht es mit der Fettqualität aus? Für die Milch spricht, dass tierische Fette für uns leichter verdaulich sind. Die Sojamilch enthält dafür wichtige ungesättigte Fettsäuren, die unser Körper selbst nicht herstellen kann. Ein Nachteil von Kuhmilch: Sie enthält Cholesterin, Sojamilch nicht.

  • Unverträglichkeit - Es gibt immer wieder Gerüchte, Kuhmilch enthalte Allergene oder aber Soja könne allergische Reaktionen hervorrufen. Tatsächlich ist das Risiko einer Unverträglichkeit wohl in etwa gleich hoch. Es gibt relativ viele Menschen, die Milchzucker (Laktose) nicht vertragen, in Deutschland rund 15 Prozent der Bevölkerung. Global gesehen ist die Laktose-Intoleranz sogar der Normalfall: Etwa drei Viertel der Erdbevölkerung besitzt das zum Abbau der Laktose nötige Enzym Laktase nicht. Doch auch Sojaallergien sind nicht selten und werden in dem Maße, in dem Soja sich als Nahrungsmittel verbreitet, häufiger.

  • Isoflavone - Eine Besonderheit hat Soja: Es enthält Isoflavone. Die gehören zur Gruppe der so genannten Phytoöstrogene und wirken in unserem Körper hormonähnlich. Es gibt Vermutungen, Isoflavone könnten die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hormonabhängigen Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs hemmen und gegen Beschwerden in den Wechseljahren helfen. Andere wiederum behaupten, die hormonähnliche Wirkung könnte schädlich sein. Belastbare Beweise gibt es bisher weder für eine positive noch für eine negative Wirkung auf unsere Gesundheit. Sojamilch beziehungsweise Sojaprodukte gelten prinzipiell als nicht geeignet für die Säuglingsernährung; zum einen aufgrund der unklaren hormonellen Wirkung der Isoflavone, zum anderen weil Soja Phytat enthält, das die Aufnahme von Mineralstoffen in den Körper mindern kann. Doch auch Kuhmilch kann gerade bei Säuglingen und Kleinkindern Allergien auslösen.

 

Klimabilanz: Kühe pupsen, Soja zerstört den Regenwald

Fakt ist: Kühe rülpsen und pupsen eine Menge des hoch wirksamen Klimagases Methan in die Atmosphäre. Das gilt für die Kühe auf Biohöfen ebenso wie für konventionell gehaltene. Biokühe produzieren im Durchschnitt weniger Milch als die Hochleistungskühe aus konventioneller Haltung, sie brauchen mehr Fläche und fressen ballaststoffreicheres (blähendes) Futter. Kühe aus konventioneller Haltung fressen dagegen jede Menge sojahaltiges Futter - und tragen damit zu Urwaldabholzung und CO2-Emmissionen bei. Aus diesen Gründen wird bei der Produktion von Biomilch zwar zehn bis 15 Prozent mehr Methan frei als bei konventioneller Milch, der Biolandbau hat aber am Ende trotzdem die bessere Öko-Bilanz: Hier entstehen weniger klimaschädliche Gase wie Stickstoff, Lachgas und Kohlenstoffdioxid und zwar sowohl auf den Höfen selbst als auch in der restlichen Produktionskette. Zudem wird der Boden im ökologischen Landbau weitaus weniger beansprucht und es sind unbewirtschaftete Grünflächen vorgeschrieben, daher kann mehr CO2 gespeichert werden.

Über die genaue Klimabilanz von Sojamilch gibt es leider noch keine ausreichenden Studien. Eine Untersuchung zu Sojamehl hat jedoch ergeben, dass beim biologischen Abbau von Soja-Halmen klimaschädliches Lachgas frei wird. Klar ist außerdem: Stammt das Soja aus Südamerika, sieht die CO2-Bilanz meist schlecht aus. Hier werden riesige Flächen Regenwald für den Sojaanbau gerodet, wichtige Ökosysteme und damit CO2-Speicher zerstört. Verschiedene Studien zu Sojabohnen legen dennoch nahe, dass der Sojaanbau deutlich weniger klimaschädlich ist, als die Milchviehwirtschaft. Sicherlich nicht direkt auf  die jeweiligen Milchprodukte übertragbar, aber dennoch bezeichnend: Für ein Kilo Sojafleisch entstehen, selbst wenn es aus konventionellem Anbau in Brasilien stammt, weniger als ein Viertel der Treibhausgase, die ein Kilo Hackfleisch verursacht. Dr. Maria Müller-Lindenlauf vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IfEU) sagt: „Die Klimabilanz eines Hafer- oder Soja-Drinks ist in der Regel deutlich besser als die von einem Glas Milch. Denn typischerweise frisst die Kuh je Liter Milch schon in etwa so viel Sojabohnen und Getreide, wie benötigt werden, um einen Liter Soja- oder Hafermilch herzustellen.“

