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Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Gefährlich bunt: Die schlimmsten Farbstoffe im Essen

Wissenschaftliche Studien belegen in regelmäßigen Abständen den Zusammenhang von Farbwahrnehmung und Geschmack. Dieses Phänomen hat sich die Lebensmittelindustrie seit langem zu Nutze gemacht und mischt chemische Zusatzstoffe in Lebensmittel, damit sie besser aussehen. Utopia zeigt die gefährlichsten Farbstoffe in unseren Nahrungsmitteln.


  • E 102 Tartrazin (sehr bedenklich)

    • Gelber Azofarbstoff (Ausgangsstoff zur Herstellung ist Anilin, das in einer chemischen Reaktion aus Erdöl gewonnen wird)
    • Tartrazin schädigt das Erbgut, löst häufig Allergien aus und hatte in Tests eine hemmende Wirkung auf das Immunsystem. Seit dem 20. Juli 2010 müssen Lebensmittel, die diesen Farbstoff enthalten, zudem den Warnhinweis "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" auf der Verpackung führen.
    • Tartrazin kann in vielen Lebensmitteln vorkommen, es findet sich unter anderem in:
      Brause und Sirup, aromatisiertem Schmelzkäse, Fleisch- und Fischersatzprodukten, Eis, Pudding und Desserts, Gebäck, Knabberartikeln, Spirituosen, Frucht- und Obstweinen, Süßwaren, Senf und Würzsoßen sowie Nahrungsergänzungsmitteln.  
  • E 104 Chinolingelb (bedenklich)

    • Chinolingelb wird zur Herstellung verschiedener Gelbtöne, aber gemeinsam mit blau färbenden Stoffen auch für Grüntöne verwendet.
    • E 104 ist in den USA wegen seiner möglicherweise gesundheitsschädligenden Wirkung verboten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) senkte 2009 im Zuge einer Neubewertung des Farbstoffes den Wert für die zulässige tägliche Aufnahme von 10 mg/kg auf 0,5 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Chinolingelb kann allergische Symptome auslösen. Seit dem 20. Juli 2010 müssen E 104 beinhaltende Lebensmittel mit dem Hinweis "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" versehen werden.
    • Der Farbstoff lässt sich ebenfalls in einer großen Anzahl von Produkten finden, so etwa in:
      Brause und Sirup, aromatisiertem Schmelzkäse, Fleisch- und Fischersatzprodukten, Eis, Pudding und Desserts, Gebäck, Knabberartikeln, Spirituosen, Frucht- und Obstweinen, Süßwaren, Senf und Würzsoßen oder Nahrungsergänzungsmitteln sowie Marmeladen.
  • E 110 Gelborange S (bedenklich)

    • E 110 gehört zur Gruppe der Azofarbstoffe (siehe E 102). Der gelborange Farbstoff wird oft in Mischungen mit anderen Stoffen eingesetzt, um diverse Gelb- und Brauntöne zu erreichen.
    • E 110 kann Allergien auslösen und führte im Tierversuch an Mäusen zu neurologischen Schäden. 2009 senkte die EFSA die zulässige tägliche Aufnahmemenge von 2,5 mg/kg auf zunächst 1,0 mg/kg Körpergewicht pro Tag bis neue Studienergebnisse zur Gefährlichkeit von Gelborange S vorliegen. Die Verwendung von E 110 verpflichtet zum Warnhinweis "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen".
    • Gelborange wird beispielsweise für folgende Lebensmittel verwendet:
      Surimi und Lachsersatz, Nahrungsergänzungsmittel, Senf, Knabberzeug, aromatisierten Schmelzkäse, Fleisch- und Fischersatzprodukte, Spirituosen, Frucht- und Obstweine, Brause und Sirup, Eis, Pudding und Desserts, Gebäck, Süßwaren und Marmelade.
  • E 122 Azorubin(sehr bedenklich)

    • Roter Azofarbstoff (siehe E 102). Für Violett- und Brauntöne wird E 122 mit anderen Farbstoffen gemischt.
    • Azorubin kann allergische Symptome auslösen. Bei hoher Dosierung wurden im Tierversuch Auswirkungen auf Lunge, Lymphsystem, Bauchspeicheldrüse und Blutbild festgestellt. Auch dieser Farbstoff erfordert seit Juli 2010 die Etikettierung "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen".
    • Azorubin wird wie Gelborange unter anderem zur Färbung folgender Speisen eingesetzt:
      Surimi und Lachsersatz, Nahrungsergänzungsmittel, Senf, Knabberzeug, aromatisierter Schmelzkäse, Fleisch- und Fischersatzprodukte, Spirituosen, Frucht- und Obstweine, Brause und Sirup, Eis, Pudding und Desserts, Gebäck, Süßwaren und Marmelade.
  • E 123 Amaranth (bedenklich)

