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Kein Palmöl aus Urwaldzerstörung!


Ein großer Teil unserer alltäglichen Lebensmittel, Kosmetika und Reinigungsmittel enthält Palmöl. Das Öl, das aus dem Fruchtfleisch oder den Kernen der Ölpalme gewonnen wird, ist günstig und vielseitig verwendbar; es steckt zum Beispiel in Margarine, Schokolade, Hautcreme, Waschmittel und sogar in Biotreibstoff. Angebaut werden Ölpalmen hauptsächlich in Indonesien und Malaysia. Für die Plantagen werden dort leider oft Regenwälder gerodet, was zum Artensterben und zum Klimawandel beiträgt.


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Gutes Palmöl, schlechtes Palmöl?

Rund ein Drittel des weltweit verwendeten Öls stammt mittlerweile von der Ölpalme. Laut WWF ist Palmöl oder Palmfett in etwa jedem zweiten Supermarktprodukt enthalten. Es ist vor allem deshalb so beliebt, weil Ölpalmen einen sehr hohen Ertrag pro Fläche bieten und das Öl durch seine Eigenschaften extrem vielseitig verwendbar ist. Bei Zimmertemperatur ist es fest, es lässt sich sehr gut erhitzen, schmilzt schnell, enthält kaum schädliche Trans-Fettsäuren, dafür aber wertvolle Vitamine und eignet sich hervorragend als Bestandteil von Tensiden in Reinigungsmitteln. Weil Palmöl in unzähligen Lebensmitteln und Kosmetika steckt und dabei unter einer Vielzahl von Namen auf den Inhaltsstofflisten steht, ist es oft schwer zu erkennen. Ziemlich sicher handelt es sich um Palmöl, wenn „pflanzliches Öl“ auf der Verpackung steht. Mehr Informationen gibt es hier.

Monokulturen verdrängen Regenwälder

Theoretisch bietet der Ölpalmenanbau in Südostasien eine große Einkommenschance für die dortigen Kleinbauern. Leider aber ist es in der Praxis so, dass vor allem große Konzerne die Plantagen kontrollieren und daran verdienen. Immer wieder wird im Zusammenhang mit dem Ölpalmenanbau von der Vertreibung indigener Bevölkerungsgruppen und Zwangsarbeit berichtet. Weil der weltweite Bedarf an Palmöl immer noch rasant wächst, wachsen auch die Anbauflächen. Für die Plantagen werden häufig große Flächen Regenwald gerodet – nicht immer auf legale Weise. Greenpeace findet immer wieder Beweise für illegale Brandrodungen in Indonesien. Für die Artenvielfalt stellt der Ölpalmenanbau daher eine Bedrohung dar: Durch die Zerstörung der Urwälder und die an deren Stelle tretenden riesigen Monokulturen verlieren Tiere wie etwa der Orang-Utan und der Sumatra-Tiger ihren Lebensraum. Zudem binden Regenwälder, in erster Linie Torfmoorwälder, große Mengen CO2, das bei der Abholzung freigesetzt wird. Indonesien gehört deshalb als Hauptanbaugebiet von Ölpalmen inzwischen zu den Ländern mit dem höchsten CO2-Ausstoß.

RSPO: Wacklige Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

Bis heute gibt es kaum Palmöl aus umwelt-, klima- und sozialverträglichem Anbau. Der „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl“ („Roundtable on Sustainable Palm Oil“, RSPO) versucht, Mindeststandards für die Palmölgewinnung zu etablieren. Der Organisation, die „nachhaltiges“ Palmöl zertifiziert, gehören Vertreter von Umweltschutzverbänden und der Industrie an. Leider scheint der Einfluss der industriellen Interessen aber so groß, dass der Effekt des Zertifizierungssystems gering ist. Umweltschutzorganisationen zufolge sind dem RSPO angehörende oder von diesem zertifizierte Unternehmen weiterhin in Regenwaldrodungen und Ausbeutung verwickelt. Dennoch ist der  RSPO ein wichtiger erster Schritt zu besserem Palmöl.