Weiteres Wissenswertes rund um das Thema Kuhmilch findet sich hier

Mehr zum Thema Soja lesen Sie hier

 

Wasserverbrauch: 1000 Liter auf einen Liter Milch

Schätzungen zufolge verbraucht die Lebensmittelproduktion weit über drei Viertel unseres gesamten globalen Wasserverbrauchs. Für die Herstellung von einem Liter Kuhmilch werden im globalen Durchschnitt alles in allem rund 1000 Liter Wasser verbraucht. Dabei ist der Wasserverbrauch bei Bio-Milch um etwa 15 Prozent geringer ist als bei konventioneller. Obwohl der Wasseranbau beim Sojaanbau sehr hoch ist – je nach Quelle 1400 bis 1800 Liter pro Kilo Sojabohnen – ist die Bilanz beim Sojadrink besser. Auf einen Liter Sojamilch kommen laut unterschiedlicher Berechnungen circa 200 bis 300 Liter Wasser. Das liegt aber auch daran, dass der tatsächliche Anteil an Soja in den Drinks relativ gering ist (in der Regel um zehn Prozent).

Tierschutz: Die dunkle Seite der Milchproduktion

Milch ist ein Lebensmittel, das von Tieren erzeugt wird, die allein zu diesem Zwecke von uns gehalten, gezüchtet und genutzt werden. Zwar legen Biohöfe großen Wert auf ein artgerechtes Leben für ihre Kühe, aber sie bleiben Nutztiere. Milch gibt es nur, wenn die Kühe kalben und das möglichst oft. Was mit all den Kälbern, vor allem den männlichen, geschieht und wo die Kühe landen, wenn sie keine Milch mehr geben können - das ist die dunkle Seite der Milchproduktion. Damit müssen auch Vegetarier leben können. Daher: Wer ausschließen möchte, dass für die Produktion seiner Lebensmittel Tiere direkt zu Schaden kommen, verzichtet ganz auf Kuhmilch. Klarer Punkt für die Sojamilch.

Fazit: Sojamilch vs. Kuhmilch - eine Frage des Geschmacks

Was die Umweltbilanz angeht, schneidet die Sojamilch in unserem Vergleich besser ab – aber nur dann, wenn das Soja nicht auf gerodetem Urwaldland in Südamerika angebaut und dann um die halbe Welt geflogen wird. Achten Sie im Idealfall darauf, Sojamilch aus deutschem oder wenigstens europäischem Anbau zu beziehen. Am besten ist natürlich immer bio und regional. Auch in punkto Tierschutz gewinnt die Sojamilch als rein pflanzliches Produkt natürlich. Was gesünder ist, Bio-Kuhmilch oder Sojamilch, lässt sich kaum sagen. Beide haben gesundheitliche Vor- und Nachteile. Wer nur Sojamilch konsumiert, sollte aber darauf achten, genügend Kalzium und Vitamin B12 zu sich zu nehmen. Aber die sind in vielen Sojadrinks sowieso schon enthalten. Daher ist es letztendlich wie mit so vielem: Eine Frage des Geschmacks.

Thema: Vegetarisch & vegan, Stand: 07.10.2013 von

Kommentare (402)   Kommentare abonnieren

alle Kommentare (402)
  • schrieb am 29.07.2016 um 11:31
    Meine Meinung ist: Bildung, Bildung, Bildung.
    Kunstlicht ist nicht halb so schlimm, wie Umbruch von Grünland.
    Intuitiv haut nicht zwingend hin, vergleiche die These vom selfish brain.
    Und ich denke, dass viele sich einfach auch einbilden, dass die von ihnen gewählte Ernährung ihnen guttut.

    Veganer müssen wissen, dass im Pflanzenbau genauso schlechte Dinge passieren, die Pflanze, Tier (!) und Mensch schaden, wie in der Tierhaltung. Und Tierhaltung kann Ökosysteme erhalten (vgl. Rhönschaf).
    Ich halte es für fast kriminell, was unter "vegan = besser = ökologischer = nachhaltiger =weltverbessernd" behauptet und angepriesen wird.

    Absurd ist es, zu denken, nur "nicht essen" macht einen Riesenunterschied.
    Auch beim Anbau von Pflanzen kommt es zu Tierleid.

    Daher schwebt mir eine möglichst regionale, möglichst biologische, möglichst ganzheitliche, möglichst unverarbeitete Ernährung vor.