    • Amaranth ist ein chemisch eng mit E 122 verwandter dunkelroter Azofarbstoff (siehe E 102), der rein gar nichts mit dem gleichnamigen „Inkakorn“ zu tun hat.
    • E 123 löst häufig Allergien aus und schädigt das Erbgut. Eine erhöhte Infektanfälligkeit wurde im Tierversuch beobachtet. 2010 wurde der Höchstwert für die tägliche Aufnahme von E 123 durch die EFSA von 0,8 mg/kg Körpergewicht auf 0,15 mg/kg Körpergewicht pro Tag reduziert.
    • Erythrosin steht im Verdacht das hyperkinetische Syndrom bei Kindern sowie
      Schilddrüsenstörungen auszulösen.
  • E 127 Erythrosin (sehr bedenklich)

    • Rosaroter Farbstoff
    • Erythrosin steht im Verdacht das hyperkinetische Syndrom bei Kindern sowie Schilddrüsenstörungen auszulösen.
    • E 127 wird nur für Cocktail- und Kaiserkirschen in Obstkonserven eingesetzt.
  • E 129 Allurarot AC (bedenklich

    • Roter Azofarbstoff (siehe E 102)
    • Allurarot AC kann allergische Reaktionen hervorrufen, im Tierversuch konnte Hyperaktivität festgestellt werden, zudem wirkt es erbgutschädigend. Seit 2010 muss E 129 durch den Zusatz "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet werden.
    • Allurarot wird unter anderem für folgende Lebensmittelgruppen verwendet:
      Britisches Frühstücksfleisch sowie Frühstückswürstchen, Hackfleisch mit einem Getreideanteil von mindestens vier Prozent, Brause und Sirup, aromatisierten Schmelzkäse, Fleisch- und Fischersatzprodukte, Eis, Pudding und Desserts, Gebäck, Knabberzeug, Süßwaren und Nahrungsergänzungsmittel.
  • E 150 a-d Zuckerlikör  (bedenklich)

    • Schwarz-brauner Farbstoff, hergstellt mit Natronlauge, Ammoniak oder Ammoniumsalzen.
    • Zuckerlikör enthält 4-Methylimidazol, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen.
    • Wird vor allem zum Einfärben von Cola oder alkoholischen Getränken wie Whiskey oder Branntwein verwendet.
  • E 155 Braun HT (bedenklich)

    • Rötlich brauner Azofarbstoff (siehe E 102).
    • Braun HT kann zu allergischen Reaktionen führen. Der Farbstoff lagert sich
      in kleinen Mengen in Nieren und Lymphgefäßen ab.
    • Meistens steckt E 155 in Süßwaren, es kann aber auch in Eis, Gebäck, Soßen
      und Würzmitteln vorkommen.
  • E 161 g Canthaxanthin (sehr bedenklich)

    • Synthetischer, oranger Farbstoff, der natürlich in Pfifferlingen, Krebsen, Lachs und Flamingofedern vorkommt.
    • Da Canthaxanthin in hohen Dosierungen Augenschäden verursacht, ist es inzwischen in Bräunungspillen verboten. Es steht zudem im Verdacht Leberschäden zu verursachen.
    • Canthaxanthin ist lediglich für die französische Wurstsorte Saucisses de Strasbourg genehmigt. Zudem wird es zur Eidotter- oder Fleischeinfärbung Futtermitteln für Geflügel und Fische beigefügt.
  • E 180 Litholrubin BK (sehr bedenklich)

    • Lithorubin ist ein roter Azofarbstoff (siehe E 102)
    • E 180 kann Allergien auslösen. Im Tierversuch mit Ratten und Mäusen wurden eine erhöhte Sterblichkeit und verschiedene Nebenwirkungen auf Schilddrüse, Milz, Niere und Immunabwehr beobachtet.
    • Litholrubin darf nur für essbare Käserinde eingesetzt werden.

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Thema: Bio, Stand: 03.02.2011 von

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  • schrieb am 16.10.2015 um 18:08
    ich finde, Stevia hat wirklich viele Vorteile und ist ziemlich geschmacksneutral, das nehme ich sehr gerne. Es gibt auch noch Kokosblütenzucker, der ist teuer, hat auch einen eigenen Geschmack und eignet sich daher weniger für Tee oder Kaffee. Der glykämische Wert ist allerdings sehr niedrig und kann 1:1 zu normalen Zucker z. B. für Gebäck und Kekse genommen werden. Es gibt also Alternativen zu raffinierten Zucker, die auch von Diabetikern gerne genommen werden können. Wer eine schnelle Mahlzeit für zwischendurch sucht, wenn mal keine Zeit zum kochen und backen ist dann empfehle ich [Gelöscht v.d. Red.]. Zu finden unter [Gelöscht v.d. Red.]. Garantiert ohne Aromastoffe, ohne Farbstoffe und sonstige Zusätze. Verwendet werden nur Superfoods (Pflanzen mit hohem Nährwert) und Stevia im "natural" und Kokosblütenzucker im "Erdbeere" für eine leichte Süße. Super Gesund und günstig - 1 Mahlzeit für 1,95 Euro. Grüße Christiane mehr weniger
  • schrieb am 07.01.2012 um 20:04
    Sigvard,

