After-Sun-Lotions bei Öko-Test: Beliebte Marken fallen durch

Fotos: Ökotest

Viele After-Sun-Lotions konnten im Test des Verbrauchermagazins Öko-Test überzeugen. Mehr als die Hälfte der geprüften Produkte bekam die Bestnote „sehr gut“. Konsumenten sollten aber genau hinschauen: Sieben bekannte Marken-Produkte fielen wegen bedenklicher Inhaltsstoffe durch.

Bei Sonnenbrand helfen After-Sun-Lotions, indem sie Feuchtigkeit spenden und die Haut kühlen. Öko-Test hat deshalb 29 verschiedene After-Sun-Produkte getestet und sich dabei auf bedenkliche Inhaltsstoffe und zweifelhafte Werbung fokussiert. Denn die Hersteller schreiben gerne viele weitere Wohltaten für die Haut auf die Verpackung. Oft suggeriert die Werbung, ein Sonnenbrand sei nicht so schlimm – schließlich gebe es ja After-Sun-Lotion.

Doch das ist ein gefährlicher Irrtum, wie Hautkrebsexperte Professor Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) erklärt: „After-Sun-Produkte können kühlen, wie es auch ein nasser Lappen kann. Zu denken, ich könnte mit etwas im Nachhinein Aufgetragenem etwas reparieren, wäre ein völliger Trugschluss“.

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After-Sun-Lotions im Test: Naturkosmetik überzeugt

Die Testergebnisse von Öko-Test zeigen, dass zertifizierte Naturkosmetik-Produkte bei After-Sun-Lotions die erste Wahl sein sollten:

  • Alle elf getesteten After-Sun-Lotions aus der Kategorie Naturkosmetik erhielten die Bestnote „sehr gut“. Sie sind frei von kritischen Inhaltsstoffen und enthalten auch keine Mikroplastik-Verbindungen.
  • Unter den getesteten Naturkosmetik-Produkten befanden sich sowohl günstige Eigenmarken von Drogeriemärkten als auch Marken-Hersteller wie Lavera. Öko-Test hat im aktuellen Test beispielsweise die Lavera After Sun Lotion Bio-Aloe Vera & Bio-Sheabutter mit der Bestnote ausgezeichnet. Du kannst sie online beispielsweise bei Ecco Verde** oder Rossmann** bestellen.
  • Allerdings enthalten auch einige Naturkosmetik-Produkte Parfum, das bei Allergikern Hautirritationen hervorrufen kann. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe ist daher immer sinnvoll. Lies dazu auch:

After-Sun-Lotions bekannter Marken enttäuschen im Test

Während Naturkosmetik-Produkte durchweg überzeugen konnten, zeigte sich bei herkömmlichen After-Sun-Lotions ein gemischtes Bild:

  • Viele herkömmliche After-Sun-Lotions enthielten bedenkliche Inhaltsstoffe: PEG/PEG-Derivate und Paraffine sowie Silikone wies Öko-Test in mehreren Produkten nach. In konventionellen After-Sun-Lotions steckten auch umstrittene Duftstoffe und halogenorganische Verbindungen.
  • Viermal konnte Öko-Test dennoch die Note „sehr gut“ an herkömmliche Lotions vergeben, darunter auch an preiswerte Eigenmarken von Drogerieketten.

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Produkte von L’Oréal und Nivea bei Öko-Test

Das After-Sun-Spray Garnier Ambre Solaire After Sun Feuchtigkeits-Spray von L’Oréal enthält PEG/PEG-Derivate und Paraffine/Silikone, kritisiert Öko-Test. Außerdem fanden die Experten den Konservierungsstoff Polyaminopropylbiguanid (PHMB) in geringer Konzentration. In solch niedrigen Dosen ist das Mittel zwar erlaubt, doch das wissenschaftliche Beratergremium der EU-Kommission rät von dem Konservierer in Sprays ab. Wegen zu vieler bedenklichen Inhaltsstoffen fiel das L’Oréal-Spray durch („ungenügend“).

Auch das After Sun Spray von Nivea ist „ungenügend“: Öko-Test wies neben Paraffinen und PEG-/PEG-Derivate auch Mineralöl-Verunreinigungen (MOAH) nach. Einige dieser MOAH-Verbindungen stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Ebenfalls bedenklich ist der Duftstoff Lilial, der im Nivea-Produkt, aber auch in vielen anderen After-Sun-Lotions steckt, etwa in der Lotion von Rituals. Der Stoff hat sich laut Öko-Test schon vor Jahren in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend herausgestellt. Deshalb sollte er im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes nicht mehr verwendet werden.
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Mikroplastik weiterhin ein großes Problem

Immer wieder fand Öko-Test in der Vergangenheit auch Mikroplastik in Kosmetik-Produkten, zuletzt in Lipgloss, Duschgel und Gesichtscremes. Das Verbrauchermagazin bezeichnet die gefundenen Stoffe zwar nicht als Mikroplastik, sondern nur als „lösliches Plastik“, weil es sich nicht um feste Partikel handelt; Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, BUND und wir von Utopia verwenden den Begriff Mikroplastik aber auch für flüssigen Kunststoff. Mehr dazu hier: Was ist Mikroplastik? Eine Definition

Alle Details findest du in der Ausgabe 07/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

Besser als After Sun? Vorher eincremen!

Wer seine Haut gar nicht erst gefährden möchte, sollte sich gut eincremen, bevor er sich der Sonne aussetzt. In unserer Bestenliste mineralische Bio-Sonnencremes findest du empfehlenswerte Sonnenschutz-Produkte ohne Mikroplastik mit Bewertungen unserer Leserinnen:

Außerdem empfehlen wir dir unseren eigenen Sonnencreme-Test 2019, der auf Erfahrungen von Öko-Test und Stiftung Warentest basiert:

Mehr Beiträge zu dem Thema bei Utopia:

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