    Tilli mehr weniger
  • schrieb am 28.07.2016 um 21:15
    Was haltet ihr davon einfach intutiv zu essen....und die Verantwortung selbst zu übernehmen, anstatt Diskussionen anzuführen, die mit ungeprüften Themenpunkten vorangetriben werden.

    Was nützen all die Recherchen, Wenn die Hälfte davon falsch ist. Warum das so ist, Profitgier!!

    Es ist viel viel Sinnvoller erstmal eine verlässliche Quelle zu finden, und das seid Ihr selbst, wenn man sich entgiftet und all die Suchtmittel abgewöhnt, die eure Intuition beeinflussen.

    dann schreibt einfach auf, wenn was schwer im Magen liegt, und wie Ihr euch dazu entschiden habt. So kann man selbst unmittelbar prüfen, ob man Intutiv oder auf alten Gewöhnheiten etwas gegessen hat, oder sich intuitiv dazu entschieden hat.

    kann ich nur empfehlen.

    Außerdem möchte ich noch betonen, dass viele Früchte die in Europa verkauft werden unter kunstlicht gezogen wurden und daher künstlicher sind als erwartet.

    Das ist außerdem schon eine Antwort auf die Diskussion über Vitamine in Früchten und ob Ergänzungsmittel nötig sind.
    wenn wir also die Früchte eher als Plastikbälle betrachten, dann wissen wir auch warum überhaupt an Ergänzungsmittel gedacht wird.

    Wünsche allen genüssliches Mampfen und Klarblick :) mehr weniger
  • schrieb am 28.07.2016 um 20:43
    Zugegeben, es ist zwar per Definition ein Vorurteil, aber wohl kein so abwegiges, nein.

    Warum ist das absurd? Ausnahmen wären höchstens Tiere, denen man zusätzliches Leid durch ihre Tötung (z.B. aufgrund von (altersbedingten) Krankheiten) ersparen könnte oder von mir aus auch bei den heutigen Milchkuh-Züchtungen, die viel mehr Milch produzieren, als ihre Kälber trinken.
    Klar, das mit den Biobauern ist ein Dilemma, das man nicht so einfach lösen kann. Einerseits möchte man sie unterstützen, andererseits möchte ... nun ja, zumindest ich und ähnlich denkende Leute nicht, dass Tiere für uns getötet oder ausgenutzt werden. Da muss sich der Bauer wohl oder übel mit der Zeit z.B. auf den Gemüse- oder Getreideanbau umstellen (oder auf Forstwirtschaft? Möglichkeiten gäbe es je nach Standort bestimmt genug) und seinen Tierbestand reduzieren. DAS kann man dann ja womöglich finanziell ein wenig unterstützen.

    Zum Dünger habe ich bereits geschrieben, dass man natürlich trotzdem mit tierischen Abfällen düngen kann. Nur, weil sich - mal angenommen - jeder vegan ernährt, heißt das ja nicht, dass es z.B. keine Rinder mehr gibt. Es gäbe bestimmt genügend Menschen, die einfach so diese Tiere aufnähmen, ohne sie "nutzen" zu wollen (eben abgesehen von ihrem Mist usw.).
    Es gäbe um einiges weniger "Nutztiere", aber das täte der Umwelt sowieso ganz gut, man denke nur mal an die extremen Mengen an Gülle und Odel, die ausgebracht werden, weil die ganzen Landwirte teilweise gar nicht mehr wissen, wohin damit. Ich bin heilfroh, dass auf unseren "Nachbarwiesen" nur zweimal im Jahr recht moderat Gülle ausgebracht werden darf (so vom Besitzer festgelegt).

    Nein, einfach mal so jedes beliebige Grünland umbrechen, das wollte ich nicht damit sagen. Nur, dass es rein vom Standort und vom Boden her meistens wenigstens _möglich_ wäre, einigermaßen fruchtbares Ackerland daraus zu machen.
    Man sollte so etwas natürlich nur dann tun, wenn es unbedingt notwendig ist und muss immer die individuellen Folgen und das Potential beachten. Meine Idee wären sogenannte Food Forests, essbare Wälder, das wäre wohl das ökologisch sinnvollste. mehr weniger
  • schrieb am 28.07.2016 um 18:24
    Oh, das ist interessant.
    Sie fordern nicht den Ausschluß der Tiere?
    Ist es ein Vorurteil, wenn ich glaube, dass die meisten Veganer gar nicht wissen, wie der Kreislauf im Biolandbau funktioniert?