    unbenommen die Vorteile von Stevia, aber einen Nachteil hat es in Marmelade: Der dem Zucker eigene Konservierungseffekt entfällt. Für Fruchteinkochprodukte ist es also nur bedingt geeignet, es sei denn, man setzt andere Konservierungsmittel zu. Das will nicht jeder.

    Honig in der Marmelade? Schade um den Honig! Den Honig esse ich lieber so (auf Brot / im Joghurt).

    Molzen mehr weniger
  • schrieb am 07.01.2012 um 17:23
    Molzen schrieb am 04.02.2011: ... und einem Löffel Zucker ... da wäre wohl Honig oder der pflanzliche Süßstoff "Stevia" besser.
    Was ist STEVIA:
    Seit Jahrhunderten wird Stevia rebaudiana von den Guarani-Indianern als Heilpflanze und Süßungsmittel benutzt. Der kleine, mehrjährige Strauch mit seinen süßen Inhaltstoffen, den Stevioglykosiden, ist in dem Dreiländereck Paraguay, Brasilien und Argentinien beheimatet. Die süßenden Bestandteile der Steviapflanze sitzen in ihren Blättern und sind nun seit Dezember 2011 auch endlich europäischen Konsumenten zugänglich.
    Das darin enthaltene Steviosid hat als Süßstoff einige entscheidende Vorteile gegenüber Zucker, weswegen es in vielen Ländern wie Australien, Japan oder den USA zum Teil schon den herkömmlichen Zucker abgelöst hat. Wissenschaftlich anerkannte Vorteile sind: Stevia ist ein kalorienfreies Süßungsmittel ohne die gärungsaktiven Nebenwirkungen von Fruchtzucker, Honig, Sirup und Zucker! Stevia beeinträchtigt den Blutzuckerspiegel nicht und erzeugt auch keine Ausschüttung von Insulin, ist somit für Diabetiker geeignet! Stevia bringt nicht die negativen Auswirkungen von künstlichen Süßstoffen mit sich wie etwa eine vermutetete krebserzeugende Wirkung. mehr weniger
  • schrieb am 10.02.2011 um 18:40
    Das hat jetzt zwar nichts mit Farbe zu tun aber wie Molzen schreibt mit Schminke.

    Man sollte bei dem ganzen nicht vergessen, das was unter natürlichen Aromastoffen verstanden wird.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Aroma

    "Natürliche Aromen: Bedeutet, dass das Aroma in der Natur vorkommt und aus natürlichen Grundstoffen erzeugt wurde. Es kann aus Lebensmitteln oder biofermentativ zum Beispiel mit Hilfe von Bakterien, Hefen oder Pilzen hergestellt und anschließend abgetrennt werden. Zur Isolierung werden Verfahren der modernen Lebensmitteltechnologie eingesetzt (Extraktion, Destillation, Pressen, enzymatische oder mikrobiologische Prozesse sowie anschließendes Trocknen, Rösten und Fermentieren).
    Auch chemische Lösungsmittel wie zum Beispiel Cyclohexan, Ethylmethylketon und Diethylether können im Gewinnungsprozess zum Einsatz kommen, müssen jedoch später komplett eliminiert werden" mehr weniger
  • schrieb am 10.02.2011 um 17:54
    Mir wird, wenn ich auswärts, was i.d.R. bedeutet nicht bio gegessen habe, nachts so schwindlig, daß ich mich, wenn ich mal zur Toilette muß, überall festhalten muß. Der Schwindel hält dann noch ca. bis zum nächsten Mittag an. Da ich Aspirin nicht vertrage, führe ich den Schwindel auf die Azofarbstoffe zurück, die mit Aspirin verwandt sind und in fast allen gelblichen und bräunlichen nichtbiologischen Lebensmitteln enthalten sind. Mein Tip für Leute, die manchmal bei Billigkochern oder in Lokale eingeladen werden, ist: Haltet Euch an Reis, Nudeln und frischen Salat. Diese Sachen sind wahrscheinlich nicht gefärbt. Ich selbst kaufe keine gefärbten Lebensmittel. Solchen Mist, den man färben muß, damit ihn die Leute kaufen, lehne ich schon aus Selbstachtung ab. mehr weniger
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