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Gute Jute gegen fieses Plastik

So tragen Sie am besten nach Hause

500 Plastiktüten im Jahr – soviel verbraucht laut Greenpeace jeder einzelne EU-Durchschnittsbürger. Irgendwie müssen die ganzen Einkäufe und Besorgungen, die wir im Laufe der Woche so machen, ja nach Hause gebracht werden. Aber ist dieser Müllberg wirklich nötig? Alternativen gibt es viele, wobei die Unterschiede in der Umweltbilanz gravierend sind.


Zuerst einmal muss Plastiktüten generell eine Abfuhr erteilt werden. Zwar fließen die Tüten im Zeitalter von Mülltrennung und Kunststoffrecycling (hoffentlich) wieder in den Wertschöpfungskreislauf, doch am Anfang ihres Lebenszyklus wird immer die Erdölförderung stehen. Darüber hinaus ist Recycling nur die nächstbeste Wahl nach der Müllvernichtung und ungleich energieaufwändiger als die Wiederverwendung. Leider gilt in Deutschland immer noch kein Plastiktüten-Verbot. Wird es vielleicht auch nie geben. Denn eine europaweite Abschaffung der Plastiktüte "stehe im Konflikt mit den Regeln des EU-Binnenmarkts und dem internationalen Handelsrecht", wie es in einer Studie der Europäischen Kommission heißt. Und auch ein nationales Verbot funktioniere nicht, weil es "eine ungesetzliche Verzerrung des Markts" bedeuten würde. In Amerika funktioniert es allerdings. Viel fortschrittlicher zeigt sich dort nämlich Kalifornien. Gestern konnten Umweltschützer das Plastiktüten-Verbot in Los Angeles feiern. Ab sofort gibt es keine Einwegtüten mehr in den Geschäften, die Kunden sollen sich ihre eigenen Taschen mitbringen oder eine Papiertüte kaufen. Ob das aber die richtige Alternative ist?

besser:eintüten

  • Mies: Bio-Plastiktüten

    Lassen Sie sich mal wieder nicht vom Wort „Bio“ täuschen. Was naturverträglich klingt und mehr kostet, wird in Wahrheit unter anderem aus Gen-Mais und zum Großteil immer noch aus Erdölderivaten hergestellt. Der größte Makel aber ist das gute Gewissen, mit dem der getäuschte Verbraucher zu den Mogeltüten greift. In der Annahme, durch den Aufpreis umweltverträglich zu handeln, wirft dieser die Taschen in den Biomüll, aus dem sie in Kompostieranlagen wegen viel zu langer Verfalldauer wieder entfernt und gesondert verbrannt werden. Der Umwelt ist damit kein bisschen geholfen.

  • Okay: Papiertüten

    Nicht-erneuerbare Rohstoffe vermeidet man mit Papiertüten, wobei man sichergehen sollte, dass ausschließlich Altpapier für die Herstellung verwendet wurde. Die zwei größten Probleme sind jedoch, dass Papier wesentlich weniger belastbar ist als Plastik, die Tüten also leicht aufweichen oder reißen. Außerdem sind auch diese Tüten Teil eines energieintensiven Konsumkreislaufs, der mit der Herstellung beginnt und im Müll endet.

  • Top: Jutebeutel, Rucksäcke und Co.

    Wirklich nachhaltig handelt man nur, wenn man den Wegwerf-Kreislauf durchbricht. Wer seine Tasche bereits mitbringt, der verbraucht keine Ressourcen und macht keinen Müll. Mit der Stärke einer Jutetüte kann auch Plastik nicht mithalten und ein Rucksack ist für den Heimweg, z.B. mit dem Rad, wesentlich praktischer.

Tipps und Warnungen

Wenn Sie zu den Leuten gehören, bei denen sich die Jutetaschen langsam zu Hause stapeln, verzieren Sie doch einfach welche und verschenken Sie sie an Freunde. So animieren Sie auch diese dazu, beim Einkaufen ein wenig mehr auf die Umwelt zu achten.
Sollte eine Plastiktasche einmal unumgänglich sein, verlängern Sie Ihren Nutzen, indem Sie sie als Tüte für den Restmüll oder für andere Gelegenheiten aufbewahren.
Auch die noch so oft benützte Stofftasche wird Ihre Umweltbilanz kaum verbessern, wenn der Inhalt doppelt und dreifach in Plastik verpackt ist. Achten Sie auf ressourcenschonende Verpackung, und überlegen Sie, ob Gemüse und Obst wirklich noch einmal einzeln in Tüten gepackt werden muss.

Utopia Film gucken

Schauen Sie unseren Film und schließen Sie sich uns an: Wir nehmen Stofftaschen und Jutesäcke und und und... – bloß KEINE Plastiktüten mehr!

Thema: Klima- und Umweltschutz, Stand: 25.05.2012 von

Kommentare (11)   Kommentare abonnieren

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  • schrieb am 22.11.2014 um 01:32
    Ich konnte Plastiktüten noch nie leiden. Schon allein weil sie meisten hässlich sind und schnell reißen. Vor 2 Jahren hab ich mir ein paar Jutebeutel gekauft und sie mit Stofffarben bemalt und ich hab sie heute noch
  • schrieb am 11.01.2014 um 19:19
    Haha sowas von passend dazu gerade gefunden:
    http://www.jutelovers.com/jutebeutel/eingetuetet-weiss.html
  • schrieb am 01.06.2012 um 14:58
    Ich nehme immer meinen Einkaufskorb (aus so geflechtetem Holz) mit, den hab ich schon seit meinem 7. Lebensjahr, und das ist schon eine ganze weile her. Ich denke mal, das ist wirklich Umweltschonend. Ich war mit diesem Korb inzwischen sicher schon einige Tausend mal einkaufen, welche Tüte hält schon so lange durch... ;-) mehr weniger
  • schrieb am 01.06.2012 um 12:44
    @Indra: Ach ja, bei uns werden die gelben Säcke verbrannt, da es zu wenige sind, um sie rentabel zu recyceln und bevor ich dann nochmal müll produzier und ExTRA Müllbeutel kauf und wegwerf, sind die Dinger eine gute Alternative und brennen genauso wie Müllbeutel -.-
  • schrieb am 31.05.2012 um 18:30
    Viele kleine Betriebe nehmen auch gebrauchte Plastiktüten., z.B. Second-Hand-Geschäfte oder bspw. meine Schneiderin. Dann werden sie wenigstens immer wieder genutzt. Ansonsten hat der Artkel total recht.
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