    So wenig Leid wir möglich: d'accord.
    Aber ich persönlich finde es dann absurd, wenn man sagt, das ließe sich vermeiden, indem man Tiere nicht ißt. Oder ihre Produkte. Und zwar pauschal und ohne Freiheitsgrade.
    Wenig und gutes Fleisch tut in meinen Augen Not. Vor allem, um die Biobauern zu stärken.

    Wenn aber Biolandbau und Veganismus: Wohin dann mit den Tieren? Bzw. womit düngen, was keine Leguminose ist? (Du verstehst..)

    Und du kannst nicht im Ernst glauben, dass man einfach Grünland umbrechen sollte/dürfte/könnte, um Ackerbau zu treiben?!?!?!??

    Welch grauenvolle Idee des durchgängigen Raubbaus an Boden und Kulturlandschaft.

    Das Dauergrünland ist jetzt schon gefährdet. http://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/landwirtschaft/gruenlandumbruch
    Ich will nicht hoffen, dass bei Gärtnern und im GaLaBau der leichtfertige Umbruch gelehrt wird?


    Tilli

    P.S. Die Argumente habe ich letztes Jahr mal gesammelt, als der Hype durch's Netz tobte. mehr weniger
  • schrieb am 28.07.2016 um 15:15
    Das meiste, was du da aufgelistet hast, ist tatsächlich Blödsinn, da stimme ich dir zu. Ich kenne aber auch kaum Veganer, die so denken, zumindest was die meisten Punkte angeht.
    Schubladendenken und Vorurteile sind zwar bequem, aber halt selten gute Diskussionspartner.

    Ich glaube du hast nicht ganz verstanden, was ich dir mit meinem 2. Absatz sagen wollte. Ich wollte darauf hinaus, dass du nicht einfach willkürlich Szenarien vergleichen kannst, die dir gerade in den Kram passen, wie "artgerechte [oh je, dieses schreckliche Wort schon wieder] Gründlandbewirtschaftung" <-> "pestizidverseuchter Sojaanbau im Ausland". Denn dann nehme ich als Antwort einfach "Massentierhaltung" <-> "regionale, ökologische Soja". Und wo führt uns das hin? Nirgends, denn es ist weder zielführend noch aussagekräftig.

    Wenn man das Ganze betrachtet, kommt es natürlich erst mal darauf an, wie jedes einzelne Individuum sich verhält. Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Fleisch hierzulande so gut wie immer eine Verschwendung von Ressourcen ist und ein veganer Ernährungsstil mit Fokus auf regionale, ökologische Produkte umwelt- und ressourcentechnisch ganz einfach besser abschneidet als eine omnivore Ernährung mit selbem Fokus.
    Das trifft natürlich hauptsächlich auf unsere Breitengrade zu. Ich würde niemals behaupten, Eskimos (um mal ein Extrembeispiel zu geben) sollten sich vegan ernähren...

    Ich bin selbst gelernter Gärtner im ökologischen Bereich. Selten habe ich Veganer erlebt, die einen veganen Landbau im Sinne des Ausschlusses aller Tiere aus dem Anbaukreislauf fordern. Es geht vielmehr um ein respektvolles Miteinander zwischen Tier und Mensch und daru, so wenig Leid wie möglich zu verursachen. Also unter anderem, ihnen ihre Milch oder gar ihr Leben nicht wegzunehmen. Es bedeutet nicht, dass man Abfallprodukte wie Kot, Horn (wobei Horndünger, so wie er heutzutage verwendet wird mit seiner Herkunft wieder eine ganz andere Sache ist) etc. nicht in den Kreislauf integrieren darf. Das gehört schließlich zu einem funktionierenden ökologischen System dazu.

    Zu einigen Punkten aus deiner Liste möchte ich doch etwas sagen:
    - Veganismus und Biolandbau schließen sich wie gesagt in keinster Weise aus
    - Warum sollte ich Honig "nutzen"? Er gehört den Bienen, diese _nutzen_ ihn. Genau so verhält es sich übrigens mit Milch.
    - Man kann vielleicht nicht jedes, aber fast jedes beweidete Grünland für Ackerbau benutzen. Oft ist das sicherlich mit einigem Aufwand an Bodenaufbereitung verbunden, aber ein Ding der Unmöglichkeit ist es selten. Man denke z.B. an einen "Esswald". Und man muss auch nicht jede Weide umbrechen, warum nicht einige stehen lassen, schließlich brauchen die Tiere auch ihren Lebensraum. Das Welternährungsproblem würde es natürlich nicht direkt lösen, das liegt wohl eher an der falschen bzw. nicht funktionierenden Verteilung und der Wegwerfmentalität.
    - Was ist verwerflich am Sojaanbau in Deutschland? mehr weniger
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