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Schluss mit Plastik


Plastik ist allgegenwärtig. Es ist leicht, billig, vielseitig und aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Kosmetik und Lebensmittel sind darin verpackt, die Fasern für Kleidung und die Gehäuse unserer Smartphones bestehen daraus. Doch Kunststoff enthält gesundheitsschädliche Stoffe, basiert auf der knapper werdenden Ressource Erdöl und ist praktisch nicht biologisch abbaubar. Es gibt also gute Gründe, Plastik zu meiden – und das ist oft einfacher, als man denkt.


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Umwelt & Gesundheit: Warum wir Plastik meiden sollten

Die Allgegenwart von Kunststoff birgt vor allem zwei Gefahren: Erstens schädigen Herstellung und Entsorgung massiv die Umwelt, zweitens gefährden die Bestandteile unsere Gesundheit. Herkömmliches Plastik wird, vereinfacht gesagt, aus Erdöl gewonnen. Der Ausgangsstoff für die meisten Kunststoffe ist Rohbenzin, das durch verschiedene thermische und chemische Prozesse zu unterschiedlichen Kunststoffarten verarbeitet wird. Die Erdöl-Förderung aber ist riskant; es kommt regelmäßig zu Unfällen und Lecks, bei denen ganze Regionen und Gewässer durch auslaufendes Öl verseucht werden. Die verantwortlichen Konzerne kümmern sich oft wenig um die Umweltfolgen. Gleichzeitig werden die weltweiten Erdöl-Ressourcen knapper, so dass für die Förderung immer größere Risiken in Kauf genommen werden. Gegenwärtig planen mehrere Konzerne wie etwa Shell, Gazprom und Statoil Ölbohrungen in der Arktis – ein Unfall wäre dort unbeherrschbar. Zwar wird im Moment vermehrt nach Möglichkeiten der Herstellung von „Bioplastik“– etwa aus Mais oder Zuckerrohr – geforscht. Noch aber gibt es keinen Durchbruch, der einen sinnvollen Ersatz für synthetische Kunststoffe verspricht.

  • Plastikmüll im Meer

    Neben der Produktion stellt auch die Entsorgung ein großes Umweltproblem dar, denn Plastik verrottet praktisch nicht. Zwar wird ein Teil der Kunststoffabfälle recycelt, doch weltweit landen dennoch riesige Mengen auf Müllkippen oder in der Umwelt. Über Flüsse gelangt Tag für Tag Plastikmüll in die Meere, wo er lebensbedrohlich für Meereslebewesen ist. Fische und Meeressäuger fressen Plastikteile oder verfangen sich darin. Auf diese Weise verenden jährlich hunderttausende Tiere. Die Plastiktüten, Folien und PET-Flaschen im Meer zerfallen im Laufe der Zeit in immer kleinere Teilchen, die sich im ganzen Ozean verteilen. Forscher schätzen, dass sich bereits bis zu sechsmal mehr Plastikpartikel als Plankton in den Meeren befinden. Diese winzigen Kunststoffpartikel, die zu allem Übel Schadstoffe anziehen, werden von Meereslebewesen massenhaft in den Körper aufgenommen. Sie lagern sich dort ab und werden so unter Umständen sogar über Generationen weitergegeben. Forscher konnten kleinste Plastikteilchen oder deren Bestandteile bereits in den Körpern von verschiedensten Tieren weltweit nachweisen.

  • Krank durch Kunststoff

    Nicht nur für die Weltmeere und deren Bewohner, sondern auch für den menschlichen Körper stellt Plastik eine Gefahr dar. Gesundheitsschädliche Chemikalien können sich aus dem Kunststoff lösen und durch die Haut oder durch Einatmen in unseren Körper gelangen. Besonders bedenklich sind die Plastikbestandteile Bisphenol A (BPA), Phthalate und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs). BPA wird in Kunststoff als Weichmacher oder Hartmacher eingesetzt und ist zum Beispiel in Lebensmittelverpackungen, Plastikflaschen, CDs oder Autoteilen enthalten. Es kann beim Erhitzen oder bei längerem Hautkontakt aus dem Kunststoff austreten und wirkt, wenn es in den Körper eindringt, ähnlich wie das Hormon Östrogen. BPA wird mit sexuellen Entwicklungsstörungen, Allergien, Diabetes und hormonbedingten Krebsarten wie Brust- oder Prostatakrebs in Verbindung gebracht.

    Phthalate, die hauptsächlich als Weichmacher eingesetzt werden, lösen sich relativ leicht aus Plastik und können über Ausdunstungen in den Körper gelangen. Auch sie wirken hormonell und können krebserregend sein. PAKs, die ein Bestandteil von Erdöl und damit auch in vielen Kunststoffen vorhanden sind, stehen ebenfalls im Verdacht, Krebs zu verursachen und das Erbgut zu verändern. Es empfiehlt sich deshalb, Plastik wo immer möglich zu vermeiden. Wenn das nicht geht, sollte man unbedingt auf entsprechende Kennzeichnungen (beispielweise „BPA-frei“, „Phthalat-frei“ oder das GS-Prüfzeichen) achten.